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Alle sind gefordert: Beim Einkauf lässt sich viel ausrichten

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Ökologie und Nachhaltigkeit, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Informationen zu innovativem und fairem Handel

Eine kleine, feine Veranstaltung war geplant. Letztendlich wurde sie groß und vor allem großartig! Der Landkreis Marburg hatte für seinen Vortragsabend über innovativen und fairen Handel das Forum der Steinmühle als Veranstaltungsort gewählt. Neben den namhaften Referentinnen und Referenten waren es Steinmühlenschüler:innen, die mit ihren wissenschaftlichen Postern zu nachhaltigen Forschungsobjekten und ihren Fotoserien zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung gleichermaßen die Aufmerksamkeit der Gäste erhielten. Die künstlerischen Darbietungen unseres Musiklehrers und Konzerttenors Daniel Sans und seiner Ehefrau Marie-Gabrielle drehten sich ebenfalls um das Thema des Abends: Die Natur und unsere Welt. „Im Abendrot“ von Franz Schubert – eine passende Einleitung.

Es war das erste Mal nach seinem Amtsantritt, dass Landrat Jens Womelsdorf in offiziellem Rahmen die Steinmühle besuchte. „Uns beschäftigen gerade diverse Veränderungsprozesse“ führte er nach der Begrüßung durch Schulleiter Bernd Holly in den Abend ein, „und unsere Aufgabe ist es, diesen Wandel positiv zu gestalten“. Der Landrat griff damit die Themen Globalisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit auf, die sein Vorredner als Auftrag der Schule und gleichzeitige Herausforderung benannt hatte. Es gelte, Wege zu finden, die angesteuerten Ziele zu erreichen, ohne gleichzeitig unsere Lebensgrundlage zu zerstören.

 

Transparenz vs. Wirtschaftlichkeit

Professor Dr. Sören Becker von der Marburger Philipps-Universität benannte die Herausforderungen für nachhaltige Produkte und Lieferketten aus Sicht des Geographen. Er zeigte auf, dass Waren, die ohne Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft und mit transparenten Lieferketten produziert werden, leider oft nicht wirtschaftlich sind – ein Problemfeld, so bekannt wie schwer zu lösen. Eine Herausforderung auch, verarbeitungsnotwendige Materialien nicht aus Konfliktregionen zu beziehen. Seine Erläuterungen zum Fairtrade-Siegel am Beispiel Kakao beschrieben das Spannungsfeld zwischen Zielen und der Realität.

 

Fairer Handel hat weibliche Führung

Die Arbeit der Weltläden beschrieb in ihrem Vortrag Edith Müller-Zimmermann, Sprecherin der Steuerungsgruppe Fairtrade des Landkreises Marburg-Biedenkopf und Leiterin des Weltladens Gladenbach. Es gehe den Weltläden um eine nachvollziehbare Lieferkette der Waren, die unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen produziert werden. Die Referentin erläuterte die Arbeit der Weltläden auch im Hinblick auf deren Bildungsarbeit. „Fairer Handel bedeutet gleichzeitig, dass über 50 Prozent der Führungskräfte weiblich sind,“ informierte sie. Wichtige Themen seien die Information an allen Waren über deren Herkunft sowie der Stellenwert von Upcycling und Recycling. Edith Müller-Zimmermann verband ihren Vortrag mit einigen digitalen Kurzinformationen, bei denen sie auch auf die Rolle der ägyptischen „Entwicklungsinitiative“ SEKEM einging. Sie wurde 1977 gegründet und erschloss unter anderem am Rand des Nildeltas knapp 60 Kilometer nordöstlich vom Zentrum Kairos etwa 70 Hektar Wüste mit Methoden der biologisch-dynamischen Landwirtschaft.

„Kaufen Sie fair und richten Sie Ihren Alltag danach aus,“ schloss die Referentin – nicht ohne allen Interessierten das Angebot zu machen, ihnen jederzeit weitergehende Informationen zukommen zu lassen.

 

Alarmstufe für Artenvielfalt

Das Lied von Daniel und Marie-Gabrielle Sans, „What a wonderful World“, erreichte fast schon die Herzen der Zuhörerinnen und Zuhörer, passte es doch perfekt in den Kontext. Da hatte der Einstieg des nächsten Referenten schon beinahe ernüchternde Wirkung. Frritz Konz, Leiter Qualitätsmanagement der tegut-Zentrale in Fulda, begann seinen Beitrag mit unerfreulichen Fakten: Der Dezimierung durch fortgesetzte Ernte bei Monokulturen, der Gefährdung der Artenvielfalt mit diversen Beispielen. „Dass wir alles in zehn Jahren noch vorfinden? Sehr unwahrscheinlich,“ erklärte Konz, der das Thema „Fairer Handel“ aus Sicht eines Supermarktes darstellte.

 

„Deklaratorische Finessen“

„Nehmen wir Nutella“ erläuterte Konz an einer Skizze. Er beschrieb Herkunft, Wege, Bedingungen und Transport jeder einzelnen Zutat und machte daran deutlich, wie kompliziert das Thema Nachhaltigkeit und Fairer Handel allein bei einem einzigen Produkt sein kann. „Lieferketten sind irre komplex“ erläuterte er, erwähnte auch deklaratorische Finessen, oft ohne Transparenz für den Verbraucher. tegut unterwerfe sich bestimmten Selbstverpflichtungen und lebe nach definierten Beschaffungsgrundsätzen, die auch auf der Website des Unternehmens nachzulesen seien.

„Wir nehmen uns die Freiheit, anders zu sein“, konstatierte der Qualitätsmanager. Das Credo von tegut sei, den Verbrauchern als Händler die Wahl zu bieten, welche Produkte welcher Herkunft sie erwerben wollen. Das Streben nach fairen Handelsbedingungen sei indessen längst nicht beendet. „Es ist noch ein längerer Weg zu gehen. Die Entwicklung wird weiter andauern.“

Die Steinmühle ist Mitglied der Steuerungsgruppe Fairtrade des Landkreises Marburg-Biedenkopf und begleitete den Landkreis im Rahmen der gemeinsamen Zusammenarbeit im Gremium bis zur Zertifizierung.

9. Juni 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/06/08_6292-Verbessert-RR-scaled.jpg 1000 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-06-09 14:56:532026-06-08 13:53:47Alle sind gefordert: Beim Einkauf lässt sich viel ausrichten

Frühlingskränze für einen guten Zweck

Aktuelles, Ökologie und Nachhaltigkeit, Soziales Engagement

Lehrerin María Ramos und ihre Schüler:innen des Wahlunterrichts (WU) Schulgarten lassen sich zu jeder Jahreszeit etwas einfallen, um ihre künstlerisch-kreativen Ideen nach außen zu tragen. Aktuell haben Schülerinnen des WU der Klassen 5 und 6 aus Blumen und Grünpflanzen dekorative Frühlingskränze gefertigt – pünktlich zum Frühlingsanfang! Einige dieser Kränze, die María Ramos mit ihren „kleinen Bienen“ gebastelt hat, werden verkauft. Mit dem Erlös der Gartentätigkeiten unterstützt der WU das Hühnerprojekt der One World Secondary School Kilimanjaro in Tansania. Schon beim Herbstfest hatten Grundschüler:innen mit ihrer Lehrerin Lori Herrmann eine Spendensumme für das Hühnerprojekt zusammenbekommen. Im Winter stellte dann das Ehepaar Dr. Karl-Heinz und Swantje Köhler die von ihnen geleitete afrikanische Schule und das Konzept detailliert in der Steinmühle vor. Über weitere Aktivitäten werden wir berichten.

5. April 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/04/Titel.jpg 687 1230 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-04-05 11:36:242026-06-08 13:56:05Frühlingskränze für einen guten Zweck

Rezertifizierung als Umweltschule: Steinmühle glänzt sogar mit der „Königsdisziplin“

Aktuelles, Ökologie und Nachhaltigkeit, Sport & Gesundheit, Wettbewerbe & Auszeichnungen

Als rezertifizierte „Hessische Umweltschule“ ist die Steinmühle in das Jahr 2023 gestartet. Die Auszeichnung erfolgte gemeinsam durch Umwelt- und Kultusministerium „für das besondere Engagement einer Schule im Bereich Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung“.

Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung hatten Angelika Schichtel vom Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und Silke Bell (Landeskoordinatorin Hessische Umweltschulen, Fachberatung Bildung für nachhaltige Entwicklung am hessischen Kultusministerium) die Auszeichnung an die Steinmühle übergeben. Das berichtet Carmen Bastian als Umweltbeauftragte der Steinmühle.

 

„Umweltschule“ – eine Auszeichnung wofür?

Die Auszeichnung „Umweltschule – Lernen und Handeln für unsere Zukunft“ würdigt das besondere Engagement einer Schule im Bereich Umweltbildung und ökologische Bildung. Die beiden Ministerien prämieren damit die Verbesserung der Qualität von Unterricht und Schulleben im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).

Dass dies genau die Richtung ist, in der die Steinmühle aktuell Schwerpunkte setzt, das machte die Bewerbung für die Rezertifizierung passgenau.

Im Handlungsbereich I, der nachhaltigen Neugestaltung des Schulgeländes, konnten Maßnahmen im Bereich des Naturschutzes und die Förderung der Biodiversität vorgewiesen werden. Dabei ging es um die erfolgte Pflege und Erweiterung der Streuobstwiese – wir berichteten in unseren Steinmühlen-Medien bereits mehrfach davon.

 

AG School for Earth als „Königsdisziplin“

Im Handlungsbereich II, der Implementierung des Konzepts „Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Schulalltag“, wurde die unter Federführung von Steinmühlenlehrerin Ines Vielhaben erfolgte Gründung der AG „School for Earth“ in die Bewerbung eingebracht. Das begeisterte die Zertifizierenden, die diese Aktivität bei Übergabe des Zertifikats als „orientierungsweisende Königsdisziplin“ bezeichneten und viel Erfolg für die weitere Umsetzung wünschten. In ihrem Jahrbuch hatte die Schule nochmals explizit auf die Aufbruchstimmung in der Steinmühle hingewiesen und mitgeteilt, dass sich aus der Arbeit der AG „School for Earth“ ein klarer Auftrag entwickelt habe, noch deutlicher in Richtung Ökologie und Nachhaltigkeit zu denken. Im Fokus sind dabei die priorisierten Bereiche Ernährung, Heizenergie, Strom, Entsorgung/Reinigung und Mobilität.

In diesem Zusammenhang wird die Steinmühle in nächster Zeit etliche weitere Maßnahmen anstoßen. Bereits jetzt gibt es zahlreiche Projekte, die auf den genannten Feldern bereits umgesetzt sind. Die Bestellung des Schulgartens, ein Wasserspender, das Hühnermobil, nachhaltige Gebäudetechnik, energieeffiziente Sanierungen, Solar- und Wasserenergie sowie die Teilnahme am Wettbewerb Schulradeln sind nur wenige Beispiele dafür.

16. Februar 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/02/Zertifikat_Titel-scaled.jpg 704 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-02-16 10:01:472026-06-08 13:58:59Rezertifizierung als Umweltschule: Steinmühle glänzt sogar mit der „Königsdisziplin“

Nachhaltige Produkte: WU von Maria Ramos hat wieder einmal „gezaubert“

Aktuelles, Ökologie und Nachhaltigkeit, Soziales Engagement, Sport & Gesundheit

Schulleiter Björn Gemmer war so begeistert, dass er die wohlriechenden und liebevoll verpackten Produkte gleich im Bild festhielt: Der Wahlunterricht (WU) der Klassen 8/9 von María Ramos hat wieder einmal „gezaubert“ und bot im Lehrerzimmer kleinere und größere Artikel  gegen eine Spende an. Unter dem Motto des WUs „wir denken nachhaltig“ hatten die Schülerinnen während des Kurses folgende Produkte hergestellt: Bio Grüntee mit Pfefferminze aus dem Schulgarten, Lavendeltee, Bio-Oregano-Salz und getrockneten Salbei ebenfalls aus dem Schulgarten. Auch wiederverwendbare Geschenkbänder, Bio Rosmarin-Essig, Ratatouille und Lavendelsäckchen konnte man erwerben – alles liebevoll vorbereitet und präsentiert. Maria Ramos: „Die Schülerinnen waren stolz auf ihre Produkte, die sie mit Herz, Hand und einer Menge Fleiß und Selbstverantwortung hergestellt haben. Und ich bin total stolz auf sie alle“.

22. Dezember 2022
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2022/12/WU-scaled.jpg 669 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2022-12-22 12:45:192026-06-08 14:01:32Nachhaltige Produkte: WU von Maria Ramos hat wieder einmal „gezaubert“

Wald-Projekt der Klassen 7: Eine „Bushaltestelle“ mitten im Wald

Aktuelles, Ökologie und Nachhaltigkeit, Steinmühle unterwegs

Den Lebensraum Wald näher kennenlernen – darum ging es bei den Waldtagen der Klassen 7. Steffen Ullwer leitete das Wald-Projekt mit der Klasse 7b und berichtet:

Zu Beginn des Waldtages der Klasse 7b standen einige Aufwärmübungen vor dem Atrium in der aufgehenden Sonne. Diese wurden mit vollem Körpereinsatz und mit viel Freude absolviert. Im Anschluss ging es dann von der Steinmühle los zur Gisselberger Grillhütte, wo wir unser Lager aufschlugen. Dort sollten die Schülerinnen und Schüler in ausgelosten Kleingruppen aus den vorgefundenen Materialien eine kleine Hütte bauen. Einige orientierten sich an Resten bereits vorhandener Hütten, andere Gruppen fingen mit einem Neubau an. Es entstanden sehr unterschiedliche, kreative kleine Unterschlupfe vom Rundbau mit Moosteppich bis zur überdachten Bushaltestelle.

22. Dezember 2022
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2022/12/Waldprojekt_3-scaled.jpg 1125 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2022-12-22 12:43:522026-06-08 14:01:51Wald-Projekt der Klassen 7: Eine „Bushaltestelle“ mitten im Wald

Ein ganz besonderes Internatswochenende- Themenwochenende Nachhaltigkeit

Aktuelles, Leben im Internat, Ökologie und Nachhaltigkeit

 

Seit nun einem Jahr veranstaltet das pädagogische Team der Steinmühle besondere Wochenenden, welche sich mit den Themenbereichen der physischen und psychischen Gesundheit, der Medienpädagogik und der Nachhaltigkeit beschäftigen. Mit einiger Vorbereitungszeit schließen sich die Pädagog:innen in Arbeitsgruppen zusammen, um ein spezielles und lebensnahes Angebot für die Schüler:innen zu entwickeln, welches ihnen nachhaltig im Alltag zugutekommen soll.

So begann also, wie es der Titel schon verrät, am vergangen Samstag das Themenwochenende zur Nachhaltigkeit. Das gesamte Internat traf sich zum Auftakt im Speisesaal. Anhand von zwei Filmen wurde der große Begriff der Nachhaltigkeit erläutert und in einer weiteren Frage- und Antwortrunde vertieft. Zum Abschluss der Einführung durften die Schüler:innen mit ihren Handys einen Selbsttest durchführen. Dieser sollte ihnen ihren eigenen ökologischen Fußabdruck durch den Verbrauch von Welten visualisieren. „Wenn alle Erdenbürger Deinen Fußabdruck hätten, bräuchten wir dafür 3,6 Welten“, konnte man auf der Ergebnisseite des Tests lesen. Der Raum wurde durch Getuschel gefüllt, denn die Schüler:innen waren erstaunt über ihre eigenen Umweltbilanzen, zu viele der Schüler:innen hatten mehrere Welten zum Ergebnis. Nach einigen spannenden Diskussionen konnten sich die Schüler:innen dann ihren gewählten AGs zuwenden, in denen sie die Testergebnisse des Selbsttests weiter besprechen und analysieren konnten. Ein Wunsch, den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern, war schon zu Beginn des Wochenendes spürbar. Alle angebotenen AGs sollten den Schüler:innen dazu dienen, hilfreiche Tipps und Tricks mit in ihren Alltag nehmen zu können.

Eines der ersten Angebote beschäftigte sich mit dem Thema der nachhaltigen Energieversorgung. Hierbei waren Schule und Internat schon in den vergangenen Jahren fleißig gewesen. Durch die Sonneninitiative e.V. wurde das Dach des Forums mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet, welche am Wochenende zu einem Rundgang einlud. Ein Mitarbeiter der Initiative begleitete unsere Schüler:innen auf dem Dach, um die Anlage zu erklären und Fragen zu beantworten.

 

Nur wenige Zeit später ging es im Speisesaal mit dem Leitfaden des nachhaltigen Konsums weiter. Hierfür wurden alle Schüler:innen zu einem Floh- bzw. Tauschmarkt eingeladen. Jede:r Schüler:in konnte dort alte Gegenstände oder Klamotten verkaufen und tauschen. Es wurden typische Flohmarkttische gestaltet und einige Leckereien durften hier natürlich auch nicht fehlen. An diesem Samstag fanden noch weitere AGs statt, welche sich mit der Umweltverschmutzung inkl. CleanUp oder mit Upcycling von Gebrauchswaren beschäftigten.

Am Sonntag ging es dann unter dem Thema der nachhaltigen Ernährung weiter. Eine Gruppe aus Schüler:innen und Pädagog:innen machten sich auf den Weg zu einem Hofladen in der Nähe, um sich dort mit saisonalen sowie regionalen Gemüse und Obst einzudecken. Später wurde dann aus diesen Köstlichkeiten gemeinsam gebacken und gekocht.

Des Weiteren bestand das Angebot am Sonntag daraus, einen Kompost zu bauen, Beete zu bepflanzen oder über die Nachhaltigkeit selbst in einer Gruppe zu diskutieren.

Das Ziel des Wochenendes sollte sein, den jungen Menschen ein Bewusstsein für ein nachhaltigeres Leben zu schaffen und auch am Ende waren die Schüler:innen fest entschlossen, Gelerntes umsetzten zu wollen. Einige Gespräche fanden noch im Nachgang statt, wie sie ihren eigenen ökologischen Fußabdruck selbstverantwortlich verkleinern könnten. So wurden auch nach dem Wochenende Kleider getauscht, der Kompost für Bioabfälle genutzt oder sich um das neu bepflanzte Beet gekümmert.

18. Oktober 2022
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2022/10/1a965d1d-eede-4987-8721-66018664987b.jpg 768 1024 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2022-10-18 18:15:342026-06-08 14:05:12Ein ganz besonderes Internatswochenende- Themenwochenende Nachhaltigkeit

“Zwischenhausen zwischen den Welten“: Die Steinmühle beim „Tag der Performances“

Aktuelles, Kunst, Musik & Theater, Ökologie und Nachhaltigkeit

Der Klimawandel ist Realität. Das natürliche Ökosystem des Planeten Erde ist durch menschliche Eingriffe stark beeinträchtigt und in vielen Bereichen schon zerstört, mit verheerenden Auswirkungen auf die Lebensmöglichkeiten und Lebensqualitäten. Unwetter und Trockenzeiten, übermäßige Hitze und schwere Stürme werden unser Wohnen und Arbeiten, unsere Freizeit und den Aufenthalt im Freien verändern. Den herandrängenden Problemen versuchen Kommunen und Privatpersonen durch Modifikationen des Mikroklimas in Siedlungen zu begegnen: Entsiegelungen, Begrünungen von Dächern, Fassaden und Höfen, Grünsanierungen im Bestand und Neuausrichtung von Bebauungsplänen stehen ganz oben auf den to do-Listen.

Initiiert von Ursula Eske, Waltraud Mechsner-Spangenberg und Edgar Zieser formierte sich Mitte Juli um das Atelier IZwischen den HäusernI eine Gemeinschaft von Künstlerinnen und Künstlern, die – zumindest für ein paar Stunden – die Utopie einer radikalen Idee von begrünter Stadtlandschaft aufscheinen lassen: Die Straße Zwischenhausen in Marburg wurde ab dem 16. Juli in einer längeren Performance unter Beteiligung zahlreicher Helfer – unter anderem mit tatkräftigen Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr 2. Zug Ketzerbach – auf ca. 700qm mit Naturrasen begrünt und förderte über Denkanstöße hinaus für den Moment Wohlbefinden und Lebensfreude.

An dem Kunstfest nahm auch die Steinmühle teil.

Schaurig schön oder schön schaurig zeigte Steinmühlen-Kunstlehrerin Ines Vielhaben Kunstproduktion in sauerstoffarmer Umwelt. Im Inneren eines Zorbballs zeichnete sie sich mit Hilfe eines Beatmungsgerätes, das ihr ein längeres Verweilen in der hermetisch abgeschlossenen Kugel ermöglichte, pflanzliche Gebilde an die Wand des Balles, Erinnerungen an vergangene Lebensbedingungen unter funktionierender Photosynthese.

Gibt es Hoffnung für ein Klima des Wandels, wenn die Straßen begrünt werden? Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse der Steinmühle setzten sich mit ihren Zukunftsvisionen auseinander. Die feinen Bleistiftzeichnungen von Chiara Massa-Enders, Adama Sow, Joela Schwing und Nicolas Althaus zeigten die Trostlosigkeit abgeholzter Wälder oder Umweltbedingungen, in denen Menschen nur mit Atemschutzmasken und Natur nur mobilen Klimakapseln überleben können.

Die Aktion wurde im Rahmen des Stadtjubiläums Marburg 800 von der Stadt Marburg unterstützt.

17. August 2022
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2022/08/Klimakugel_quer-scaled-1-scaled.jpg 748 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2022-08-17 11:34:352026-06-08 14:09:16“Zwischenhausen zwischen den Welten“: Die Steinmühle beim „Tag der Performances“

AG „School for Earth“ sucht Interessierte für die Mitarbeit

Aktuelles, Ökologie und Nachhaltigkeit, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Ressourcenknappheit, Erderwärmung, Klimakrise und mehr: The Future is now – die Zukunft hat bereits begonnen! Weil dies so ist, macht sich Ines Vielhaben, Kunstlehrerin an der Steinmühle, im Rahmen einer neuen Arbeitsgemeinschaft für Aktivitäten stark, die die Entwicklung einbremsen könnten oder auch Alternativen für das Verhalten eines jeden aufzeigen können. Was vollzieht sich überhaupt? Wie können wir gegensteuern? Und wie lässt sich die Thematik an der Steinmühle in den einzelnen Fachschaften aufgreifen? Mit diesen Fragen hat Ines Vielhaben das Projekt im Frühjahr bereits der Gesamtkonferenz vorgestellt, Ziele und Aufgabenbereiche der neuen AG präsentiert. Geplant ist, die Thematik idealerweise in kleineren Unterrichtseinheiten oder auch in größeren Projekten aufzugreifen. Spontan hatten Anwesende Ideen eingebracht und ihre Mitarbeit in Aussicht gestellt. Annett Miller äußerte den Wunsch, ein Projekt über das iPad zu integrieren, insbesondere mit Blick auf die nötigen Ressourcen. Lisa Braun bot die Hilfe des Fachbereichs Erdkunde an. Dort existierten bereits viele Materialien zu dem Themenbereich.

„Wir hoffen auf noch mehr Interesse seitens der Schülerschaft, der Eltern und des Kollegiums und wünschen uns, dass sich über die Sommerferien der eine oder die andere für eine Mitarbeit in unserer AG entscheiden kann,“ sagt Ines Vielhaben, die gern als Ansprechpartnerin dient (ines.vielhaben@steinmuehle.net). Im Rahmen ihres Kunst-LK hat Abiturientin Talea Funk für die AG zur schnellen Wiedererkennung von Beiträgen und Aktivitäten ein Logo entwickelt.

26. Juli 2022
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2022/07/SFE-scaled.jpg 844 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2022-07-26 13:21:222026-06-08 14:11:43AG „School for Earth“ sucht Interessierte für die Mitarbeit

Engagierte Oberstufenschüler*innen erweitern die Streuobstwiese

Aktuelles, Ökologie und Nachhaltigkeit, Soziales Engagement

Die  „Streuobstwiese“. Sie gilt als Sinnbild für eine traditionelle Landwirtschaft, verbunden mit Assoziationen von: Äpfel pflücken, frisch gepresste Obstsäfte, selbsthergestellte Marmelade, gefüllte Einmachgläser im Vorratskeller, vielleicht auch an: „Wir Kinder aus Bullerbü“?

Darüber hinaus bieten Streuobstwiesen einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum und gelten somit zu Recht als Biodiversitäts-Hotspot.  Sie sind ein wichtiger Bestandteil der – nicht nur hessischen – Kulturlandschaft. Aufgrund von Umstrukturierungsmaßnahmen im Bereich der Agrarwirtschaft (EU-Richtlinien), der Erweiterung von Neubaugebieten, von mangelndem Interesse, erforderlicher Pflegemaßnahmen, Trockenheit (Klimawandel) usw.  ist ihr Bestand jedoch stark dezimiert und gefährdet. Entsprechend stehen Streuobstwiesen laut dem Biodiversitätsstärkungsgesetz unter Schutz.

 

Nutzung als „grünes Klassenzimmer“

Da die Wiese im Unterwuchs selten gemäht wird, ist sie besonders blütenreich und bietet vielen Insektenarten – z.B. den unter Schutz stehenden Wildbienen – eine Nahrungsgrundlage. Es liegt auf der Hand, dass die schuleigene Streuobstwiese auch als „Grünes Klassenzimmer“ im Rahmen des Biologie-Unterrichts genutzt wird, um Flora und Fauna zu untersuchen und zu beobachten oder auch einfach nur, um die Natur „zu genießen“.

Natürlich soll perspektivisch auch das Obst von Schüler*innen geerntet und im Rahmen von Unterrichtsprojekten verarbeitet und verköstigt werden.

Da das Obst vor Ort verzehrt und verarbeitet wird, entfallen auch die üblichen langen Transportwege incl. klimaschädlicher Abgase und Energieverbrauch. Somit leistet die Streuobstwiese auch einen wichtigen Beitrag im Bereich Natur- und Klimaschutz! Und: Die Streuobstwiese wird vermutlich auch die ein oder andere Unterrichtsstunde zusätzlich „versüßen“.

Vor diesem Hintergrund haben der Biologie-LK, der Biologie-GK und der PoWi-GK (Kurse von Lehrerin Carmen Bastian) beschlossen, die – im Rahmen des Projekt-Unterrichts Jahrgangsstufe 9 bereits angelegte – Streuobstwiese um zwanzig Obstbäume zu erweitern. Bevorzugter Dresscode dabei: Arbeitshandschuhe, Arbeitshose inklusive Spaten und Schaufel. Ein Dank an die Eltern fürs Ausleihen!

In „Baumpflanz-Teams“ aufgeteilt, begannen die Schüler*innen, Pflanzlöcher zu graben und Baumwurzeln mit einem Draht als Schutz zu umwickeln. Die Bäume wurden gesetzt, an einem Pfosten fixiert [i.d.R. gerade ;-)] und gewässert.

Die Frage, ob nur die Wurzeln gewässert wurden oder darüber hinaus auch „aus Versehen“ der ein oder andere Fuß von Schüler*innen, bleibt unbeantwortet.

Abschließend „taufte“ jedes „Baumpflanz-Team“ seinen Baum mit einem selbstgewählten Namen. Diese „Zeremonie“ hatte weder religiöse, politische, esoterische o. ä. Gründe.  Sondern:

 

„Einen Baum zu pflanzen, macht Spaß und ist nachhaltig.“

Ob das Zitat „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“ wirklich von Luther stammt oder ihm fälschlicherweise angedichtet wird, spielte bei der Erweiterung der Streuobstwiese keine Rolle.

Ob der Wunsch, einen Apfel vom „eigenen Baum“ zu genießen – im Rahmen eines Herbstfestes in ein paar Jahren J – in Erfüllung geht? Wir werden sehen.

Jana Müller, BIO-LK Q2

26. Juli 2022
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2022/07/01-2-scaled.jpg 1125 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2022-07-26 13:15:472026-06-08 14:12:00Engagierte Oberstufenschüler*innen erweitern die Streuobstwiese

MdL Nina Eisenhardt (Bündnis 90/Grüne) zu Gast in der Steinmühle

Aktuelles, Ökologie und Nachhaltigkeit, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Wann immer es die Möglichkeit gibt, sich mit Politikerinnen und Politikern auszutauschen, sind die Oberstufenschüler*innen der Steinmühle engagiert dabei. Sie schätzen die Gelegenheit, über aktuelle Themen zu diskutieren, Meinungen zu hören und Fragen zu stellen, die sie derzeit beschäftigen. Auch beim Besuch der Landtagsabgeordneten Nina Eisenhard war das so. Die 32jährige ist seit 2019 Abgeordnete des Hessischen Landtages und hochschulpolitische Sprechering der Grünen Landtagsfraktion.

Der von Erno Menzel und Bernd Hülsbeck mit Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen im Fach Politik und Wirtschaft organisierte Besuch war im Unterricht vorbereitet worden. Teilgenommen hatten die Jahrgangsstufe 12 und der künftige PoWi-LK des Jahrgangs 11. Doch auch spontan ergaben sich einige Fragen, zum Teil begründet durch den Ukraine-Konflikt. Es ging um Rüstungsausgaben, um die Frage, wie man als grüner Koalitionspartner überhaupt einige Beschlüsse inhaltlich mittragen kann und darum, dass die Digitalisierung gerade im Hochschulbereich so furchtbar langsam geht.

Trotz ihres jungen Alters konnte Nina Eisenhardt vor einem eigenen persönlichen Erfahrungshintergrund berichten. Bei ihr ging es nicht von der Schulbank direkt auf die Abgeordnetenbank. Die Politikerin berichtete von ihrer Erfahrung als selbständige Unternehmerin mit einer Firma, die sich mit Webentwicklung befasste. „Dies hat mein Verständnis von den Dingen deutlich verbessert,“ erzählte sie. Die Digitalisierungsgeschwindigkeit auf dem Bildungssektor hapert nach Beurteilung von Nina Eisenhardt nicht etwa an bereitstehender Hardware: „Die ist vorhanden.“ Es fehle vielmehr an der Personalabdeckung für Wartung und dauerhafte Zuständigkeit. „Es geht schlicht um Stellen.“

Ob nicht die fallenden Entscheidungen in der Koalition inhaltlich unzufriedenstellend für sie seien, fragten die Schülerinnen und Schüler um das Moderatorenteam Tilmann Molzberger und Mara Mensing. Die Abgeordnete wertete die Koalitionskompromisse als Begleiterscheinungen eines „Zweckbündnisses auf Zeit.“ Wenn man dabeisein und grundsätzlich mitgestelten wolle, seien auch Entscheidungen dabei, die gegen die persönliche Haltung erfolgten.

Die Fragesteller – durchgehend männlich – interessierte auch, wie die Besucherin zu einer möglichen Herabsetzung des Wahlalters eingestellt ist.

Wählen, so Nina Eisenhardt, ist ein Recht, für das man keine Qualifikation brauche. Man müsse nicht begründen, warum man wählen wolle. Es gebe keinen Grund, das Wählen unter 18 Jahren zu verweigern. Die Abgeordnete weiter:“ Ich bin für ein Wahlalter ab 14. Ab diesem Alter kann man arbeiten, ein Gehalt beziehen, muss Steuern zahlen. Nina Eisenhardt abschließend: „Wählen ab 14 – das wäre eine Riesenchance.“

26. Juli 2022
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2022/07/04-scaled.jpg 1000 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2022-07-26 13:12:572026-06-08 14:12:10MdL Nina Eisenhardt (Bündnis 90/Grüne) zu Gast in der Steinmühle
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