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Fit für den Alltag nach der Schule: Orientierung über Wohnen, Finanzen & Co.

Aktuelles, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

„Dein Crashkurs fürs Leben“ nennt die WJB gGmbH ihr Angebot für Schulen. So waren Wohnen, Finanzen, Krankenkasse und Steuern an einem Dezembermorgen die beherrschenden Themen an der Steinmühle – zumindest für den Jahrgang 13. „Schließlich sollen die jungen Leute in einigen Monaten nicht nur mit dem Kopf voller Schulwissen, sondern auch orientiert über die wichtigsten Dinge des Alltags die Steinmühle verlassen“, erläuterte Oberstufenleiterin Constanze Oestreicher-Gold.

Zu den vier Themengebieten hatte der Veranstalter jeweils einen Vertreter oder eine Vertreterin aus dem heimischen Raum als Referenten eingeladen. Für alle Bereiche gab es ein schriftliches Handout, konnten Fragen gestellt werden und wurden Fallbeispiele erläutert. In Workshops zu jedem Thema wurden konkrete Situationen durchgesprochen: Das Mieten von Wohnraum und was zu beachten ist, Einnahmen, Kontoführung, Familienversicherung, Gehaltsabrechnungen und vieles mehr.

 

Bildung  jenseits der Schulfächer

Unsere angehenden 95 Abiturientinnen und Abiturienten durften auf diese Weise gedanklich mal in andere Gefilde abtauchen, jenseits von Englisch, Deutsch oder Mathematik. Dadurch konnten sie ansatzweise einschätzen, welchen Herausforderungen sie sich werden stellen müssen, wenn sie im Sommer die Steinmühle verlassen.

Ob der Zukunftstag tatsächlich bei der Orientierung über die Themen Wohnen, Finanzen, Krankenkasse und Steuern geholfen hat? Dies durften die 95 Schülerinnen und Schüler am Ende der Veranstaltung auf einem Feedback-Bogen beantworten. Die Beurteilungen, die auch Verbesserungsvorschläge enthalten konnten, nahm Zukunftstags-Leiter Timo Skrobanek am Schluss der Tagung mit. Der nächste Jahrgang dürfte schon in den Startlöchern stehen, um sich ebenfalls in die unterrichtsfremden, aber lebensnahen Themen einzufinden.

14. Januar 2025
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/01/IMG_6870-Verbessert-RR-scaled.jpg 1000 1500 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2025-01-14 11:39:002026-03-08 11:01:53Fit für den Alltag nach der Schule: Orientierung über Wohnen, Finanzen & Co.

Jahrgang 12 nutzte eingehend die Info-Möglichkeiten über verschiedene Berufe

Aktuelles, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

„Krawatte binden war gestern“ verkündete die  Sparkassse Marburg-Biedenkopf auf ihrem Roll-up, um beim Ausbildungsberuf Bankkaufmann mögliche Gedanken an ein zu konservatives Image gar nicht aufkommen zu lassen. Damit hatten die Schülerinnen und Schüler des Steinmühlenjahrgangs 12 auch ohnehin kein Problem, wie es schien. Der Info-Stand des heimischen Geldinstituts beim Rotary-Berufsinformationstag an der Steinmühle war durchgehend gut besetzt. Bankkaufmann – ein Beruf mit vielen Perspektiven, und wer hätte das besser bestätigen können als der ebenfalls anwesende heutige Landtagsabgeordnete Dirk Bamberger (CDU), der in jenem Bereich seinen beruflichen Start hinlegte.

 

Ziemlich begehrt: Psychologie

Doch es ging an diesem Abend, der alljährlich im November im Forum der Steinmühle stattfindet, nicht nur um das Berufsbild des Bankers oder Politikers. Die Liste der Vertreterinnen und Vertreter verschiedenster Berufe war lang: Rechtsanwalt, Diplomkaufmann, Mediziner oder Zahnmediziner; das Info-Angebot der anwesenden Psychologin füllte den Raum in besonderem Maße. Es gibt daneben weitere Berufe, die in schon gewohnterweise besonderes Interesse wecken: Für die Bundeswehr gab es mehrere Interessierte, wenn auch etwas weniger als in den Vorjahren. Der Studiengang Nachhaltigkeitsmanagement machte viele auf sich aufmerksam, und auch Pharmazie und Physik hatten etliche Nachfragen bei den drei Gesprächsrunden.

 

Zum Handwerk „auf Umwegen“

Neu im Angebot waren handwerkliche Berufe mit einem Vertreter des Fleischerei-Handwerks und des Tischler-Handwerks. Christiane Harms, selbst Goldschmiedin und Projektkoordinatorin „Talentscouts im Handwerk“, stand Rede und Antwort bei der Frage, ob denn das Handwerk bei den Abitur-Jahrgängen auch seine Anhänger hat. „Auf jeden Fall“ berichtete die Vertreterin der Kreishandwerkerschaft, stellte lediglich fest, dass oft erst ein Umweg eingeschlagen werde: „Viele fangen erst vorher etwas an und kommen dann als Abbrecher ins Handwerk. Übersehen würden im Vorfeld oft der Bedarf an Handwerkern verschiedenster Gewerke und der vergleichsweise gute Verdienst schon in sehr frühen Jahren. Ihr Tipp: „Gerne mal bei uns vorbeikommen“.

 

Mordkommission und Presse 

Neu im Informationsangebot des Abends war ein Vertreter der Mordkommission, und die Erläuterungen dieses „echten Kommissars“ wollten sich viele nicht entgehen lassen. Wie arbeitet ein Pilot und wie wird man einer? Auch das gehörte zu den neuen Informationsangeboten beim Berufsinformationstag an der Steinmühle. Sind die Zeiten so interessant aus der Beobachter-Perspektive – oder sollte sich das Image tatsächlich gebessert haben? Wie dem auch sei: Carsten Beckmann, stellvertretender Chefredakteur unserer heimischen Oberhessischen Presse, freute sich über einen ganzen Raum voller Interessentinnen und Interessenten am Beruf des Journalisten und Redakteurs.

 

Dank an das Organisationsteam

Unerwähnt blieben bisher die Vertreterinnen und Vertreter der Berufe in Personalentwicklung, Informationstechnologie (IT) und Softwarebereich, des Steuerberaters und Wirtschaftsprüfers und der Präzisionsoptik. Nicht zu vergessen ist auch das Organisationsteam des Abends, bestehend aus Dr. Claudia Röder, an der Steinmühle verantwortlich für die Berufsorientierung, und Hans-Heinrich Bähr vom Rotary-Club Marburg-Schloss, zuständig für den Berufsinformationsdienst. Schulleiter Björn Gemmer bedankte sich bei beiden für die zuverlässige Vorbereitung mit einem kleinen Präsent.

 

„Orientierunsgtechnisch wertvoll“

Wie immer fingen wir nach der Veranstaltung die eine oder andere Stimme der Schülerinnen und Schüler ein: „Ich hatte viele Vorstellungen und Erwartungen von bestimmten Berufen, nun kann ich alles realistischer einschätzen. Orientierungstechnisch ist diese Veranstaltung sehr wertvoll“, sagte Ivo Hamann. Kommentare seiner Mitschülerinnen bestätigten das, sie hätten allerdings sehr gerne noch etwas zum Thema Meeresforschung gefunden. Ansonsten, so Elsa Stremme und Lia Kraft, war es ok, „…nur mehr Durchgänge und mehr Zeit – das wäre noch besser gewesen“.

13. November 2024
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2024/11/IMG_4698.jpg 480 640 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2024-11-13 19:36:012026-03-08 11:10:41Jahrgang 12 nutzte eingehend die Info-Möglichkeiten über verschiedene Berufe

Homosexualität im Dritten Reich – ein Schicksal hautnah

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Ein farbenfroher Regenbogen leuchtete am Donnerstagabend über dem Marburger Stadtteil Cappel und über der Steinmühle. Ganz so, als wollte er noch einmal speziell zur Lesung von Klaus Dieter Spangenberg ins Forum einladen. Der gebürtige Marburger und Dipl.-Sozialarbeiter stellte dort sein Buch vor mit dem Titel „Wo ist Fritz“. Darin schildert er das Schicksal seines Großonkels als Beispiel für die Opfer von Militärjustiz und die Verfolgung Homosexueller im Dritten Reich.

Zu einer Lesung im engeren Sinne kam es für die Besucherinnen und Besucher aller Altersklassen nicht. Dafür hörten sie die warmherzige Schilderung der Familiengeschichte mit Schwerpunkt auf das Leben von Großonkel Fritz Spangenberg.

Noch immer etwas Besonderes

Als der Autor Klaus Dieter Spangenberg, Jahrgang 1964, im Zeitraum 1982/83 selbst sein Coming-out hatte und sich innerhalb der Familie offenbarte, erfuhr er: „Du bist nicht der Erste“. In der Marburger Bahnhofstraße 11 hatte es schon einmal jemanden gegeben, seinen Großonkel Fritz Spangenberg. Er hatte als Homosexueller zur Zeit des Dritten Reiches die besondere Härte des Paragraphen 175 Strafgesetzbuch zu spüren bekommen – mit allen unmenschlichen Folgen.

Auch wenn Jahrzehnte später immer mehr Rechte für gleichgeschlechtlich liebende Menschen erstritten wurden, der Paragraph 175 StGB später gelockert und 1994 endlich aufgehoben wurde – es blieb nach Schilderungen des Vortragenden immer etwas Besonderes. In seinem eigenen Elternhaus gab es die Sprachregelung, nicht darüber zu reden; schließlich war die Familie bekannt, hatte in Marburg ein etabliertes Café – dazu passte laut seiner Familie kein Getuschel. Klaus Dieter Spangenberg, übrigens Steinmühlen-Abiturient, der als schwuler Mann „keine Zukunft in der Kleinstadt“ sah, verließ Marburg in Richtung Berlin. Die Stadt ließ er zurück – die Gedanken an seinen Großonkel Fritz begleiteten ihn.

Recherche bis 2022

„Kann denn Liebe Sünde sein?“ fragte Zarah Leander in ihrem Lied von der gleichnamigen Schallplatte, die der Gast bei seinem Vortrag abspielte. Laut eigener Schilderung begann Spangenberg etliche Jahre später, nämlich 2009, mit der Recherche nach dem Schicksal seines Großonkels, die bis 2022 andauerte. Akten inklusive Strafregister, Angaben über die Zeit in der Strafkompanie, ein Fotoalbum seines Großvaters und Briefe des Großonkels an die eigene Schwester dokumentierten die Hürden, Widerstände, Degradierungen und Strafen, die Fritz Spangenberg, Jahrgang 1914, hatte erfahren müssen. Die Fotos zeigten den Pharmaziestudenten und späteren Apotheker erst als Hilfskoch, häufig beim Herumalbern auch in Frauenkleidern, aber 1935 auch in SA-Uniform, die gewisse Vergünstigungen versprach. Im selben Jahr war der § 175 StGB noch verschärft worden.

An die Öffentlichkeit ging Fritz Spangenberg häufig zu dritt, mit seiner Schwester Elfriede und deren Verlobtem Hans Hahn. Die drei Pharmazeuten unternahmen viel, ließen sich fotografieren. – Für Klaus Dieter Spangenberg Dokumente einer Zeit, in der es seinem Großonkel zumindest vordergründig gut zu gehen schien.

Vollstreckungen mitansehen

Die militärische Grundausbildung absolvierte Fritz Spangenberg in Kassel. In Fritz Spangenbergs Strafbuch fand sich irgendwann der Vorwurf versuchter Verführung Minderjähriger – einer Altersklasse, der man damals bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres angehörte. Die Beweise waren dürftig. Spangenberg gehörte dennoch zur Zielgruppe der „Abteilung zur Bekämpfung der Homosexualität“.

Als ausgebildeter Sanitäter konnte er sich zwar dem Schicksal in KZ oder Zuchthaus entziehen; er kam aber 1943 in das Wehrmachtsgefängnis Torgau an der Elbe. Dort war es unter anderem vorgeschrieben, bei der Vollstreckung von Todesurteilen zusehen zu müssen.
Und noch mehr. Als Offizier wurde er degradiert, er verlor seinen Dienstrang, die Eignung als Sanitäter wurde ihm aberkannt, die Zulassung als Apotheker entzogen. Weil er sich im Wehrmachtsgefängnis sehr gut führte, erhielt er am 16. Februar 1943, nach neun Monaten, sein Entlassungszeugnis, das immerhin sein gutes Betragen und Verhalten jedermann gegenüber dokumentierte.
Das Ende: Strafkompanie an der Ostfront

Dennoch: Im Dezember desselben Jahres musste er sich erneut von seiner Familie verabschieden, um in die so genannte „Strafkompanie“ an der Ostfront einzurücken. Diese entfaltete ihre Aktivitäten in Russland und Weissrussland. Seine Familienangehörigen hatten anschließend immer gehofft, er werde in Gefangenschaft kommen. Stattdessen entnahm sie und später Klaus Dieter Spangenberg einer Kommandeurs-Nachricht aus den Archiven, dass Fritz Spangenberg mit seiner Einheit 299 bei einem Nachtangriff in einem Sumpf- und Waldgebiet verschollen war.

Fritz Spangenbergs sterbliche Überreste wurden nie gefunden, 1969 wurde er für tot erklärt. Eine Gedenkstätte gibt es nicht. Sein Name findet sich einzig auf einer Gedenktafel für die Opfer des 1. und 2. Weltkrieges.

Gesellschaftliche Ächtung, Verlust der Approbation, Scham und schließlich der Tod in der Strafkompanie an der Ostfront sind die traurige und bewegende Geschichte von Fritz. Das Buch ist der Versuch einer Rekonstruktion seines tragischen Schicksals anhand von Dokumenten aus der Wehrmachtsakte und dem Familienarchiv. Fritz zählt zu den über 50.000 Opfern der NS-Justiz und den rund 7.000 Verurteilten innerhalb der Wehrmacht.

Klaus Dieter Spangenberg: Wo ist Fritz? – Opfer des § 175 im Dritten Reich. Ein Beispiel für Militärjustiz und die Verfolgung Homosexueller in der Wehrmacht. Das Buch hat 116 Seiten und ist erschienen im Büchner Verlag, Marburg 2024, als Taschenbuch oder E-Book (ISBN: 978-3-96317-349-3). 

14. September 2024
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/IMG_5996-Verbessert-RR11-scaled.jpg 1000 1500 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2024-09-14 18:28:312026-03-08 11:29:59Homosexualität im Dritten Reich – ein Schicksal hautnah

„Mein Mutiger Weg“: Bei der Berufsorientierung eigene Träume aktiv verfolgen

Aktuelles, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Wohin führt der Weg nach dem Abitur? Der Steinmühle ist sehr daran gelegen, dass ihre Schülerinnen und Schüler noch während ihrer Oberstufenzeit möglichst klare Vorstellungen von dem entwickeln, was sie tun wollen, wenn sie ihr Abi-Zeugnis in der Hand halten. Berufsorientierende Veranstaltungen erhalten daher während der Schuljahres regelmäßig einen Platz. Zum Standard-Programm gehört hier mittlerweile ein Vormittagsseminar mit dem Bildungs-Start-up „Mein mutiger Weg“. Die Trainer bieten moderne Berufsorientierung an. Ihr Credo: Arbeiten an der eigenen Zukunft soll Freude machen, keine Angst.

Fähigkeiten herausarbeiten

Während des Seminars lernten die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe auch am vergangenen Dienstag wieder, wie wichtig es ist, eigene Fähigkeiten, Interessen oder auch Träume herauszuarbeiten, um genau diesen durch gezielte Schritte in Eigenverantwortung und mit Selbstvertrauen ein Stückchen näher zu kommen. Eine Konkretisierung von Vorstellungen, von Prioritäten für das Leben und von eigenen Stärken ist ein wichtiger Wegweiser, um idealerweise den passenden Studienplatz oder die passende Berufsausbildung zu finden. „Wenn Entscheidungskriterien für den späteren Wunschberuf definiert werden, kann so mancher Abbruch vermieden werden“, berichtete das Team des zertifizierten Bildungsträgers aus Karlsruhe.

Der Vormittag im Forum der Steinmühle wurde durch Beantwortung von Fragen, durch Aufgaben im Dialog und durch Arbeit mit einem Seminar-Workbook gestaltet.

Dr. Claudia Röder, an der Steinmühle für Berufsorientierung und Praktika zuständig, hatte die Veranstaltung organisiert und lieferte einige fotografische Eindrücke. Irgendwie wirkt es so, als hätte die Unterhaltung über das eigentlich ernste Thema „Zukunft“ den Schülerinnen und Schülern sogar Spaß gemacht.

 

8. September 2024
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2024/09/IMG_23021-e1725816789725-scaled.jpg 789 1500 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2024-09-08 19:52:452026-03-08 11:30:30„Mein Mutiger Weg“: Bei der Berufsorientierung eigene Träume aktiv verfolgen

Im Blockhaus spielen nun die MühlenMinis

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Leben im Internat, Politik, Wirtschaft & Verantwortung, Soziales Engagement

Die Anneliese Pohl Stiftung fördert das Tagespflegegruppen-Projekt „MühlenMinis“ an der Steinmühle mit 40.000 Euro. Aus diesem Grund gab es einen „Großen Bahnhof“ für die kleinen Lieblinge. Das neu sanierte Blockhaus auf dem Gelände der Steinmühle wurde jetzt für die beiden Tagespflegegruppen für Kinder im Alter von 1-3 Jahren offiziell seiner Bestimmung übergeben. Mit dabei waren Schulvereinsvorsitzender Egon Vaupel und sein Vertreter Gerhard Müller, kommunale Vertreterinnen und Vertreter sowie Arzu Kurt-Duran, Geschäftsführerin der Anneliese Pohl Stiftung. Sie überreichte der Steinmühle zur Unterstützung des Projekts einen Scheck in Höhe von 40.000 Euro.

„Wir haben großes Glück, eine Stiftung vor Ort zu haben, die solche Projekte fördert“, erklärte Vaupel zu Beginn seiner Ansprache. Um möglichst viele Kriterien als familienfreundlicher Arbeitgeber zu erfüllen, möchte die Steinmühle für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Möglichkeit schaffen, ihre Kinder auch während ihrer Arbeitszeit in sichere und zuverlässige Hände zu geben. Zwei professionelle Kindertagespflegerinnen, Sarina Rösler und Debora Schmidt vom Verein Kindertagespflege Marburg-Biedenkopf, sorgen in zwei Gruppen mit je maximal fünf Kindern dafür, dass dies in vollem Umfang gelingt.

Die „MühlenMinis“, wie sie liebevoll genannt werden, sind im ehemaligen Blockhaus untergebracht. Für eine rundherum zeitgemäße Umgebung wurde das 1980 errichtete Gebäude kernsaniert. Die Unterkunft hält nun alles bereit, was sich Eltern für ihren Nachwuchs wünschen können: Ein Kinderbad, eine Küche, einen ansprechend gestalteten Aufenthaltsraum, Schlaf- und Rückzugsbereich – und natürlich jede Menge Möglichkeiten zum Spielen.

 

Sicheres Außengelände zum Toben

 

Stiftungsmanagerin Arzu Kurt-Duran konnte sich von dem fröhlich gestalteten Interieur des Gebäudes und seiner Ausstattung überzeugen. Damit sich alle auch von der Außengestaltung der Anlage ein passendes Bild machen konnten, war die offizielle Einweihung absichtlich ins Frühjahr gelegt worden. Das Außengelände wurde für die Kinder komplett neu angelegt und sicher eingezäunt. Dort kann nach Herzenslust gespielt, getobt und geforscht werden. Ein großer Sandkasten lädt zum Buddeln ein. Dieser ist mit einem Sonnensegel geschützt.

Die Inbetriebnahme der Anlage hatte bereits vergangenen Herbst stattgefunden: Die ersten MühlenMinis, darunter der Sohn von Projektmanager Fabian Küster, waren bereits am 23. Oktober eingezogen.

Arzu Kurt-Duran, selbst ehemalige Schülerin der Steinmühle, freute sich, die Unterstützung im Namen der Anneliese Pohl Stiftung übergeben zu können und wünschte der Einrichtung gutes Gelingen. Zwischen der Anneliese Pohl Stiftung und dem Schulverein ist vereinbart, dass potentiell von der Steinmühle nicht belegte Kinder-Tagespflegeplätze den Eltern im Umfeld der Anneliese Pohl Stiftung zur Verfügung stehen.

Zur offiziellen Einweihung des Gebäudes der MühlenMinis war auch eine Vertreterin des zweiten Kooperationspartners Sparkasse Marburg Biedenkopf erschienen: Steinmühlen-Geschäftsführer Dirk Konnertz begrüßte Personalleiterin Michaela Weiser. Vor Ort waren auch Bürgermeisterin Nadine Bernshausen und Petra Prenzel vom Fachdienst Kinderbetreuung der Stadt Marburg. Die Bürgermeisterin war sehr angetan von dem „wunderbaren Gelände“ und brachte Präsente mit. Die Eröffnungsveranstaltung begleiteten viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Steinmühle, darunter Schulleiter Björn Gemmer, Internatsleiterin Anke Muszynski sowie die Schulleitungsmitglieder Tobias Karlein, Frank Wemme und Dirk Lange.

 

14. August 2024
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2024/08/IMG_22031-scaled.jpg 1000 1500 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2024-08-14 17:59:022026-03-08 11:39:23Im Blockhaus spielen nun die MühlenMinis

Faszinierende Motive aus der Natur

Aktuelles, Kunst, Musik & Theater, Ökologie und Nachhaltigkeit, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

In Kooperation mit dem Fotografen und Tierökologen Dr. Sascha Rösner stellten die Steinmühlen-Lehrkräfte Ines Vielhaben und Antje Seel eine digitale Ausstellung zusammen und präsentierten diese zum internationalen Tag der Biodiversität, im Eingangsbereich des Hauptgebäudes.

An verschiedenen, genauer bezeichneten Orten im europäischen Raum war es dem Fotografen gelungen, Motive aus dem Tierreich und aus ökologisch bedeutsamen Regionen festzuhalten. Durch Erläuterungen konnte dem Betrachter eine Idee von Vielfalt und Wichtigkeit der präsentierten Beispiele vermittelt werden. Ein Poster mit Bilderklärungen wurde neben dem Bildschirm im Eingang des Hauptgebäudes laminiert an die Wand gehängt. Dazu lief über den Bildschirm die Präsentation der Fotos im Loop.

Die Steinmühle bedankt sich für das Engagement der Beteiligten, uns alle für Schönheit, Werte und Bedeutung unserer Natur einmal mehr zu sensibilisieren.

 

14. August 2024
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2024/07/2024_Captions-Poster_Steinmuehle_001-e1723645979913.jpg 1184 1153 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2024-08-14 16:30:532026-03-08 11:39:53Faszinierende Motive aus der Natur

Historiker aus Leidenschaft beschert zum Jubiläum Vortrag und Chronik

Aktuelles, Ehemalige & Alumni, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Willi Stehling? Der mit der Bläserklasse…? Der vom Skikurs…? Der, der Bücher schreibt…? Der mit den Vorträgen? Der Erdkunde unterrichtet hat…? Der vom 5er Chor….? Der Schwimmunterricht gegeben hat…? Der als Stadtführer arbeitet?

– Alles ist richtig. An die Steinmühle kehrt der vielseitige pensionierte Lehrer regelmäßig zurück – zum Kaffeetrinken mit anderen Ehemaligen, aber auch zum Halten von Vorträgen. Geschichte ist das, was ihn fasziniert, und um die Historie Marburgs zu erzählen und Menschen mit in die Vergangenheit unserer Universitätsstadt zu nehmen, arbeitet Stehling auch als Stadtführer. Mehrere Bücher hat er bereits geschrieben, um sein gebündeltes Wissen weiterzugeben, Details zu konservieren und eine Idee davon zu vermitteln, wieviel Interessantes sich in unserer historisch reichen Stadt zugetragen hat.

Die Verbindung des Historikers Stehling zur Steinmühle, seinem früheren Arbeitgeber, führte quasi unweigerlich dazu, zum 75jährigen Bestehen eine Chronik zu erstellen. Es lag auf der Hand, dass Stehling die frühesten Details der Steinmühle in Worte fassen würde: Die Geschichte des Gebäudes Steinmühle, die Wurzeln des Landschulheims und die Vor- und Frühgeschichte von Schule & Internat.

Der Geburtstag der Steinmühle als Schule war am 10. Mai 1049. 75 Jahre und zwei Tage später stand Willi Stehling im Forum der Steinmühle und referierte über „Dr. Joseph Müller und seine Marburger Privatschulen“ – ein historischer Rückblick ganz an den Anfang, ohne den man Steinmühle nur schwer verstehen kann.

Den Gründer Joseph Müller und den Pädagogen Gerhard Buurman brachten die Aktivitäten im Verband Deutscher Privatschulen zusammen. Buurman investierte 40.000 D-Mark in die Steinmühle, die am 10. Mai 1949 123 Schülerinnen und Schüler hatte. Als Schule und Internat in freier Trägerschaft erlangte das damalige „Landschulheim Steinmühle“ 1955 die staatliche Anerkennung. Im Jahre 1973 verzeichnete die Steinmühle 226 Internatsschülerinnen und Internatsschüler – so viele, wie niemals zuvor und niemals danach.

 

Großartige Rechercheleistung

Um ein Werk zusammenzustellen, das nicht nur Fakten über 75 Jahre präsentiert, sondern sich am Ende auch noch unterhaltsam liest, braucht es neben historischer Recherche die Archivarbeit mit Herzblut. Diese leistete Edeltraud Buurman, Ehefrau von Frerich Buurman, dem Sohn Gerhard Buurmans. Eine großartig bewältigte und nicht einfache Aufgabe, die zutage förderte, wieviel Aktivität, Leben und Bewegung auf dem Steinmühlencampus in 75 Jahren stattgefunden hat.

 

Regie, Ordnung, Überblick

Bei Konzeptionierung des 187-Seiten Werkes lag die Federführung in Händen dessen, der im Schulalltag schon den Überblick hat: Schulleiter Björn Gemmer. Neben Willi Stehling und zahlreichen Einzelautoren steuerte er zusätzlich jede Menge Beiträge zum Gesamtwerk bei, überwachte korrekte Abfolge, richtige Zuordnung von Text und Fotos und ermöglichte dem Layout erst einen Arbeitsfluss.

Die Steinmühle geht nun nach der turbulenten Jubiläumszeit mit ihren zahlreichen Veranstaltungen in die Sommerferien, um dann ins Jahr „75 plus 1“ zu starten.

Derzeit liegt ihre Schülerzahl bei insgesamt 820, wovon etwa 100 im Internat leben und der Rest zu den externen Stadtschülern zählt. Auf dem Campus agieren aktuell rund 1000 Menschen, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter miteingerechnet.

3. Juli 2024
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2024/07/IMG_1730-scaled.jpg 1000 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2024-07-03 10:33:102026-03-09 17:43:42Historiker aus Leidenschaft beschert zum Jubiläum Vortrag und Chronik

Duke Award als Wahlunterricht: Für neue Herausforderungen und soziales Engagement

Aktuelles, Politik, Wirtschaft & Verantwortung, Wettbewerbe & Auszeichnungen

Der Duke of Edinburgh’s International Award ist ein neues Angebot im Wahlunterricht (WU) der Steinmühle für Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren. Das Programm wird in über 130 Ländern angeboten und wurde entwickelt, um Jugendliche zu ermutigen, neue Fähigkeiten zu erlernen, sich sozial zu engagieren, um physische Fitness zu fördern und um Abenteuer zu erleben. Es mündet nach erfolgreicher Teilnahme am Schuljahresende in die Überreichung des Duke of Edinburgh’s Award, der aus einer Brosche und einem Zertifikat besteht und international anerkannt ist. Das Programm besteht aus vier Hauptbereichen: Engagement, Talente, Fitness und Expedition. Durch die Teilnahme an verschiedenen Aktivitäten innerhalb dieser Bereiche können die Teilnehmer Bronze-, Silber- und Gold-Auszeichnungen erlangen, die jeweils unterschiedliche Anforderungen haben und eine zunehmende Herausforderung darstellen. Die Steinmühle steigt im kommenden Schuljahr mit der Bronzestufe ein. Alles wird in einem Online-Record-Buch dokumentiert und von Gutachtern abschließend bestätigt. Am Ende des Schuljahres steht die Natur-Expedition an. Dabei müssen die Schülerinnen und Schüler in Gruppen von 4-7 Kindern eigenständig ohne technische Hilfsmittel 2T/1Ü in der Natur eine Expedition mit einem bestimmten „Forschungsauftrag“ bzw. Expeditionsziel durchführen. Die Expedition ist unbegleitet, d.h. die Schüler brechen gemeinsam unmotorisiert auf ihre selbstgewählte Route auf – mit Karte und Rucksack bewaffnet – und übernachten dann im Zelt, bevor es am nächsten Tag weitergeht. Am Ende erfolgt eine Abschlusspräsentation ihrer Expedition und die Vorstellung ihres Forschungsergebnisses. Voraussetzung für die Expedition sind die Teilnahme an einer Expeditionsausbildung und die Durchführung einer verkürzten Probeexpedition.

Theresa Großer sowie René Schulenberg, Marc Bepperling und Linda Hörner werden die Award Leader im kommenden Schuljahr sein. Dazu hat das Team zusammen mit Aylin Yüzgülen-Bienek eine Fortbildung besucht. Aktuell haben sich 25 Schülerinnen und Schüler aus den kommenden Jahrgängen 8, 9 und 10 angemeldet. Schulleiter Björn Gemmer dankte Theresa Großer für die Durchführung ds Zertifizierungsprozesses, den die Steinmühle für das Angebot durchlaufen musste und Frank Wemme für die Umsetzung im Kontext des Wahlunterrichts.

Mehr Informationen zum Programm sind nachlesbar unter https://duke-award.de/

3. Juli 2024
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2024/07/IMG_0683-scaled-1-scaled.jpg 1000 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2024-07-03 10:27:442026-03-09 17:55:02Duke Award als Wahlunterricht: Für neue Herausforderungen und soziales Engagement

Engagierte Wahlhelfer: CDU stärkste Kraft bei Juniorwahlen, die SPD gewann aber hinzu

Aktuelles, Politik, Wirtschaft & Verantwortung, Umfragen & Studien

Am 6. Juni fand an der Steinmühle bei strahlendem Sonnenschein die Juniorwahl zur Europawahl statt. Fachlehrerin Eva Katharina Rink berichtet dazu:

Kein Wunder, dass bei diesem schönen Wahlwetter die Wahlbeteiligung mit 83 Prozent erfreulich hoch lag. Dies haben wir aber auch unseren fleißigen Wahlhelfern zu verdanken und auch denjenigen, die die Bereitschaft gezeigt haben, bei den Juniorwahlen mitzuhelfen:

Baris Cem Tutu, Jonathan Eckardt, Jan Templer und Anton Neßler hatten so viel Freude bei ihrer Tätigkeit als Wahlhelfer, dass die Juniorwahlen sogar früher abgeschlossen werden konnten, als der ursprüngliche Zeitplan es vorgesehen hatte. Die vier jungen Männer aus dem PoWi-LK von Dr. Claudia Röder glänzten durch ihr Engagement, ihr Organisationstalent, ihr Wissen und ihren Humor.

 

Spaß bei der Stimmabgabe

So wurde es auch den beiden begleitenden Lehrkräften, Jessica Schumann und Eva Katharina Rink, nicht langweilig. Im Gegenteil – die Atmosphäre bei der Juniorwahl an der Steinmühle war herzlich, fröhlich und ausgelassen. So macht Wählen Spaß!

Erwähnt werden sollten aber auch folgende Schüler:

Ben Luis Peters, Jannis David Bastian, Fabian Gutmann und Andreas Fabian Wöhr wollten auch als Juniorhelfer agieren und manche von ihnen, darunter Ben Luis Peters, hatten bereits bei den vergangenen Juniorwahlen im Herbst 2023 anlässlich der hessischen Landtagswahlen ihr Engagement für die Demokratie und ihre diversen Kompetenzen unter Beweis gestellt. Auch Constantin Mensing war bei der Juniorwahl zur Landtagswahl Wahlhelfer und blieb in bester Erinnerung.

 

Ein Dankeschön für den Einsatz

Die Hauptverantwortliche für die Organisation und Durchführung der Juniorwahlen, Englisch- und PoWi Lehrerin Eva Katharina Rink, möchte den genannten Personen an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön aussprechen. Ohne euch wären diese Juniorwahlen nicht möglich gewesen – Ihr seid spitze! 😊

Spitze war auch das Ergebnis der Juniorwahlen an der Steinmühle, insbesondere, wenn man es mit dem Gesamtergebnis aller in Deutschland teilnehmenden Schulen vergleicht. An der Steinmühle zeichnet sich nämlich ein klarer Sieg der demokratischen Parteien ab. Die AfD hat zwar auch bei uns Zuwachs bekommen (4,9 Prozent), liegt aber deutlich hinter den anderen Parteien. Ein bundesweiter Trend zeichnet sich auch in der Steinmühle ab: Die Grünen sind die Wahlverlierer und haben im Vergleich zu vorherigen Juniorwahlen an der Steinmühle viele Stimmen verloren (18,2 Prozent), sind aber trotzdem noch drittstärkste Kraft und liegen damit deutlich vor der FDP (10,5 Prozent).

Spannend sind auch die Ergebnisse der CDU, die an der Steinmühle stärkste Kraft wurde (23,8 Prozent) und der SPD, die mit 19,2 Prozent ganz eindeutig zweitstärkste Kraft ist und durchaus auch als Wahlsiegerin bezeichnet werden kann, da sie im Vergleich zu vorherigen Juniorwahlen an der Steinmühle deutliche Zugewinne zu verzeichnen hat.

 

Zur Förderung der Demokratie

Einprägsam ist auch das Ergebnis der Partei Volt, die gleichauf mit der AfD liegt (4,9 Prozent).

Die Linke gilt an der Steinmühle mit 3,8 Prozent als Wahlverliererin und auch die Partei von Sahra Wagenknecht (BSW) konnte nur 3,1 Prozent der Stimmen für sich gewinnen. Sie liegt damit knapp hinter den Linken.

Sonstige Parteien erhielten insgesamt 11,5 Prozent. Die genauen Ergebnisse können der nebenstehenden Grafik entnommen werden. Dieses Ergebnis ist schultypisch hoch. Dieses Jahr waren die Juniorwahlen natürlich besonders spannend, da die 16- und 17-jährigen auch als Erstwählende an den „echten“ Europawahlen teilnehmen durften.

Die Juniorwahl (www.juniorwahl.de) wird als Projekt zur Förderung der Demokratie angesehen, und diese Einschätzung kann man angesichts der Begeisterung, die die Steinmühlenschülerinnen und -schüler am Wahltag zeigten, definitiv teilen.

Die Organisatorinnen der Juniorwahlen an der Steinmühle hoffen, dass dies auch die übrige Schüler- und Lehrerschaft so sieht und dass auch in den kommenden Jahren die Begeisterung und das Engagement an unserer Schule für unsere schöne und spannende Demokratie nicht nachlassen werden.

17. Juni 2024
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2024/06/Graphik-Ergebnis-Juniorwahl-zur-Europawahl-2024.png 493 1351 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2024-06-17 13:32:302026-03-09 17:57:52Engagierte Wahlhelfer: CDU stärkste Kraft bei Juniorwahlen, die SPD gewann aber hinzu

Nachhaltigkeitsforum Jahrgang 11: Polarisierende Debatte mit der heimischen Politik zum Thema MOVE 35

Aktuelles, Ökologie und Nachhaltigkeit, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Es war nicht die entspannteste Veranstaltung, die die Steinmühle je gesehen hat, geschuldet ganz klar dem Thema:

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und Sara Müller von der Bürgerinitiative Verkehrswende diskutierten zum Verkehrskonzept MOVE 35 mit Oskar Edelmann, dem stellvertretenden Hauptgeschäftsführer der IHK Kassel-Marburg und Lisa Deißler von der CDU/FDP/BfM-Fraktion.

Alle sahen sich gleichzeitig mit Fragen des Jahrgangs 11 der Steinmühle konfrontiert.

Ökologie vs. Ökonomie. – Oder geht doch beides gemeinsam?

Vor dem Hintergrund des Klimawandels und in diesem Zusammenhang ratifizierter internationaler und nationaler Abkommen ist Verkehrsmobilität ein zentrales Thema, kontrovers diskutiert. Ökologie und Ökonomie als unabdinglicher Widerspruch?

Differenzierte Themen spielen in das 250 Seiten-Konzept MOVE 35 im Falle seiner Umsetzung hinein. Das zeigte sich in den Statements der Podiumsteilnehmer rasch.

„Hier möchte man schnell Fakten schaffen, die Erreichbarkeit der Marburger Außenstadtteile bleibt auf der Strecke“, konstatierte Lisa Deißler und bekräftigte das Nein ihrer Fraktion aufgrund diverser Schwachstellen: „Es fehlen Konzepte“. Ganz anders der Ansatz von Sara Müller. „Wir haben für Marburg den Klimanotstand beschlossen“, erinnerte sie, „Das Ja zu MOVE 35 ist Klimanotwendigkeit“. Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies leitete sein Statement mit der Erinnerung ein „Mobilität ist nicht das Bewegen von Maschinen“. Leider werde jede Verkehrsdebatte als Autoverkehrsdebatte geführt – dabei gehe es nur darum, wie Menschen irgendwo hinkommen.

 

„Es machen sich viele Unternehmer Gedanken“

So wirklich vermochte dies nicht zu verfangen, jedenfalls nicht bei IHK-Vertreter Oskar Edelmann. Für ihn war klar: „Erst muss man den ÖPNV ausbauen, dann kann man an Zwangsmaßnahmen gegen das Auto denken“. Der Interessenvertreter der heimischen Wirtschaft sprach von großen Sorgen der lokalen Unternehmer durch Parkplatzabbau und Einbahnstraßenregelungen: „Es machen sich so viele Unternehmer Gedanken wie noch nie“.

Der Oberbürgermeister räumte ein, dass Mobilität essentiell sei und bezeichnete die Behauptung als „Blödsinn“, man wolle Autos aussperren. Natürlich brauche man eine gewisse Erreichbarkeit, nur in fairem Verhältnis. Aus dem Entfernen von Parkflächen erwächst nach Meinung des IHK-Vertreters ein ökologischer Widerspruch: „Mehr Park-Such-Verkehr macht mehr CO2“. Auch brauche man keine Einschränkungen für Autofahrer, um den ÖPNV und Fahrradwege auszubauen. Zudem kämen Menschen oft nicht zum Privatvergnügen in die Stadt: „Man muss bedenken, dass Marburg täglich 29.000 Pendler hat“.

„Wie wollen die Stadtwerke das stemmen, noch mehr Busse einzusetzen. Busfahrer fehlen doch jetzt schon“ wollte ein Schüler wissen. Sara Müller sieht die Lösung im Einsatz kleiner Fahrzeuge zumindest für die Außenstadtteile. Diese könne man ohne Busführerschein, sondern schon mit Personenbeförderungsschein bedienen.

Lisa Deißler setzte ein klares Fragezeichen hinter die von MOVE-Befürwortern formulierte Absicht, „Quartiersparkhäuser“ zu schaffen und bemerkte, wo diese denn Platz finden sollten. Unter teilweiser Einbeziehung von Schülerfragen erörterten die Anwesenden noch das Thema Versiegelungsflächen, mögliche Veränderungen im Liniensystem, Carsharing und Bürgerbus.

 

„Gegner verbreiten schlechte Laune“

Es blieben von der Veranstaltung letztendlich die gegenseitigen Vorwürfe der Podiumsbeteiligten, Unternehmer und den Landkreis nicht mitbedacht zu haben (Zitat Edelmann), Tatsachen zu verdrehen und schlechte Laune zu verbreiten (Zitat Spies).

Ob nun Kaufhausbesitzer Ahrens oder das Unternehmen Pharmaserv pro oder contra MOVE 35 eingestellt sind, das ließ sich während der Veranstaltung nicht abschließend klären, behauptete doch jeder Podiumsteilnehmer das für sich Passende.

Die jungen Menschen aus dem Jahrgang 11 schienen sich mehrheitlich gegen das Konzept zu positionieren – bei Schülern einer Privatschule aus eher wirtschaftlich fokussiertem Elternhaus wahrlich nicht überraschend. Ob sie damit der Marburger Mehr- oder Minderheit angehören werden, wird sich nach der Abstimmung am 9. Juni zeigen.

Das Nachhaltigkeitsforum an der Schule, so der übergeordnete Veranstaltungstitel, hat eine lange Tradition an der Steinmühle. Die Podiumsdiskussion wurde von der Fachschaft PoWi organisiert, vornehmlich von Carmen Bastian. Sie ist gleichzeitig Ökologische Stelle und Umweltbeauftragte der Steinmühle.

29. Mai 2024
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2024/05/IMG_1869-Verbessert-RR-scaled.jpg 1000 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2024-05-29 11:54:022026-03-10 07:38:50Nachhaltigkeitsforum Jahrgang 11: Polarisierende Debatte mit der heimischen Politik zum Thema MOVE 35
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