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Den eigenen Standpunkt klargemacht: Politische Spitze diskutierte mit Schülerschaft

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Ökologie und Nachhaltigkeit, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Steinmühlen-Oberstufe zeigte großes Interesse am Dialog mit den Kandidierenden


Sämtliche Spitzenkandidaten des Landkreises, die bei der bevorstehenden Landtagswahl antreten, versammelten sich auf dem Podium im Forum der Steinmühle, um vor den Klassen 12 und 13 zu brisanten politischen Themen Stellung zu nehmen. Die meiste Energie legten die Politiker dabei in die eigene Abgrenzung zum politischen Gegner.

Vor einer vollen Aula zu sprechen, vor Schüler:innen, die in diesem oder im nächsten Jahr zu den Erstwählern gehören, dürfte für die Kandidaten den besonderen Reiz dieses Termins ausgemacht haben. Die Fragen, zu denen Stellung bezogen werden sollte, wurden von Jonathan Eckardt und Jan Templer vorgegeben. Sie besuchen den Leistungskurs „Politik und Wirtschaft“ des Steinmühlen-Jahrgangs 12.

Die Fragen der beiden jungen Diskussionsleiter und die erweiternden Zwischenfragen aus dem Auditorium bezogen sich unter anderem auf die Meinung zum Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor, auf die Haltung zur Geschlechterfreiheit, zur Gender-Sprache, aber auch zum Marburger Verkehrskonzept Move 35 und der damit ebenfalls zusammenhängenden Überlegung, wie denn Menschen aus dem Marburger Umland, speziell ältere Menschen aus den Stadtteilen, sich ihre mobile Zukunft vorstellen sollten. Besprochen wurden aber auch allgemeine Fragen wie die vorgestellte Lösung für den Lehrkräftemangel oder die aus Kandidat:innen-Sicht realisierbaren und angezeigten Umweltschutzmaßnahmen, um nur Beispiele zu nennen.

Überraschungen zu den Antworten blieben in Anbetracht der grundsätzlich bekannten Positionen der einzelnen Parteien eher aus. Die Haltungen der Kandidat:innen polarisierten teilweise, und wenn etwas als vorbildlich bei der Veranstaltung bezeichnet werden kann, dann die Tatsache, dass sie in meist sachlicher Atmosphäre stattfand.

Es hätte noch weiteren „Stoff“ für eine Fortführung der Diskussion gegeben. Doch leider reichte die Zeit, auf 90 Minuten angesetzt, dafür nicht aus. Von politischer Gleichgültigkeit unter jungen Menschen, wie sie in der Öffentlichkeit häufig postuliert wird, kann an der Steinmühle jedenfalls keine Rede sein.

Der Steinmühle war es dank der Organisation von Fachlehrerin Dr. Claudia Röder gelungen, die Kandidatinnen und Kandidaten aller Parteien ohne Ausnahme für die Schulveranstaltung zu gewinnen. Schulleiter Björn Gemmer bedankte sich bei ihr und bei den politischen Gästen für diesen außergewöhnlichen und fruchtbaren Vormittag, der für die Schülerschaft ein weiterer wichtiger Schritt zur politischen Meinungsbildung gewesen sein dürfte.

Diese Besetzung versprach eine rege Diskussion. Im politischen Austausch waren mit den Schülerinnen und Schülern (von links) Jan Schalauske (Die Linke), Sebastian Sack (SPD), Angela Dorn (Bündnis 90/Die Grünen), Lisa Deißler (FDP), Dirk Bamberger (CDU), Pascal Schleich (AfD). Durch den Vormittag führten Jonathan Eckardt und Jan Templer (Mitte).

 

Aufgeschnappt:

Angela Dorn (Bündnis 90/Grüne)

Angela Dorn, Bündnis 90 / Die Grünen

Der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor war eine EU-Entscheidung. Das wird oft vergessen.

Dass es mehr als zwei Geschlechter gibt, hat auch das Bundesverfassungsgericht entschieden. Man erkennt es übrigens auch in der Tierwelt.

Wir haben die Mittel für Straßensanierung verdoppelt. Die FDP ist aber immer nur für Neubau, nie für Erhalt.

Die Radwege-Planung braucht in Deutschland zu lange.

Betreffend den Öffentlichen Personennahverkehr sind wir nach wie vor für „Jedes Dorf jede Stunde“. Das kann aber nicht kostenlos sein.

Die größte Ressource ist unser Kopf.

Es braucht einen echten pädagogischen Aufbruch. Da kann die Steinmühle eine Vorbildfunktion haben.

Geht ins Ausland! Nehmt euch Zeit, genau zu schauen. Macht Praktika! (an die Schülerschaft gewandt, bezüglich Berufsorientierung).

Unser Wohlstand ist gefährdet, wenn wir die Klimaziele nicht erreichen.

 

Dirk Bamberger (CDU)

Dirk Bamberger, CDU

Wir müssen erkennen, dass auch Stromenergie nicht vollständig CO2-neutral ist.

Ich sehe die Gender-Sprache kritisch. Für Behinderte bedeutet sie eine Verkomplizierung der Sprache.

Move35 verschwand plötzlich hinter verschlossenen Türen. Das Konzept geht gegen das Auto.

In 10 bis 15 Jahren gibt es vielleicht autonomen Verkehr, auch Busverkehr.

Schülerticket für alle – man muss auch überlegen, wie das finanziert werden soll.

Wir haben in Hessen derzeit so viele Lehrer wie noch nie bei so wenig Schülern wie noch nie – und so viele Schulpsychologen wie noch nie.

 

Lisa Deißler (FDP)

LIsa Deißler, FDP

Es stellt sich die Frage, ob der Zeitpunkt (für den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor) klug ist. Und ob wir die Infrastruktur zum Laden (der E-Autos) haben.

Bei Move35 verstehe auch ich vieles nicht.

Wie für einen grünen Verkehrsminister (Tarek Al Wazir) sind in Hessen Schienen- und Radwege unterentwickelt.

Wir brauchen den Individualverkehr. Sonst wird es duster in den Außenstadtteilen.

Wir brauchen eine Technologie der Zukunft und müssen dahingehend weiter forschen.

Bei der Sanierung müssen die staatlichen Gebäude erst mal ran, bevor man den Leuten Vorschriften macht.

 

Pascal Schleich (AfD)

Pascal Schleich, AfD

Der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor ist eine komplette Fehlentscheidung. Wir haben gar nicht die Energie für E-Autos.

Wir werden ausgelacht. Biologisch gibt es nur zwei Geschlechter.

Bei Lehrern gibt es einen höheren Krankenstand als in anderen Berufen. Das liegt an Überarbeitung.

Wir sind für den Erhalt von Förderschulen. Inklusive Klassen bedürfen ausgebildeter Lehrkräfte.

Beim Klimaschutz müssen wir die anderen mitnehmen und erst mal in die Pflicht holen.

 

Sebastian Sack (SPD)

Sebastian Sack, SPD

Wir müssen Verantwortung übernehmen. Auf Dauer bedeutet das für den Verbrenner das Aus.

Für entlegene Dörfer im Landkreis braucht es weiter den Individualverkehr.

Ich bin für kleine Busse, kurze Taktung.

Der Bürgerbus ist eine sinnvolle Einrichtung.

Bildung muss kostenlos sein. Egal, ob Meister oder Master.

Wichtig ist es, Häuser zu sanieren.

Wir sollten aufhören, uns zu zerhacken.

 

Jan Schalauske (Die Linke)

Jan Schalauske, Die Linke

Wir müssen alles tun für die Klimaziele. Das Aus (für den Verbrenner) ist richtig.

Ich sehe das Thema Gendern wie Frau Dorn. Das hat etwas mit Respekt zu tun.

Man sollte Straßen zu Gunsten des Fuß- und Fahrradverkehrs umwidmen.

Das Car Sharing Konzept ist für den ländlichen Raum wichtig.

Meine Vision für den Öffentlichen Personnennahverkehr: Kostenfreiheit, Nulltarif.

Bildungserfolg ist immer noch vom Einkommen der Eltern abhängig.

Für mehr Lehrkräfte sollte man auf Quereinstieg setzen.

7. Oktober 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/10/RW-Landtagswahl-Forum-5610-scaled.jpg 747 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-10-07 09:59:462026-06-08 13:36:26Den eigenen Standpunkt klargemacht: Politische Spitze diskutierte mit Schülerschaft

Das Medienpädagogische-Konzept des Steinmühleninternats

Aktuelles, Leben im Internat, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Ein Gespräch mit Marion Widera, Medienpädagogin des Internats
Medien nehmen einen zunehmend größeren Raum im Alltag unserer Kinder- und Jugendlichen ein. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich mit ihnen auseinanderzusetzen und gemeinsam darüber ins Gespräch zu kommen, eine Haltung zu den Themen zu entwickeln, welche es uns erlaubt in der Medienwelt immer einen inneren Kompass dabei zu haben.
Marion Widera tut genau das in der Steinmühle. Sie ist seit September 2019 Medienpädagogin im Internat und arbeitet mit dem pädagogischem Team und den Kindern und Jugendlichen in den Bereichen Medienpädagogik und Medienbildung.
„Frau Widera, sie sind seit 2019 Medienpädagogin am Internat der Steinmühle, wie wurde damals begonnen?“
Marion Widera: „Die Stelle der Medienpädagogin wurde damals neu konzipiert. Das pädagogische Team und ich sind gemeinsam gestartet und haben uns an das Thema heran getastet. Zunächst habe ich im Internat abgefragt, was aus der Sicht der einzelnen Parteien zum Thema Medien wichtig ist. Welche Themen sind den Pädagogen wichtig, was wünschen sich die Kinder und Jugendlichen im Internat. So entwickelte sich eine Vorstellung wo wir ansetzen sollten.“

Wie ging es nach den Abfragen konkret weiter?
M.W.:„Es gab zunächst Workshops für die Internatsgemeinschaft. Dabei wurden wöchentlich Workshops zu den Lernbürozeiten angeboten. Wir haben uns dort gemeinsam mit unterschiedlichen Themen beschäftigt. Angefangen bei der zielgerichteten Suche mit Google. Dabei haben wir die erweiterten Funktionen benutzt und kennengelernt. Was vor allem bei einer gezielten Suche für bestimmte Themen von Vorteil ist. Darüber hinaus wurden Spiele zum Thema Datenschutz oder Fake News gespielt und besprochen. Aber auch Themen wie Rollenbilder von Männern und Frauen in den Medien wurden behandelt. Außerdem bekamen Interessierte die Möglichkeit Ihr Lieblingsspiel aus der Perspektive eines Game Testers zu erleben. Nach einer Weile spielen, wurde anhand eines Fragebogens das Spiel mit unterschiedlichen Kriterien analysiert und bewertet. Zu den Kriterien gehörten z. B. Grafik, Musik, Darstellung, Authentizität, Einschätzung der Altersfreigabe, Spaßfaktor, Unterhaltungsfaktor etc.

Wie kam es dazu, dass die Workshops auch in der Schule Implementierung fanden?
Es entstand eine Zusammenarbeit mit dem damaligen JUMBA-Beauftragten (Jugendmedienschutzbeauftragter) der Schule, Marcel Kalb. Aktuell arbeite ich diesbezüglich mit Tim Elmshäuser zusammen, der das Amt übernommen hat. Wir haben gemeinsame Überlegungen angestellt, wie wir das Thema mehr in den Schulalltag bringen können und sind für den Einstieg auf die Idee mit den Workshops gekommen. Zu der Zeit wurden bereits iPads eingeführt und uns war klar, es ist nicht ausreichend nur den Umgang mit der Technik zu unterstützen, die digitalen Angebote und Anwendungen, müssen ebenfalls Berücksichtigung erfahren und deren Nutzung begleitet werden.
Mittlerweile sind die Workshops zur Medienpädagogogik und Medienbildung in der Stundentafel fest verankert. In den Jahrgangstufen 5 – 10 findet seit zwei Jahren pro Halbjahr ein dreistündiger Workshop statt. Für das kommende Schuljahr wird die Stundenzahl erweitert auf zwei Mal zwei Stunden pro Halbjahr.“

Welche Themen werden besprochen?
M.W.: „Wir haben zu Beginn verschiedene Themen getestet. So ist ein Themenkatalog entstanden, Workshopthemen sind z.B. Cybermobbing, Cybergrooming, Traumberuf Influencer, Hate Speech, Urheberrecht, Social Media, Always On (was bedeutet es immer Online zu sein?).“

Wie werden die Workshops von den Kindern und Jugendlichen angenommen?
M.W.: „Das ist sehr unterschiedlich. Tendenziell sind die jüngeren Schüler:innen, im Alter von 11 – 14 Jahren offener und teilen gerne ihre persönlichen Erfahrungen in der digitalen Welt. Man merkt, dass das Thema sie sehr beschäftigt, sie kommen auch noch nach dem Workshops in der Pause auf mich zu und haben Gesprächsbedarf und teilen ihre Erfahrungen. Bei den älteren Schüler:innen, so ab dem 14. Lebensjahr sieht das etwas anders aus, ggf. kann man die Angebote für diese Zielgruppe noch optimieren. Aktuell füllen die Teilnehmer:innen nach jedem Workshop ein Fragebogen aus und ich bin schon gespannt auf die Auswertung.“

Neben der direkten Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen wurde kontinuierlich am Medienkonzept des Steinmühlen Internats gearbeitet, wie ist der aktuelle Stand?
M.W.: „Das Medienpädagogische Konzept ist fertig. Ab dem Schuljahr 2023/2024 geht es offiziell in die pädagogische Arbeit ein.“

Was ist das Medienpädagogische Konzept genau?
„Wenn man es runterbrechen will, ist es ein Leitfaden für das päd. Team und auch für Eltern zum Umgang mit Medien. Es gibt die vier großen Themen, welche bei Kindern und Jugendlichen immer wieder auftreten können: Cybermobbing, Fake News, Sexting und exzessive Mediennutzung. Für diese vier Bereiche erhalten sowohl Pädagog:innen und Eltern als auch die Kinder und Jugendliche Tipps zum Umgang im Konzept. Und es geht um unsere Haltung als päd. Team, als Steinmühle zum Thema Medien und Mediennutzung. Wir wollen nicht negativieren, sondern gemeinsam mit den Schüler:innen genau hinschauen. Medienkonsum und Social Media können digitalen Stress auslösen, können uns unter Druck setzen. Die Chancen und Risiken zu beleuchten und eine kritische Auseinandersetzung mit den Medien anzuregen ist unser Ansatz.“

Wie wird dieser Ansatz bisher angenommen?
M.W.: „Bei den Kindern und Jugendlichen ist es ein langer Prozess. Bisher haben wir Reglementierungen für die Nutzung digitaler Medien, die sich am Alter der Schüler:innen orientieren. Die Pädagog:innen sind in der undankbaren Rolle, diese Regeln mit umzusetzen, sodass das Thema Medien davon negativ berührt wird. Das kennt wahrscheinlich jede Familie, dass das Thema Handyzeit auch zu Auseinandersetzungen führen kann. Ich denke diese Verknüpfung macht es für die SuS schwieriger zu sehen, dass die Pädagog:innen auch andere Interessen beim Thema Medien und Smartphone verfolgen und eben nicht per se „dagegen sind“ – was im Übrigen auch nicht unserer Haltung entspricht.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Medienpädagogik an der Steinmühle?
M.W.: „Dass dem Thema keine Sonderposition mehr anhaftet. Ein natürlicher und offener Umgang mit dem Thema bei Pädagogen, bei Eltern und bei den Kindern und Jugendlichen. Erwachsene bewegen sich bei dem Thema mitunter wie auf Glatteis, weil sie sich den Kindern und Jugendlichen nicht ebenbürtig fühlen, sich nicht „richtig“ auskennen. Ich habe in meinen Workshops die Erfahrung gemacht, dass es wichtig ist authentisch, neugierig und wertfrei in den Dialog mit den Schüler:innen zu gehen. Es ist ganz natürlich, dass man voneinander lernt, und eben auch im Bereich Medien, digitaler Welt, ich kann mir die Dinge zeigen lassen, ich muss nicht in den Workshop zum Thema „Traumjob Influencer“ gehen und alle Stars kennen. Diesen Input bringen die Schüler:innen mit und freuen sich darüber davon zu erzählen und mich in ihre Welt mitzunehmen. Und ich kann gemeinsam mit ihnen auf ihre Stars schauen und die Marketingstrategie hinter dem Influencer transparent machen.“

13. Juli 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/07/1688124411805-1-scaled-1-scaled.jpg 1000 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-07-13 11:25:442026-06-08 13:47:23Das Medienpädagogische-Konzept des Steinmühleninternats

Themenwochenende an der Steinmühle – Medien und Lernen: KI, Blender, ChatGPT, wie können uns Medien beim Lernen unterstützen?“

Aktuelles, Digitalisierung & KI, Leben im Internat, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Medien nehmen einen immer größeren Raum im Alltag unserer Schüler:innen ein. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich mit ihnen auseinanderzusetzen und gemeinsam darüber ins Gespräch zu kommen, wie Medien beim Lernen und in der Schule allgemein gut genutzt werden können und auch welche Herausforderungen ihr Einsatz mit sich bringt. Dieser Aufgabe stellten sich die Schüler:innen und Pädagog:innen der Steinmühle im Rahmen eines gemeinsamen Themenwochenendes rund um Medien und Lernen.

 

Passend zu den bevorstehenden Abiturprüfungen setzten sich die Schüler:innen und Pädagog:innen unter anderem mit Lerntechniken auseinander. Dafür wurden in einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung zunächst unterschiedliche Lerntypen vorgestellt, denen sich die Schüler:innen dann nach einer Selbsteinschätzung zuordnen konnten. Diese Überlegungen wurden anschließend mit Hilfe eines Online-Tests vertieft. Dabei spielten Fragen wie „Kann ich mir Dinge besser merken, wenn ich dabei in meinem Zimmer herumlaufe?“ oder „Welche Musik eignet sich am besten zum Lernen?“ eine Rolle. Ziel dieser Auseinandersetzung lag vor allem darin, das Lernen für sich effektiver gestalten zu können und auch neue Ideen für verschiedene Formen des Lernens zu gewinnen.

Im Laufe des Wochenendes vertiefte ein breites Angebot AGs dieses Wissen noch weiter. Eine Gruppe von Schüler:innen erprobte in dem Angebot „Lernen durch Erklären“, wie sie Informationen besonders gut an andere Personen weitergeben können und dadurch gleichzeitig selbst lernen. Natürlich wurde dies von den Schüler:innen direkt in die Praxis umgesetzt. Dazu wurden verschiedene Themen bearbeitet, die sie selbst mitbringen konnten. Auch die AG „Präsentationen (Medien und Referate)“ ermöglichte den Schüler:innen ihr bereits vorhandenes Wissen anschaulich vorzustellen. Eine Abiturientin erzählte begeistert, dass es ihr so kurz vor den mündlichen Prüfungen geholfen hätte, sich besser vorbereiten zu können.

Eine Gruppe von Schüler:innen beschäftigte sich darüber hinaus mit der Software „Blender“. Das Open Source Programm ermöglicht es, Grafiken in 3D zu konstruieren. Angeleitet wurden das Angebot durch den Schüler Fabian, der zurzeit selbst dabei ist, das Programm für sich zu entdecken und sein Wissen mit Freude an andere weitergab. Gemeinsam gelang es den Schüler:innen, eigens mitgebrachte Gegenstände grafisch darzustellen. Abends erzählte Fabian, dass er sich bereits überlegte, wie ein zukünftiges Angebot zu dem Thema gestaltet werden könnte.

Thema des Wochenendes waren zudem Künstliche Intelligenzen (KI), da auch unsere Schüler:innen diese Angebote in ihrem Schulalltag immer mehr nutzen. Neben der konkreten praktischen Umsetzung verschiedener Anwendungsmöglichkeiten beschäftigte sich die AG unter anderem damit, welche Potenziale Künstliche Intelligenzen mit sich bringen. Ein besonderer Blick galt dabei den durch KI entstandenen Hilfen im Bereich Schule und Lernen. Gleichzeitig wurden auch mögliche Grenzen näher beleuchtet und zusammen überlegt, wie KI möglichst effizient und zielführend genutzt werden kann. Außerdem beschäftigten sich die Schüler:innen mit ethischen Prinzipien für die Nutzung von ChatGPT. Die Gruppe setzte sich beispielsweise mit der Frage auseinander, welche Interessen Firmen mit dem Bereitstellen von künstlichen Intelligenzen verfolgen könnten und welche gesellschaftlichen Auswirkungen damit verbunden sind.

Deutlich wurde im Verlauf des Wochenendes vor allem, dass Medien nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken sind und Angebote wie ChatGPT unseren Schüler:innen durchaus gute Hilfestellungen für schulische Herausforderungen geben können. Gleichzeitig stieg das Bewusstsein für die Grenzen Künstlicher Intelligenzen und die vielfältigen Möglichkeiten zu lernen. Insbesondere die verschiedenen Lerntypen waren auch über das Wochenende hinaus Gesprächsthema und werden auch in Zukunft sicherlich vermehrt aufgegriffen werden. Wir sind schon gespannt, welche neuen Wege des Lernens die Schüler:innen einschlagen werden.

22. Juni 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/06/Titel-Artikel-Medien-WE-scaled-1-scaled.jpg 855 1500 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2023-06-22 12:56:112026-06-08 13:51:50Themenwochenende an der Steinmühle – Medien und Lernen: KI, Blender, ChatGPT, wie können uns Medien beim Lernen unterstützen?“

Mona Lisa trägt Kopftuch: Steinmühle beging den Tag der Vielfalt

Aktuelles, Kunst, Musik & Theater, Ökologie und Nachhaltigkeit, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Wie viele andere Institutionen in Deutschland, so hatte auch die Steinmühle für den Tag der Vielfalt am 23. Mai, den Diversity Day, mehrere Aktionen vorbereitet. Das Tragen von Mottoshirts und Aktionen in der zweiten Pause sollten einen Impuls geben, das Thema an der Schule sichtbarer zu machen. Die Lehrkräfte Dr. Sigrun Galter, Ines Vielhaben und Antje Seel hatten ihren Kolleginnen und Kollegen im Vorfeld eine Checkliste für mehr Vielfalt in Unterrichtsmaterialien zusammengestellt, die auch bei der letzten Gesamtkonferenz besprochen worden war. Dort wurde gleichzeitig die AG Regenbogen vorgestellt, die von Dr. Sigrun Galter und Bella-Jean Gnodtke geleitet wird und die über E-Mail regenbogen@steinmuehle.net erreichbar ist. Hinzu kamen Handreichungen für diversitätsbewusste Bildung, die sich an Lehrer:innen aller Fächer richtet.

 

Impulse als ‚kick off‘ verstehen

„Es geht nicht nur um diesen einen Tag“, erklärten Dr. Sigrun Galter, Ines Vielhaben und Anje Seel. „Wir möchten unsere Impulse eher als ‚kick off‘ verstanden wissen, da viele Themen unter dem Oberbegriff ‚Vielfalt‘ zusammengefasst werden können“. Das Dreiergremium nannte dabei unter anderem Chancengerechtigkeit, Diskriminierung, Geschlechtergerechtigkeit, Rassismus, Fremdenhass, Queerfeindlichkeit, aber die auch Freiheit der sexuellen Orientierung, der Religion sowie der Sprachen. Hier könne bereits über eine aufmerksame Formulierung von Übungssätzen oder Textaufgaben und den bewussten Umgang mit Stereotypen Einfluss genommen werden.

„Vielfalt ist nicht definierbar“, hieß es am 23. Mai bei der Pausen-Aktion, bei der alle Schüler:innen, die Lust hatten, am Forum in den Mottoshirts zum Song Cotton-Eye Joe tanzten. An der T-Shirt-Aktion beteiligten sich vorwiegend die Jahrgänge 5, 6 und 7 sowie die Klassen 11a, 12f. Den Eingangsbereich der Steinmühle bereichert seit dem Tag der Vielfalt eine Kunst-Allee, die durch verschiedene Skulpturen signalisiert, dass jede:r in seiner oder ihrer Vielfalt bei uns willkommen ist. Die Figuren fertigte der frühere Wahlunterricht 10 (jetzt im Jahrgang 11) und der Kunst-LK. Bei ihnen allen bedankte sich Schulleiter Bernd Holly noch einmal für Einsatz und Engagement.

Wenn also Steinmühlen-Gäste sich demnächst am Eingangsbereich unserer Schule fragen, warum Mona Lisa auf dem Kunstwerk Kopftuch trägt, dann antworten wir dazu im Sinne der Vielfalt ganz einfach: Warum nicht?

13. Juni 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/06/00_6238-scaled.jpg 1000 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-06-13 08:51:082026-06-08 13:52:39Mona Lisa trägt Kopftuch: Steinmühle beging den Tag der Vielfalt

Jahrgang 11 sprach beim Energieforum mit Wissenschaftsministerin Angela Dorn

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Ökologie und Nachhaltigkeit, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Der Schulgong erinnerte eindringlich an das Unterrichtsende. Sonst hätte der Jahrgang 11 wohl noch stundenlang mit Angela Dorn weitergeplaudert. Die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst war beim Energieforum der Steinmühle zu Gast – wohlwissend, dass sie dort gut informierte Schüler:innen treffen würde, wie sie vorausschickte. Eine gute Vorbereitung auf der einen Seite, glaubwürdige, bedachte Antworten und ein Gespür für Augenhöhe auf der anderen – darin liegt wohl das Geheimnis eines fruchtbaren Dialoges mit jungen Menschen an der Altersschwelle zu Erstwählerinnen und Erstwählern. Aber der Reihe nach.

Dass sich die Schülerinnen und Schüler der Fachlehrer:innen Erno Menzel, Carmen Bastian und Dr. Claudia Röder eingehend mit der Energiethematik auseinandergesetzt hatten, das wurde im ersten Teil der Veranstaltung deutlich. Die Klassen 11a bis 11e nahmen das Thema Flüssiggas als potentiellem Konkurrenten von Erdgas unter die Lupe, erläuterten Vorteile, Nachteile und Eigenschaften. Zum Thema Atomkraftwerke wurde eine ähnliche Abwägung getroffen, natürlich nicht, ohne auf mögliche Gefahren und das ungelöste Endlagerproblem für Atommüll hinzuweisen. Auch wurde untersucht, ob wohl E-Autos das Klima retten können. Hier kamen Kinderarbeit, Lithiumabbau und sein Wasserbedarf, Recycling-Problem der Akkus und Infrastruktur hinsichtlich Ladestationen zum Tragen sowie mögliche Zwangsumsiedlung von Menschen in Abbauregionen. Auch der Energieverbrauch der Digitalisierung kam zur Sprache wie auch ein Interview mit Claudia Schnabel als Bürgermeisterin der Großgemeinde Fronhausen/Lahn und das Ergebnis einer Umfrage, bei der im Durchschnitt von den Befragten akzeptiert werde, Teil der Klimawende zu sein.

 

Für bessere europäische Vernetzung

Eine Ministerin hat man nicht alle Tage an der Schule, freute sich Schullleiter Björn Gemmer bei der Begrüßung des Gastes. Und so galt es, Angela Dorn mit brennenden Fragen zu konfrontieren. Ob die Carbon Capture Methode ein adäquates Mittel sei, also die unterirdische Speicherung von CO2. Dies brauchen wir zusätzlich, so die Ministerin, man sei damit in Deutschland auf gutem Weg. Nach dem Atomausstieg gefragt, postulierte die Ministerin, dieser sei unvermeidbar. Denn: Was tun mit strahlendem Müll sei die Kernfrage, die stets nach dem Sankt Florian Prinzip beantwortet werde: Bitte nicht bei uns. „Wir sind momentan noch darauf angewiesen, auch auf Atomkraft aus anderen Ländern“, räumte der Gast ein. Dies könne jedoch nicht die Zukunft sein. Als ein mögliches Lösungselement bezeichnete Angela Dorn staatliche Vergütungen für Firmen, die ihre Energielast herunterfahren. „Schnelligkeit und Flexibilität ist hier gefragt. Und wir müssen punktgenau reagieren“.

Den Aspekt, Solarenegrie aus Afrika zu nutzen, wollte ein anderer Schüler erörtert wissen. „Auch die jeweils lokale Bevölkerung muss profitieren“, antwortete die Ministerin und plädierte für eine noch bessere europäische Vernetzung und das Ausschöpfen von Potenzial bestehender Freiflächen.

Das Umsteigen auf Fortbewegung zu Fuß, per Rad oder per ÖPNV stellt Angela Dorn vor eine flächendeckende Benutzung von E-Autos . „Mit E-Autos allein werden wir keine Energiewende hinbekommen“. Angela Dorn sieht etwa die Einführung des Deutschland-Tickets als richtiges Signal. „Jede Stunde, jedes Dorf“ durch den ÖPNV anzubinden, das sei das Ziel hinsichtlich hinsichtlich öffentlicher Verkehrsmittel. Diese Bestrebung wurde von der Schülerschaft eher zweifelnd gesehen, kritisch die fehlende oder unzureichende Förderung bei der Umsetzung einiger privater Maßnahmen zur Energiewende.

 

Keine Deindustrialisierung

Die Veranstaltung mit der Ministerin schloss mit einigen Statements von ihrer Seite. Den Bürger:innen sollte eine größere Bandbreite bei der Auswahl energierelevanter Verhaltensweisen und Maßnahmen geboten werden und sie konstatierte: „Wir schaffen das nur über Attraktivität“. Klar ist für Angela Dorn, dass im urbanen Bereich deutlich einfacher Energieressourcen eingespart werden können als im ländlichen Raum, und es sei grundsätzlich nicht richtig, die Last auf die Schultern einzelner Menschen zu legen. Nicht in Kauf genommen werden dürfe eine Deindustrialisierung und auch kein Aushebeln aller Rechte durch die sogenannte „Letzte Generation“.

Es fiel häufig der Begriff „Motivation“ in der Debatte. Er machte deutlich, dass nach Überzeugung der Ministerin auf Ermutigung statt auf Vorschreiben gesetzt werden müsse. Zur Sprache kam auch eine anzustrebende Gerechtigkeit zwischen den Generationen und trotz allem die Wichtigkeit des gesellschaftlichen Zusammenhalts: „Wir alle“, so schloss Angela Dorn, „dürfen in der Transformation nicht untergehen“.

Folgende weitere Themen kamen beim Energieforum des Jahrgangs 11 und dem Besuch von Angela Dorn, der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, zur Sprache bzw. wurden ebenfalls andiskutiert: Ernährung, Flächenstillegung in der Landwirtschaft, Privatisierung des UKGM, Funklöcher im Mobilfunk, E-Highway-Teststrecke für LKW auf der A5, Tempolimit.

10. Juni 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/06/00-scaled.jpg 645 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-06-10 15:05:142026-06-08 13:53:06Jahrgang 11 sprach beim Energieforum mit Wissenschaftsministerin Angela Dorn

Alle sind gefordert: Beim Einkauf lässt sich viel ausrichten

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Ökologie und Nachhaltigkeit, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Informationen zu innovativem und fairem Handel

Eine kleine, feine Veranstaltung war geplant. Letztendlich wurde sie groß und vor allem großartig! Der Landkreis Marburg hatte für seinen Vortragsabend über innovativen und fairen Handel das Forum der Steinmühle als Veranstaltungsort gewählt. Neben den namhaften Referentinnen und Referenten waren es Steinmühlenschüler:innen, die mit ihren wissenschaftlichen Postern zu nachhaltigen Forschungsobjekten und ihren Fotoserien zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung gleichermaßen die Aufmerksamkeit der Gäste erhielten. Die künstlerischen Darbietungen unseres Musiklehrers und Konzerttenors Daniel Sans und seiner Ehefrau Marie-Gabrielle drehten sich ebenfalls um das Thema des Abends: Die Natur und unsere Welt. „Im Abendrot“ von Franz Schubert – eine passende Einleitung.

Es war das erste Mal nach seinem Amtsantritt, dass Landrat Jens Womelsdorf in offiziellem Rahmen die Steinmühle besuchte. „Uns beschäftigen gerade diverse Veränderungsprozesse“ führte er nach der Begrüßung durch Schulleiter Bernd Holly in den Abend ein, „und unsere Aufgabe ist es, diesen Wandel positiv zu gestalten“. Der Landrat griff damit die Themen Globalisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit auf, die sein Vorredner als Auftrag der Schule und gleichzeitige Herausforderung benannt hatte. Es gelte, Wege zu finden, die angesteuerten Ziele zu erreichen, ohne gleichzeitig unsere Lebensgrundlage zu zerstören.

 

Transparenz vs. Wirtschaftlichkeit

Professor Dr. Sören Becker von der Marburger Philipps-Universität benannte die Herausforderungen für nachhaltige Produkte und Lieferketten aus Sicht des Geographen. Er zeigte auf, dass Waren, die ohne Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft und mit transparenten Lieferketten produziert werden, leider oft nicht wirtschaftlich sind – ein Problemfeld, so bekannt wie schwer zu lösen. Eine Herausforderung auch, verarbeitungsnotwendige Materialien nicht aus Konfliktregionen zu beziehen. Seine Erläuterungen zum Fairtrade-Siegel am Beispiel Kakao beschrieben das Spannungsfeld zwischen Zielen und der Realität.

 

Fairer Handel hat weibliche Führung

Die Arbeit der Weltläden beschrieb in ihrem Vortrag Edith Müller-Zimmermann, Sprecherin der Steuerungsgruppe Fairtrade des Landkreises Marburg-Biedenkopf und Leiterin des Weltladens Gladenbach. Es gehe den Weltläden um eine nachvollziehbare Lieferkette der Waren, die unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen produziert werden. Die Referentin erläuterte die Arbeit der Weltläden auch im Hinblick auf deren Bildungsarbeit. „Fairer Handel bedeutet gleichzeitig, dass über 50 Prozent der Führungskräfte weiblich sind,“ informierte sie. Wichtige Themen seien die Information an allen Waren über deren Herkunft sowie der Stellenwert von Upcycling und Recycling. Edith Müller-Zimmermann verband ihren Vortrag mit einigen digitalen Kurzinformationen, bei denen sie auch auf die Rolle der ägyptischen „Entwicklungsinitiative“ SEKEM einging. Sie wurde 1977 gegründet und erschloss unter anderem am Rand des Nildeltas knapp 60 Kilometer nordöstlich vom Zentrum Kairos etwa 70 Hektar Wüste mit Methoden der biologisch-dynamischen Landwirtschaft.

„Kaufen Sie fair und richten Sie Ihren Alltag danach aus,“ schloss die Referentin – nicht ohne allen Interessierten das Angebot zu machen, ihnen jederzeit weitergehende Informationen zukommen zu lassen.

 

Alarmstufe für Artenvielfalt

Das Lied von Daniel und Marie-Gabrielle Sans, „What a wonderful World“, erreichte fast schon die Herzen der Zuhörerinnen und Zuhörer, passte es doch perfekt in den Kontext. Da hatte der Einstieg des nächsten Referenten schon beinahe ernüchternde Wirkung. Frritz Konz, Leiter Qualitätsmanagement der tegut-Zentrale in Fulda, begann seinen Beitrag mit unerfreulichen Fakten: Der Dezimierung durch fortgesetzte Ernte bei Monokulturen, der Gefährdung der Artenvielfalt mit diversen Beispielen. „Dass wir alles in zehn Jahren noch vorfinden? Sehr unwahrscheinlich,“ erklärte Konz, der das Thema „Fairer Handel“ aus Sicht eines Supermarktes darstellte.

 

„Deklaratorische Finessen“

„Nehmen wir Nutella“ erläuterte Konz an einer Skizze. Er beschrieb Herkunft, Wege, Bedingungen und Transport jeder einzelnen Zutat und machte daran deutlich, wie kompliziert das Thema Nachhaltigkeit und Fairer Handel allein bei einem einzigen Produkt sein kann. „Lieferketten sind irre komplex“ erläuterte er, erwähnte auch deklaratorische Finessen, oft ohne Transparenz für den Verbraucher. tegut unterwerfe sich bestimmten Selbstverpflichtungen und lebe nach definierten Beschaffungsgrundsätzen, die auch auf der Website des Unternehmens nachzulesen seien.

„Wir nehmen uns die Freiheit, anders zu sein“, konstatierte der Qualitätsmanager. Das Credo von tegut sei, den Verbrauchern als Händler die Wahl zu bieten, welche Produkte welcher Herkunft sie erwerben wollen. Das Streben nach fairen Handelsbedingungen sei indessen längst nicht beendet. „Es ist noch ein längerer Weg zu gehen. Die Entwicklung wird weiter andauern.“

Die Steinmühle ist Mitglied der Steuerungsgruppe Fairtrade des Landkreises Marburg-Biedenkopf und begleitete den Landkreis im Rahmen der gemeinsamen Zusammenarbeit im Gremium bis zur Zertifizierung.

9. Juni 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/06/08_6292-Verbessert-RR-scaled.jpg 1000 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-06-09 14:56:532026-06-08 13:53:47Alle sind gefordert: Beim Einkauf lässt sich viel ausrichten

Potenziale checken: Jahrgang 11 absolvierte den geva-Test

Aktuelles, Politik, Wirtschaft & Verantwortung, Umfragen & Studien

Auch in diesem Jahr hat die Steinmühle dem Jahrgang 11 vor der endgültigen Einwahl in die Leistungskurse wieder ermöglicht, die eigenen Fähigkeiten und Interessen durch den geva-Test zu checken. Hier galt es, in einer begrenzten Zeit ein Testheft durchzuarbeiten, das unterschiedliche Aufgabenstellungen bereithielt. Viele Schülerinnen und Schüler sind noch nicht sicher, wohin die spätere berufliche „Reise“ einmal gehen soll. Sie hadern mit der Wahl der Leistungskurse und haben erst recht keine Idee, welches Studium sie ergreifen oder welche Ausbildung sie später absolvieren sollen.

Nach Auswertung gibt der geva-Test den Schüler:innen im Wesentlichen Antworten auf folgende Fragen:

  • Was sind meine stärksten Interessen, Schlüsselqualifikationen und Leistungen?
  • Wo liegen Potenziale, wo sind Ansatzpunkte für meine persönliche Entwicklung?
  • Schätze ich meine Leistungen richtig ein? In welchen Bereichen überschätze, in welchen unterschätze ich mich?
  • Wie unterscheide ich mich von Gleichaltrigen mit vergleichbarer schulischer Ausbildung?
  • Welche Studiengänge oder Ausbildungen passen am besten?
  • Welche beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten bieten sich an?

„Die Kooperation mit dem geva-Institut ist ein wichtiges Element unserer Aktivitäten zur Berufsorientierung,“ erläuterte Dr. Claudia Röder, die an der Steinmühle für die Studien- und Berufsorientierung zuständig ist und die schulischen Praktika koordiniert.

16. Februar 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/02/Geva_Titel-scaled.jpg 760 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-02-16 09:58:412026-06-08 13:59:13Potenziale checken: Jahrgang 11 absolvierte den geva-Test

Eintauchen ins „normale Leben“: Ein Besuch im Amtsgericht

Aktuelles, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Im Januar besuchte die Klasse 8c des Gymnasiums Steinmühle im Rahmen des Projekts „Jugend und Kriminalität“ mit Lehrerin Dr. Claudia Röder das Amtsgericht Marburg in der Universitätsstraße. Die Schülerinnen Greta Steiner und Evelyne Hildermann schreiben dazu:

Ein Strafverfahren wollten wir verfolgen. Nach dem Passieren der Sicherheitskontrolle fing um 9.30 die Verhandlung an. Der Gerichtssaal war ein kleiner Raum, der in zwei Abteilungen aufgeteilt war: In dem einen Abschnitt konnten Zuschauer sitzen und in dem anderen Abschnitt saßen der Staatsanwalt, die Richterin, eine Justizfachangestellte, die das Verfahren protokollierte und der Angeklagte.

Als die Verhandlung beginnen sollte, trat kein Angeklagter ein und die Richterin befürchtete, dass sie den Angeklagten holen lassen müsste. Der Staatsanwalt wollte sich noch einmal vergewissern, dass wirklich niemand da ist und traf dabei auf dem Flur auf den Angeklagten.

Der Angeklagte kam ohne Anwalt und wollte sich selbst verteidigen. In dem besuchten Verfahren wurde der Angeklagte beschuldigt, auf einer Hausparty mit insgesamt etwa 10 Personen seiner Frau und einem Bekannten gegenüber gewalttätig geworden zu sein und später Widerstand gegen Vollzugsbeamte geleistet zu haben.

Der Angeklagte bestritt den Tatverlauf und sagte, dass er nie gewalttätig geworden sei. Da jedoch fünf Zeugen ihn als gewalttätig beschrieben, wurde er schuldig gesprochen. Er bekam sieben Monate Freiheitsstrafe auf drei Jahre Bewährung und eine Geldstrafe von 600 Euro, welche er in Raten abbezahlen darf.

Der Zeuge, der unentschuldigt nicht erschien, bekam eine Strafe von 150 Euro oder drei Tage Arrest.

Alle waren sichtlich betroffen darüber, dass Taten, die eigentlich von uns Jugendlichen als „nicht so schlimm“ bewertet wurden, zu einer Freiheitsstrafe geführt haben.

Wir folgten alle gebannt der Verhandlung und fanden den Ausgang spannend. Gleichzeitig merkten wir, dass der Angeklagte aufgrund seiner sprachlichen Schwierigkeiten nicht alles verstanden hatte, was der Staatsanwalt oder die Richterin sagten. Der Begriff „auf Bewährung“ war ihm beispielsweise unbekannt, so dass er auf das Urteil entsetzt reagierte.

Alles in allem war es ein gelungener Vormittag und es war cool, auch mal ins „normale Leben“ einzutauchen.

16. Februar 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/02/Amtsgericht_Titel-scaled.jpg 679 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-02-16 09:52:522026-06-08 13:59:45Eintauchen ins „normale Leben“: Ein Besuch im Amtsgericht

Projekt zur Alkohol-Prävention für den Jahrgang 8: „Hackedicht – besser geht’s dir ohne“

Aktuelles, Politik, Wirtschaft & Verantwortung, Sport & Gesundheit

Am 17. Oktober fand wieder das Alkoholpräventionsprojekt „Hackedicht – besser geht’s dir ohne“ für die Klassen 8 statt. In jedem Jahr wird der Jahrgang 8 im Rahmen eines Projektes darüber informiert, was Alkohol grundsätzlich mit unserem Körper macht.

Dr. Birgit Wollenberg, die Leiterin des Gesundheitsamtes im Landkreis Marburg-Biedenkopf, hat den Schüler*innen im ersten Teil des Projektes viele Informationen zu den entsprechenden Themen gegeben: Was bewirkt Alkohol im Körper, der Umgang mit Alkohol, Alkoholsucht und ihre Folgen.

Im zweiten Teil wurde es dann praktischer: mit Hilfe von Alkoholbrillen, die die Effekte eines Alkoholrausches simulieren, konnten die Schüler*innen erfahren, dass auch einfache Dinge wie kleine Gegenstände zu sortieren oder Ballspielen unter dem Einfluss von Alkohol sehr schwierig werden können. Dabei entstanden auch Fotos. Außerdem tauschten sie sich über das Thema „Gruppendruck und Alkohol“ aus.

Im Allgemeinen geht es in diesem zweistündigen Projekt darum, die Schüler*innen für das Thema zu sensibilisieren und ihnen u.a. die Folgen eines zu frühen Alkoholkonsums klarzumachen.

22. Dezember 2022
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2022/12/Titwl-scaled.jpg 719 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2022-12-22 12:26:332026-06-08 14:03:09Projekt zur Alkohol-Prävention für den Jahrgang 8: „Hackedicht – besser geht’s dir ohne“

Ein Kompass für die Berufswahl: Informationstag an der Steinmühle

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

„Und was willst du später werden?“ – Die Frage, die man Jugendlichen vor Jahrzehnten schon stellte, hat nichts an Relevanz verloren. Im Gegenteil sind die Antworten auch heute nicht deutlicher: Mehr Studiengänge, mehr Ausbildungsmöglichkeiten, aber nicht unbedingt mehr Klarheit bei den jungen Menschen. Um das zu ändern, führt die Steinmühle jedes Jahr im November einen Berufsinformationstag durch. Organisatoren sind Steinmühlenlehrerin Dr. Claudia Röder, Beauftragte für Berufsorientierung, sowie Hans-Heinrich Bähr vom Berufsdienst des Rotary-Club Marburg-Schloss.

Erneut hatten sich viele Profis aus ganz unterschiedlichen Berufsgruppen bereiterklärt, den Schülerinnen und Schülern des Jahrgangs 11 Fragen zum eigenen Werdegang und ihrer Tätigkeit zu beantworten. In drei Gesprächsrunden von je 20 Minuten konnten die jungen Leute ihre favorisierten Expertinnen und Experten zu allem fragen, was ihnen auf den Nägeln brannte: Wie ergattert man einen Studienplatz in Psychologie? Worauf muss man sich einstellen, wenn man in die IT-Branche möchte? Wie wird man Berufspolitiker*in?“ Genau diese Fragen wurden letztlich am häufigsten gestellt und geben damit auch wieder, welche Berufe an diesem Abend am gefragtesten waren. Das allermeiste Interesse verzeichnete allerdings der Repräsentant der Bundeswehr. Ganz ohne Nachfragen blieb keine der Berufsgruppen.

 

Auch Politiker*innen stellten sich den Fragen

„Wir freuen uns, dass wir wieder diesen Info-Abend veranstalten können,“ sagte Dr. Claudia Röder angesichts der angeregten Gespräche, die geführt wurden. „Besonders freue ich mich, dass es uns gelungen ist, auch Vertreter*innen aus der Politik bei uns zu haben.“ Zu Gesprächen hatten sich aus diesem Bereich der heimische Landtagsabgeordnete Dirk Bamberger (CDU) sowie die Marburger Bürgermeisterin Nadine Bernshausen (Bündnis 90/Grüne) zur Verfügung gestellt. Nadine Bernshausen repräsentierte gleichzeitig den Beruf der Richterin.

„Ich fand es sehr interessant,“ erzählte Benjamin Schul am Ende der Veranstaltung. Er hatte ein intensiveres Gespräch mit dem Vertreter einer Consulting-Firma geführt und könnte sich nun nach einem BWL-Studium einen Beruf in der Selbstständigkeit vorstellen. Melissa Mägerlein imponierten die Informationen der Bundeswehr: „Man hat dort erfahren, welche Studiengänge bei der Bundeswehr möglich sind und hat vor allem konkrete Angebote erhalten zu einem Camp oder einem Praktikum. Das war sehr hilfreich.“ Emilia Ouaissa hatte sich nach Details einer politischen Tätigkeit und der Arbeit als Psychologin erkundigt. „Es war für mich sehr interessant, da ich wirklich neutrale und abgewogene Informationen erhalten konnte.“ Chiara Rector hatte den Focus auf Bundeswehr und Medizin gelegt, empfand die jeweiligen Informationen dazu als stichhaltig und die Erklärung der Laufbahn und Studienzeit als umfassend. Tom Beyer erklärte, er habe den Abend genutzt, um eine Negativ-Auswahl zu treffen: „Ich konnte schon mal einen Anhaltspunkt bekommen, was eher nichts für mich ist.“

Einige der Jugendlichen hätten sich noch etwas mehr Zeit am Berufsinformationsabend gewünscht – entweder, um bei dem favorisierten Gesprächspartner oder der Gesprächspartnerin noch mehr ins Detail gehen zu können, oder um noch in einen weiteren Berufszweig hineinzuhorchen. Der Elftklässler Lauritz Kleine: „Fünf statt drei Gesprächsrunden durchzuführen – das wäre vielleicht ein Vorschlag.“

Beim Berufsinformationsabend, der von Schulleiter Björn Gemmer eröffnet worden war, wurden folgende Berufe und Bereiche repräsentiert: Rechtsanwalt/Rechtsanwältin, Richter*in, Diplom-Kaufmann oder-Kauffrau/Geschäftsführer*in, Arzt/Ärztin, Psychologe/Psychologin, Psychologische/r Psychotherapeut*in/Kinder und Jugendlichen-Psychotherapeut*in, Zahnarzt/Zahnärztin, Steuerberater*in/Wirtschaftsprüfer*in, Physiker*in, Unternehmensberater*in/BWL-Studium, Informationstechnologie, Sparkassen-/Finanzwesen, Berufspolitiker*in, Abgeordnete/r, Prokurist*in, Medizinstudium ohne NC, Bundeswehr, Pharmazeut*in, Freiwilliges Soziales Jahr, Journalismus.

18. November 2022
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2022/11/Titel-scaled.jpg 679 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2022-11-18 13:06:382026-06-08 14:03:49Ein Kompass für die Berufswahl: Informationstag an der Steinmühle
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