Plus-MINT Tagung in der Steinmühle
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Am 10. und 11. November trafen sich die sechs plus-MINT Internate auf Einladung des Vereins zur plus-MINT Talentförderung e.V. in der Steinmühle. Neben inhaltlichen Programmpunkten und der Vereinsarbeit gab es bei der Tagung viel Raum für Kennenlernen, Austausch und fachliche Impulse.  

Die Teilnehmer:innen der sechs plus-MINT Standorte erlebten in der Universitätsstadt zwei abwechslungsreiche Tage MIN(T)einander.

Fachliche Impulse und Austausch auf Augenhöhe bei der „Science-Fair“

Prof. Albrecht Beutelspacher, der Gründer und Direktor des Mathematikums in Gießen, hielt einen inspirierenden MINT-Vortrag.

Direkt im Anschluss hatten die Schüler:innen aller plus-MINT Internate die Möglichkeit, eigene Projekte in Kurzpräsentationen vorzustellen. Die plus-MINT-Schüler:innen der Steinmühle präsentierten gemeinsam mit den Tagesschüler:innen ihre Forschungsvorhaben in einer „Science-Fair“. Die Experimente wurden auf Tischen aufgebaut und an Stellwänden dargestellt. Die Schüler:innen standen als Ansprechpartner:innen neben ihrem Experiment Rede und Antwort. Diese Art der Präsentation führte zu vielen intensiven Gesprächen und wurde von allen Beteiligten als sehr bereichernd empfunden.

„Wir haben viele interessante Tipps für unser Projekt bekommen“, erzählt Toshiro (14).

„Ich fand es toll, weil ich ganz vielen Leuten meine Experimente präsentieren konnte. Auch der Mathevortrag war super, das war die bessere Seite von Mathe. Aber am allerbesten war, dass mein Vater mich erst spät abgeholt hat, so konnte ich mit den anderen am Abend in der Teestube noch dabei sein“, schwärmt Akaash (10).

„Es sind genau diese Begegnungen und Gespräche auf Augenhöhe, die den Charme von solchen Veranstaltungen ausmachen. Hier wird entspannt getalkt und mit Gleichgesinnten gefachsimpelt. Genau das haben wir uns von der Tagung in der Steinmühle erhofft“, zeigt sich plus-MINT Projektleiter Sven Meier begeistert. „Wir möchten ein starkes Netzwerk aus Schüler:innen, Lehrern und Wissenschaftler schaffen und den jungen Menschen eine Plattform geben, wo sie ernst genommen werden und sich gegenseitig inspirieren.“

MINT in der Steinmühle

Im Sommer 2021 wurde die Steinmühle eines von sechs plus-MINT-Internaten in Deutschland. Zum Schuljahr 2022/2023 startete das plus-MINT-Programm mit vier Schüler:innen. Clara, Marlene, Luis und Fabian bewarben sich im Herbst 2021 über die plus-MINT-Website online und konnten sich im Auswahlprozess durchsetzen. Mittlerweile sind sie ein fester und wichtiger Bestandteil der Internatsgemeinschaft. „Die vier bereichern unsere Gemeinschaft im Internat sehr, schön, dass sie da sind!“, weiß Internatsleiterin Anke Muszynski zu berichten.

In der Steinmühle ist MINT schon lange eine feste Größe und die Schüler:innen feiern alljährlich große Erfolge bei landesweiten Wettbewerben wie beispielsweise „Jugend forscht“. „Wir arbeiten hier seit Jahren daran, den MINT-Bereich für die Schüler:innen attraktiv zu gestalten. Wir haben das Konzept des ‘Offenen Schülerlabors‘ entwickelt, dort können Tages- und Internatsschüler:innen nach dem jeweiligen Interessengebiet forschen und es entwickeln sich ganz natürlich Projekte aus diesen Interessen heraus“, berichtet die MINT-Koordinatorin der Steinmühle Jutta Töhl-Borsdorf stolz.

Die Verknüpfung des plus-MINT Programms mit den zahlreichen anderen MINT-Aktivitäten der Steinmühle ist eine spannende Aufgabe. Die Tagung in der Steinmühle und die gemeinsame Teilnahme an plus-MINT Camps sind dabei wegweisend für die Zukunft. So ging es zuletzt schon mit fünf Tagesschüler:innen und den vier plus-MINT Schüler:innen ins Astronomie-Camp nach Heidelberg, eine tolle Erfahrung für alle Beteiligten.

„Die Kooperation mit plus-MINT ist ein großer Gewinn und bringt tollen neuen Input und Möglichkeiten für alle Schüler:innen der Steinmühle mit sich!“ ergänzt Björn Gemmer, Schulleiter der Steinmühle.

Gründung Schüler:innenbeirat und Ausbau der Zusammenarbeit

Bei der Jahreshauptversammlung des plus-MINT Vereins wurde neben dem Vorstand erstmals auch ein Beirat der Schüler:innen gewählt. „Die Schüler:innen werden zukünftig noch mehr Mitsprache- und Gestaltungsrecht haben, das ist uns im plus-MINT Programm sehr wichtig“, erläutert Sven Meier, Projektleiter des plus-MINT Programms.

Für das kommende halbe Jahr ist eine Podcast-Serie geplant, welche vom plus-MINT Internat Louisenlund aus gesteuert werden wird. „Für den Podcast dürfen alle Internate Input liefern. Wir überlegen in der Steinmühle schon, was wir überregional den MINT-Interessierten präsentieren möchten“, sagt Fabian (15). Er und seine Mitschülerin Marlene (14) wurden von der Steinmühle in den plus-MINT Beirat gewählt.

Weiter berichtet Fabian: „Das plus-MINT Netzwerk bietet uns so viele Möglichkeiten, unsere Leidenschaft im MINT-Bereich auszubauen. Ich habe mit einer plus-MINT Schülerin aus Louisenlund schon eine konkrete Idee zu einem Projekt entwickelt. Das könnte ich alleine nur schwer realisieren.“

Plus-MINT Camp Anfang 2023 in der Steinmühle

Die nächste Gelegenheit für gemeinsame Aktivitäten ist schon bald: „Im Januar haben wir hier in der Steinmühle eine Premiere. Zum ersten Mal wird bei uns ein plus-MINT Camp stattfinden“, informiert MINT-Koordinatorin Jutta Töhl-Borsdorf. „Das Thema Mathematik wird dabei im Mittelpunkt stehen. Am genauen Ablauf feilen wir noch, aber es wird auf jeden Fall ein spannendes und abwechslungsreiches Programm geben.“

 

 

plusMINT-Schüler*innen experimentieren mit ihrem Idol: YouTube-MINT-Star Marcel Häfele (alias Techtastisch) zu Gast in der Steinmühle
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YouTube-MINT-Star Marcel Häfele besucht die Steinmühle und führt mit rund 25 Schüler*innen beeindruckendes Experiment durch.

An einem sonnigen Dienstagmorgen stehen Clara (16), Fabian (15) und Luis (15) gemeinsam mit Steinmühlen-Schulleiter Björn Gemmer am Marburger Hauptbahnhof und warten. Für die plusMINT-Schüler*innen der Steinmühle ist der heutige Tag alles andere als „normal“, denn jeden Moment werden sie Marcel persönlich kennenlernen.

Marcel Häfele ist 28 Jahre alt und unter MINT-Fans in Deutschland ein echter Star. Sein YouTube-Channel Techtastisch hat 478.000 Abonnenten*innen, dort werden Chemie- und Physik-Experimente auf spektakuläre Art in Szene gesetzt. Vor einem Jahr war Marcel das erste Mal in der Steinmühle zu Gast, mittlerweile gibt es eine Kooperation zwischen Techtastisch und dem plusMINT-Verein. Marcel unterstützt das plusMINT-Programm leidenschaftlich. Er ist überzeugt, „das plusMINT-Programm wäre für mich als Schüler die perfekte Möglichkeit gewesen!“.

 

plusMINT: bundesweite Talentförderung an ausgewählten Internaten

Im Sommer 2021 wurde die Steinmühle eines von sechs plusMINT-Internaten in Deutschland. Zum Schuljahr 2022/2023 startete das plusMINT-Programm mit vier Schüler*innen. Clara, Marlene, Luis und Fabian haben sich im Herbst 2021 über die plusMINT-Plattform online beworben. In den Osterferien 2022 fanden die Auswahltage statt. „Die waren unglaublich!“, schwärmt Clara (16): „Wir haben abends mit 50 Leuten zusammengesessen und an Matheaufgaben geknobelt, alle haben Mathe geliebt.“ Clara konnte sich zunächst überhaupt nicht vorstellen, auf ein Internat zu gehen: „Ich war sehr unsicher, ob das etwas für mich ist, aber die Auswahltage haben mich absolut überzeugt. MINT-Interessierte sollten sich auf jeden Fall bewerben!“. Dem stimmt Fabian (15) begeistert zu: „Die Auswahltage waren echt super! Ich bin mit einigen Teilnehmer*innen noch immer in Kontakt“.

 

Alle sind sich einig: „Beste Entscheidung!“

Die ersten Wochen im Internat waren für alle vier eine Umstellung und für manch einen auch eine große Herausforderung. „Ich habe meine Familie nach drei Tagen so sehr vermisst, dass ich alles hinschmeißen wollte“, erzählt Luis (15). „Ich habe mir dann selber eine Frist von zwei Monaten gesetzt und jetzt, nach gut fünf Wochen, kann ich sagen: Als plusMINT-Schüler an die Steinmühle zu gehen, war die beste Entscheidung meines Lebens“.

Marlene (14) ist von sich selber überrascht: „Ich hätte bei mir mit Heimweh gerechnet, aber irgendwie passt das Internatsleben richtig gut zu mir. Ich bin gerne mit Gleichaltrigen zusammen und an den Heimreise-Wochenenden fahre ich dann nach Hause zu meiner Familie“. Die gemeinsame Zeit mit der Internatsgemeinschaft empfindet auch Luis als große Bereicherung: „Ich war Zuhause nicht so der sozial Aktivste und habe meine Freunde eher online getroffen. Hier in der Steinmühle nimmt man am Internatsleben einfach automatisch teil und gehört dazu. Das tut mir gut!“.

Luis ist bereits seit sechs Jahren ein begeisterter Follower von Techtastisch. Marcel persönlich kennen zu lernen, hätte er niemals für möglich gehalten. Und dann steht er vor ihnen, der Marcel. Er ist sympathisch, offen und irgendwie direkt einer von ihnen.

 

Marcels Botschaft: „Geht euren Weg, lebt euren Traum!“

Im Chemielabor der Steinmühle angekommen, erhält Marcel von rund 25 Steinmühlen-Schüler*innen aus den Forschungskursen sowie dem MINT-Lehrer Dr. Patrick Szabo und MINT-Koordinatorin Dr. Jutta Töhl-Borsdorf einen würdigen Empfang. Bald schon werden Laborkittel und Schutzbrillen angezogen und Techtastisch legt los. Marcel ist mit Enthusiasmus, Witz und einer Portion Ironie bei der Sache, er hat ein gutes Gespür für die Schüler*innen. Er lebt seinen Traum und kann mit seiner Leidenschaft für MINT mittlerweile sogar seinen Lebensunterhalt bestreiten.

„Ich hätte selber niemals gedacht, dass ich einmal hier stehen würde. Bei mir wurde mit acht Jahren  ADS diagnostiziert und die Schule ist mir teilweise sehr schwer gefallen. Als Teenager hatte ich mit Mobbing zu kämpfen“. Heute als junger Erwachsener ist von dem einst introvertierten Schüler nichts mehr zu spüren. Er brennt für MINT und möchte dieses Feuer auch in anderen entfachen. Dabei begegnet er seinem Gegenüber auf Augenhöhe und das kommt an.

Alles wird direkt für die Techtastisch-Community gefilmt und auf TIK TOK und Instagram gepostet. PlusMINT-Schüler Fabian wird als Assistent verpflichtet und mischt unter Marcels Anleitung (und mit viel Vorsicht) chemische Substanzen zusammen. Eine Stichflamme erhellt kurz darauf das Labor und alle Anwesenden sind sichtlich beeindruckt.

Was wurde bei dem Experiment gemacht?

Das Experiment ist im Amerikanischen unter dem Namen „Negativ X“ bekannt. Im Deutschen nennt man es „Feuer mit Wasser“.

Durchführung:
Ammoniumnitrat und Ammoniumchlorid werden abgewogen und in einem Becherglas vermischt. Anschließend wird die Mischung auf eine feuerfeste Unterlage gegeben, dann vorsichtig eine abgewogene Menge Zink untergehoben und die Mischung zu einem Kegel aufgehäuft. Mit einer Pipette wird wenig Wasser zugetropft.

Die Mischung wir quasi durch Wasser entzündet.

 

Die Erklärungen zum Experiment werden live von Marlene und Luis eingesprochen und via Kamera für YouTube festgehalten. Luis ist am nächsten Tag immer noch vollkommen geflasht: „Marcel und Techtastisch haben mich über die Jahre sehr geprägt, er ist mein Idol. Durch ihn habe ich von plusMINT erfahren und mich letztendlich auch auf seinen Aufruf hin beworben. Ihn hier in der Steinmühle persönlich kennen zu lernen UND ihm nicht nur einfach zuzuschauen, sondern mit ihm tatsächlich zusammenzuarbeiten, war einfach grandios!“

Techtastisch hinterlässt Spuren in der Steinmühle und er verspricht, bald wiederzukommen.

Für alle MINT-Interessierten hat er eine klare Botschaft: „Bewerbt euch für die nächste Runde des plusMINT-Programms!“ Dem können Clara, Marlene, Fabian und Luis nur zustimmen.

Ein ganz besonderes Internatswochenende- Themenwochenende Nachhaltigkeit
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Seit nun einem Jahr veranstaltet das pädagogische Team der Steinmühle besondere Wochenenden, welche sich mit den Themenbereichen der physischen und psychischen Gesundheit, der Medienpädagogik und der Nachhaltigkeit beschäftigen. Mit einiger Vorbereitungszeit schließen sich die Pädagog:innen in Arbeitsgruppen zusammen, um ein spezielles und lebensnahes Angebot für die Schüler:innen zu entwickeln, welches ihnen nachhaltig im Alltag zugutekommen soll.

So begann also, wie es der Titel schon verrät, am vergangen Samstag das Themenwochenende zur Nachhaltigkeit. Das gesamte Internat traf sich zum Auftakt im Speisesaal. Anhand von zwei Filmen wurde der große Begriff der Nachhaltigkeit erläutert und in einer weiteren Frage- und Antwortrunde vertieft. Zum Abschluss der Einführung durften die Schüler:innen mit ihren Handys einen Selbsttest durchführen. Dieser sollte ihnen ihren eigenen ökologischen Fußabdruck durch den Verbrauch von Welten visualisieren. „Wenn alle Erdenbürger Deinen Fußabdruck hätten, bräuchten wir dafür 3,6 Welten“, konnte man auf der Ergebnisseite des Tests lesen. Der Raum wurde durch Getuschel gefüllt, denn die Schüler:innen waren erstaunt über ihre eigenen Umweltbilanzen, zu viele der Schüler:innen hatten mehrere Welten zum Ergebnis. Nach einigen spannenden Diskussionen konnten sich die Schüler:innen dann ihren gewählten AGs zuwenden, in denen sie die Testergebnisse des Selbsttests weiter besprechen und analysieren konnten. Ein Wunsch, den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern, war schon zu Beginn des Wochenendes spürbar. Alle angebotenen AGs sollten den Schüler:innen dazu dienen, hilfreiche Tipps und Tricks mit in ihren Alltag nehmen zu können.

Eines der ersten Angebote beschäftigte sich mit dem Thema der nachhaltigen Energieversorgung. Hierbei waren Schule und Internat schon in den vergangenen Jahren fleißig gewesen. Durch die Sonneninitiative e.V. wurde das Dach des Forums mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet, welche am Wochenende zu einem Rundgang einlud. Ein Mitarbeiter der Initiative begleitete unsere Schüler:innen auf dem Dach, um die Anlage zu erklären und Fragen zu beantworten.

 

Nur wenige Zeit später ging es im Speisesaal mit dem Leitfaden des nachhaltigen Konsums weiter. Hierfür wurden alle Schüler:innen zu einem Floh- bzw. Tauschmarkt eingeladen. Jede:r Schüler:in konnte dort alte Gegenstände oder Klamotten verkaufen und tauschen. Es wurden typische Flohmarkttische gestaltet und einige Leckereien durften hier natürlich auch nicht fehlen. An diesem Samstag fanden noch weitere AGs statt, welche sich mit der Umweltverschmutzung inkl. CleanUp oder mit Upcycling von Gebrauchswaren beschäftigten.

Am Sonntag ging es dann unter dem Thema der nachhaltigen Ernährung weiter. Eine Gruppe aus Schüler:innen und Pädagog:innen machten sich auf den Weg zu einem Hofladen in der Nähe, um sich dort mit saisonalen sowie regionalen Gemüse und Obst einzudecken. Später wurde dann aus diesen Köstlichkeiten gemeinsam gebacken und gekocht.

Des Weiteren bestand das Angebot am Sonntag daraus, einen Kompost zu bauen, Beete zu bepflanzen oder über die Nachhaltigkeit selbst in einer Gruppe zu diskutieren.

Das Ziel des Wochenendes sollte sein, den jungen Menschen ein Bewusstsein für ein nachhaltigeres Leben zu schaffen und auch am Ende waren die Schüler:innen fest entschlossen, Gelerntes umsetzten zu wollen. Einige Gespräche fanden noch im Nachgang statt, wie sie ihren eigenen ökologischen Fußabdruck selbstverantwortlich verkleinern könnten. So wurden auch nach dem Wochenende Kleider getauscht, der Kompost für Bioabfälle genutzt oder sich um das neu bepflanzte Beet gekümmert.

Im Juni nutzten knapp 50 Schüler:innen und Pädagog:innen die Feiertage und fuhren traditionsgemäß ins schöne Wallis. Von der Augustinushütte in Randa aus startete die Wandertruppe ihre Touren in die hochalpinen Regionen.

Gemeinsamer Start über die Hängebrücke auf dem Europaweg

Wie jedes Jahr starteten alle gemeinsam von der Hütte aus. Erstes Ziel war das Kreuz über Randa, das für viele langjährige Mitreisende schon eine zweite Heimat geworden ist.

Wer anschließend noch mehr wollte, konnte knapp 500 Meter über die Charles Kuonen Hängebrücke in 85 Metern Höhe laufen. „Ich habe Höhenangst, aber ich schaffe das!“, fluchte Schüler Jan vor der Überquerung. Wie schon im letzten Jahr schaffte es Jan, mit der Ruhe und Motivation der Gruppe seine Angst zu überwinden, und meisterte die Strecke.

Wer dann noch nicht genug hatte, konnte schon am ersten Tag seine Tour noch auf insgesamt 900 Höhenmeter ausbauen und direkt zur Europahütte auf 2265 Metern wandern und über den Europaweg zurück zur Hütte.

„Wir schaffen alles gemeinsam!“

Die gesamte Fahrt stand unter dem großen Aspekt der Gemeinschaft. Jeden Tag wurden den Schüler:innen drei Touren angeboten: Für die Wanderanfänger:innen machbare Touren, und für die mittleren und erfahrenen Schüler:innen wurden anspruchsvollere Touren durch die erfahrenen Pädagog:innen des Internats Steinmühle angeboten. Ziel war dabei nicht die schnellste Wanderzeit, sondern vielmehr, dass alle als Gruppe ihr gestecktes Ziel erreichten.

Pädagoge Nils Schwandt, der selbst bereits seit rund 30 Jahren das Wallis bereist und die Fahrt jedes Jahr aufs Neue organisiert, zeigt sich immer wieder begeistert: „Es handelt sich hier in Randa einfach um ein unglaublich schönes Fleckchen Erde. Und ich freue mich, wenn wir diese Faszination an der Natur und am Wandern auch an die jungen Schüler:innen weiter geben können.“

Die Mahlzeiten wurden entsprechend auch gemeinsam vorbereitet und eingenommen. In der urigen Stube auf alten Holzdielen, Tischen und Bänken wurde sich vor und nach den Wanderungen gestärkt. Besonderes Highlight: Die Spülparty abends. Abwaschen mit Freude, eine Besonderheit, die es in dieser Form wahrscheinlich auch nur in Randa zu erleben gibt.

Gipfelglück und Abkühlung im See: Das Wallis bietet den Steinmühler:innen alles

Sportliche Höchstleistungen, fantastische Ausblicke und gemeinsames Chillen: Alles war für die Schüler:innen möglich in der schweizer Wanderwoche. Ob beim Anstieg von 1.100 Höhenmetern auf den Gipfel des Wannihorns oder den Ausblick von über 3.000MüN auf das Matterhorn, ob beim Austoben am Schalisee nach dem Aufstieg über den Rötiboden oder beim gemeinsamen Entspannen am kühlen Nass auf Jungen. Auch die Tunneltour begeisterte wieder mit der Wanderung an den Wasserleitungen genauso wie der Besuch am Gletschertor.In den Pausentag gerutscht

Sportler wissen es: Ein Pausentag muss drin sein. Den verbrachte die Reisegruppe im Thermalquellen Briggerbad. Diejenigen, die noch genügend Energie hatten, tobten sich bei der Rutsche aus: Wer rutscht am Schnellsten? Wer schwingt am Höchsten? Doch wer wollte, konnte sich in der Grotte bei Salzpeeling und Sauna tiefenentspannt zurücklehnen. „Ich habe den ganzen Tag einfach nur gelegen“, berichtete Schülerin Viviana am Abend sichtlich erholt, „Das hat so gut getan. Morgen kann ich jetzt wieder frisch aufgetankt wandern!“„Nächstes Jahr bitte wieder!“

Das war der Satz, den die sechs Pädagog:innen wohl am häufigsten in der Woche hörten. Nach fünf Wandertagen kam die Reisegruppe wieder zurück am Steinmühlengelände an. Zwar sichtlich erschöpft von den Wanderungen, doch die Begeisterung und die Erinnerungen an die gemeinsame Zeit konnten die körperlichen Anstrengungen um Längen überwiegen. Randa 2023, hoffentlich sehen wir uns wieder!

 

 

Ein fester Programmpunkt des gemeinsamen Lebens und Erlebens am Internat Steinmühle fand im Mai statt: Alle Schüler:innen auf sieben unterschiedlich ausgestaltete erlebnispädagogischen Fahrten quer durch Deutschland verteilt.

Gemeinschaft, Sport und Erfahrung standen bei den Fahrten auf dem Programm. So konnten sich die Schüler:innen bei der Kanu-Tour auf der Diemel, im Kletterwald, einer Fahrradtour rund um den Vogelsberg oder beim Wandern im Allgäu sportlich verausgaben, während die Gruppen am Edersee, Nieder Moser See oder Hennesee eher die natürlichen Erfahrungen und gemeinschaftlichen Erlebnisse beim Campen in der Natur erkundeten.

Schlafen in Tipis und Waschbären Streicheln am Hennesee

Die Tipis standen schon und so konnte die Truppe abends nach den Anreise direkt mit dem gemütlichen Grillen beginnen. Die basketballbegeisterten Teilnehmer:innen dieser Fahrt ließen den Abend noch beim einem Match gegen eine Schulklasse aus Bielefeld ausklingen. Da Basketball derzeit einer der beliebtesten Sportarten an der Steinmühle ist, wunderte es nicht, dass die Jungs und Mädels das Spiel auch gewannen.

Da es am Hennesee nachts noch recht frisch wurde, sammelten die Schüler:innen selbstständig Holz, um die Tipis von innen aufzuheizen.

Am  Samstag reiste die Gruppe nach Bilstein um eine Tropfsteinhöhle zu besichtigen. Beeindruckend sind die jahrtausendalten natürlichen Gebilde immer wieder, doch wahre Freude konnten die Schüler:innen im angrenzenden Naturpark finden: Hier hatten sie die Möglichkeit mit Waschbären Händchen halten zu können. Vor allem auch das Füttern der Hirsche und der nahe Kontakt mit den Tieren sichtbar aufregend.

„Das größte Highlight des Wochenendes war sicher die allabendliche Lagerfeueraction“, berichtet Pädagoge Ben Zriki glücklich, „Der Austausch am Lagerfeuer hat die Kinder und uns Pädagog:innen auf jeden Fall die Möglichkeit geboten, uns noch einmal anders kennenlernen zu können als im Internatsalltag.“ Als interkulturelles Highlight begeisterte Schüler Alex die Gruppe eine Stunde am Lagerfeuer, während er lauthals Lieder aus seiner Heimat mitsang.

Hoch hinaus im Kletterwald

Gruppenzelten unter Bäumen direkt am klaren Heider Bergsee bei Brühl: Hier konnte eine weitere Reisegruppe die Natur in direkter Nähe genießen.

Eine der größten Herausforderungen meisterte die kleine Gemeinschaft direkt zu Beginn des Aufenthalts gemeinsam: Zelte aufbauen. Die meisten Schüler:innen waren noch neu im Camping-Bereich und so explorierten sie die Möglichkeiten des Zeltaufbaus gemeinsam, damit sie abends in Ruhe und Gemütlichkeit bei Marshmallows am Lagerfeuer Werwolf spielen konnten.

Highlight des Ausflugs bildete der Besuch des Kletterparks: Sich selbst und seine Höhenangst zu überwinden und dabei auf bis zu 13 Meter hohe Bäume zu klettern, war hier die Mission. Dabei feuerten sich die Schüler:innen gegenseitig an und machten sich Mut. „Es war schön zu sehen, wie durch die gemeinsame Motivation jede Schüler:in die Klettertour erfolgreich beenden konnte“, berichtet Pädagoge Philipp Dönges zufrieden.

Radeln Richtung Vogelsberg

Über den Lahntalradweg ging es am frühen Freitagmittag mit dem Fahrrad Richtung Vogelsberg.  Nach den ersten 30 Kilometern und in Gießen angekommen, ging es von dort aus mit der Bahn weiter. Die Fahrt wurde zum Regenerieren genutzt, bevor die Crew erneut knapp 30 Kilometer auf dem sehr schönen Vulkanradweg durch die Mittelgebirgslandschaft von Vogelsberg und Wetterau radelte. Immer dem Sonnenuntergang entgegen auf zum Nieder Mooser See, wo sie eine weitere Reisegruppe des Internats Steinmühle bereits mit aufgebauten Zelten nach knapp 60 Kilometern Fahrradfahren in Empfang nahm.Am Samstag ließ die Fahrradgruppe ihre Zweiräder liegen, wanderten gemeinsam hoch zum Hoherodskopf. Sonntag saßen vormittags alle wieder auf den Fahrrädern auf dem Weg Richtung Internatsgelände. Bei herrlichem Fahrradwetter konnten sie noch einmal die schöne Natur des Vogelsberg sowie des Lahntals genießen.

 

Sommerrodeln am Nieder Moser See

Wer nicht Radeln, jedoch trotzdem den Besuch auf dem Hoherodskopf genießen wollte, reiste mit dem Auto an. Diese Gruppe baute für die Fahrradgruppe schon einmal die Zelte auf und nahm die Gruppe am Grillbuffet in Empfang. Die Nacht wurde auch hier am Nieder Moser See noch überraschend kalt, weshalb einige Schüler:innen in die Sanitäranlagen nachts zum Aufheizen huschten.

Am Samstag gab es nach stärkenden und besonders köstlichen Brötchen für alle eine Fahrt in der Sommerrodelbahn und einem ausgiebigen Spaziergang durch die schöne Natur des Vogelsbergs mit einer beeindruckend weiten Aussicht auf das Umland.

Wer dann wieder aufgeheizt war, tobte sich beim Schwimmen im See oder beim Stand Up Paddling aus.

Edersee: Campen am Kleinod in Nordhessen

Die Campinggruppe konnte in der Idylle des Verzichts leicht die Annehmlichkeiten des Alltags vergessen. So war das Ausbleiben von Dusche, Strom, fließendem Wasser und Handyempfang eine ganz neue und basale Erfahrung für die gesamte Gruppe. Digital Detox, Wasservorräte und „modifizierte“ Körperhygiene bot den Teilnehmer:innen einen neue Perspektive auf den sonst für selbstverständlich gehaltenen Luxus des Alltags. „Es ist immer wieder erstaunlich schön anzusehen, wie glücklich die Schüler:innen doch noch ohne Medien sein können“, berichtet Pädagoge Nils Schwandt nach der Fahrt.

Bei fast mediterranen Klimabedingungen konnten die Jugendlichen mal ganz Kind sein und die Seele beim Fangenspielen baumeln lassen. Viele Begegnungen mit kleinen und großen Wildtieren, von Spinnen über Schnecken und Schlangen, konnten die Stimmung in der Gruppe nicht beeinträchtigen. Kulinarische Köstlichkeiten vertrieben zusätzlich die Alltagssorgen.

Kanutour auf der Diemel

Die Wassertruppe stieg am Hofgut in Stammen auf der Diemel ein und fuhr bis nach Bad Karlshafen, wo die Diemel in die Weser mündet. Nach sechs Stunden Paddelei haben so manche Kanu-Anfänger in der Gruppe am ersten Tag die volle Breite des Flusses ausgenutzt und die Gebüsche am Rand gründlich untersucht. In der Mittagspause erhielten die Jung-Kanuten noch weitere Einweisungen zum erfolgreichen Paddeln.

Denn am zweiten Wassertag sah sich die Kanu-Truppe mit wilden Stromschnellen konfrontiert. „Nur ein Kanuboot wurde kurzzeitig in ein U-Boot verwandelt“, berichtete Pädagoge Philipp Rumpel lachend. Die Gruppe brachte das Boot jedoch gemeinsam sicher ans Ufer und half beim Ausschöpfen.

Da die Arme am Ende des Wochenendes schwer wurden, wurde die erfolgreiche Tour sowie das gründliche Säubern der Boote mit einem großen Eis auf der Rückfahrt belohnt.

Wandern rund um das Schloss Neuschwanstein

Die letzte Reisegruppe hatte sich zum Wandern im Allgäu verabredet. Neun Schüler:innen wollten sich der sportlichen Herausforderung der Allgäuer Alpen stellen. „Ich bin gespannt, ob ich das schaffe, aber ich bin auch motiviert!“, sagte Schülerin Emilia bei der Ankunft mit Blick auf die Kulisse der Berge.

Am ersten Tag wanderten die motivierten Schüler:innen von der Unterkunft aus über die Salober Alm mit Blick auf den Weißensee bis nach Füssen. Hier wurde am imposanten Lechfall pausiert, bevor die Schüler:innen die Füssener Altstadt erkunden konnten. Immer am Ufer des Weißensees zurück gelangte die Wandergruppe erschöpft, aber glücklich nach 20 Kilometern Wandern an ihren Ferienhäusern an.

Sonntag wachten die Wandersleute mit strahlendem Sonnenschein auf. Einstieg zur Tagestour war direkt am Schloss Neuschwanstein. Doch die Besichtigung des Schlosses sollte erst am Folgetag stattfinden. Der heutige Tag begann mit einem steilen Anstieg, dafür auch mit einem traumhaften Ausblick auf das Schloss Neuschwanstein sowie die umliegenden Seen. „Unfassbar, ich hätte am Anfang nie gedacht, dass ich das schaffe, aber dann steht man plötzlich oben und kann so stolz auf sich sein!“, freute sich Schülerin Emilia.

Am Tegelbergkopf stärkte sich die Wandergruppe noch einmal, bis sie gemeinsam die Ahornspitze auf 1784 Metern erklommen. „Es ist einfach so wunderschön hier, dieser Ausblick, diese Stille und diese Natur!“, rief Schülerin Friederike begeistert.

Zurück mit einem letzten schönen Abendblick am Schloss vorbei, erreichte die Wandergruppe erschöpft aber glücklich nach 1.100 gelaufenen Höhenmetern die Ferienhäuser. Pädagogin Francine Olschewski kochte zur Belohnung für die sportliche und durchhaltekräftige Reisegruppe. Nach der Führung durch das opulente Schloss Neuschwanstein traten die Wandersleute am Montagmittag als letzte Reisegruppe des Internats Steinmühle erschöpft aber auch entspannt ihre Heimreise an.

Steinmühle verteilt 180 Mal Nächstenliebe – Das begeistert auch Oberbürgermeister und HR
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Alles begann mit einer kleinen Idee: geteilte Freude ist doppelte Freude!

Dass die so lebenswichtigen Ressourcen aus sozialen Beziehungen derzeit durch die Coronamaßnahmen nur schwer genutzt werden können, bemerken auch die Schüler*innen des Internats Steinmühle. Die Phase des Heranwachsens sollte eigentlich geprägt sein durch vielfältige soziale Beziehungen, die besondere Bedeutungen im Entwicklungsprozess einnehmen können, jedoch sind die vielfältigen Begegnungsmöglichkeiten derzeit stark eingeschränkt.

Internatspädagogin Francine Olschewski nahm diesen verstärkten Wunsch nach Kontakten und Sozialisation auch in der Schülerschaft des Internats Steinmühle wahr. Und so sollte die Idee ganz simpel sein: Indem man etwas Gutes für andere tut, tut man vielleicht auch etwas Gutes für sich dabei. Aus diesem kleinen Gedanken der Pädagogin entstand eine erfolgreiche und vielversprechende Kooperation mit dem Projekt „In Würde Teilhaben“ der Stadt Marburg und der Internatsgemeinschaft Steinmühle.

Kleine Ideen mit großer Wirkung

Das Projekt der Stadt Marburg versucht eine Steigerung des subjektiven Wohlbefindens alter und höchstalter vereinsamter, isoliert-lebender Menschen durch Kontaktaufnahmen zu erreichen. In der Vorweihnachtszeit wurden dafür Überraschungspakete gestaltet, die so genannten Mut-Mach-Tüten, an denen sich die Internatsschüler*innen mit selbst gebackenen Plätzchen und handgemachten Weihnachtskarten beteiligten.

Eine Hand voll Schüler*innen trafen sich anfangs und trugen ihre Ideen zusammen. Schnell war klar: Unsere Schüler*innen möchten etwas Gutes für bedürftige Menschen in dieser Corona-Zeit tun. Plätzchen backen kann jeder und viele sind kreativ begabt: zu der Mut-Mach-Tüte wollten die Schüler*innen also etwas Leckeres und eine nette Botschaft übermitteln. „Endlich hatte ich mal wieder das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun!“, berichtet Schülerin Friederike begeistert, „So kleine Dinge können so viel Freude bereiten.“

Die gesamte Internatsgemeinschaft hilft mit

Dass das Teilen von Erlebnissen mit anderen unser Wohlbefinden steigern kann, bewies die Aktion der Schüler*innen eindrucksvoll:
Diese wenigen Schüler*innen schafften es mit der Unterstützung der Internatspädagogin Francine Olschewski, dass sich alle Mitglieder der Internatsgemeinschaft an dieser Initiative beteiligen. So kommt es, dass in allen sechs Wohngruppen die Öfen heiß laufen mit der Plätzchen-Bäckerei und sogar die Hauswirtschaft und die Verwaltung Karten mitgestalteten. „Ich hatte echt nicht geglaubt, dass wir das schaffen. Aber so viele auf diesem Campus waren begeistert von der Idee, dass wir es am Ende alle gemeinsam geschafft haben“, berichtet Francine Olschewski stolz. Am Ende kamen 180 Plätzchentüten und 180 individuell gestaltete Karten als Spende für das Projekt der Mut-Mach-Tüte seitens der Internatsgemeinschaft zustande.

Oberbürgermeister Spies und der HR dokumentieren die Übergabe

Und weil die Aktion so gespickt mit Nächstenliebe und Engagement ist, war es kein Wunder, dass Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies die Übergabe an die Projektleiterin mit begleiten wollte. Dies rief schlussendlich sogar den Hessischen Rundfunk auf das Steinmühlen-Gelände, der die Übergabe der selbstgemachten Geschenke der Schüler*innen an Projektleiterin Frau Angela Schönemann aufzeichnete. Internatsschüler Noah ist besonders begeistert: „Das fing alles mit so einer kleinen Idee an. Und jetzt trage ich mit dem Oberbürgermeister zusammen die Plätzchen!“

Den Beitrag zur Sendung können Sie HIER nachverfolgen.

Engagement ohne Ende – Schüler*innen sind motiviert

Von der Euphorie gepackt lassen es sich die Schüler*innen nun natürlich nicht nehmen, sich an der Verteilaktion der Mut-Mach-Tüten an die älteren Herrschaften zu beteiligen. Und so bereiten einige Schüler*innen gewappnet mit FFP2-Masken und den selbst gebackenen Plätzchentüten und handgefertigten Karten einigen alleinlebenden alten Menschen in Marburg eine kleine Freude. „Ich finde es mega cool, was ihr hier angezettelt habt. Das fing mit so einer kleinen Idee an, ich bin so gerührt über dieses Ergebnis. Das ist genau das, was ältere Menschen in dieser Zeit brauchen“, freut sich Projektleiterin Angela Schönemann.

Mit einem persönlichen Besuch auf Abstand an der Haustür überraschen drei Gruppen von Schüler*innen die einsamen Herrschaften in der Vorweihnachtszeit an ihrer Haustür. Besonderes Highlight: Schüler Felix, der später einmal Gesang studieren möchte, begeistert und verblüfft mit spontanen Arien und Chorgesängen an der Haustüre.

Die Reaktionen sind auf beiden Seiten sehr emotional: Während die älteren Herrschaften ihre Freude dieser spontanen netten Überraschung überschwänglich liebevoll zum Ausdruck bringen, sind die Schüler*innen stark ergriffen, dass eine derart kleine Geste so viel Freude bereiten kann. „Ich kann es kaum glauben, wie viel Liebe einem da entgegen kommt. Ich möchte im nächsten Jahr unbedingt weitermachen mit solchen Aktionen!“, entgegnet Schülerin Verena ergriffen.

Kooperation soll bestehen bleiben – Gutes tun auch in 2021

Allen Widrigkeiten zum Trotz haben die Schüler*innen des Internats Steinmühle  bereits in diesem Jahr ein wundervolles Projekt auf die Beine gestellt. Initiatorin Francine Olschewski und ihre Schüler*innen sind durch die gefühlvollen Reaktionen der älteren Herrschaften beflügelt, auch 2021 weiter zu machen. Angedacht sind Patenschaften und regelmäßige Kontakte zwischen Jung und Alt. Egal wie – die Internatsgemeinschaft Steinmühle wird auch 2021 ihren einzigartigen Weg dafür finden.

Von Geldanlagen und Mieterpflichten: Zukunftstag ergänzt Schulwissen
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Als erstes Gymnasium in Marburg bot die Steinmühle eine Plattform für den sogenannten “Zukunftstag”. Ziel des Ausrichters, der “Initiative für wirtschaftliche Jugendbildung” aus Kassel, ist die Vermittlung von Kompetenzen in Sachen Finanzen, Wohnen, Steuern und Krankenversicherung an Oberstufenschüler.

Die vier Bereiche werden im Schulunterricht an weiterführenden Schulen nicht vertieft – zum Leidwesen vieler Schüler*innen, die zwar hohes Fachwissen aus der Schule mitnehmen, sich aber nicht mit Mietverträgen oder Geldanlagen auskennen.  Die Kasseler Initiative, ein gemeinnütziger Verein, dessen Aktive selbst noch nicht lange dem Schulalltag entwachsen sind, setzt genau hier an. Ihren Zukunftstag haben die jungen Leute seit Januar 2019 mehrere Dutzend Male in verschiedenen Schulen ganz Deutschlands abgehalten. Seit das Handelsblatt darüber berichtete, ist die Veranstaltung quasi ein Selbstläufer.

 

Referenten aus der Region

Das Wissen in den Bereichen Finanzen, Wohnen, Steuern und Krankenversicherung vermitteln in allen Fällen Fachleute aus der Region. Die Referenten werden durch den Verein engagiert und haben die Pflicht, Werbung für ihren Arbeitgeber zu unterlassen. Damit dies gewährleistet bleibt, erarbeitet der Verein zusammen mit den jeweiligen Experten im Vorfeld vorgegebene Inhalte.

An der Steinmühle sprachen Vertreter eines Geldinstitutes, eines Immobilienmaklers, einer Krankenkasse sowie ein Steuerberater. Nach der Veranstaltung wurden Feedback-Bögen an die Schülerschaft ausgegeben. Sie lieferten einen Überblick darüber, welche Bereiche die Experten besonders gut vermittelt hatten.

 

Initiative kommt aus Kassel

Ben Göbel ist Student der Wirtschaftswissenschaften in Kassel und betreute den Zukunftstag an der Steinmühle zusammen mit Anna Proetel. Sie studiert Soziologie und Politikwissenschaften und ist wie Ben Mitglied des veranstaltenden Vereins. Zusammen mit sechs weiteren Mitstreitern und einem Netzwerk aus Helfern arbeiten sie ehrenamtlich, waren zunächst in Marburg und kurze Zeit später praktisch gleichzeitig in München, Berlin und Gießen. Organisation und Logistik werden finanziell von Stiftungen unterstützt. Auch das Hessische Kultusministerium gehört zu den Förderern. Es sieht die Initiative nicht als Konkurrenz zur Schule, sondern als Ergänzung.

Steinmühlen-Herbstfest fällt leider aus!

2020 ist ein besonderes Jahr, leider ohne Steinmühlen-Herbstfest. Wir sind aber guter Hoffnung, dass wir im kommenden Jahr wieder gemeinsam auf unserem Steinmühlengelände feiern können. Daher bitte den 25. September 2021 bereits im Kalender fest vormerken!😊👍

Es ist nicht “wurscht”, was man isst: Meat Free Monday in der Steinmühle 
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Der Speiseplan der Steinmühlenküche wird montags ab sofort komplett fleischlos gestaltet: Weder in der Mensa noch im Bistro findet man an diesem Wochentag Fleisch oder Wurst. Mit dieser Maßnahme folgen Schule und Internat einem prominenten Aufruf, der um die Welt geht: Paul McCartney und seine Töchter initiierten die Kampagne “Meat Free Monday” .”Jeder kann etwas beitragen, um das Bewusstsein für die schädlichen Umweltauswirkungen der Tierhaltung und für die Folgen der industriellen Fleischverarbeitung zu schärfen.” Mit diesem Appell setzte sich bereits 2003 die John Hopkins Bloomberg School of Public Health für einen fleischlosen Tag pro Woche als Sensibilisierungsprogramm für die öffentliche Gesundheit ein. Die Kampagne wurde von zahlreichen weiteren Gesundheitsschulen unterstützt, findet aber erst weltweit Beachtung, seit Paul McCartney und seine Töchter sie als gemeinnütziges Projekt “Meat Free Monday” unterstützen.

Schulleiter Björn Gemmer gab der Steinmühlenküche den entscheidenden Hinweis, der nun die eher halbherzige vorherige Lösung außer Kraft setzt. Zwar war bislang jeden Mittwoch “Veggie-Day” – jedoch nur mittags und nur in der Mensa. Frühstück, Menüabend sowie die Versorgung im Bistro wurden mit Fleisch und Wurst gestaltet. Das gibt es am “Meat Free Monday” nun nicht mehr. “Veggie ist einfach angesagt” Am 17. August fiel der Startschuss für den fleischlosen Montag in der Steinmühle.

Begrüßt wird die Aktion auch von Küchenchef Sebstian Riehl: “Es geht um das Bewusstsein, für sich und die Welt etwas Gutes zu tun.” Vegetarisch zu essen, so weiß er, ist schon lange nicht einfach nur die Philosophie Einzelner. “Veggie ist einfach angesagt.” Durch Unterrichtsinhalte und bauliche Maßnahmen hat die Steinmühle schon mehrfach gezeigt, dass der Gedanke an Umwelt und Ökosystem für sie einen hohen Stellenwert einnimmt. Nun setzen Schule und Internat einen weiteren Schwerpunkt in diese Richtung bei der Verpflegung. Die Maßnahme reiht sich ein in die Zahl der Aktivitäten, die beitragen, den Klimawandel zu verlangsamen, wertvolle natürliche Ressourcen zu schonen und die eigene Gesundheit zu verbessern.Weitere Informationen zur Kampagne Meat Free Monday finden sich unter www.meatfreemondays.com.

         

Internat Steinmühle: Behutsamer Start im neuen Umfeld
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“Wir heißen beide Nils. Aber…das wirst du schon hinbekommen.” Mit einem Augenzwinkern begrüßt Internatsleiter Nils Schwandt am Sonntagnachmittag einen neuen Internatsschüler. Der Jugendliche grinst verschmitzt und weiß jetzt, dass Nils Schwandt und sein Kollege Nils Zeller Hausleiter des Stammhauses sind. Dort bezieht er gleich sein Zimmer. Es wird für das Schuljahr, das am nächsten Tag beginnt, sein Zuhause sein. So wie er machen es auch die anderen neuen Anreisenden: Sich orientieren im neuen Wohn- und Lernumfeld. Sie kommen aus München, Jena, aber auch Südkorea oder China.  79 Kinder und Jugendliche zählt das Internat Steinmühle zur Zeit und ist damit weiter auf Expansionskurs.  Vor genau einem Jahr wurde das Biohaus auf dem Campus Steinmühle als zusätzliches Haus für Internatsschüler eingeweiht.


Weitere Unterkunft: Das Bremerhaus

Aktuell wurde außerdem das Bremerhaus zur Unterkunft für Internatsschülerinnen und Schüler. Die Gruppe unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in diesem Gebäude war zum Schuljahresende geschlossen worden, drei der Geflüchteten wohnen weiter im Internat und machen jetzt Abitur. “Ein Beispiel für gelungene Integration,” sagt Francine Olschewski. Die Hausleiterin gehört – wie “Nils & Nils” – zum Stamm des Pädagogenteams. “Einige Mitarbeiter sind neu im Kollegium” sagt sie, und informiert: “Wir haben umstrukturiert.”

Ein neuer Lebensabschnitt

Internatsleiterin Anke Muszynski erfüllt die letzten individuellen Wünsche der Anreisenden. Hier fehlt noch etwas, dort muss noch etwas besorgt werden. Für die engagierte und rührige Pädagogin, die aufmerksam hin- und herflitzt,  ist Dienstleistung nicht nur ein Wort.

Kurz, ohne auftragende Reden, stellt Anke Muszynski den Ankömmlingen und ihren Eltern das Pädagogenteam vor. Manche Schülerinnen und Schüler kommen in Begleitung auch ihrer Großeltern. Es ist schon ein großer Schritt für die jungen Leute, ihre Angehörigen kurze Zeit später alleine nach Hause zu schicken. Die Atmosphäre im Speisesaal bei Kaffee, Kuchen und Obst ist locker und wenig wehmütig. Eltern kommen an den runden Tischen mit anderen Eltern ins Gespräch. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Für alle! So sind auch alle ein wenig aufgeregt, “uns eingeschlossen”, sagt Francine Olschewski. Sie weiß aber auch: “Nachher, also heute Abend, ist alles wie immer.”

Sich kennenlernen

“Wie immer” ist es auch am nächsten Morgen. Da beginnt nämlich der Schulunterricht mit Einzug in das sanierte Hauptgebäude oder das neu gebaute Atrium. Das kommende Wochenende wird ganz im Zeichen der so genannten Häuserfahrten stehen. Die einzelnen Wohngruppen machen Ausflüge, um einander besser kennenzulernen.

Das Stammhaus zum Beispiel, die Gruppe um “Nils & Nils”, fährt nach Köln. In diesem Zuge geht es auch ins Phantasialand. Langeweile wird es aber auch später auf dem Steinmühlencampus nicht geben. Verschiedenste Sportmöglichkeiten und die naturnahe Umgebung bieten Kurzweil und Lernen in Wohlfühlatmosphäre.