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Jahrgang 11 sprach beim Energieforum mit Wissenschaftsministerin Angela Dorn

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Ökologie und Nachhaltigkeit, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Der Schulgong erinnerte eindringlich an das Unterrichtsende. Sonst hätte der Jahrgang 11 wohl noch stundenlang mit Angela Dorn weitergeplaudert. Die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst war beim Energieforum der Steinmühle zu Gast – wohlwissend, dass sie dort gut informierte Schüler:innen treffen würde, wie sie vorausschickte. Eine gute Vorbereitung auf der einen Seite, glaubwürdige, bedachte Antworten und ein Gespür für Augenhöhe auf der anderen – darin liegt wohl das Geheimnis eines fruchtbaren Dialoges mit jungen Menschen an der Altersschwelle zu Erstwählerinnen und Erstwählern. Aber der Reihe nach.

Dass sich die Schülerinnen und Schüler der Fachlehrer:innen Erno Menzel, Carmen Bastian und Dr. Claudia Röder eingehend mit der Energiethematik auseinandergesetzt hatten, das wurde im ersten Teil der Veranstaltung deutlich. Die Klassen 11a bis 11e nahmen das Thema Flüssiggas als potentiellem Konkurrenten von Erdgas unter die Lupe, erläuterten Vorteile, Nachteile und Eigenschaften. Zum Thema Atomkraftwerke wurde eine ähnliche Abwägung getroffen, natürlich nicht, ohne auf mögliche Gefahren und das ungelöste Endlagerproblem für Atommüll hinzuweisen. Auch wurde untersucht, ob wohl E-Autos das Klima retten können. Hier kamen Kinderarbeit, Lithiumabbau und sein Wasserbedarf, Recycling-Problem der Akkus und Infrastruktur hinsichtlich Ladestationen zum Tragen sowie mögliche Zwangsumsiedlung von Menschen in Abbauregionen. Auch der Energieverbrauch der Digitalisierung kam zur Sprache wie auch ein Interview mit Claudia Schnabel als Bürgermeisterin der Großgemeinde Fronhausen/Lahn und das Ergebnis einer Umfrage, bei der im Durchschnitt von den Befragten akzeptiert werde, Teil der Klimawende zu sein.

 

Für bessere europäische Vernetzung

Eine Ministerin hat man nicht alle Tage an der Schule, freute sich Schullleiter Björn Gemmer bei der Begrüßung des Gastes. Und so galt es, Angela Dorn mit brennenden Fragen zu konfrontieren. Ob die Carbon Capture Methode ein adäquates Mittel sei, also die unterirdische Speicherung von CO2. Dies brauchen wir zusätzlich, so die Ministerin, man sei damit in Deutschland auf gutem Weg. Nach dem Atomausstieg gefragt, postulierte die Ministerin, dieser sei unvermeidbar. Denn: Was tun mit strahlendem Müll sei die Kernfrage, die stets nach dem Sankt Florian Prinzip beantwortet werde: Bitte nicht bei uns. „Wir sind momentan noch darauf angewiesen, auch auf Atomkraft aus anderen Ländern“, räumte der Gast ein. Dies könne jedoch nicht die Zukunft sein. Als ein mögliches Lösungselement bezeichnete Angela Dorn staatliche Vergütungen für Firmen, die ihre Energielast herunterfahren. „Schnelligkeit und Flexibilität ist hier gefragt. Und wir müssen punktgenau reagieren“.

Den Aspekt, Solarenegrie aus Afrika zu nutzen, wollte ein anderer Schüler erörtert wissen. „Auch die jeweils lokale Bevölkerung muss profitieren“, antwortete die Ministerin und plädierte für eine noch bessere europäische Vernetzung und das Ausschöpfen von Potenzial bestehender Freiflächen.

Das Umsteigen auf Fortbewegung zu Fuß, per Rad oder per ÖPNV stellt Angela Dorn vor eine flächendeckende Benutzung von E-Autos . „Mit E-Autos allein werden wir keine Energiewende hinbekommen“. Angela Dorn sieht etwa die Einführung des Deutschland-Tickets als richtiges Signal. „Jede Stunde, jedes Dorf“ durch den ÖPNV anzubinden, das sei das Ziel hinsichtlich hinsichtlich öffentlicher Verkehrsmittel. Diese Bestrebung wurde von der Schülerschaft eher zweifelnd gesehen, kritisch die fehlende oder unzureichende Förderung bei der Umsetzung einiger privater Maßnahmen zur Energiewende.

 

Keine Deindustrialisierung

Die Veranstaltung mit der Ministerin schloss mit einigen Statements von ihrer Seite. Den Bürger:innen sollte eine größere Bandbreite bei der Auswahl energierelevanter Verhaltensweisen und Maßnahmen geboten werden und sie konstatierte: „Wir schaffen das nur über Attraktivität“. Klar ist für Angela Dorn, dass im urbanen Bereich deutlich einfacher Energieressourcen eingespart werden können als im ländlichen Raum, und es sei grundsätzlich nicht richtig, die Last auf die Schultern einzelner Menschen zu legen. Nicht in Kauf genommen werden dürfe eine Deindustrialisierung und auch kein Aushebeln aller Rechte durch die sogenannte „Letzte Generation“.

Es fiel häufig der Begriff „Motivation“ in der Debatte. Er machte deutlich, dass nach Überzeugung der Ministerin auf Ermutigung statt auf Vorschreiben gesetzt werden müsse. Zur Sprache kam auch eine anzustrebende Gerechtigkeit zwischen den Generationen und trotz allem die Wichtigkeit des gesellschaftlichen Zusammenhalts: „Wir alle“, so schloss Angela Dorn, „dürfen in der Transformation nicht untergehen“.

Folgende weitere Themen kamen beim Energieforum des Jahrgangs 11 und dem Besuch von Angela Dorn, der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, zur Sprache bzw. wurden ebenfalls andiskutiert: Ernährung, Flächenstillegung in der Landwirtschaft, Privatisierung des UKGM, Funklöcher im Mobilfunk, E-Highway-Teststrecke für LKW auf der A5, Tempolimit.

10. Juni 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/06/00-scaled.jpg 645 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-06-10 15:05:142026-06-08 13:53:06Jahrgang 11 sprach beim Energieforum mit Wissenschaftsministerin Angela Dorn

Alle sind gefordert: Beim Einkauf lässt sich viel ausrichten

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Ökologie und Nachhaltigkeit, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Informationen zu innovativem und fairem Handel

Eine kleine, feine Veranstaltung war geplant. Letztendlich wurde sie groß und vor allem großartig! Der Landkreis Marburg hatte für seinen Vortragsabend über innovativen und fairen Handel das Forum der Steinmühle als Veranstaltungsort gewählt. Neben den namhaften Referentinnen und Referenten waren es Steinmühlenschüler:innen, die mit ihren wissenschaftlichen Postern zu nachhaltigen Forschungsobjekten und ihren Fotoserien zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung gleichermaßen die Aufmerksamkeit der Gäste erhielten. Die künstlerischen Darbietungen unseres Musiklehrers und Konzerttenors Daniel Sans und seiner Ehefrau Marie-Gabrielle drehten sich ebenfalls um das Thema des Abends: Die Natur und unsere Welt. „Im Abendrot“ von Franz Schubert – eine passende Einleitung.

Es war das erste Mal nach seinem Amtsantritt, dass Landrat Jens Womelsdorf in offiziellem Rahmen die Steinmühle besuchte. „Uns beschäftigen gerade diverse Veränderungsprozesse“ führte er nach der Begrüßung durch Schulleiter Bernd Holly in den Abend ein, „und unsere Aufgabe ist es, diesen Wandel positiv zu gestalten“. Der Landrat griff damit die Themen Globalisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit auf, die sein Vorredner als Auftrag der Schule und gleichzeitige Herausforderung benannt hatte. Es gelte, Wege zu finden, die angesteuerten Ziele zu erreichen, ohne gleichzeitig unsere Lebensgrundlage zu zerstören.

 

Transparenz vs. Wirtschaftlichkeit

Professor Dr. Sören Becker von der Marburger Philipps-Universität benannte die Herausforderungen für nachhaltige Produkte und Lieferketten aus Sicht des Geographen. Er zeigte auf, dass Waren, die ohne Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft und mit transparenten Lieferketten produziert werden, leider oft nicht wirtschaftlich sind – ein Problemfeld, so bekannt wie schwer zu lösen. Eine Herausforderung auch, verarbeitungsnotwendige Materialien nicht aus Konfliktregionen zu beziehen. Seine Erläuterungen zum Fairtrade-Siegel am Beispiel Kakao beschrieben das Spannungsfeld zwischen Zielen und der Realität.

 

Fairer Handel hat weibliche Führung

Die Arbeit der Weltläden beschrieb in ihrem Vortrag Edith Müller-Zimmermann, Sprecherin der Steuerungsgruppe Fairtrade des Landkreises Marburg-Biedenkopf und Leiterin des Weltladens Gladenbach. Es gehe den Weltläden um eine nachvollziehbare Lieferkette der Waren, die unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen produziert werden. Die Referentin erläuterte die Arbeit der Weltläden auch im Hinblick auf deren Bildungsarbeit. „Fairer Handel bedeutet gleichzeitig, dass über 50 Prozent der Führungskräfte weiblich sind,“ informierte sie. Wichtige Themen seien die Information an allen Waren über deren Herkunft sowie der Stellenwert von Upcycling und Recycling. Edith Müller-Zimmermann verband ihren Vortrag mit einigen digitalen Kurzinformationen, bei denen sie auch auf die Rolle der ägyptischen „Entwicklungsinitiative“ SEKEM einging. Sie wurde 1977 gegründet und erschloss unter anderem am Rand des Nildeltas knapp 60 Kilometer nordöstlich vom Zentrum Kairos etwa 70 Hektar Wüste mit Methoden der biologisch-dynamischen Landwirtschaft.

„Kaufen Sie fair und richten Sie Ihren Alltag danach aus,“ schloss die Referentin – nicht ohne allen Interessierten das Angebot zu machen, ihnen jederzeit weitergehende Informationen zukommen zu lassen.

 

Alarmstufe für Artenvielfalt

Das Lied von Daniel und Marie-Gabrielle Sans, „What a wonderful World“, erreichte fast schon die Herzen der Zuhörerinnen und Zuhörer, passte es doch perfekt in den Kontext. Da hatte der Einstieg des nächsten Referenten schon beinahe ernüchternde Wirkung. Frritz Konz, Leiter Qualitätsmanagement der tegut-Zentrale in Fulda, begann seinen Beitrag mit unerfreulichen Fakten: Der Dezimierung durch fortgesetzte Ernte bei Monokulturen, der Gefährdung der Artenvielfalt mit diversen Beispielen. „Dass wir alles in zehn Jahren noch vorfinden? Sehr unwahrscheinlich,“ erklärte Konz, der das Thema „Fairer Handel“ aus Sicht eines Supermarktes darstellte.

 

„Deklaratorische Finessen“

„Nehmen wir Nutella“ erläuterte Konz an einer Skizze. Er beschrieb Herkunft, Wege, Bedingungen und Transport jeder einzelnen Zutat und machte daran deutlich, wie kompliziert das Thema Nachhaltigkeit und Fairer Handel allein bei einem einzigen Produkt sein kann. „Lieferketten sind irre komplex“ erläuterte er, erwähnte auch deklaratorische Finessen, oft ohne Transparenz für den Verbraucher. tegut unterwerfe sich bestimmten Selbstverpflichtungen und lebe nach definierten Beschaffungsgrundsätzen, die auch auf der Website des Unternehmens nachzulesen seien.

„Wir nehmen uns die Freiheit, anders zu sein“, konstatierte der Qualitätsmanager. Das Credo von tegut sei, den Verbrauchern als Händler die Wahl zu bieten, welche Produkte welcher Herkunft sie erwerben wollen. Das Streben nach fairen Handelsbedingungen sei indessen längst nicht beendet. „Es ist noch ein längerer Weg zu gehen. Die Entwicklung wird weiter andauern.“

Die Steinmühle ist Mitglied der Steuerungsgruppe Fairtrade des Landkreises Marburg-Biedenkopf und begleitete den Landkreis im Rahmen der gemeinsamen Zusammenarbeit im Gremium bis zur Zertifizierung.

9. Juni 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/06/08_6292-Verbessert-RR-scaled.jpg 1000 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-06-09 14:56:532026-06-08 13:53:47Alle sind gefordert: Beim Einkauf lässt sich viel ausrichten

Potenziale checken: Jahrgang 11 absolvierte den geva-Test

Aktuelles, Politik, Wirtschaft & Verantwortung, Umfragen & Studien

Auch in diesem Jahr hat die Steinmühle dem Jahrgang 11 vor der endgültigen Einwahl in die Leistungskurse wieder ermöglicht, die eigenen Fähigkeiten und Interessen durch den geva-Test zu checken. Hier galt es, in einer begrenzten Zeit ein Testheft durchzuarbeiten, das unterschiedliche Aufgabenstellungen bereithielt. Viele Schülerinnen und Schüler sind noch nicht sicher, wohin die spätere berufliche „Reise“ einmal gehen soll. Sie hadern mit der Wahl der Leistungskurse und haben erst recht keine Idee, welches Studium sie ergreifen oder welche Ausbildung sie später absolvieren sollen.

Nach Auswertung gibt der geva-Test den Schüler:innen im Wesentlichen Antworten auf folgende Fragen:

  • Was sind meine stärksten Interessen, Schlüsselqualifikationen und Leistungen?
  • Wo liegen Potenziale, wo sind Ansatzpunkte für meine persönliche Entwicklung?
  • Schätze ich meine Leistungen richtig ein? In welchen Bereichen überschätze, in welchen unterschätze ich mich?
  • Wie unterscheide ich mich von Gleichaltrigen mit vergleichbarer schulischer Ausbildung?
  • Welche Studiengänge oder Ausbildungen passen am besten?
  • Welche beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten bieten sich an?

„Die Kooperation mit dem geva-Institut ist ein wichtiges Element unserer Aktivitäten zur Berufsorientierung,“ erläuterte Dr. Claudia Röder, die an der Steinmühle für die Studien- und Berufsorientierung zuständig ist und die schulischen Praktika koordiniert.

16. Februar 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/02/Geva_Titel-scaled.jpg 760 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-02-16 09:58:412026-06-08 13:59:13Potenziale checken: Jahrgang 11 absolvierte den geva-Test

Eintauchen ins „normale Leben“: Ein Besuch im Amtsgericht

Aktuelles, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Im Januar besuchte die Klasse 8c des Gymnasiums Steinmühle im Rahmen des Projekts „Jugend und Kriminalität“ mit Lehrerin Dr. Claudia Röder das Amtsgericht Marburg in der Universitätsstraße. Die Schülerinnen Greta Steiner und Evelyne Hildermann schreiben dazu:

Ein Strafverfahren wollten wir verfolgen. Nach dem Passieren der Sicherheitskontrolle fing um 9.30 die Verhandlung an. Der Gerichtssaal war ein kleiner Raum, der in zwei Abteilungen aufgeteilt war: In dem einen Abschnitt konnten Zuschauer sitzen und in dem anderen Abschnitt saßen der Staatsanwalt, die Richterin, eine Justizfachangestellte, die das Verfahren protokollierte und der Angeklagte.

Als die Verhandlung beginnen sollte, trat kein Angeklagter ein und die Richterin befürchtete, dass sie den Angeklagten holen lassen müsste. Der Staatsanwalt wollte sich noch einmal vergewissern, dass wirklich niemand da ist und traf dabei auf dem Flur auf den Angeklagten.

Der Angeklagte kam ohne Anwalt und wollte sich selbst verteidigen. In dem besuchten Verfahren wurde der Angeklagte beschuldigt, auf einer Hausparty mit insgesamt etwa 10 Personen seiner Frau und einem Bekannten gegenüber gewalttätig geworden zu sein und später Widerstand gegen Vollzugsbeamte geleistet zu haben.

Der Angeklagte bestritt den Tatverlauf und sagte, dass er nie gewalttätig geworden sei. Da jedoch fünf Zeugen ihn als gewalttätig beschrieben, wurde er schuldig gesprochen. Er bekam sieben Monate Freiheitsstrafe auf drei Jahre Bewährung und eine Geldstrafe von 600 Euro, welche er in Raten abbezahlen darf.

Der Zeuge, der unentschuldigt nicht erschien, bekam eine Strafe von 150 Euro oder drei Tage Arrest.

Alle waren sichtlich betroffen darüber, dass Taten, die eigentlich von uns Jugendlichen als „nicht so schlimm“ bewertet wurden, zu einer Freiheitsstrafe geführt haben.

Wir folgten alle gebannt der Verhandlung und fanden den Ausgang spannend. Gleichzeitig merkten wir, dass der Angeklagte aufgrund seiner sprachlichen Schwierigkeiten nicht alles verstanden hatte, was der Staatsanwalt oder die Richterin sagten. Der Begriff „auf Bewährung“ war ihm beispielsweise unbekannt, so dass er auf das Urteil entsetzt reagierte.

Alles in allem war es ein gelungener Vormittag und es war cool, auch mal ins „normale Leben“ einzutauchen.

16. Februar 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/02/Amtsgericht_Titel-scaled.jpg 679 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-02-16 09:52:522026-06-08 13:59:45Eintauchen ins „normale Leben“: Ein Besuch im Amtsgericht

Projekt zur Alkohol-Prävention für den Jahrgang 8: „Hackedicht – besser geht’s dir ohne“

Aktuelles, Politik, Wirtschaft & Verantwortung, Sport & Gesundheit

Am 17. Oktober fand wieder das Alkoholpräventionsprojekt „Hackedicht – besser geht’s dir ohne“ für die Klassen 8 statt. In jedem Jahr wird der Jahrgang 8 im Rahmen eines Projektes darüber informiert, was Alkohol grundsätzlich mit unserem Körper macht.

Dr. Birgit Wollenberg, die Leiterin des Gesundheitsamtes im Landkreis Marburg-Biedenkopf, hat den Schüler*innen im ersten Teil des Projektes viele Informationen zu den entsprechenden Themen gegeben: Was bewirkt Alkohol im Körper, der Umgang mit Alkohol, Alkoholsucht und ihre Folgen.

Im zweiten Teil wurde es dann praktischer: mit Hilfe von Alkoholbrillen, die die Effekte eines Alkoholrausches simulieren, konnten die Schüler*innen erfahren, dass auch einfache Dinge wie kleine Gegenstände zu sortieren oder Ballspielen unter dem Einfluss von Alkohol sehr schwierig werden können. Dabei entstanden auch Fotos. Außerdem tauschten sie sich über das Thema „Gruppendruck und Alkohol“ aus.

Im Allgemeinen geht es in diesem zweistündigen Projekt darum, die Schüler*innen für das Thema zu sensibilisieren und ihnen u.a. die Folgen eines zu frühen Alkoholkonsums klarzumachen.

22. Dezember 2022
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2022/12/Titwl-scaled.jpg 719 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2022-12-22 12:26:332026-06-08 14:03:09Projekt zur Alkohol-Prävention für den Jahrgang 8: „Hackedicht – besser geht’s dir ohne“

Ein Kompass für die Berufswahl: Informationstag an der Steinmühle

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

„Und was willst du später werden?“ – Die Frage, die man Jugendlichen vor Jahrzehnten schon stellte, hat nichts an Relevanz verloren. Im Gegenteil sind die Antworten auch heute nicht deutlicher: Mehr Studiengänge, mehr Ausbildungsmöglichkeiten, aber nicht unbedingt mehr Klarheit bei den jungen Menschen. Um das zu ändern, führt die Steinmühle jedes Jahr im November einen Berufsinformationstag durch. Organisatoren sind Steinmühlenlehrerin Dr. Claudia Röder, Beauftragte für Berufsorientierung, sowie Hans-Heinrich Bähr vom Berufsdienst des Rotary-Club Marburg-Schloss.

Erneut hatten sich viele Profis aus ganz unterschiedlichen Berufsgruppen bereiterklärt, den Schülerinnen und Schülern des Jahrgangs 11 Fragen zum eigenen Werdegang und ihrer Tätigkeit zu beantworten. In drei Gesprächsrunden von je 20 Minuten konnten die jungen Leute ihre favorisierten Expertinnen und Experten zu allem fragen, was ihnen auf den Nägeln brannte: Wie ergattert man einen Studienplatz in Psychologie? Worauf muss man sich einstellen, wenn man in die IT-Branche möchte? Wie wird man Berufspolitiker*in?“ Genau diese Fragen wurden letztlich am häufigsten gestellt und geben damit auch wieder, welche Berufe an diesem Abend am gefragtesten waren. Das allermeiste Interesse verzeichnete allerdings der Repräsentant der Bundeswehr. Ganz ohne Nachfragen blieb keine der Berufsgruppen.

 

Auch Politiker*innen stellten sich den Fragen

„Wir freuen uns, dass wir wieder diesen Info-Abend veranstalten können,“ sagte Dr. Claudia Röder angesichts der angeregten Gespräche, die geführt wurden. „Besonders freue ich mich, dass es uns gelungen ist, auch Vertreter*innen aus der Politik bei uns zu haben.“ Zu Gesprächen hatten sich aus diesem Bereich der heimische Landtagsabgeordnete Dirk Bamberger (CDU) sowie die Marburger Bürgermeisterin Nadine Bernshausen (Bündnis 90/Grüne) zur Verfügung gestellt. Nadine Bernshausen repräsentierte gleichzeitig den Beruf der Richterin.

„Ich fand es sehr interessant,“ erzählte Benjamin Schul am Ende der Veranstaltung. Er hatte ein intensiveres Gespräch mit dem Vertreter einer Consulting-Firma geführt und könnte sich nun nach einem BWL-Studium einen Beruf in der Selbstständigkeit vorstellen. Melissa Mägerlein imponierten die Informationen der Bundeswehr: „Man hat dort erfahren, welche Studiengänge bei der Bundeswehr möglich sind und hat vor allem konkrete Angebote erhalten zu einem Camp oder einem Praktikum. Das war sehr hilfreich.“ Emilia Ouaissa hatte sich nach Details einer politischen Tätigkeit und der Arbeit als Psychologin erkundigt. „Es war für mich sehr interessant, da ich wirklich neutrale und abgewogene Informationen erhalten konnte.“ Chiara Rector hatte den Focus auf Bundeswehr und Medizin gelegt, empfand die jeweiligen Informationen dazu als stichhaltig und die Erklärung der Laufbahn und Studienzeit als umfassend. Tom Beyer erklärte, er habe den Abend genutzt, um eine Negativ-Auswahl zu treffen: „Ich konnte schon mal einen Anhaltspunkt bekommen, was eher nichts für mich ist.“

Einige der Jugendlichen hätten sich noch etwas mehr Zeit am Berufsinformationsabend gewünscht – entweder, um bei dem favorisierten Gesprächspartner oder der Gesprächspartnerin noch mehr ins Detail gehen zu können, oder um noch in einen weiteren Berufszweig hineinzuhorchen. Der Elftklässler Lauritz Kleine: „Fünf statt drei Gesprächsrunden durchzuführen – das wäre vielleicht ein Vorschlag.“

Beim Berufsinformationsabend, der von Schulleiter Björn Gemmer eröffnet worden war, wurden folgende Berufe und Bereiche repräsentiert: Rechtsanwalt/Rechtsanwältin, Richter*in, Diplom-Kaufmann oder-Kauffrau/Geschäftsführer*in, Arzt/Ärztin, Psychologe/Psychologin, Psychologische/r Psychotherapeut*in/Kinder und Jugendlichen-Psychotherapeut*in, Zahnarzt/Zahnärztin, Steuerberater*in/Wirtschaftsprüfer*in, Physiker*in, Unternehmensberater*in/BWL-Studium, Informationstechnologie, Sparkassen-/Finanzwesen, Berufspolitiker*in, Abgeordnete/r, Prokurist*in, Medizinstudium ohne NC, Bundeswehr, Pharmazeut*in, Freiwilliges Soziales Jahr, Journalismus.

18. November 2022
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2022/11/Titel-scaled.jpg 679 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2022-11-18 13:06:382026-06-08 14:03:49Ein Kompass für die Berufswahl: Informationstag an der Steinmühle

Rund um die Wirtschaft mehr wissen durch den Unternehmerführerschein

Aktuelles, Politik, Wirtschaft & Verantwortung, Wettbewerbe & Auszeichnungen

Im abgelaufenen Schuljahr legten mehrere Schülerinnen und Schüler ihre Prüfungen für den Unternehmerführerschein ab. Jetzt nahmen sie ihre Zertifikate entgegen und stellten sich zusammen mit Schulleiter Bernd Holly (links) und Fachlehrer Erno Menzel (rechts) dem Fotografen. Es qualifizierten sich:

Johanna Arndt, Fiona Claar, Aliena Entebach, Finja Grün, Lauritz Kleine, Jannis Mitze, Acelya Olcuk, Anton Schneider, Daniel Schöne, Lenn Stumm, Emilia Wagner. Von 33 Prüfungen (Module A/B/C) wurden 29 erfolgreich absolviert.

Die Module setzten sich wie folgt zusammen: Modul A: Basismodul Wirtschaft, Modul B: Grundlagen der volkswirtschaftlichen Zusammenhänge, Modul C: Unternehmerisches Grundwissen – Der Geschäftsplan.
Die Zertifikate gehören zur Gruppe der „Entrepreneur‘s Skills Certificate“ und werden vergeben von Eurochambres, dem Dachverband der europäischen Industrie- und Handelskammern.

2. November 2022
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2022/11/Unternehmerfuehrerschein_2022-scaled.jpg 1000 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2022-11-02 11:21:102026-06-08 14:04:20Rund um die Wirtschaft mehr wissen durch den Unternehmerführerschein

Die Turmwächter: Kurzweilige Lektüre und Beitrag zur Kulturgeschichte

Aktuelles, Ehemalige & Alumni, Kooperationen & Partnerschaften, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Am 1. September stellte Wilhelm „Willi“ Stehling sein neues Buch über »Die Marburger Turmwächter« an alter Wirkungsstätte vor. Der ehemalige Musik-, Sport- und Erdkunde-Lehrer der Steinmühle nahm die einhundert Gäste während seiner reich bebilderten Lesung mit in vergangene Zeiten und machte deutlich, dass die Turmwächter schon seit dem Mittelalter vom hohen Schlossturm herabschauten und über die Sicherheit der Stadt wachten. Sie warnten bei Tag und bei Nacht vor Feuer, vor Feinden und anderen Gefahren und kündigten mit Signalen alle Reisenden an, die sich der Stadt näherten. Zugleich galten die Turmwächter als fürstliche Schloss- und Stadtmusikanten über Jahrhunderte hinweg als die wichtigsten Repräsentanten der Instrumentalmusik. Die musikalischen Alleskönner spielten zu Hochzeiten, zum Tanz, zu kirchlichen und städtischen Anlässen sowie zu höfischen Gelegenheiten auf.

Willi Stehling führte dabei nicht nur in die komplexe Arbeitswelt von Wächtern und Musikanten ein. Insbesondere die Geschichten aus dem beruflichen und privaten Alltag der ein oder anderen schillernden Figur hatten höchsten Unterhaltungswert und verdeutlichten, dass Stehling mit seinem Buch nicht nur ein wichtiger Beitrag zur Kulturgeschichte von Marburg gelungen ist, sondern auch eine kurzweilige Lektüre mit bisher unbekannten Einblicken in das musikalische und gesellschaftliche Leben der Stadt.

21. Oktober 2022
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2022/10/Stehling-scaled.jpg 1125 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2022-10-21 11:02:182026-06-08 14:04:51Die Turmwächter: Kurzweilige Lektüre und Beitrag zur Kulturgeschichte

„Selbstvertrauen entwickeln und zu eigenen Grenzen stehen“

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

„Jeder weiß nur selbst, was beruflich zu ihm passt“. – Diese ermunternde und selbstbewusste These vermittelte das Team der „Mutmacher“ dem Jahrgang 11. Die Mutmacher – das sind die Mitglieder eines Startups für moderne Berufsorientierung, ansässig in Karlsruhe, tätig an Schulen in verschiedenen Bundesländern. Nach ihrem Debüt im vergangenen Jahr waren die jungen Leute zum zweiten Mal an der Steinmühle, um den Schülerinnen und Schülern – nur wenig jünger als sie selbst – dabei zu helfen, eine Berufsperspektive zu entwickeln.

Einem Überangebot an Möglichkeiten, was nach dem Abitur getan werden kann, steht eine eher ernüchternde Bilanz gegenüber: Jeder dritte Studierende bricht sein Studium ab, Ausbildungsverhältnisse wurden in 150.000 Fällen allein in 2019 vorzeitig beendet.  Damit der vermeintliche Traumjob sich nicht als Albtraumjob herausstellt, empfahlen die Mutmacher, die eigenen Traumjob-Kriterien zu erforschen:  Was ist für mich später wichtig im Beruf? Viel Geld? Gesellschaftliche Anerkennung? Viel Freizeit? Eine erfüllende Tätigkeit? Geregelte Arbeit? Arbeit im Team oder alleine? Über diese und andere Punkte empfahl das Referenten-Team den Schülerinnen und Schülern, erst einmal Klarheit zu gewinnen. Zusammen mit den eigenen Stärken, die in einem Workbook gecheckt und partnerweise per Einschätzung abgefragt wurden, hatte jede Schülerin und jeder Schüler die Möglichkeit, für sich selbst eine grobe Richtung zu entwickeln, wo die Reise nach dem Abitur möglicherweise einmal hingehen könnte.

Als „sehr hilfreich und konkret“ bewertete Annerose Glöckner, die zuständige Steinmühlen-Ansprechpartnerin der Bundesanstalt für Arbeit, die Veranstaltung der Mutmacher. „Es gibt für jede und jeden einen Weg, den auch derjenige entwickeln kann, der keine konkrete Berufsvorstellung hat.“

Die Mutmacher-Crew wies darauf hin, wie wichtig die Entwicklung von Selbstvertrauen ist, um die ausgelotete Richtung auch zielstrebig verfolgen zu können: „Selbstvertrauen wird an der Schule meist mit Noten verknüpft. Ist man gut, ist man selbstbewusst – und umgekehrt. Die Währung der Zukunft ist jedoch, Selbstvertrauen unabhängig von Noten zu gewinnen.“ Zum Selbstvertrauen gehöre aber auch, zu den eigenen Grenzen zu stehen. „Gar nicht so einfach in einer Welt, in der es ein Leichtes ist, eine Maske aufzuziehen.“

Den Vormittag mit den „Mutmachern“, die auf Instagram unter @meinmutigerweg zu finden sind, organisierte Dr. Claudia Röder, zuständig für die Berufsorientierung an der Steinmühle.

17. Oktober 2022
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2022/10/01-1-scaled.jpg 1125 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2022-10-17 10:03:292026-06-08 14:05:57„Selbstvertrauen entwickeln und zu eigenen Grenzen stehen“

Gesichter und Geschichten: Was aus den Geflüchteten an der Steinmühle geworden ist

Aktuelles, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

2015 – die große Flüchtlingswelle erreichte Deutschland. Auch die Steinmühle machte es sich zur Aufgabe, aktive Hilfe zu leisten und organisierte eine Wohngruppe für Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die den jungen Menschen helfen sollte, sich möglichst schnell in Deutschland zurechtzufinden und die ersten Schritte in eine erfolgreiche Integration zu gehen. Nicht zuletzt aufgrund dieser Erfahrung fand die Ausstellung Gesichter und Geschichten des bsj Marburg sofort Interesse bei den Verantwortlichen der Steinmühle.

Die Ausstellung stellt den Weg von  Tarek, Ali und Muhi Eddin dar, die 2015 in Marburg ankamen und mehrere Jahre später über die letzten Jahre berichten. Mal begeistert, mal nachdenklich, aber immer optimistisch sprechen sie dabei über ihre Erfahrungen und Erlebnisse.

Zusammen mit Pädagog*innen des bsj Marburg erarbeiteten die drei jungen Syrer außerdem Fluchttagebücher mit Handyfotos von ihren Familien, von ihren Heimatstädten – Damaskus, Idlib, Al-Hasaka – und von einzelnen Stationen ihrer Flucht bis in den Landkreis Marburg-Biedenkopf. Das Konzept zur Illustration ihrer Geschichten entwickelten die Jugendlichen an einem Wochenendworkshop zusammen mit einem Grafiker. Dort zählten sie die Tage ihrer Flucht durch und illustrierten einzelne Stationen mit Fotos, eigenhändigen Zeichnungen, handschriftlichen Notizen auf Arabisch und Deutsch

Was ist seit 2015 aus Tarek, Ali und Muhi Eddin geworden? Haben die drei im Landkreis Marburg-Biedenkopf eine neue Heimat gefunden? Welche ihrer Wünsche haben sich erfüllt, welche nicht?

Dazu kommen die drei jungen Männer zu sehr unterschiedlichen Einschätzungen, betonen aber alle, dass sie das Gefühl haben, angekommen zu sein, auch wenn sich noch nicht alles so entwickelt habe, wie sie es vor fünf Jahren erhofft hatten.

Die Ausstellung konnte zwei Wochen lang im Obergeschoss des Oberstufengebäudes der Steinmühle besucht werden und stieß auf reges Interesse von Seiten der Schüler*innen.

(Bernd Hülsbeck)

16. August 2022
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2022/08/Foto-scaled.jpg 1125 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2022-08-16 10:29:012026-06-08 14:10:50Gesichter und Geschichten: Was aus den Geflüchteten an der Steinmühle geworden ist
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