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AG „School for Earth“ sucht Interessierte für die Mitarbeit

Aktuelles, Ökologie und Nachhaltigkeit, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Ressourcenknappheit, Erderwärmung, Klimakrise und mehr: The Future is now – die Zukunft hat bereits begonnen! Weil dies so ist, macht sich Ines Vielhaben, Kunstlehrerin an der Steinmühle, im Rahmen einer neuen Arbeitsgemeinschaft für Aktivitäten stark, die die Entwicklung einbremsen könnten oder auch Alternativen für das Verhalten eines jeden aufzeigen können. Was vollzieht sich überhaupt? Wie können wir gegensteuern? Und wie lässt sich die Thematik an der Steinmühle in den einzelnen Fachschaften aufgreifen? Mit diesen Fragen hat Ines Vielhaben das Projekt im Frühjahr bereits der Gesamtkonferenz vorgestellt, Ziele und Aufgabenbereiche der neuen AG präsentiert. Geplant ist, die Thematik idealerweise in kleineren Unterrichtseinheiten oder auch in größeren Projekten aufzugreifen. Spontan hatten Anwesende Ideen eingebracht und ihre Mitarbeit in Aussicht gestellt. Annett Miller äußerte den Wunsch, ein Projekt über das iPad zu integrieren, insbesondere mit Blick auf die nötigen Ressourcen. Lisa Braun bot die Hilfe des Fachbereichs Erdkunde an. Dort existierten bereits viele Materialien zu dem Themenbereich.

„Wir hoffen auf noch mehr Interesse seitens der Schülerschaft, der Eltern und des Kollegiums und wünschen uns, dass sich über die Sommerferien der eine oder die andere für eine Mitarbeit in unserer AG entscheiden kann,“ sagt Ines Vielhaben, die gern als Ansprechpartnerin dient (ines.vielhaben@steinmuehle.net). Im Rahmen ihres Kunst-LK hat Abiturientin Talea Funk für die AG zur schnellen Wiedererkennung von Beiträgen und Aktivitäten ein Logo entwickelt.

26. Juli 2022
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2022/07/SFE-scaled.jpg 844 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2022-07-26 13:21:222026-06-08 14:11:43AG „School for Earth“ sucht Interessierte für die Mitarbeit

MdL Nina Eisenhardt (Bündnis 90/Grüne) zu Gast in der Steinmühle

Aktuelles, Ökologie und Nachhaltigkeit, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Wann immer es die Möglichkeit gibt, sich mit Politikerinnen und Politikern auszutauschen, sind die Oberstufenschüler*innen der Steinmühle engagiert dabei. Sie schätzen die Gelegenheit, über aktuelle Themen zu diskutieren, Meinungen zu hören und Fragen zu stellen, die sie derzeit beschäftigen. Auch beim Besuch der Landtagsabgeordneten Nina Eisenhard war das so. Die 32jährige ist seit 2019 Abgeordnete des Hessischen Landtages und hochschulpolitische Sprechering der Grünen Landtagsfraktion.

Der von Erno Menzel und Bernd Hülsbeck mit Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen im Fach Politik und Wirtschaft organisierte Besuch war im Unterricht vorbereitet worden. Teilgenommen hatten die Jahrgangsstufe 12 und der künftige PoWi-LK des Jahrgangs 11. Doch auch spontan ergaben sich einige Fragen, zum Teil begründet durch den Ukraine-Konflikt. Es ging um Rüstungsausgaben, um die Frage, wie man als grüner Koalitionspartner überhaupt einige Beschlüsse inhaltlich mittragen kann und darum, dass die Digitalisierung gerade im Hochschulbereich so furchtbar langsam geht.

Trotz ihres jungen Alters konnte Nina Eisenhardt vor einem eigenen persönlichen Erfahrungshintergrund berichten. Bei ihr ging es nicht von der Schulbank direkt auf die Abgeordnetenbank. Die Politikerin berichtete von ihrer Erfahrung als selbständige Unternehmerin mit einer Firma, die sich mit Webentwicklung befasste. „Dies hat mein Verständnis von den Dingen deutlich verbessert,“ erzählte sie. Die Digitalisierungsgeschwindigkeit auf dem Bildungssektor hapert nach Beurteilung von Nina Eisenhardt nicht etwa an bereitstehender Hardware: „Die ist vorhanden.“ Es fehle vielmehr an der Personalabdeckung für Wartung und dauerhafte Zuständigkeit. „Es geht schlicht um Stellen.“

Ob nicht die fallenden Entscheidungen in der Koalition inhaltlich unzufriedenstellend für sie seien, fragten die Schülerinnen und Schüler um das Moderatorenteam Tilmann Molzberger und Mara Mensing. Die Abgeordnete wertete die Koalitionskompromisse als Begleiterscheinungen eines „Zweckbündnisses auf Zeit.“ Wenn man dabeisein und grundsätzlich mitgestelten wolle, seien auch Entscheidungen dabei, die gegen die persönliche Haltung erfolgten.

Die Fragesteller – durchgehend männlich – interessierte auch, wie die Besucherin zu einer möglichen Herabsetzung des Wahlalters eingestellt ist.

Wählen, so Nina Eisenhardt, ist ein Recht, für das man keine Qualifikation brauche. Man müsse nicht begründen, warum man wählen wolle. Es gebe keinen Grund, das Wählen unter 18 Jahren zu verweigern. Die Abgeordnete weiter:“ Ich bin für ein Wahlalter ab 14. Ab diesem Alter kann man arbeiten, ein Gehalt beziehen, muss Steuern zahlen. Nina Eisenhardt abschließend: „Wählen ab 14 – das wäre eine Riesenchance.“

26. Juli 2022
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2022/07/04-scaled.jpg 1000 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2022-07-26 13:12:572026-06-08 14:12:10MdL Nina Eisenhardt (Bündnis 90/Grüne) zu Gast in der Steinmühle

„Wir verteidigen gerade unsere Demokratie“

Aktuelles, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Ukraine im Fokus: Hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten Lucia Puttrich besuchte die Steinmühle

Nicht über Politikerinnen und Politiker reden, sondern mit ihnen. Das ist das Bestreben des Gymnasiums Steinmühle und das ist auch der Grund, warum Besuchsangebote von Abgeordneten, Ministerinnen und Ministern stets gern angenommen werden. Über den heimischen Landtagsabgeordneten Dirk Bamberger (CDU) entstand für die Steinmühle der Kontakt zu Lucia Puttrich. Sie ist nicht nur Bambergers Mitstreiterin im Hessischen Landtag, sondern auch Hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Bevollmächtigte des Landes Hessen. Kürzlich saß sie zusammen mit Dirk Bamberger und Horst Falk, ebenfalls Landtagsabgeordneter sowie Bildungspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, auf dem Podium im Steinmühlenforum: Schüler*innen fragen – Politiker*innen antworten.

Ministerieller Besuch mitten im Ukraine-Krieg – das war für die Jahrgangsstufen 11 und 12 der Steinmühle eine gute Gelegenheit, Dinge anzubringen, die sie bewegten. Nicht verwunderlich, dass haupsächlich dieses Thema die Steinmühlenschülerinnen und Steinmühlenschüler umtrieb. Es war eine ernsthafte Veranstaltung mit tiefgehenden Fragen und wohlüberlegten Antworten der Ministerin. Und es waren nicht immer Antworten, die Bedenken entkräften oder Ängste nehmen konnten. Informativ, aber nicht beschönigend.

 

„Ein Krieg gegen die Nato und die EU“

„Die Ukraine verteidigt die Souveränität ihres Landes und praktisch jeder Ukrainer hat eine Waffe,“ begann Lucia Puttrich die Schilderung der Lage in dem Land, auf dem derzeit europa- und weltweit der Fokus liegt. Der Ministerin war aber auch daran gelegen, deutlich zu machen, dass der Konflikt nicht an den Territorialgrenzen haltmacht, sonden imperialistisch geprägt ist: „Putin will sein altes Reich wiederhaben. Es ist ein Krieg gegen die Nato und die EU. Und Putin ist nicht vom Grunde her gewillt, den Krieg vor Erreichung dieser Ziele zu verändern.“ Auf die oft gestellte Frage, ob nicht die Abwesenheit Putins von der Bildfläche eine Verbesserung der Situation bringen würde, hatte die Ministerin keine positive Prognose:“ Es liegt nicht an der Person, es ist das System dahinter.“

Was steht mit dem Ukraine-Krieg auf dem Spiel? Was verteidigen wir? Was passiert, wenn Russland den Gashahn abdreht?  – Fragen der Ministerin zum Nachdenken und Fragen aus der Schülerschaft. „Wir verteidigen die Demokratie,“ sagte Puttrich, „und Teuerungen mit wirtschaftlichen Einbrüchen sind derzeit der Preis dafür“. Es gehe um Haltung, um die Erkenntnis, nichts für selbstverständlich zu nehmen. „Wir haben eine Verantwortung gegenüber der Ukraine,“ konstatierte Lucia Puttrich und fuhr fort:“Und die Verantwortung haben wir auch für Russland. Das kann aber nicht bedeuten, dass man einen Vernichtungskrieg gutheißt.“

 

„Eine Zeit der Eskalation“

Die Ministerin erläuterte das Fundament der NATO als einen Verteidigungspakt mit Beistandsverpflichtung. Gefährdungslagen habe man derzeit in den baltischen Staaten und in Polen. Durch diese Konstellation seien bestimmte Abläufe miteinander verknüpft: „Wenn die Ukraine fällt, dann haben wir einen Domino-Effekt.“ Die gegenwärtige Lage zeige sei grundsätzlich unstimmig mit den formalen Gegebenheiten. Puttrich:“Die Ukraine ist ein souveräner Staat, anerkannt auch von Russland.“ Hieraus alleine zeige sich eine gewisse Umberechenbarkeit: „Wenn Putin den 3. Weltkrieg will, dann will er den, das entscheiden nicht wir. Und ein Krieg ist am ehesten dann vermeidbar, wenn er für Russland nicht gewinnbar ist.“ Tatsächlich, so der Besuch aus Wiesbaden, müsse man sich wohl auf einen langen Konflikt einstellen:“Ein Waffenstillstand wäre schon etwas Gutes.“ Es dauere lange, bis Sanktionen wirken. Das Verhalten des russischen Staatspräsidenten etwa als Laune zu bewerten, hält die Ministerin für einen Fehler: „Putin meint die Dinge ernst. Wir leben in einer Zeit der Eskalation.“

„Wir müssen aus der Geschichte lernen, alles ist möglich,“ schloss Landtagsabgeordneter Horst Falk den Gesamtdialog zwischen dem Politiker-Podium und der Schülerschaft. Einen beruhigenden Schlusstenor hatte die von den Steinmühlen-Lehrern Bernd Hülsbeck und Erno Menzel vorbereitete und von Tilmann Molzberger aus dem PoWi-LK der Q2 moderierten Veranstaltung nicht – auch angesichts der zum Teil exklusiven Informationsquellen der Ministerin. Schulleiter Björn Gemmer bedankte sich für die Vermittlung des Termins, die Anwesenheit und aktive Mitarbeit aller Anwesenden und deren Bereitschaft, sich für den Dialog mit jungen Menschen Zeit zu nehmen.

Als die Veranstaltungszeit abgelaufen war, hätte das Auditorium noch weiterdiskutieren können. Sicher ein Zeichen für eine bewegende Thematik, aber auch für einen fruchtbaren Austausch.

23. Mai 2022
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2022/05/kap_3O7A9784-scaled-1-scaled.jpg 1000 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2022-05-23 15:52:432026-06-08 14:15:58„Wir verteidigen gerade unsere Demokratie“

Geschichte hautnah: Stadtallendorfs bewegte Entwicklung und menschliche Schicksale

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Hin und wieder kommt es vor, dass Eltern oder Angehörige unserer Schüler*innen wertvolle Beiträge zum Steinmühlenunterricht leisten können – aufgrund ihrer Tätigkeit oder ihres Wissens. Der Besuch von Herbert Köller, dem Großvater von Alexandra Köller (6b), war ein Beispiel dafür. Zusammen mit Hans-Jürgen Wolff berichtete er Steinmühlenschüler*innen der Jahrgänge 8, 10 und 13 von der Arbeit des 1994 gegründeten Dokumentations- und Informationszentrums (DIZ) Stadtallendorf, der ersten und ältesten Gedenkstätte in Deutschland über Zwangsarbeit.

Das DIZ (www.diz-stadtallendorf.de) hat aus dem Nachlass von Hilmar Eisenhut Fotos und Aufzeichnungen aus der späten Phase des zweiten Weltkrieges erhalten. Jener Hilmar Eisenhut war als 15jähriger Schüler in Eschwege, als seine Freunde im Jahrgang über ihm als Flakhelfer bei Kassel durch ein abstürzendes Flugzeug ums Leben kamen. Kurze Zeit später wurde auch Hilmar Flakhelfer und als solcher in Stadtallendorf stationiert.

Vom armen Dorf zur Industriestadt Nr. 1

Im ersten Teil der Doppelstunde ging Hans-Jürgen Wolff mit einer PowerPoint-Präsentation der Frage nach, warum Stadtallendorf heute blühende Industriestadt ist. Er zeichnete den Weg vom armen katholischen Dorf über das Munitionslager, den Zufluchtsort für Vertriebene und Gastarbeiter zur heutigen Industriestadt Nummer 1 im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Dabei ging er auch der Frage nach, warum Stadtallendorf im zweiten Weltkrieg nicht bombardiert wurde. Hier kamen der 16jährige Hilmar Eisenhut, seine Schilderungen und Fotografien ins Spiel.

Kriegserlebnisse eines 16jährigen

Im zweiten Teil wurde der Vortrag persönlicher und aus Sicht des Jungen geschildert. Herbert Köller las lebendig und in verschiedenen Rollen und durchlebte Hilmars Aufzeichnungen emotional, mal im lauten Ton des Unteroffiziers, mal mit tränengetränkter Stimme. Zwischendurch unterbrach Hans-Jürgen Wolff die Lesung immer wieder und gab sachlich nüchtern bis technisch Informationen, um das Gehörte einordnen zu können.

Der Titel „Geschichte hautnah“ ist also im doppelten Sinne zu verstehen. Zum einen ging es um die regionale Nähe, also um die Geschichte einer Stadt in unserem Landkreis. Zum anderen berührten die Schilderungen emotional, da das Schicksal des Flakhelfers und seiner Freunde im Alter der Zuhörer*innen unter die Haut ging – nicht einmal zehn Tage, bevor in Europa erneut ein Angriffskrieg begonnen wurde.

Unser Foto zeigt die Vortragenden Herbert Köller (links) und Hans-Jürgen Wolff.

11. März 2022
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2022/03/Titel-1.jpg 636 1200 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2022-03-11 11:42:562026-06-08 14:26:19Geschichte hautnah: Stadtallendorfs bewegte Entwicklung und menschliche Schicksale

Möglichkeit therapeutischer Gespräche: „Das Angebot ist da“

Aktuelles, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Die eigenen Gedanken drehen sich im Kreis, enge Vertraute wissen auch keine Lösung und ansonsten möchte man mit dem Problem auch nicht überall hausieren gehen: Wer Redebedarf hat und gerne mal eine Meinung „von außen“ einholen möchte, für den gibt es an der Steinmühle seit Schuljahresbeginn eine neue Ansprechpartnerin: Maria Sideraki. Sie steht allen zur Verfügung, die nicht weiterkommen in einer Angelegenheit, die sie stark beschäftigt oder die sie ändern möchten.

Hilfestellung in verschiedenen Lebenslagen kann vieles bedeuten. Ein Schüler fühlt sich gemobbt, Eltern bereitet die Entwicklung ihrer Tochter Sorgen, eine Lehrkraft sieht sich nahe am Burnout, ein Angestellter aus der Verwaltung leidet unter dem schlechten Verhältnis zu Kollegen. – All diese Beispiele sind fiktiv. Sie sollen nur eines zeigen: Jeder, egal in welcher Rolle innerhalb der Steinmühlengemeinde, kann das Angebot von Maria Sideraki wahrnehmen. Der Leiter der Sekundarstufe I, Frank Wemme, weiß um die Vorurteile, die sich teils bis heute halten: „Nein, man ist nicht verrückt, bloß weil man mal therapeutische Hilfe in Anspruch nimmt. Es gibt zahlreiche Situationen, die einem den Boden unter den Füßen wegziehen können. Das kann auch der Verlust eines Menschen durch Trennung oder gar Tod sein oder zum Beispiel auch eine ärztliche Diagnose. Das Gesprächsangebot ist da. Man muss es nur annehmen.“

Maria Sideraki lebt seit ihrem 7. Lebensjahr in Deutschland. Die gebürtige Athenerin wohnte mit Eltern und Geschwistern zunächst in Kassel, besuchte dort das Gymnasium und absolvierte nach Abitur und Freiwilligem Sozialem Jahr das Studium der Psychologie und der Erziehungswissenschaften in Marburg. „Das war die Zeit meines ersten Kontaktes zur Steinmühle“, erinnert sie sich. Sie wohnte damals im Bremerhaus.

Einige Monate nach ihrem Studienabschluss kam ihr Sohn zur Welt. Die folgenden zwei Jahre Elternzeit sind der einzige „persönliche“ Zeitraum in Maria Siderakis Vita, die ansonsten einen beeindruckenden Umfang beruflicher Tätigkeiten im psychotherapeutischen und pädagogischen Bereich aufweist, flankiert durch ein rundes Dutzend Praktika, Weiterbildungen und ehrenamtliche Tätigkeiten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die viersprachige Therapeutin (Griechisch, Deutsch, Englisch, Arabisch) im Laufe der Jahre und Jahrzehnte viele therapeutische Maßnahmen geleitet, viele Situationen begleitet und viele Menschen betreut hat – unabhängig von deren Alter oder auch Nationalität. Zu nennen sind unter anderem die Mitarbeit im Bereich der Psychogeriatrie in einem Marburger Altenheim, die Durchführung von Alphabetisierungskursen für junge Erwachsene in Wetzlar und die Durchführung von Trainings für Kinder und Jugendliche im Bereich ADHS und Sozialkompetenz in einer Gießener Kinderarztpraxis. In einige der Kurse wurden auch die Eltern miteinbezogen. Seit 2015 arbeitet Maria Sideraki in einer Gießener Praxis für Psychiatrie und Psychotherapie in der Durchführung testpsychologischer Diagnostik. Parallel dazu ist sie am Rhön-Klinikum Gießen-Marburg, Standort Gießen, im Sozialpädiatrischen Zentrum/Neuropädiatrie tätig. Dort arbeitet sie in der pädagogisch-psychologischen Diagnostik und Therapie bei Kindern und Jugendlichen und ist Leiterin der Regulationsambulanz.

Termine bei Maria Sideraki:

Alle Schüler*innen, Eltern, Lehrer*innen und Mitarbeitende der Steinmühle können das Gesprächsangebot von Maria Sideraki wahrnehmen. Im Bedarfsfall können auch Hospitationen in Klassen stattfinden. Einzelgespräche sind auf 45 Minuten ausgelegt. Folgetermine sind im Bedarfsfall möglich. Maria Sideraki unterliegt der Schweigepflicht. Über die stattgefundenen Sitzungen finden ihrerseits keinerlei Gespräche mit Dritten statt. Kostenträger des Angebotes sind Schule Steinmühle und Internat Steinmühle jeweils zur Hälfte. Gesprächstermine bei Maria Sideraki sind über Frank Wemme erhältlich, E-Mail frank.wemme@steinmuehle.net. Für die Kontaktaufnahme wird ebenfalls Vertraulichkeit zugesichert.

3. März 2022
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2022/03/01.jpg 902 1200 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2022-03-03 09:47:202026-06-08 14:27:05Möglichkeit therapeutischer Gespräche: „Das Angebot ist da“

Das Jahr wieder mit Nächstenliebe ausklingen lassen – Schüler:innen engagieren sich ehrenamtlich für alte und bedürftige Menschen

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Politik, Wirtschaft & Verantwortung, Soziales Engagement

Im letzten Jahr begann alles mit einer kleinen Idee: Nächstenliebe aktiv leben. Pädagogin Francine Olschewski konnte auch in diesem Jahr wieder Schüler:innen des Internats Steinmühle für zwei ehrenamtliche Projekte begeistern. Wie bereits im vergangenen Jahr bastelten die Schüler:innen zur Vorweihnachtszeit wieder selbst Karten, die an alleinlebende alte Menschen in Marburg verteilt wurden. Neu kam in diesem Jahr noch eine Kooperation mit der Tafel in Marburg hinzu.

Eine neue Vorweihnachtstradition: alten Menschen eine Freude machen

Über 100 selbst gestaltete Weihnachtskarten wurden für den Verein Arbeit und Bildung e.V. in Marburg angefertigt, die an alleinstehende einsame alte Menschen in Marburg als erneuter Weihnachtsgruß aus der Steinmühle verteilt wurden. Bei einigen Übergaben waren Schüler:innen des Internats Steinmühle selbst mit dabei. Von Tür zu Tür gingen die Schüler:innen und überraschten einige alte Menschen mit einem kurzen persönlichen Besuch.

Einige der alten Mitbürger:innen erinnerten sich sogar noch an die Aktion vom letzten Jahr: „Oh, wie schön, dass ihr wieder da seid!“, freute sich eine 93-jährige Dame, „Ich hatte all meinen verbliebenen Freunden von eurer tollen Aktion im letzten Jahr berichtet. Umso mehr freue ich mich, dass ihr auch in diesem Jahr wieder an mich denkt. Das rührt mich sehr!“

Nächstenliebe schafft Emotionen und ein Gefühl der Teilhabe – sowohl bei Schüler:innen als auch bei den alten Mitmenschen

Auch die Schüler:innen waren in diesem Jahr wieder sehr ergriffen von der Aktion. „Es ist so etwas Simples für uns, wir gehen einfach nur zu den Menschen und wünschen Ihnen frohe Weihnachten. Und diese kleine Geste bewirkt so viel, das rührt mich total!“, berichtet Schülerin Verena sichtlich ergriffen.

„Ich bin in diesem Jahr das erste Mal dabei.“, erzählt Schüler Niclas, „Es war unglaublich, wie viele Emotionen da rüber kamen von den alten Menschen. Ich möchte auf jeden Fall wieder an so einer Aktion teilnehmen, es ist so schön zu sehen, dass wir mit so einen kleinen Besuch so viel Freude schenken können!“ Und Schüler Felix begeisterte mit seinen begnadeten Gesangseinlagen vor den Haustüren der besuchten Menschen dabei auch in diesem Jahr wieder Alt und Jung gleichermaßen.

Wenn aus einer Idee ein Projekt wird: Internatsschüler:innen wollen sich langfristig ehrenamtlich betätigen

Die authentische und liebevolle Rührung war auf beiden Seiten deutlich spürbar: Sowohl Schüler:innen als auch die überraschten alten alleinlebenden Menschen waren über jede einzelne Begegnung sehr dankbar. Auch Angela Schönemann, Mitarbeiterin des Arbeit und Bildung e.V., zeigte sich wieder sehr bewegt: „Es freut mich sehr zu erleben, dass junge Menschen sich so sehr für alte Menschen einsetzen und wir die Generationen so ein bisschen näher zusammen bringen können. Ich bin unglaublich dankbar für den Einsatz dieser jungen Menschen, das bedeutet gerade für alte alleinlebende Menschen so viel!“

Und da das Projekt „In Würde teilhaben“ seitens der Stadt Marburg auch in 2022 wieder finanziert wird, wird die Kooperation mit den Schüler:innen der Steinmühle auch für das kommende Jahr bestehen bleiben. „Eigentlich würden wir unser Engagement gerne noch weiter ausbauen“, berichtet Pädagogin Francine Olschewski, „jedoch kommt uns die Pandemie immer wieder dazwischen. Aber wir werden auch in 2022 kreative Wege finden, um diese ehrenamtlichen Aktionen weiterführen zu können.“

Nächstenliebe kennt keine Grenzen: Zusätzliche Kooperation mit der Tafel in Marburg

Und so zeigte sich diese Kreativität auch bereits in der Weiterentwicklung der ehrenamtlichen Bestrebungen kurz vor Weihnachten am Internat Steinmühle: Die Schüler:innen und Pädagog:innen backten Plätzchen aller Art, Zimtschnecken und Kuchen, die auf dem Pausenhof auf dem Schulgelände für einen weiteren guten Zweck verkauft wurden.

„In diesem Jahr sind wir eine weitere Kooperation mit der Tafel in Marburg eingegangen. Wir wollten mithilfe des Verkaufs unserer selbstgebackenen Leckereien Spendengelder sammeln, um davon für bedürftige Familien weihnachtliche Pakete mit Essen zusammenzustellen“, berichtet Organisatorin Francine Olschewski. „Dabei kam eine unglaubliche Summe von fast 650 Euro zusammen!“

Leckere Überraschungen für 12 bedürftige Familien

So konnten in Absprache mit der Tafel Marburg für insgesamt 12 bedürftige Familien reichhaltige Pakete mit Klößen, Gulasch, Rotkohl und weiteren Grundnahrungsmitteln und weihnachtlichen Überraschungen gepackt werden, die kurz vor Weihnachten noch durch die Tafel Marburg an die Familien persönlich verteilt wurden. „Das hätten wir uns nie erträumen können, mit einer Aktion für so viele Familien so viel Gutes tun zu können“, berichtet Pädagogin Francine Olschewski glücklich.

Auch Frau Vaupel, die 1. Vorsitzende der Tafel Marburg, zeigte sich begeistert von der Aktion des Internats Steinmühle: „Das ist eine wunderbare Aktion und vorweihnachtliche Überraschung für diese bedürftigen Familien. Ich bin begeistert von diesem Einsatz der Schüler:innen!“

Enthusiastisch geht es Richtung 2022

Und so neigt sich das Kalenderjahr dem Ende entgegen. „Ich freue mich schon auf das nächste Jahr!“, meint Schülerin Viviana, „Da kann Corona machen, was es will, wir werden uns wieder ehrenamtlich engagieren!“

Und mit diesem Gefühl der Nächstenliebe und der Achtsamkeit für uns alle verabschiedet sich das Internat Steinmühle aus dem diesjährigen Kalenderjahr. Kommt alle wohl behütet und gesund in das neue Jahr, wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen mit allen Steinmühler:innen und blicken vorfreudig auf die kommenden Aktionen.

 

4. Januar 2022
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2021/12/img_2601-scaled-1-scaled.jpg 1125 1500 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2022-01-04 14:01:562026-06-08 13:27:53Das Jahr wieder mit Nächstenliebe ausklingen lassen – Schüler:innen engagieren sich ehrenamtlich für alte und bedürftige Menschen

Schulranzen und Ausstattung auf Hilfstransport nach Sibiu

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Politik, Wirtschaft & Verantwortung, Soziales Engagement

Insgesamt 45 gut erhaltene Schulranzen gingen diesesmal im Rahmen eines Hilfstransports auf die Reise in unsere rumänische Partnerstadt Sibiu. Schon seit Jahren unterstützt die Steinmühle unter Regie von Schulleiter Bernd Holly die Schulranzen-Aktion des Kinder- und Jugendparlaments (KiJuPa) Marburg und arbeitet dabei mit dem Verein „Hilfe für Sibiu/Hermannstadt“zusammen. Alljährlich fragt Bernd Holly bei den neuen Fünftklässler*innen nach abgelegten Ranzen, um diese noch einer nützlichen Verwendung zuzuführen. „Bei nicht wenigen Kindern in Rumänien liegen die Ranzen unterm Tannenbaum, da sich die Familien oft keine neuen Schultaschen leisten können“, berichtet er. „Rund 500 Ranzen sind auf diese Weise schon nach Rumänien gelangt,“ bilanziert Holly und erwähnt, dass auch ausrangierte Schulmöbel, Computer, Beamer und alle Kreidetafeln der Steinmühle per Hilfstransport in die Partnerstadt geliefert wurden. – Eine herzliche Geste, die außerdem noch zu mehr Nachhaltigkeit beiträgt.

17. Dezember 2021
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2021/12/Sibiu1-scaled.jpg 728 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2021-12-17 13:16:292026-06-10 20:58:27Schulranzen und Ausstattung auf Hilfstransport nach Sibiu

Berufsinformationstag: Insider-Infos und beliebteste Jobs

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Der alljährliche Berufsinformationstag in Zusammenarbeit mit dem Rotary-Club Marburg-Schloss hat an der Steinmühle bereits Tradition. 2020 konnte er pandemiebedingt nur virtuell stattfinden. Ein neues Format ermöglichte in diesem Jahr die corona-konforme analoge Durchführung der Veranstaltung, deren Angebot konstant beliebt und nachgefragt ist.

Dank des großen Platzangebotes im Atrium hatten die Organisatoren Hans-Heinrich Bähr vom Berufsdienst im Rotary-Club Marburg-Schloss und Steinmühlen-Lehrerin Dr. Claudia Röder den Entschluss gefasst, jedem Vertreter und jeder Vertreterin eines bestimmten Berufes einen separaten Raum oder eine Extra-Ecke zuzuweisen. Dieses Angebot wurde gut angenommen. Schulleiter Björn Gemmer begrüßte die Teilnehmenden und freute sich über das allerseits rege Interesse.

 

Architektur stark nachgefragt

Insgesamt standen den Schülerinnen und Schüler die Vertreter*innen aus 20 Berufen für Fragen zur Verfügung. Am stärksten besucht war das Angebot im Fach Architektur, was von Thomas Oesterle, dem Architekten der neuen Steinmühlen-Gebäude, repräsentiert wurde – in Anbetracht der derzeitigen Auslastung aller bestehenden Architekturbüros vielleicht keine schlechte Überlegung, sich in diese Richtung zu orientieren. Gut besucht waren auch die Angebote in den Bereichen Medizin, Psychologie, Unternehmensberatung und Journalismus. Als neue Berufe in diesem Veranstaltungsrahmen waren Apotheker*in, Mechatroniker*in, Theaterintendant*in und die Stadtwerke mit technischen und kaufmännischen Tätigkeiten vertreten.

Die Zwölftklässler*innen zeigten sich an diesem Abend angetan von dem Berufsinformationsangebot, was sie wie folgt zum Ausdruck brachten:

Lasse Siener: „Es gab gute Einblicke in unterschiedliche Berufe, schön, dass für jeden was dabei war“.

Felix Mittag: „Es gab gute Gespräche in guter Atmosphäre, dennoch hätte ich gerne mehr Zeit gehabt und auch noch eine vierte Runde. Es war sehr angenehm, dass die Gespräche auf Augenhöhe stattfanden“.

Tillmann Molzberger: „Bei der Berufsbörse wurden Klischees ausgeräumt und man hat viel über den realen Berufsalltag erfahren“.

Jan Siegwolf: „Es war eine gute Veranstaltung, man hat neue Einblicke bekommen und es konnten konkrete Vorstellungen über den jeweiligen Beruf mitgegeben werden“.

Lutz Lehning: „Es war eine echt geile Veranstaltung, aber mit zu wenig Zeit“.

6. Dezember 2021
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2021/12/07-scaled.jpg 1000 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2021-12-06 08:56:322026-06-10 20:59:49Berufsinformationstag: Insider-Infos und beliebteste Jobs

Neue Ausstellung in der Steinmühle: Erinnerung an Menschenrechte und ihre Grundlagen

Aktuelles, Kunst, Musik & Theater, Ökologie und Nachhaltigkeit, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Eine neue Ausstellung in der Steinmühle mit Exponaten im Atrium, im Centrum und im Hauptgebäude steht unter dem Thema „Human Rights“. Sie stammt von Thomas Gebauer, Künstler und Aktivist, dessen vorherige Präsentation „Menschen Vielfalt Zukunft“ bereits großen Anklang fand.

Die Ausstellung ist als Werkzeug der Zukunftswerkstatt Demokratie Bildung zu sehen, teilt Kunstlehrerin Ines Vielhaben mit. Mitglieder ihres Wahlunterrichts (WU) Kulturallee der Klasse 10 waren tatkräftig an Arrangement und Hängung beteiligt.

Die Human Rights-Ausstellung besteht aus 28 großformatigen Fotografien, in die sowohl in englischer als auch in arabischer Sprache die Menschenrechte bildlich eingearbeitet sind. Sie zeigen Motive und Situationen aus den Zusammenhängen der Demokratiebewegung (2011/12) innerhalb des Arabischen Frühlings in Sfax, der tunesischen Partnerstadt Marburgs und thematisieren den Ruf der Menschen in Tunesien nach Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit während dieser Zeit. Ergänzt werden die von Thomas Gebauer stammenden Fotografien durch Plakate der Basic Rights – Survival Goods Plakatausstellung, mit der das Thema Demokratie als Grundlage, Perspektive und Voraussetzung für die von Freiheit und Gerechtigkeit getragene menschenwürdige Teilhabe am Leben dargestellt wird sowie der Zugang zu den existenziellen Überlebens-Ressourcen im globalen Kontext gezeigt wird.

 

Einbindung in Unterricht möglich

Thematisiert werden die von der UN im Jahre 1948 festgeschriebenen 30 grundlegenden Menschenrechte im Zusammenhang mit den für Leben und Überleben wichtigen Ressourcen, wie zum Beispiel Wasser, Ernährung, Bildung, Gesundheit, Gerechtigkeit. Die gesamte Human Rights-Ausstellung hat der Initiator Thomas Gebauer als mobilen Ausstellungsbaustein hochwertig auf LKW-Plane produziert, sodass sie von Schulen und Bildungsträgern im gesamten Landkreis Marburg-Biedenkopf mit einer entsprechenden didaktischen Anleitung ausgeliehen werden kann.

„Die Ausstellung“, so Steinmühlen-Kunstlehrerin Ines Vielhaben, „kann auf verschiedene Weise in den Fachunterricht eingebunden werden“. Denkbar sind Projekttage, Themen- und Block-Unterrichtsbesuche in allen Jahrgängen, eine Abendveranstaltung als Kulturveranstaltung mit einem Lichtbildervortrag und anschließender Diskussion. Bei Interesse steht Thomas Gebauer als Direktkontakt zur Verfügung (agent21 Zukunftswerkstatt, E-Mail: thomas.a.gebauer@gmail.com).

19. November 2021
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2021/11/image0-scaled.jpeg 775 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2021-11-19 12:06:152026-06-10 21:00:47Neue Ausstellung in der Steinmühle: Erinnerung an Menschenrechte und ihre Grundlagen

Berufsorientierung im Dickicht der Angebote: Gegen die Angst, Fehler zu machen

Aktuelles, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

40 Prozent aller Studierenden brechen ihr Studium ab – bei über 20.000 Studiengängen in Deutschland kein Zeichen mangelnder Möglichkeiten, sondern ein Hinweis auf falsche Auswahl. „Den richtigen Beruf zu finden, ist eine Sache der Analyse eigener Fähigkeiten und vor allem eine Sache des Selbstvertrauens“ – das meint das 15köpfige Team des jungen Unternehmens „Mein Mutiger Weg“. Es zeigt an Schulen, wie es laufen könnte – und was man als junger Mensch tun sollte.

Über 20.0000 Studiengänge, über 320 Ausbildungsgänge. Darf es noch etwas mehr sein? Eher nicht. Die meisten jungen Leute studieren BWL. Das Fach verheißt Sicherheit, ähnlich wie Jura, oder Bedarf, wie Psychologie. Zusammen mit Humanmedizin, Informatik, Maschinenbau und Wirtschaftswissenschaften sind das die „Renner“. Im schlechtesten Fall werden junge Menschen von ihrem Umfeld in Berufe hineingedrängt. Ein größeres Problem ist aber die Angst, Fehler zu machen, so heißt es an dem Vormittag in der Steinmühle. Berufsorientierung für den Jahrgang 11, der häufig noch nicht weiß, wo nach dem Abi die Reise hingeht.

 

Die eigenen Stärken ermitteln

Abitur – was dann? Die Frage gab es schon immer. Sich im Dickicht der Angebote zurechtzufinden, die eigenen Stärken herauszuarbeiten und den Weg entsprechend zu gehen, scheint aber schwerer zu sein denn je. Mit einem Start Up-Unternehmen sind die Brüder Pascal und Frederic Keller angetreten, die Situation junger Menschen zu verbessern, „…wir waren selbst mal drin.“ Nun touren die beiden Pfälzer mit ihrem Team durch die gesamte Republik, um Schüler*innen zu erzählen, wie Berufsorientierung zielführend laufen kann. Ihre Mission: „Mein Mutiger Weg“.

Mit einem Workbook, einem lebendigen Vortrag auf Augenhöhe mit den Schüler*innen und in deren Sprache führen Pascal und Frederic Keller anhand zahlreicher Beispiele mitten aus dem Leben durch den Vormittag. Eine Liste mit Berufen – komplett unsortiert – vermittelt eine leise Ahnung über die Vielfalt der Möglichkeiten.

Die jungen Leute aus dem Veranstalter-Team, selbst unter 30, räumen ein: „Mancher weiß schon im achten Schuljahr, was er werden möchte.“ Ist das nicht der Fall, gehe es darum die eigenen Stärken zu ermitteln. „Fragt doch mal Mitschüler und Freunde, die euch näher kennen, worin ihr gut seid,“ so ein Hinweis.

 

Erfahrungen sammeln durch Praktika

Die Ermittlung der eigenen Stärken könne auch gut durch Praktika erfolgen. Immerhin 53.000 freie Praktikumsstellen gibt es in Deutschland. Sei hier etwas dabei, gehe es an die Bewerbungen – eine weiterer Schritt, eine Hürde. Was möchte der Entscheider hören?

Im Vorstellungsgespräch nach den Stärken gefragt, antworteten viele Bewerber*innen mit Standards. „Ich bin zuverlässig“, „Ich bin kreativ“ – so lasse sich kaum mehr jemand beeindrucken. Es gehe vielmehr darum, zu berichten, was einem selber schon Gutes gelungen ist, was man schon gemacht hat, auch jenseits der Schule, selbst wenn es ungewöhnlich sei. „Habt das Selbstvertrauen, darüber zu reden, was ihr könnt. Eine Geschichte, ein Beispiel. Daraus ersehen Personalchefs, in welche Richtung ihr geht. Gelungen sei die Berufswahl dann, wenn man seine Stärken im Arbeitsalltag so oft wie möglich einsetzen könne. Wenn man das realisieren könne, was einem im Leben wichtig sei.

 

Digitale Hilfe

Auf dem Weg dorthin könne bei der Berufsorientierung auch digitale Hilfe in Anspruch genommen werden. Simulierte Bewerbungsgespräche und eine Navigation durch das Dickicht der Angebote gehören dazu. Das Veranstalter-Team lädt Follower*innen auf seinen Instagram-Kanal @meinmutigerweg ein und empfiehlt auch die Plattformen www.traumjob-campus.de oder www.berufenet.arbeitsagentur.de.

Die Berufsberatung der Bundesanstalt für Arbeit wurde von der „Mutmacher-Crew“ ausdrücklich als einer von mehreren Bausteinen empfohlen. Für Schüler*innen der Steinmühle ist Annerose Glöckner die zuständige Berufsberaterin der Bundesanstalt für Arbeit in Marburg. Sie war bei der Steinmühlenveranstaltung ebenfalls vor Ort, kann unter anderem bei der Praktikumssuche helfen und bietet Einzelberatung für Schüler*innen der E-Phase. Kontakt: annerose.gloeckner@arbeitsagentur.de. Ansprechpartnerin für Berufsorientierung ist an der Steinmühle ist Dr. Claudia Röder.

4. Oktober 2021
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2021/10/IMG_7371-scaled.jpg 1000 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2021-10-04 10:20:332026-06-10 21:03:44Berufsorientierung im Dickicht der Angebote: Gegen die Angst, Fehler zu machen
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