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Dr. Jan-Marco Müller: Von Cappel zur EU nach Brüssel

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Viel komplexer als gedacht und wichtig nicht nur als Friedensbündnis

Über die EU und die Arbeit der in Brüssel tätigen Menschen werden oft Witze gemacht, die Effizienz ihrer Tätigkeit und das gesamte Konstrukt mitunter in Frage gestellt. Dabei wissen wohl die wenigsten genau Bescheid darüber, welche Gremien die EU hat, was ihre Aufgaben sind und vor allem, was wäre, wenn es die EU plötzlich nicht mehr gäbe. Über all das informierte den Jahrgang 11 Dr. Jan-Marco Müller am vergangenen Donnerstag. Dass der Vortrag des EU-Beamten auf einen Vormittag mit wetterbedingtem Distanzunterricht fiel, schmälerte das Interesse der Schülerinnen und Schüler in keiner Weise. Die Veranstaltung wurde von Steinmühlenlehrerin Dr. Claudia Röder begleitet.

Ein Quiz zum Einstieg machte relativ schnell klar, wie komplex das Wissen rund um die EU sein kann: „Irland, Island, Schweiz – wer gehört nicht zum Schengen-Raum?“ Da musste man schon überlegen, genau wie bei der Frage „Wer gehört nicht zur UEFA: Kasachstan, Monaco oder Israel“. Auch wollte der Gast wissen, wessen Antrag auf EU-Mitgliedschaft schon einmal abgelehnt wurde: Türkei, Marokko oder Bulgarien. Auch warf er die Frage nach dem Unterschied der folgenden Gremien in den Raum: Euro-Rat, Europarat, Europäischer Rat und Rat der Europäischen Union. – Spätestens dann mussten die meisten kapitulieren.

 

Europawahl: Ein Geschenk der Demokratie

Dass Europa gar nicht so einfach ist, das erkannte bereits der kürzlich verstorbene Henry Kissinger: „Who do I call if I want to call Europe?“ lautete vor etlichen Jahren seine Frage, die in der Politik schon oft zitiert wurde. Bei 27 Mitgliedsstaaten, einer halben Milliarde Einwohnern, 24 Amtssprachen und drei Alphabeten eine Frage, die nicht mal eben zu beantworten war. „In Vielfalt geeint“ umschrieb der Steinmühlengast aus Brüssel die Situation für die Mitgliedsländer, die alle zusammen einen ganz wichtigen Vorteil haben: Es herrscht Frieden für sie, seit 1945.

Warum Staaten der EU beitreten wollen, hat auch sonst mehrere handfeste Gründe. Freien Personenverkehr und freien Austausch von Waren, Rechtsstaatlichkeit, gegenseitige Solidarität und Subsidiarität. Der Gast erläuterte noch andere Aufgaben in dem 25.000 Mitarbeiter:innen umfassenden Verwaltungsapparat. Aber er rührte auch die Werbetrommel für die Europawahl am 9. Juni, „ein Geschenk der Demokratie“.

 

Eine „Kompromißmaschine“

„Es stehen 232 Parteien zur Wahl“, erzählte Müller, „aber anders als bei anderen Wahlen gibt es keine 5-Prozent-Klausel“. Das bedeute, dass Stimmen entgegen den sonstigen Gewohnheiten nicht verlorengehen, wenn sie für kleine oder Kleinstparteien abgegeben werden. Unter dem Dach des Europäischen Parlaments würden die Parteien mit ähnlichem Programm in der Zusammenarbeit Annäherung finden. Ansonsten fänden sich darunter die Regierungen von 27 Nationen – „eine Kompromißmaschine“.

Zum Vortrag des Referenten rissen die Fragen der Schülerinnen und Schüler nicht ab. Sie reichten von der Frage, ob und wie sich der Rechtsruck in Europa bemerkbar mache, über die Frage, warum der Beitritt der Ukraine erstrebenswert sei bis hin zu Fragen nach Gesetzen für einen klimaneutralen Kontinent. Auch wollte ein Schüler des Jahrgangs 11 wissen, ob in der EU über eine Europa-Armee nachdegacht werde. Gefragt wurde aber auch, wie bei ihm, dem Referenten, die Satire des Martin Sonneborn ankomme. Mit der Diplomatie eines EU-Beamten ausgerüstet, antwortete Dr. Jan-Marco Müller entsprechend: „Man muss auch solche Spaßvögel im Parlament haben, und privat ist das ja nett. Politik kann man da weniger machen, wir müssen ja zu Lösungen kommen“.

Lösungen seien auch das Ziel mit Blick auf alle Weltmächte: „Da müssen wir schauen, dass wir im Konzert der Welt eine Stimme haben. Es ist ein weiter Weg, auf dem wir aber gut aufgestellt sind“.

 

„Wir brauchen alle Profile aus allen Bereichen“

Dr. Jan-Marco Müller, in Cappel aufgewachsen, studierte Geographie in Marburg, arbeitete im Wissenschaftsmanagement und gelangte über den wissenschaftlichen Dienst zur EU, wo er zunächst in der wissenschaftlichen Politikberatung tätig war. Derzeit arbeitet der als Wissenschaftsdiplomat unter der Fragestellung, wie die Wissenschaft genutzt werden kann, um diplomatische Beziehungen zu verbessern: „Wissenschaftler reden, wenn Diplomaten nicht mehr reden“. Müller weiter: „Ich versuche, Politiker für Wissenschaft zu begeistern und entsprechende Fakten zu transportieren“. Dabei gehe es auch, wenn auch nicht nur, um den Klimawandel und den Technologiewettlauf mit China.

Der Referent, der ein äußerst interessiertes Publikum hatte, ermutigte die Schülerinnen und Schüler, ruhig einmal an einen beruflichen Schritt in Richtung EU zu denken: „Wir brauchen alle Profile, aus allen Bereichen“.

Schulleiter Björn Gemmer hatte den Referenten eingangs begrüßt und sich selbst etwas Zeit genommen, um den interessanten Ausführungen zu folgen. Es dürfte weder im Vortragsraum noch an den Bildschirmen jemanden gegeben haben, der an diesem Vormittag sein Wissen nicht erweitert hatte.

 

26. Januar 2024
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2024/01/IMG_3451-scaled.jpg 1125 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2024-01-26 08:54:342026-06-08 13:20:17Dr. Jan-Marco Müller: Von Cappel zur EU nach Brüssel

Gastgeberin Steinmühle: Zukunftswerkstatt zur Fachkräftesicherung

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Im Rahmen ihrer Kooperation mit dem Landkreis Marburg-Biedenkopf war die Steinmühle Gastgeberin einer ganztägigen „Zukunftswerkstatt“ zum Thema Fachkräftesicherung. Dazu eingeladen hatten die neugegründete Wirtschaftsförderungsgesellschaft Marburg-Biedenkopf mbH mit ihrem Geschäftsführer Tobias Kurka sowie die Stabsstelle Fachkräftesicherung im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration.

Bei Begrüßung der Teilnehmenden erwähnte Steinmühlen-Geschäftsführer Dirk Konnertz sowohl die enge und kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem Landkreis, betonte aber auch die Verbindung zwischen dem Thema der Tagung und der Steinmühle als Bildungseinrichtung. Schulleiter Björn Gemmer führte die Gäste in der Mittagspause über den Steinmühlencampus.

Die Zukunftswerkstatt mit über vierzig Teilnehmerinnen und Teilnehmern sei ein hervorragendes Beispiel für die gelungene Kooperation im Landkreis, betonte Landrat Jens Womelsdorf. Zur Tagung waren unter anderem Vertreterinnen und Vertreter der IHK, der Philipps-Universität Marburg, der Technischen Hochschule Mittelhessen, der Banken und führender Unternehmen am Standort eingeladen.

 

Bis 2028 fehlen im Kreis mehr als 4.000 Fachkräfte mit Berufsabschluss

„Fachkräftesicherung ist eine echte Gesellschafts- und Zukunftsaufgabe, die alle Akteurinnen und Akteure fordert. Ich bin dankbar, dass wir uns in Hessen der Fach- und Arbeitskräftesicherung gemeinsam stellen. Es braucht abgestimmte Fachkräftestrategien, um regionale Ressourcen zu bündeln, Synergien zu schaffen und weitere Potenziale zu erschließen“, sagte Claudia Wesner von der Stabsstelle Fachkräftesicherung im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration.

Dr. Christa Larsen, Leiterin des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur an der Frankfurter Goethe-Universität: „Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Marburg-Biedenkopf ist schon heute deutlich angespannt und wird sich in den kommenden Jahren noch verschärfen. Allein bis zum Jahr 2028 werden im Kreis etwa 4.000 Fachkräfte mit akademischen oder beruflichen Abschlüssen fehlen. Die Fachkräftelücken werden aufgrund des Berufsaustritts der Babyboomer-Generation in den kommenden Jahren noch größer werden. Deshalb sollen die bisherigen Fachkräftesicherungsansätze auf den Prüfstand gestellt und sondiert werden, welche neuen Ansätze notwendig sind. In der Zukunftswerkstatt werden Ideen dafür entwickelt.“

Einen Beitrag gegen den Fachkräftemangel soll die im Mai 2023 gegründete Wirtschaftsförderungsgesellschaft Marburg-Biedenkopf mbH (WFG) leisten. Diese wird mit den Ergebnissen der Zukunftswerkstatt weiterarbeiten, um die Wirtschafts- und Beschäftigungsstruktur im Landkreis nachhaltig und gemeinsam mit allen Akteurinnen und Akteuren zu stärken.

22. Dezember 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/12/IMG_3239-scaled.jpg 1125 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-12-22 11:39:072026-06-08 13:22:39Gastgeberin Steinmühle: Zukunftswerkstatt zur Fachkräftesicherung

Großer Dank an Familien: Wieder gingen Ranzen auf die Reise ins rumänische Sibiu

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Politik, Wirtschaft & Verantwortung, Soziales Engagement

Auch in diesem Jahr haben wir aus der Steinmühlenschüler- und elternschaft tatkräftige Unterstützung erfahren für die menschenfreundliche Aktion des Kinder- und Jugendparlaments ‚Schulranzen für Rumänien‘. Die Familien der Klassen 5 waren gebeten, zum neuen Schuljahr gut erhaltene ‚Zweitranzen‘ aus der Grundschulzeit abzugeben für die Reise nach Sibiu, in Marburgs Partnerstadt. Dort können sich Kinder sich einen Ranzen und gute Schulmaterialien zum Teil nur eingeschränkt oder gar nicht leisten! So gingen die über Wochen gesammelten Ranzen am 10. November auf Reise, zunächst zum Haus der Jugend in Marburg, um dann in noch größerer Zahl nach Rumänien gebracht zu werden. Wir danken allen Kindern und Familien herzlich, die einen Ranzen gespendet und diesen zum Teil sogar noch mit Schulmaterialien aufgefüllt haben.

22. Dezember 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/12/Titel-1-scaled.jpg 941 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-12-22 11:31:082026-06-08 13:23:30Großer Dank an Familien: Wieder gingen Ranzen auf die Reise ins rumänische Sibiu

Abordnung des Zentrums für Konfliktforschung an der Steinmühle: Jahrgang 13 führt eine fiktive UN-Konferenz

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Warum können die sich nicht auf dem diplomatischen Weg einigen? – Angesichts der vielen politischen Konflikte auf unserem Globus wird diese Frage immer wieder gestellt. Aktuell kam eine Abordnung des Zentrums für Konfliktforschung der Marburger Philipps-Universität an unsere Schule. Unter Simulation eines internationalen Konflikts durften Schüler:innen des Jahrgangs 13 die Verhandlungen bei einer fiktiven UN-Konferenz führen. Bald stellten sie fest: Eine Einigung zu finden, ist gar nicht so einfach.

Otium-Union, Anceps, Tavus, Furland und Gratenia: Es waren Fantasie-Staaten mit Fantasie-Namen, deren Vertreterinnen und Vertreter sich in informellen Gesprächen und später am runden Tisch austauschen sollten. Schülerinnen und Schüler nahmen die Rollen ein, mit Namensschildern versehen und bitte per „Sie“. Es galt, sich  einzudenken in die eigene Rolle und in die des Gegenübers, wobei es um Selbstverständnis, territoriale Ansprüche, wirtschaftliche Faktoren und Friedenssicherung ging.

 

Beharren auf eigenem Standpunkt

Alle beteiligten Seiten erläuterten mit einem kurzen Statement, wofür sie stehen. Schon bald war festzustellen: Hier treffen verschiedene Charaktere zusammen. Nicht alle Seiten ließen mit sich reden oder nur schwer, viele beharrten auf ihrem Standpunkt, wehrten sich beispielsweise vehement gegen eine „Umsiedlung“, die vom Verhandlungsgegner vorgeschlagen wurde.

 

Zeitweise „frustrierend“

Die abschließende Auswertung sollte zutagebringen, wie sich die Schülerinnen und Schüler in ihrer Rolle gefühlt haben. Es fiel das Wort „Frustration“, dass es schwierig sei, eine Einigung zu finden und das insbesondere dann, wenn die Verhandelnden primär eigene Interessen verfolgten, anstatt sich am gemeinsamen Ziel zu orientieren. Angeführte Gründe unter anderem: Abhängigkeiten, die Einigungen schwierig machen, sowie viele Partikularinteressen. Das Volk sei nicht bereit für einen Kompromiss.

„Haben Sie eine Idee, wo das spielte?“ Natürlich wurde am Ende aufgelöst, über welchen geographischen Teil der Welt man sich möglicherweise in den drei Schulstunden auseinandergesetzt hatte. Die universitären Gäste ließen zunächst raten und gaben dann die Info, dass das in der Präsentation skizzierte Szenario grob den Transnistrien-Konflikt zwischen der Republik Moldau und der selbsternannten Transnistrischen Republik unter Beteiligung Russlands trifft.

 

Uni-Kooperation greifbar machen

Bernd Hülsbeck, Fachlehrer und Leiter des gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfelds innerhalb der Fachschaft Politik und Wirtschaft an der Steinmühle, sieht Veranstaltungen wie diese primär unter dem Motto „Öffnung von Schule“: „Wir haben eine Kooperation mit der Marburger Philipps-Universität, und die müssen wir greifbar machen“. Bei der Uni-Abordnung, bestehend aus Prof. Dr. Thorsten Bonacker, Dr. Stéphane Voell, Dr. Kerstin Zimmer und Tabea Hanke, bedankte sich der Steinmühlenlehrer mit einem Präsent für deren Kommen. Durch solche Veranstaltungen werde der Unterricht, der in der Jahrgangsstufe 13 gerade Internationale Beziehungen zum Thema habe, etwas praxisorientierter gestaltet.

 

Der Studiengang „Friedens- und Konfliktforschung“ qualifiziert unter anderem für Arbeit bei der UN, wenn Mitarbeiter:innen in Krisengebiete geschickt werden.

11. Dezember 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/12/IMG_3132-scaled.jpg 1125 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-12-11 11:41:242026-06-08 13:25:13Abordnung des Zentrums für Konfliktforschung an der Steinmühle: Jahrgang 13 führt eine fiktive UN-Konferenz

Schulinterne Lehrerfortbildungstage: Mit diesen Konzepten und Ansätzen arbeiten andere Schulen erfolgreich

Aktuelles, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Das eigene Konzept regelmäßig hinterfragen und sich ständig weiterentwickeln: Nicht nur auf dem Papier ist die Steinmühle eine Schule, die selbst immer weiter dazulernt. Die schulinternen Lehrerfortbildungstage wurden genutzt, um sich andere Schulen in Deutschland anzusehen, die mit unterschiedlichen modernen Ansätzen arbeiten: Um zu sehen, wie es auch gehen kann, um Anregungen zu holen und Denkanstöße zu bekommen. Die Exkursionen der vier Lehrer:innen-Gruppen führten an das Sächsische Landesgymnasium Sankt Afra zu Meißen, ins Baden-Württembergische Wutöschingen an die Alemannenschule, an die Anne Frank-Schule nach Bargteheide bei Hamburg sowie ans Ratsgymnasium in Minden.

 

St. Afra: Durch Addita Interessen vertiefen

Sich konsequent an den Stärken der Schüler:innen zu orientieren, ist die Philosophie von St. Afra. Der Persönlichkeit wird Freiraum gelassen, das Übernehmen von Verantwortung trainiert. Mentoren-Arbeit in Internat und Gymnasium und das Schaffen von Beziehungen sei die Grundlage für alles. Im Hochbegabteninternat St. Afra wird mit Kindern auch Handwerkliches geübt, Lehrkräfte führen an Angebote für Hobbys heran. Mit so genannten Addita können zusätzlich zum Fundamentum eigene Interessen vertieft werden, die nicht im Lehrplan stehen. Man brauche mehr Verbindlichkeiten, so das Credo der Schulleitung, die bei der Schulatmosphäre totale Konzentration auf die Sache forciert. In „Lerntandems“ arbeiten gute und durchschnittliche Schüler:innen im Chemieunterricht. Ein Element, das sich bewährt hat.

 

Alemannenschule Wutöschingen: Graduierungssystem für Sozialverhalten

An der Alemannenschule in Wutöschingen wird das Leitbild gelebt: Anstand, Respekt, Selbstverantwortung. Hier heißen Lehrer „Lernbegleiter“, Schüler sind „Lernpartner“. Alle sitzen zusammen im selben Raum, alle sind am Arbeiten. Es herrscht Flüsteratmosphäre. Die Ansprechpersonen sind immer zugegen, Rückzugsorte gibt es kaum. Jede Woche reflektiert man den persönlichen Plan mit dem eigenen Coach. Klare Regeln sind ein Eckpfeiler des Konzepts an der Alemannenschule. Alles ist extrem sauber und gepflegt, statt im Gebäude wird nur im Speisesaal gegessen. Niemand benutzt Handys, weder die Mittel-, noch die Oberstufe. „Lernen durch Erleben“ ist eine Prämisse. Experten, die Nicht-Lehrer sind, lassen die Kinder und Jugendlichen das echte Leben erfahren. Für das Sozialverhalten gibt es ein Graduierungssystem, mit dem sich Freiheiten erarbeitet werden können.

 

Anne Frank-Schule Bargteheide: Keine Noten für Klassen 5-7

Zwei gleichwertige Klassenlehrer hat jede Klasse der Jahrgänge 5-9 an der Anne Frank-Schule in Bargteheide. An der inklusiven Gesamtschule arbeitet immer nur ein Teil der Klasse mit Tablets, die Schüler teilen sich die Geräte. In den Klassen 5-7 wird auf Zeugnisse mit Noten verzichtet. Stattdessen gibt es Mappen und ein Portfolio-Gespräch, das die jeweiligen Stärken beleuchtet – abermals betont durch eine entsprechende Urkunde am Ende des Schuljahres. Eine durchgängige Verkürzung der Unterrichtsstunden um 5 Minuten generiert freie Zeit, in der in AGs oder im Wahlunterricht persönliche Neigungen vertieft werden. Ein hohes Maß an Achtsamkeit lässt eine sehr persönliche Atmosphäre an der Schule entstehen, die sich „Bindung vor Bildung“ auf die Fahnen geschrieben hat.

 

Ratsgymnasium Minden: Praktiziertes „Deeper Learning“

Um die Öffnung des Lernens geht es dem Ratsgymnasium in Minden, das sich mit dem so genannten Deeper-Learning-Konzept auf den Weg gemacht hat, in ausgewählten Unterrichtseinheiten zu Anfang Grundlagen erarbeiten zu lassen, um dann das Wissen als Können an authentischen und relevanten Aufgaben Gestalt werden zu lassen. Diese sollen anschließend – im Großen oder Kleinen – nach Möglichkeit in der Schulgemeinde Wirkung entfalten, als relevantes Ergebnis oder Produkt. Für die Kulturschule Ratsgymnasium ergeben sich solche Aufgaben zum einen oft aus verschiedenen Aufführungsformaten wie Konzerten oder Theateraufführungen. Es können aber auch Erklärvideos, eine Schulrallye und weitere individuell bedeutungsvolle Formate sein, die sich aus den Ideen der Lernenden entwickeln. Nicht nur bei den Aufführungen arbeitet die Schule in enger Kooperation mit externen Partnern. Neben Theater und Konzerteinrichtungen waren dies z. B. professionelle Handwerker, mit denen Schüler:innen selbst die Außensitzmöbel der Schule gebaut haben.

 

Innovative staatliche Schulen gaben Impulse

Die Besuche der vier Schulen haben in jedem Fall gezeigt, dass ein reformierter und innovativ gestalteter Schulalltag keine ausschließliche Sache einer freien Trägerschaft ist: Alle vier der besuchten Einrichtungen sind staatlich, sie liegen auch in verschiedenen Bundesländern.

Die Steinmühle hat eher umgekehrt erlebt, dass man von innovativen staatlichen Schulen lernen kann. „Das heißt aber nicht, dass die Steinmühle ihr Konzept nun auf den Kopf stellt“, fasste das Schulleitungsteam zusammen. In der Aussprache über das Gehörte trug das Steinmühlenkollegium mehrere aufgenommene Ideen und Leitsätze zusammen, um sie zu überdenken und zu prüfen, ob und inwieweit sie Eingang in Schulalltag und Konzept der Steinmühle finden können.

 

Aufgezählt wurden unter anderem folgende To-dos, Gedankengänge und Statements (Auswahl):

  • Die Schule mit der Region vernetzen, Schüler:innen mit (externen) Menschen zusammenbringen, Öffnung der Schule für Menschen von außerhalb
  • Freiheit hängt mit Verbindlichkeiten kausal zusammen
  • Schwerpunkte Sozialverhalten, Solidarität und Fürsorge betonen
  • Schule als sozialer Ort
  • Hausschuhkultur, anderes Level der Lebensqualität
  • Noten bei jüngeren Schüler:innen auf den Prüfstand stellen
  • Betriebe haben Interesse an jungen Menschen, die sich an (eigene) Leitlinien halten
  • Wir sollten schauen, was wir schon haben und Ergänzungen in einem guten Gesamtkonzept auf eine neue Schiene bringen
  • Stärkenorientierung
  • Wir als Lehrkräfte müssen Regeln selbst ernstnehmen und Vorbilder sein
  • Mentorensystem und Zwei-Klassenlehrer-System beleuchten
  • Fundamentum und Additum beleuchten

Unser Foto vor dem Forum zeigt die Lehrkräfte der Steinmühle am zweiten Fortbildungstag, an dem alle Ergebnisse zusammengetragen wurden.

11. Dezember 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/12/Team_Steinmuehle-scaled.jpg 1125 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-12-11 11:29:422026-06-08 13:25:59Schulinterne Lehrerfortbildungstage: Mit diesen Konzepten und Ansätzen arbeiten andere Schulen erfolgreich

Rotary-Berufsinformationstag: Profi-Tipps aus erster Hand

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Alljährlich gehört das Atrium der Steinmühle für einen Abend im November dem Jahrgang 12 und Vertreter:innen des Rotary-Clubs Marburg-Schloss. Unter dem Motto „Schüler fragen – Profis antworten“ haben die jungen Erwachsenen die Möglichkeit, sich über einzelne Berufe zu informieren, sich Einblicke zu verschaffen und Fragen zu stellen.

Damit der Informationsfluss möglichst effektiv ist und die Repräsentant:innen auch solche Berufe vertreten, die die Schüler:innen interessieren, hat der Jahrgang 12 im Vorfeld Einfluss auf die Zusammensetzung des Expert:innenteams. Die Schüler:innen können Wünsche äußern, über welche Berufe sie Details aus der Praxis erfahren möchten. Steht die Profi-Runde fest, erhalten sie vorab in einer pdf-Datei Informationen über die jeweilige Person und ihre Aufgaben in dem entsprechenden Beruf. So kann die Einwahl für die insgesamt drei möglichen Experten-Gespräche ganz gezielt erfolgen.

Für diese Voraborganisation und den reibungslosen Veranstaltungsablauf zeichnen alljählich Dr. Claudia Röder und Hans-Heinrich Bähr verantwortlich. „Wir sind mittlerweile schon ein eingespieltes Team“, sagen sie. Die Steinmühlenlehrerin ist an der Schule für die Studien- und Berufsorientierung zuständig, Hans-Heinrich Bähr im Rotary-Club Marburg-Schloss für den Berufsinformationsdienst. Schulleiter Björn Gemmer bedankte sich bei beiden für die zuverlässige Vorbereitung, bevor er die Veranstaltung eröffnete.

 

Konkrete Angebote kamen gut an

Während im vergangenen Jahr einzelne wenige Angebote der absolute Renner waren wie der Beruf des Psychologen/der Psychologin und diverse Möglichkeiten bei der Bundeswehr, so waren die Hauptinteressensgebiete diesmal etwas breiter gestreut. Gut frequentiert wurden beispielsweise auch Beratungsangebote für die verschiedenen beruflichen Möglichkeiten beim Rettungsdienst Mittelhessen, beim Polizeipräsidium Mittelhessen, die Berufsfelder strategischer Dienstleistungen für Hotelkonzerne oder der Studiengang Nachhaltigkeitsmanagement an der TH Mittelhessen – die beiden letzteren neu im Angebot des Berufsinformationstages, genau wie der Studiengang Materialwissenschaften. Gefragt waren auch kreative und kommunikative Berufe wie Design und Art Direktion oder Journalismus, um nur Beispiele zu nennen. Zahlreiche interessierte Zuhörer:innen kamen auch zur Info-Runde über das Berufsbild des Rechtsanwaltes/der Rechtsanwältin, des (Zahn)Arztes/der (Zahn)Ärztin und des Unternehmensberaters/der Unternehmensberaterin. Eine größere Gruppe versammelte sich auch bei der DRK Schwesternschaft, die zum Beispiel die Möglichkeit eines Freiwilligen Sozialen Jahres avisierte. Insgesamt wurden 22 verschiedene Berufsbilder vorgestellt.

„Uns hat gefallen, dass die Berufsvertreter von sich aus einfach erzählt haben, ohne dass wir Fragen stellen mussten“, freuten sich die Schülerinnen Vivien Ettrich und Amelie Schröder. Sie hatten sich für Psychologie und für Journalismus interessiert, fanden aber auch die Möglichkeit interessant, zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren. Ina Arnold und Paula Henke bewerteten die Informationen der Polizei als sehr aufschlussreich:“Sie waren mit drei Leuten aus verschiedenen Bereichen da und man konnte gleich erkennen, wie vielseitig die Möglichkeiten bei der Polizei sind“. Angesprochen fühlten sich beide auch von den Informationen des Bundeswehr-Vertreters: „Er hat Praktika angeboten, die Teilnahme an Camps und auch Studiengänge“, berichteten sie.

 

Beste Möglichkeiten zur Verbindung von Abi und Handwerk

Constantin Mensing, Johnny Eckardt und Manu Yárnoz waren angetan von den Schilderungen des Vertreters der Hyatt-Hotelgruppe, bewerteten die Informationen als „sehr authentisch“ und wissen nun, dass es gerade in diesem Berufsbereich sehr gute Aufstiegsmöglichkeiten gibt, wenn man bereit ist, sich mit bestimmten Gegebenheiten wie den Arbeitszeiten zu arrangieren. Gute Einblicke erhielten sie auch in das Berufsbild des Architekten und des Juristen mit breit gestreuten Möglichkeiten. Sehr informativ fanden die Schüler das Gespräch mit Stefan Gräser über die Tätigkeit eines Gebäudeenergiemanagers. Fazit: Es gibt beste Möglichkeiten, Abitur und Handwerk zu verbinden.

Baris Cem Tutu und Selim Özcan fanden den Besuch bei den Vertretern der Sparkasse Marburg-Biedenkopf aufschlussreich und ebenfalls die Ausführungen des Bundeswehr-Vertreters, der Inhalte „super vermittelt“ habe. „Einen groben Einblick besitze ich jetzt“, sagt Selim. „Ein bisschen mehr Zeit wäre insgesamt gar nicht schlecht gewesen“.

Neben den erwähnten Angeboten wurden auch folgende Berufsfelder vorgestellt: Diplom-Kaufmann bzw. -Kauffrau, /Geschäftsführer/in, IT-Fachmann/-Fachfrau, Steuerberater/in/Wirtschaftsprüfer/in, Anlageberater/in/Versicherungsagent/in, Physiker/in.

27. November 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/11/IMG_2885-rotated-1.jpg 1280 960 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-11-27 09:55:252026-06-08 13:18:18Rotary-Berufsinformationstag: Profi-Tipps aus erster Hand

Eine Lanze für alle, die gründen wollen: Wichtig sind innovative Idee und Team

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Axel Täubert, Bestseller-Autor und Head of Startups bei Google, besuchte die Steinmühle

Wer scheitert, erntet oft Spott: „Der ist pleitegegangen“, „seine Firma ist platt“, „war wohl nix mit den guten Ideen“. Noch immer werden Gründerinnen und Gründer, deren Unternehmen sich nicht am Markt behaupten konnte, in Deutschland stigmatisiert.  Axel Täubert, Abi-Jahrgang 1996 an der Gießener Liebigschule und heute Head of Startups bei Google, machte dies am Dienstagabend zum Thema seines Vortrags an der Steinmühle. Der provokante Titel: „Scheitern als Geschäftsmodell“.

Es wird gerne vergessen: Wer ein Unternehmen gründet, hat sich mit Dingen beschäftigt, die viele Angestellte nur vom Hörensagen kennen. Formalitäten, Business-Plan, Kapital-Situation, gegebenenfalls Investorensuche – von der Bereitschaft, länger als „nine-to-five“ zu arbeiten, ganz zu schweigen. Fast essentiell: Die richtige Zusammensetzung des eigenen Teams. „Wer gründen möchte, braucht Menschen, die nicht nur für dieselbe Idee brennen, sondern sich von ihren Fähigkeiten her ergänzen“. Der eine ist in der Welt der Finanzen zuhause, der andere liebt den Vertrieb, den Kontakt zu Menschen. Der oder die Dritte hat das Know-how, um das es beim Unternehmen geht, ist Techniker, Ingenieur, Naturwissenschaftler – oder mit welcher Materie sich das Startup auch immer beschäftigt. Ausdrücklich dazu zählen Handwerksbetriebe.

 

„Alles sollte beim User beginnen“

Viele Unternehmer sind in der Gründungsphase auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Überzeugen sie in solch einer Situation mit einer neuartigen, innovativen Geschäftsidee und mit der Struktur ihres Teams, kommen oft Venture Capital ins Spiel. Investoren stellen dabei wachstumsstarken, nicht börsennotierten Startups Geldmittel ohne Sicherheiten und bieten neben finanzieller Hilfe auch Beratung und Netzwerke.  Dies geschieht in Form eines Venture Capital Fonds im Rahmen einer Beteiligung an dem Unternehmen. Durch die Investition kommt es zu einer Miteigentümerschaft, ohne dass die Investoren aber dabei eine Mehrheitsbeteiligung anstreben.

Venture Capital-relevante Unternehmen sind solche, die durch ihr Tun einen klaren Kundennutzen und einen innovativen Vorteil bieten. Axel Täubert: „Alles sollte beim User beginnen“.  Er nannte das Beispiel einer Firma, die durch dekorative Elemente und eine spezielle Konzeption aus Geräten für MRT-Diagnostik eine „Abenteuer-Höhle“ gestaltete, die Kindern statt Angst zu vermitteln Anreize bietet, sich hineinzubegeben und sich der Untersuchung zu unterziehen.

 

Wenn scheitern, dann schnell

Nur eines von zehn Startups wird richtig erfolgreich, berichtet Axel Täubert. Einschlägige Zahlen besagen, dass zwischen 80 und 90 Prozent aller Startups innerhalb von drei Jahren scheitern. „Es ist wichtig, dass man rechtzeitig erkennt, wenn es nicht rundläuft“, rät Täubert. Das Scheitern einzugestehen, sollte nicht unnötig hinausgezögert werden in der falschen Hoffnung, es werde sich noch etwas ändern. Das schließe natürlich nicht aus, den Business-Plan anzupassen, bevor man alles hinwerfe. Zum Glück sei das Scheitern nach einer Unternehmensgründung kein Makel mehr. Im Gegenteil sei dies häufig für Kapitalgeber ein Indiz für Erfahrung.

„Glaubt an eure Ideen, lasst sie euch gegebenenfalls patentieren“ rät der Referent, der auf Vermittlung von Jens Ihle, dem Geschäftsführer des Regionalmanagements Mittelhessen an die Steinmühle gekommen war. Die Gesellschaft mit Sitz in Gießen sei, so Täubert, auch ein möglichert Ort für potentielle Gründerinnen und Gründer, ihre Ideen zu platzieren oder zu erfragen, wo dies geschehen könne. Im Rahmen der Publikumsfragen nach dem Vortrag erläuterte Täubert auch, dass es in Deutschland geographische Unterschiede gebe, in welchen Regionen oder Städten man als Gründerin oder Gründer gut aufgehoben sei: „Gewisse Unis bieten einfach bessere Chancen auf Unterstützung, und an bestimmten Orten existiert schlicht ein gutes Startup-Ökosystem. Auch der Marburger Lokschuppen gehört dazu“.

 

Nötige Fähigkeiten von Gründenden

Welchen Beitrag eine Schule leisten könne, um aus Absolventinnen und Absolventen zu potentiell erfolgreichen Gründenden zu machen, formulierte der Redner konkret so: „Wer sinnentnehmendes Lesen beherrscht, gut rechnen kann, Teamworkerin oder Teamworker ist und selbstständig arbeiten kann, der hat zum erfolgreichen Gründen alle Chancen“. Schulleiter Björn Gemmer, der das hochinteressierte Publikum durch den Abend führte, nahm auch mit, dass das Fach „Jugend gründet“, analog zu „Jugend forscht“, schon bei der einen oder anderen deutschen Schule in etabliert sei, sogar als „Besondere Lernleistung“ und damit als Abiturfach.

 

Klassen 5 bis 7 interpretierten Axel Täuberts Buch „Der Classroom Coach“

Szenenwechsel. Axel Täubert, Vater zweier Söhne im Alter von 13 und 15 Jahren, füllt das Forum am Mittwochmorgen mit den Steinmühlen-Jahrgängen 5 bis 7. Er liest aus seinem Buch „Der Classroom-Coach“, das er zusammen mit dem Bildungs-Entrepeneur Daniel Jung geschrieben hat. Vor etwas weniger als vier Jahren stand auch Daniel Jung hier, der Mathe-YouTuber, dem so mancher Schüler und so manche Schülerin Hilfe bei der Lösung von Mathe-Aufgaben zu verdanken hat. Einschlägiger Satz zur Erinnerung: „Du hast mir im Abi den Arsch gerettet“.

Diesmal, im Bestseller Classroom-Coach von Axel Täubert, geht es um eine Lern-App. Um eine Nachhilfe-App, deren Entwicklung auf die Idee der Schülerin Nele zurückgeht. Sie und ihr Team, außer ihr bestehend aus Karl, Mehmet und Aliyah, betätigen sich als Gründer. Eine aufregende Reise, die zunächst von Axel Täubert selbst, später von vier Steinmühlenschüler:innen in den entsprechenden Rollen auf der Bühne gelesen wird.

Das junge Publikum wurde trotz der längeren Zuhördauer mitgenommen – so wie Axel Täubert selbst: „Die Schülerinnen und Schüler haben das nicht gelesen, die haben das gespielt“ zeigte er sich begeistert über die Art und Weise, wie Leo Keil (5b), Thomas Pfotenhauer (6b), Lotta Jerrentrup (7a) und Samri Wulf (7a) ihre jeweiligen Rollen präsentierten.

Im Anschluss gab es noch ausreichend Zeit für Fragen, und die hatten die Schülerinnen und Schüler zuhauf. Dabei zeigte sich, wie orientiert die Jahrgänge über die aktuellen einschlägigen Internetpräsenzen sind und löcherten den fachkundigen Besuch mit allem, was ihnen auf den Nägeln brannte.  Dabei waren auch solche Fragen dabei, deren Beantwortung Axel Täubert lieber mal abbog, wie „was verdienen Sie bei Google?“. Dass er darauf gekommen sei, jungen Menschen aufzuzeigen, Unternehmer zu werden, sei der Bekanntschaft mit Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer zu verdanken. Mit ihm habe er auch den Bestseller „Die Start-Up-Gang“ geschrieben.

„Wenn ihr etwas macht, dann macht was Neues“ schloss der Gast seinen Auftritt an der Steinmühle. Und wer weiß, ob ihm der eine oder die andere heute enthusiastische Jugendliche später nicht mal über den Weg laufen wird.

Axel Täubert ist Rapper im Ruhestand, SPIEGEL-Bestseller-Autor und Head of Startups bei Google. Bis zu seinem Abitur (Liebigschule, 1996) lebte er in Gießen und war vor seiner aktuellen Rolle unter anderem Head of Gaming bei YouTube. Schon in jungen Jahren hat er mehrere Unternehmen gegründet und begleitet mittlerweile diverse Start-ups als Business Angel. Nebenher ist er Autor von Kinderbüchern und lebt mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen in München.

8. November 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/11/MG_5962a_Taeubert-Alex.jpg 753 1200 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-11-08 13:21:272026-06-08 13:32:24Eine Lanze für alle, die gründen wollen: Wichtig sind innovative Idee und Team

Ausstellung zu Themen der Nachhaltigkeit

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Kunst, Musik & Theater, Ökologie und Nachhaltigkeit, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Der Kunst-LK von Ines Vielhaben hat mit Kreativität eine Ausstellung mit beeindruckenden dokumentarischen und inszenierten Fotos gestaltet, die ausgewählte Ziele für nachhaltige Entwicklung auf packende Weise beleuchten. Diese visuelle Reise durch Engagement und Visionen erwartet alle Interessierten im offenen Arbeitsbereich des Steinmühlen-Hauptgebäudes. Die Fotos erzählen nicht nur sehr unterschiedliche Geschichten, sondern regen auch zum Nachdenken an.

Die Ausstellung, so Ines Vielhaben,  ist mehr als nur Bilder an der Wand – sie ist eine Einladung, die Welt durch die Linse der Nachhaltigkeit zu betrachten.

Die Fotoauswahl gewährt einen Einblick in die verschiedenen Fotoserien.

7. November 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/11/IMG_1432.jpg 900 675 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-11-07 14:34:562026-06-08 13:32:56Ausstellung zu Themen der Nachhaltigkeit

Einblick in den Alltag der Justiz: Schülerin Theresa Figiel berichtet über Besuch am Landgericht

Aktuelles, Politik, Wirtschaft & Verantwortung, Steinmühle unterwegs

Am 25. September besuchten wir, die Klasse 8a, im Rahmen des Projektes „Jugend und Kriminalität“ zusammen mit unserer Lehrerin Dr. Claudia Röder das Marburger Landgericht in der Universitätsstraße.  Der Termin wurde durch den Vater einer unserer Klassenkameradinnen, der als Richter am Landgericht arbeitet, möglich gemacht, der uns auch durch das Gebäude führte und Fragen beantwortete. Der Termin war so gewählt, dass wir die Möglichkeit hatten, die Verhandlung eines Strafverfahrens mitzuerleben.

Wir trafen uns um 8:10 Uhr am Gericht in der Universitätsstraße in der Innenstadt. Vor Beginn der Verhandlung war zunächst noch etwas Zeit, sich das Gebäude anzuschauen. So hatten wir die Möglichkeit, die Verwahrzellen anzuschauen. Dort können Angeklagte am Tag des Prozesses eingesperrt werden. Diese Zellen erinnern an Gefängniszellen mit Toilette, Waschbecken, Tisch und Stuhl, allerdings ohne ein Bett.

 

Besichtigung von Fußfesseln und Schutzausrüstung

Im Anschluss sprachen wir mit einem Mitarbeiter vom Wachdienst. Die Aufgabe der Justizwachtmeister ist es unter anderem, die Gefangenen im Gericht zu begleiten und zu bewachen. Die dafür nötigen Utensilien wie Hand- und Fußfesseln durften wir anschauen sowie die Schutzausrüstung des Justizwachtmeisters.

Da die Verhandlung, die wir anhören wollten, in einem kleineren Saal verhandelt wurde, schauten wir uns noch den größten Saal des Gebäudes, den Schwurgerichtssaal an, der an diesem Vormittag nicht belegt war. Es handelt sich dabei um einen recht großen, hohen Raum, der fast die Größe einer kleineren Turnhalle hat und in dem es auch einen Bereich für Zuschauer gibt. Es gab zusätzlich noch viele Stühle für alle Angeklagten bzw. Kläger mit deren jeweiligen Anwälten.

Kurz vor der Verhandlung haben wir uns einen kleineren Saal im Landgericht angesehen und sind dann kurz danach ins Amtsgericht gegangen, wo die Verhandlung stattfand.

Eigentlich hätte die Verhandlung um 9 Uhr beginnen sollen. Wegen einer unfallbedingten Sperrung der B3 verspäteten sich einige Prozessteilnehmer, unter anderem auch der Richter, so dass der Start der Verhandlung um eine Stunde auf 10 Uhr verschoben wurde.

 

Überwachungsvideo vom Tatort

Bei dem verhandelten Strafverfahren handelte es sich um einen Fall von schwerer Körperverletzung und illegalem Waffenbesitz. Die Tat, die verhandelt wurde, hatte sich im August 2022 in Marburg ereignet. Angeklagt waren ein zum Tatzeitpunkt 18-Jähriger und sein Wahlvater. Der Jüngere der beiden war in Begleitung eines Anwaltes. Der Kläger war nicht zur Verhandlung erschienen. Vorsitz hatte Jugendrichter Kai Michel Dronka, Ankläger war die Staatsanwaltschaft, vertreten durch den Staatsanwalt.

Zu Prozessbeginn wurde zunächst ein Überwachungsvideo vom Tatort angeschaut, im Anschluss erfolgte ein Verhör der beiden Angeklagten durch den Richter und den Staatsanwalt. Der Jüngere gab den Waffenbesitz zu, beide schilderten die körperliche Auseinandersetzung mit dem Kläger als Notwehr. Zudem wurden zwei Zeuginnen vernommen, von den eine die Aussage verweigerte und die zweite Zeugin die Ausführungen der Angeklagten bestätigte.

 

Strafe wegen Abwesenheit am Verhandlungstag

Nach Ende der Vernehmungen war eine Pause von einer Viertelstunde vorgesehen. Da die Verhandlung eine Stunde später als geplant begonnen hatte, hatten wir keine Zeit mehr, die Urteilsverkündung abzuwarten und mussten schon zurück zur Schule. Später in der Schule haben wir erfahren, dass der ältere der beiden Angeklagten keine Strafe bekommen hatte. Der jüngere wurde wegen illegalem Waffenbesitz zu 80 Arbeitsstunden verurteilt. Und auch der Kläger erhielt eine Strafe von 300 Euro oder drei Tagen Arrest wegen Abwesenheit am Verhandlungstag, weil sein ärztliches Attest vom Richter nicht anerkannt wurde.

Es war ein sehr gelungener Vormittag, an dem wir einen kleinen Einblick bekommen konnten, was der Alltag von Justiz und Gerichten ist. Allein das Gerichtsgebäude von innen zu sehen, was man sonst nur von Fotos in der Zeitung kennt, war interessant. Auch wenn wir noch vor dem Urteil zurück zur Schule mussten, hat sich der Tag sehr gelohnt.

Im Rahmen des Besuchs entstanden auch Fotos, die an den Tag im Landgericht erinnern werden.

11. Oktober 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/10/IMG_8873-scaled-1-scaled.jpg 1125 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-10-11 14:26:452026-06-08 13:33:39Einblick in den Alltag der Justiz: Schülerin Theresa Figiel berichtet über Besuch am Landgericht

Juniorwahlen an der Steinmühle: So wählten unsere Jahrgänge 9-13

Aktuelles, Politik, Wirtschaft & Verantwortung, Umfragen & Studien

Als Schulprojekt zur politischen Bildung fanden an der Steinmühle im Vorfeld der Landtagswahl am 8. Oktober für die Jahrgangsstufen 9-13 wieder die Juniorwahlen statt. Wie Fachlehrerin Eva Katharina Rink berichtete, gaben die Schülerinnen und Schüler am 4. und am 6. Oktober jeweils ihre Wahlkreisstimme und ihre Landesstimme ab. In den Grafiken ist zu sehen, wie an unserer Schule gewählt wurde – hinsichtlich der Landesstimme auch im Vergleich zum Gesamtergebnis aller in Hessen teilnehmenden Schulen. Die Wahlbeteiligung lag an der Steinmühle mit 85,1 Prozent höher als im Landesdurchschnitt (82,7 Prozent).

11. Oktober 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/10/Ergebnis-Juniorwahlen-2023-Wahlkreisstimme-scaled-1-scaled.jpg 1021 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-10-11 13:22:352026-06-08 13:33:55Juniorwahlen an der Steinmühle: So wählten unsere Jahrgänge 9-13
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