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Weltglücklichste Menschen: So lernt Finnland

Aktuelles, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Das finnische Bildungssystem gilt als Aushängeschild in Europa. Zudem hat erst kürzlich der aktuelle „World Happiness Report“ das Ergebnis zutagegefördert, dass die glücklichsten Menschen der Welt in Finnland leben. Untersucht wurden immerhin die Daten aus 156 Ländern!

Was also hat es mit dem finnischen Bildungsystem auf sich, das doch die Weichen für’s Leben der jungen Menschen in Finnland stellt? Via Big Blue Button konnten die Steinmühlen-Lehrkräfte kürzlich einem Vortrag von Dr. Laura Hirvi folgen. Die Leiterin des Finnland-Instituts in Berlin berichtete über das finnische Bildungssystem.

 

Heimlernen möglich

Es sind grundlegende Unterschiede, die sich in Finnland im Vergleich zum deutschen Schulsystem auftun: Eine Schulpflicht gibt es zum Beispiel nicht. Wer aber meint, es würde deswegen nicht gelernt, der irrt gewaltig: „Die Finnen“, so Dr. Laura Hirvi, „lernen eigentlich lebenslang.“ Die Lernpflicht lässt sich in Finnland auch zu Hause erfüllen. Wer dies möchte, stellt einen Antrag auf Heimlernen. Die Aufnahme von Wissen beginne eigentlich schon vor der Schule. Das Land mit seinen 5,5 Millionen Menschen investiert bereits viel in seine Kindergärten, die Wissen auch spielerisch vermitteln.

 

Einheitsschule bis 16

Die Einheitsschule zwischen dem 7. und dem 16. Lebensjahr für alle Schülerinnen und Schüler folgt einer anderen Idee als hierzulande. Frühe Entscheidungen möchte man den jungen Menschen ersparen, die Chancengleichheit steige damit. Ein Ringen um die Abiturnoten vermeidet man dadurch aber nicht. „Es ist“, so Dr. Laura Hirvi, „in der gymnasialen Oberstufe ein wichtiger Wettbewerb.“ Währenddessen sind digitale Abiturprüfungen in Finnland Standard. 10 Wochen Sommerferien erlauben eine lange Pause jenseits vom Lernstoff.

Und die Menschen in der Schulgemeinde? Dr. Laura Hirvi berichtet von einem recht hohen Status der Lehrkräfte. Der Respekt vor ihnen sei hoch, ihre Arbeitszeit meist deutlich abgegrenzt und viele seien verbeamtet. Dass die Schüler*innen hingegen etwa strengen Regeln ausgesetzt sind, ließe sich nicht feststellen. Im Gegenteil sollen sie bewusst eigene Entscheidungen treffen. Und in der Tat seien Kinder in Finnland häufig früher selbstständig.

Allerdings gibt es mindestens eine Regel, die einfach „gesetzt“ ist: Von 8 bis 16 Uhr sind alle Schüler*innen versorgt, und die gemeinsame Mahlzeit ist Teil des Unterrichts. Das ist eben so. Und das kann nicht durch eine andere Entscheidung, etwa der Eltern, geändert werden.

Der Vortrag von Dr. Laura Hirvi erfolgte im Rahmen eines Erasmus-Projektes zum Thema Individualisierung von Lern- und Entwicklungsprozessen, an dem die Steinmühle zusammen mit dem Studienseminar und der Europaschule Gladenbach teilnimmt.

7. April 2021
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2021/04/Titel-3.jpg 376 967 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2021-04-07 17:24:532026-06-10 21:13:41Weltglücklichste Menschen: So lernt Finnland

Ex-Schüler Vincent Haiges arbeitet als Krisenreporter

Aktuelles, Ehemalige & Alumni, Kooperationen & Partnerschaften, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Aufnahmen zerbombter Häuser, Kriegsszenarien, Staub, Schutt und Asche: Die Bilder des Irak ist aus den Nachrichten sind authentisch, aber nicht vollständig. Das eigentlich reiche Land mit großer Armut hat noch andere Facetten. Selfies, Shisha, Fahrradrennen, Billard und exzessiven Alkoholkonsum unter einer der Tigris-Brücken Badgads, unter der sich nachts junge Männer treffen. Nachts, „bei erträglichen 35 Grad“, wie Vincent Haiges sagt. Das Leben der Menschen findet draußen statt.

Zwei Jahre lang lebte der ehemalige Schüler des Internats Steinmühle im Irak. Erst im Norden, dann in der Hauptstadt. Auch andere Krisengebiete sucht er auf. Um den Finger in die sprichwörtliche Wunde zu legen, um einen Beitrag zur Transparenz für die Welt zu leisten, um auch andere Seiten kennenzulernen. Um Bilder zu vervollkommnen, Erklärungen zu liefern, Bildung zu transportieren.

 

„Freiheit hat Verantwortung“

Nach dem Abi ist Haiges erstmals gereist, mit 21 kam er nach Marokko. „Erzähl mir von Deutschland,“ hört er heute noch Mustafa sagen. Es war der Moment, als Haiges begann, die globale Ungleichheit wahrzunehmen. Nur, wohin mit der Erkenntnis? fragte er sich.

Ihm wurde klar: Freiheit hat Verantwortung. Vincent Haiges begann zu studieren. In Wien und London, Konfliktforschung und Internationales Recht.

Er verließ die Universität mit dem Masterabschluss in Politikwissenschaften. Ungebrochen sein Drang, Krisenherde dieser Welt aufzusuchen, die Ereignisse fotografisch abzuspeichern und zu präsentieren.

Über Bilder gelingt dies gut, seine Dokumentationen erfahren Resonanz. Ein hochkarätiger Stamm von Abnehmern im medialen Bereich interessieren sich für das, was Vincent Haiges zurück in das geschützte Mitteleuropa bringt: Der Spiegel, Deutsche Welle, Die Zeit, Goethe-Institut. Aber auch ausländische Publikationen: Aus Japan, der Schweiz oder sogar Al Jazeera. Vincent Haiges dokumentiert aus Krisengebieten auch für die UN.

 

„Sie trugen Masken – nicht wegen Corona“

Wenn der Reporter von Alkoholexzessen unter der Tigris-Brücke erzählt, will er Gewalt und Terror im Land nicht relativieren. Als die wohl schlimmste Erinnerung blieb ihm der Besuch eines Hochsicherheitsgefängnisses im nordirakischen Mossul. Durch Fotos, so Haiges, ließ sich wiedergeben, was dort passierte. Man sah Menschen, die Masken trugen.“…Aber nicht wegen Corona, sondern wegen Leichengeruch.“

Die Erlebnisse haben dem Reporter mit der Zeit eine gewisse Demut abgenötigt. In das Gewand eines Krisenreporters passt nicht jeder, auch wenn er schreiben oder fotografieren kann. Der Zugang zu Menschen, der erkennbare Wille, sich anzupassen, das signalisierte Interesse, einer von ihnen zu sein, wenigstens temporär.  Vincent Haiges lernte arabisch und arbeitet immer mit einer weiblichen Kollegin zusammen, die Interviews vor Ort mit Frauen führt sie – geschuldet der gesellschaftlichen Rolle der irakischen Frau. In deren Nähe ist ein fremder Mann tabu, als Interviewpartner sowieso. Das Hinzuziehen eines lokalen Produzenten und Übersetzers, eines so genannten „Fixers“, ist dennoch ein Erfordernis. – Ein Apparat, wenn auch überschaubar, der organisiert werden und funktionieren muss.

 

„Nicht zuviel auf einmal sehen“

Ob er nicht ausbrenne, wird Haiges bei dem Vortrag in der Steinmühle gefragt. Zur Ruhe komme er bei nötigen Auszeiten in seiner Wohnung in Berlin-Kreuzberg – ein Ort, dessen Name manchem Provinzbewohner schon per se Respekt einflößt.  Manche Elemente, um Kraft und Energie zu bewahren, seien althergebracht, aber dennoch bewährt, sagt Haiges: Pausen machen, nicht zuviel auf einmal sehen, gut essen und schlafen, Sport.

Sein unsichtbarer Gegenspieler: Posttraumatische Belastungsstören.

Vincent Haiges, Jahrgang 1988, hat noch Ruderlehrer Martin Strohmenger als Internats-Hausleiter erlebt. Erinnerungen sind auf beiden Seiten präsent, beider Programm ist heute freilich ein anderes. Während die Steinmühlengemeinde unter dem Eindruck des andauernden Lockdowns geruhsam ins neue Jahr startete, bereitete sich Haiges auf seinen nächsten Einsatz im Januar vor. Diesesmal Europa, Bosnien im kroatischen Grenzgebiet.

Ob er schon wieder so schnell bereit sein werde, wurde er gefragt, und die Antwort war eindeutig: „Glaube an das, was du tust. Es ist der wichtigste Resilienzfaktor.“

(Vincent Haiges hielt den Vortrag im Dezember unter Beachtung pandemiebedingter Vorschriften vor Schüler*innen der Jahrgangsstufe 13. Organisator der Veranstaltung war Bernd Hülsbeck, an der Steinmühle Lehrer für Politik und Wirtschaft sowie Geschichte).

2. März 2021
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2021/03/Haiges-scaled-1-scaled.jpg 1000 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2021-03-02 13:14:222026-06-10 21:14:08Ex-Schüler Vincent Haiges arbeitet als Krisenreporter

Vom Flüchtling zum Abiturienten: Steinmühle schreibt Geschichte

Aktuelles, Ökologie und Nachhaltigkeit, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Man könnte die Schilderungen mit „Es war einmal…“ einleiten. Doch ein Märchen ist es nicht. Als Hussam, Abdallah und Habib im Herbst 2015 an die Steinmühle kamen, hatten sie nichts in den Taschen, nur ein Ziel im Kopf: Das Abitur zu machen. Heute, fünf Jahre später, haben alle ihr Ziel erreicht. Und das ist keine Ansage aus dem Navigationsgerät, sondern das Ergebnis harter Arbeit.

Alle drei hatten keine Deutschkenntnisse, nur Ehrgeiz mitgebracht.  Sie waren Teil der Flüchtlingsgruppe, die als externe Jugendhilfeeinrichtung ihre Unterkunft im gemieteten Bremerhaus der Steinmühle bezog und auch auf dem Gelände beschult wurde.

Mit ihnen musste man rechnen: dem in Syrien geborenen Palästinenser Hussam, dem Syrer Abdallah und mit Habib, dem aus dem Iran stammenden Afghanen. Das galt nicht nur, aber besonders für den Mathematikunterricht. Alle drei wählten in Klasse 11 das Matheprofil. Mathematik ist international, anderer Unterricht auf breiterer deutschsprachlicher Basis die größere Hürde. Aber war es mit Mathe getan?


„Wir wussten, dass wir mussten“

Und wie haben sie trotzdem Deutsch gebüffelt! Den Einstieg nahmen sie zu Beginn in der Deutsch-Intensivklasse. „Wir wussten, dass wir mussten,“ erinnern sich die drei an das Lernen der komplett fremden deutschen Sprache, an der nun einmal nichts vorbeiging. „Uns hat sehr geholfen, dass wir 24 Stunden auf dem Gelände verbracht haben,“ erinnern sie sich. „Die Mitschüler haben uns stark unterstützt.“  

Und doch: Es war sehr, sehr hart. Sie bekennen sich zu der Durststrecke, zu Heimweh und alledem, was sich einstellt, wenn man seine Angehörigen zu Hause in Unsicherheit wähnt. Doch genau das war Antrieb, alles zu geben und diese Chancen zu nutzen, das eigene Leben so zu gestalten, wie man es sich im Traum ausgemalt hatte. Auch für die Daheimgebliebenen.

„Es war eine Erfahrung – auch für uns Lehrkräfte“, berichtet Björn Gemmer. Der Steinmühlen-Schulleiter und ehemalige Klassenlehrer der drei jungen Männer erinnert sich auch an Herausforderungen. „Es war insgesamt eine heterogene Gruppe, die alle das Ziel hatten, einen Abschluss zu machen. Da war keine Familie, auf die man zurückgreifen konnte.“ Religöse Aspekte kamen hinzu, wie der Ramadan zum Beispiel. „Darauf konnten wir aber schulorganisatorisch keine Rücksicht nehmen.“

Der Stolz, als Steinmühle diese Wege geebnet zu haben, überwiegt heute klar. Alle wirken entspannt, froh und voller Freude auf die Zukunft. Wirtschaftsinformatik wird es bei Habib und Hussam sein, Abdallah möchte Arzt werden, „Orthopäde“. Sein Abi machte er mit 1,1.  „Mein Traum vom Studium wurde hier erfüllt.“

16. November 2020
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2020/11/01-scaled.jpg 901 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2020-11-16 11:15:112026-06-10 23:21:53Vom Flüchtling zum Abiturienten: Steinmühle schreibt Geschichte

Von Geldanlagen und Mieterpflichten: Zukunftstag ergänzt Schulwissen

Aktuelles, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Als erstes Gymnasium in Marburg bot die Steinmühle eine Plattform für den sogenannten „Zukunftstag“. Ziel des Ausrichters, der „Initiative für wirtschaftliche Jugendbildung“ aus Kassel, ist die Vermittlung von Kompetenzen in Sachen Finanzen, Wohnen, Steuern und Krankenversicherung an Oberstufenschüler.

Die vier Bereiche werden im Schulunterricht an weiterführenden Schulen nicht vertieft – zum Leidwesen vieler Schüler*innen, die zwar hohes Fachwissen aus der Schule mitnehmen, sich aber nicht mit Mietverträgen oder Geldanlagen auskennen.  Die Kasseler Initiative, ein gemeinnütziger Verein, dessen Aktive selbst noch nicht lange dem Schulalltag entwachsen sind, setzt genau hier an. Ihren Zukunftstag haben die jungen Leute seit Januar 2019 mehrere Dutzend Male in verschiedenen Schulen ganz Deutschlands abgehalten. Seit das Handelsblatt darüber berichtete, ist die Veranstaltung quasi ein Selbstläufer.

 

Referenten aus der Region

Das Wissen in den Bereichen Finanzen, Wohnen, Steuern und Krankenversicherung vermitteln in allen Fällen Fachleute aus der Region. Die Referenten werden durch den Verein engagiert und haben die Pflicht, Werbung für ihren Arbeitgeber zu unterlassen. Damit dies gewährleistet bleibt, erarbeitet der Verein zusammen mit den jeweiligen Experten im Vorfeld vorgegebene Inhalte.

An der Steinmühle sprachen Vertreter eines Geldinstitutes, eines Immobilienmaklers, einer Krankenkasse sowie ein Steuerberater. Nach der Veranstaltung wurden Feedback-Bögen an die Schülerschaft ausgegeben. Sie lieferten einen Überblick darüber, welche Bereiche die Experten besonders gut vermittelt hatten.

 

Initiative kommt aus Kassel

Ben Göbel ist Student der Wirtschaftswissenschaften in Kassel und betreute den Zukunftstag an der Steinmühle zusammen mit Anna Proetel. Sie studiert Soziologie und Politikwissenschaften und ist wie Ben Mitglied des veranstaltenden Vereins. Zusammen mit sechs weiteren Mitstreitern und einem Netzwerk aus Helfern arbeiten sie ehrenamtlich, waren zunächst in Marburg und kurze Zeit später praktisch gleichzeitig in München, Berlin und Gießen. Organisation und Logistik werden finanziell von Stiftungen unterstützt. Auch das Hessische Kultusministerium gehört zu den Förderern. Es sieht die Initiative nicht als Konkurrenz zur Schule, sondern als Ergänzung.

1. Oktober 2020
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2020/10/07-1-scaled.jpg 1000 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2020-10-01 11:30:132026-06-10 23:24:08Von Geldanlagen und Mieterpflichten: Zukunftstag ergänzt Schulwissen

Freiheit um jeden Preis – eine Stasi-Akte erzählt

Aktuelles, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Ende September war Manfred Casper, ehemaliger Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes der Region Braunschweig, zu Gast in der Steinmühle. Im Rahmen seines Vortrags zum Thema „Freiheit um jeden Preis“ präsentierte er sich als fesselnder Erzähler, der über seine Jugend in der DDR, einen missglückten Fluchtversuch, Gefängnis-Aufenthalte und einen Neustart in Westdeutschland berichtete.

Die vom Rotary Club Marburg und der Steinmühle initiierte und gemeinsam mit der Friedrich Naumann Stiftung organisierte Veranstaltung sollte eigentlich schon im April stattfinden – vor viel Publikum im Forum. Pandemiebedingt wurde sie um fünf Monate verschoben und es durfte nur ein Viertel des ursprünglich vorgesehenen Publikums teilnehmen.

In seinem spannenden Vortrag berichtete Casper zunächst über seine glückliche Kindheit in der DDR und verwandtschaftliche Beziehungen in den Westen. Doch in seiner Jugend kamen dem kritischen und freiheitsliebenden Geist Zweifel am Regime. Anhand eindrucksvoller Beispiele erklärte er, warum er Pläne zur Flucht über die bulgarisch-griechische Grenze schmiedete, diese Pläne schließlich scheiterten und ihn ins Gefängnis brachten.

Ergreifend war seine Schilderung des Ausgeliefertseins in einem Staat ohne Gewaltenteilung und mit grauenvollen Haftbedingungen. Beeindruckend die Tatsache, dass er unter diesen Bedingungen den Mut fasste, aus der Haft heraus seine Ausreise zu beantragen, was schließlich auch gelang. Manfred Casper verstand es, zwischen Erlebnisberichten, Passagen aus seinem Buch „Vom Wachsen der Flügel“ und Zitaten aus seiner 700 seitigen Stasi-Akte zu wechseln, die auch nach seiner Ausreise in den Westen bis zum Fall der Mauer kontinuierlich und detailreich befüllt wurde.

Das Publikum, dem auch Lehrkräfte der Steinmühle und Schüler*innen der Jahrgangsstufe 12 angehörten, schätze Caspers Vortragsweise – fundiert statt gefärbt, sachlich statt emotional und berichtend statt missionierend – und erhielt auf diese Weise wenige Tage vor dem 30. Jahrestag der Deutschen Einheit einen interessanten und authentischen Einblick in ein Kapitel deutsch-deutscher Geschichte.

1. Oktober 2020
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2020/10/1-scaled.jpg 1125 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2020-10-01 09:38:252026-06-10 23:24:22Freiheit um jeden Preis – eine Stasi-Akte erzählt

Zertifikate belegen Unternehmerwissen

Aktuelles, Politik, Wirtschaft & Verantwortung, Wettbewerbe & Auszeichnungen

Nach dem erfolgreichen Start im Vorjahr traten erneut Steinmühlenschüler*innen aus der E-Phase an, um sich für den Erwerb des „Unternehmerführerscheins“ zu qualifizieren. Das Zertifikat basiert auf dem Angebot des e-Learning-Anbieters bit media in Zusammenarbeit mit der Schüler-Lernplattform LONA Education. Die Prüfung wird von der Akademie für Wirtschaft und Logistik angeboten. Voraus geht die Wissensvermittlung in den Bereichen Wirtschaft, Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft. Der Unternehmerführerschein wird in mehreren Modulen absolviert, die je mit einer Zertifikatsprüfung abschließen. Es ist ein anerkanntes Wirtschaftszertifikat. Schulleiter Björn Gemmer (hinten links) und Fachlehrer Erno Menzel gratulierten zur erfolgreichen Präsentation des Wissens, das in fast allen Fällen in den Modulen A und B dokumentiert werden konnte. Die Vorbereitungen auf das nächste Level C, so Erno Menzel, fiel leider den pandemiebedingten Einschränkungen zum Opfer. Den Unternehmerführerschein erwarben Johannes Agel, Sarah-Marie Blöcher, Lara Maria Engel, Paul Kappeller, Sebastian Koch, Moritz Philipp Mägerlein, Simon Süßer, Mara Wagner, Elisabeth Weber.

1. September 2020
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2020/09/IMG_1288-scaled-1-scaled.jpg 1000 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2020-09-01 09:29:102026-06-10 23:27:04Zertifikate belegen Unternehmerwissen

„Marburger Nachtwächter“: Ein unterhaltsamer Abend mit Wilhelm „Willi“ Stehling

Aktuelles, Ehemalige & Alumni, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Ehemalige Steinmühlenlehrkräfte kommen oft an ihre frühere Wirkungsstätte: Zum Kaffeetrinken, Plaudern und Schauen, was sich verändert hat. Dass sie als Buchautor ins Forum zu einer Lesung einladen, ist eher selten. Wilhelm Stehling, Ruheständler seit Februar 2014, tat genau das. Er stellte an der Steinmühle sein Werk „Die Marburger Nachtwächter“ vor. Das Publikum war begeistert.

„Der Saal war voll – was man unter den gegenwärtigen Auflagen als voll bezeichnet,“ berichtet Schulleiter Björn Gemmer. Das Auditorium hatte Spaß, als „Willi“ Stehling auf unterhaltsame Weise Einblicke in die raue Lebenswelt der Nachtwächter gab. Ein Berufsstand, eher belächelt, in Wahrheit jedoch hinsichtlich der Strapazen unterschätzt und in Verbindung gebracht mit zahlreichen Anekdoten.

Wer also Näheres wissen möchte über die Marburger Nachtwächter, von wann bis wann sie wirkten und was ihnen widerfuhr, wird fündig in Willi Stehlings Buch, erhältlich im Büchner-Verlag. Vielleicht erinnert sich beim Lesen so manch einer nicht nur an Wilhelm Stehlings Unterricht in den Fächern Erdkunde, Sport und Musik, sondern auch an seinen 5er-Chor, die Bläserklasse, den Schwimmunterricht und vieles mehr.

20. August 2020
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2020/08/20200812_181740-scaled-1-scaled.jpg 1125 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2020-08-20 14:54:492026-06-10 23:27:59„Marburger Nachtwächter“: Ein unterhaltsamer Abend mit Wilhelm „Willi“ Stehling

Berufsorientierung: geva-Test zeigt Richtung auf

Aktuelles, Politik, Wirtschaft & Verantwortung, Umfragen & Studien

Zum dritten Mal ermöglichte die Steinmühle einem Jahrgang vor der endgültigen Einwahl in die Leistungskurse einen Check der eigenen Fähigkeiten durch den geva-Test. Dabei geht es für die Schülerinnen und Schüler darum, in vier Stunden ein Testheft mit verschiedenen Aufgabenstellungen durchzuarbeiten. Für die Bearbeitung der einzelnen Aufgaben steht jeweils eine begrenzte Zeit zur Verfügung. An den Ergebnissen lässt sich nach der Auswertung ablesen, in welche Richtung Begabungen und Interessen gehen und welche Berufe später in Frage kommen könnten. Dies hilft insbesondere den Schülerinnen und Schülern, die noch keine konkrete Berufsrichtung vor Augen haben. „Die Kooperation mit dem geva-Institut bildet ein wichtiges Element bei unseren Aktivitäten zur Berufsorientierung,“ erläuterte Dr. Claudia Röder, die auch Koordinatorin der schulischen Praktika ist.

27. April 2020
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2020/04/1-1-scaled.jpg 1125 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2020-04-27 14:45:212026-06-10 23:30:04Berufsorientierung: geva-Test zeigt Richtung auf

Politik, Medien und Rechtsstaatlichkeit: Arbeitsrichter erzählte aus seiner Praxis

Aktuelles, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Während einer Unterrichtsstunde im Fach Politik und Wirtschaft berichtete Schüler Anton Schneider seiner Klasse 9c und seiner Lehrerin Eva Stelz voller Begeisterung, dass sich sein Vater Michael Schneider, im Rahmen seiner Tätigkeit als Arbeitsrichter am Gericht vor nicht allzu langer Zeit mit einem Fall auseinandergesetzt hatte, der die Themenfelder Politik & Medien und Rechtsstaatlichkeit berührte – zwei Bereiche, die aktuell im PoWi-Unterricht der 9. Klasse behandelt wurden! Anton schlug vor, dass man seinen Vater in den Unterricht einladen könne, damit er der Klasse ein wenig über den Fall und von seiner Arbeit am Gericht berichten kann.

Gesagt, getan! Arbeitsrichter Schneider besuchte die Klasse wenige Tage später und sorgte mit seinem eindrucksvollen Bericht, seiner Fachkompetenz und seinem offenen Umgang mit den Fragen der Schülerinnen und Schüler für Begeisterung und großes Interesse. Die Schülerinnen und Schüler konnten sich in den Fall hineinversetzen und wurden auch nach ihrer eigenen Meinung hierzu befragt, sodass sie ihre Kenntnisse aus dem Unterricht anhand eines echten Falls anwenden und ausweiten konnten.

Die Klasse und Lehrerin Eva Stelz freuten sich sehr darüber, dass durch den Besuch des Experten eine praxisnahe PoWi-Stunde gelungen war, die den Schülerinnen und Schülern mit Sicherheit noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Eva Stelz

27. Februar 2020
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2020/02/Expertenbefragung-9c-scaled-1-scaled.jpg 811 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2020-02-27 12:53:462026-06-10 23:34:50Politik, Medien und Rechtsstaatlichkeit: Arbeitsrichter erzählte aus seiner Praxis

Zugang, Verdienst und Spaßfaktor: Aha-Erlebnisse beim Berufsinformationstag

Aktuelles, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Medizin, Psychologie, Polizei, Bundeswehr und die Ausbildung zum Piloten waren die nachgefragtesten Disziplinen und Berufsfelder beim diesjährigen Berufsinformationstag an der Steinmühle, der in bewährter Weise zusammen mit dem Rotary-Club Marburg-Schloss organisiert wurde.

„Schon seit über 15 Jahren präsentieren wir dieses Info-Event mit der Steinmühle,“ freute sich Hans-Heinrich Bähr. Er ist bei den Rotariern zuständig für den Berufsdienst. Als seine Aufgabe sieht er an, junge Leute mit Daten, Fakten und persönlichen Ratschlägen auf der Suche nach einem geeigneten Beruf zu unterstützen. „Dazu eignen sich eben die Menschen, die in diesen Berufen erfahren sind.“ Dass die Steinmühle dieselbe Intention hat, macht die Zusammenarbeit rund. Erstmals zeichnete hier Dr. Claudia Röder für die Organisation verantwortlich. Sie ist seit kurzem Koordinatorin der schulischen Praktika. Den Berufsinformationstag sieht sie als ein Element der Berufsorientierung. „Die Entscheidung für den zukünftigen Beruf oder Studiengang ist schwieriger geworden. Der Berufsinformationstag soll allen Schülerinnen und Schülern bei der Orientierung helfen,“ sagte Schuleiter Bernd Holly einleitend.

Nicht ohne Grund heißt das Motto der hessenweit organisierten Veranstaltung „Schüler fragen – Profis antworten“. Aus möglichst vielfältigen Bereichen saßen im Forum der Steinmühle Repräsentant*innen verschiedener Berufe an Tischen bereit, um Schüler*innen des Jahrgangs 12 bei ihrer Berufswahl zu helfen. So manches Vorurteil über Arbeitsbedingungen wurde ausgeräumt oder aber bestätigt, es wurden Verdienstmöglichkeiten ausgelotet und Zugangsmöglichkeiten gecheckt. Zur Sprache kam auch die Zufriedenheit bei Ausübung bestimmter Berufe nach einem längeren Zeitraum, der Umgang mit Routine und der mögliche Spaßfaktor. „Mussten Sie auch manchmal über Dinge schreiben, die Ihnen zuwider waren?“ wurde zum Beispiel die Journalistin gefragt.

 

Drei Fragerunden

Drei Berufe konnten sich die Schüler*innen für ein Expertengespräch am runden Tisch aussuchen. In einer Runde mit maximal acht Mitschüler*innen konnte der oder die Experte/Expertin 20 Minuten lang befragt werden. Dann gab es zwei weitere Runden mit je einem ausgewählten Profi.

Vertreten waren bei der Veranstaltung in der Steinmühle außer den bereits genannten Berufen die Bereiche Jura, Architektur, Zahnmedizin, Steuerberater/Wirtschaftsprüfer, Bauingenieurwesen, Personalwesen, IT, Finanzwesen (Sparkassen/Banken), DRK-Schwesternschaft, International Business School, Physik, Maschinenbau, VWL, BWL, Politik und Wirtschaft.

9. Dezember 2019
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2019/12/MG_0384-scaled.jpg 663 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2019-12-09 11:45:192026-06-11 09:30:25Zugang, Verdienst und Spaßfaktor: Aha-Erlebnisse beim Berufsinformationstag
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