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Nachhaltigkeit an der Steinmühle – Der Bericht eines Themenwochenendes

Aktuelles, Leben im Internat, Ökologie und Nachhaltigkeit

Die Themenwochenenden gehören mittlerweile fest in den Alltag des Internats. Regelmäßig bereitet das pädagogische Team Wochenenden vor, an denen sich die jungen Menschen bewusst mit den Bereichen der physischen und psychischen Gesundheit, der Medienpädagogik oder eines nachhaltigen Lebens auseinandersetzen. Geprägt sind diese vor allem durch lebensnahe Angebote, mit Hilfe derer die  neue Erfahrungen gesammelt und umgesetzt werden können.

Vor den Weihnachtsferien stand wieder ein Wochenende im Bereich der Nachhaltigkeit auf dem Programm. Bei einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung im Speisesaal konnte die gesamte Internatsgemeinschaft erst einmal ihr eigenes Wissen auf die Probe stellen und gegeneinander bei einer kahoot-Umfrage antreten, wobei sich die Fragen auf verschiedene Bereiche der Nachhaltigkeit bezogen und alle im Saal deutlich herausforderten. Hättet ihr zum Beispiel gewusst, dass Kaffee in der Herstellung mehr Wasser verbraucht als Rindfleisch oder ein Baumwollshirt? Auch in den Instagram-Storys konnte fleißig mitgeraten werden.

Über das restliche Wochenende verteilt konnten die jungen Menschen an unterschiedlichen Angeboten teilnehmen. Bei der Planung wurde bewusst darauf geachtet, möglichst vielfältige Lebensbereiche abzudecken, um so ganzheitliche Erfahrungen zu fördern. Dabei konnten die Schüler:innen auch selbst aktiv werden. So traf sich eine Gruppe, um gemeinsam unterschiedliche Naturkosmetikartikel herzustellen. Hierbei konnte man nicht nur der eigenen Kreativität freien Lauf lassen, sondern sich v.a. damit beschäftigten, Alltagsprodukte mit möglichst wenig Verpackungsmaterial zu produzieren. Die Duftseifen und Handcremes eignen sich darüber hinaus bestens für die kalte Jahreszeit. Vielleicht wurde hier auch schon das ein oder andere Weihnachtsgeschenk gestaltet.

Für die Upcycling-AG brachten die jungen Menschen von ihren Heimfahrtswochenenden Stoffreste und alte Kleidung mit, die dann genutzt wurden, um Mäppchen zu nähen. Während manche bereits echte Profis an der Nähmaschine waren, konnten einige andere ihre ersten Erfahrungen dabei sammeln. Es war schön, die fertigen Produkte auch im Alltag immer wieder sehen zu können.

Eine weitere Gruppe widmete sich dem Bau einer Sitzbank, die auf dem Schulhof aufgebaut wurde und dort als Ruhegelegenheit in den Pausen ihren Einsatz finden wird. Die Schüler:innen konnten dabei ihre handwerklichen Fähigkeiten auf die Probe stellen und gleichzeitig etwas für die gesamte Schul- und Internatsgemeinschaft bewirken.

Auch bei der Vogelhaus-AG wurde fleißig gewerkelt. Hier wurde den den Vögeln, die im Winter weiterhin in Deutschland bleiben und nicht ins Warme fliehen, eine gemütliche Unterkunft gebaut.

Wie auch im vergangenen Jahr gab es die Möglichkeit, das Dach der Steinmühle zu begehen, das seit einigen Jahren durch Photovoltaikanlagen nachhaltigen Strom für den Eigengebrauch erzeugt. Ein externer Experte von der Sonneninitiative e.V. brachte den jungen Menschen nahe, wie die Energiegewinnung mit Hilfe von Sonnenenergie funktioniert.

Ein Steinmühlenbus machte sich auf den Weg auf den Lernort Birkenhof. Dort verbrachten die Reisegruppe einen Tag auf einem Bauernhof. Als erstes wurde frisches Gras gepflückt und an die Pferde und Kühe verfüttert. Manche trauten sich dabei auch, die Hörner der Kühe vorsichtig zu streicheln. Ein Nachbau einer Kuh aus Holz bot dabei die Gelegenheit, selbst einmal das Melken auszuprobieren. Diese Zeit bot auch die Möglichkeit, den eigenen Umgang mit Nutztieren zu reflektieren. „Jetzt stelle ich mir vor, wie die Kühe das mit uns machen!“, stellte ein Schüler fest, als das Thema des Schlachtens aufgegriffen wurde.

Nachdem auch den Hühnern ein Besuch abgestattet wurde, war es an der Zeit, das Gemüse für das Abendessen zu ernten. Nachdem auch der Stockbrotteig zubereitet wurde, konnte der Abend an einem gemütlichen Lagerfeuer und dem Hexenkessel, in dem die Suppe vor sich hinköchelte, weiter genossen werden.

Das vom Hof mitgebrachte Gemüse wurde gleich am kommenden Tag genutzt, um die Koch-AG mit Zutaten zu versorgen. In mehreren Gruppen wurde über das Gelände verteilt eine Gemüsesuppe zubereitet.

Am Sonntagabend ließ das Internat das Wochenende mit einem gemeinsamen Grillen ausklingen. Dank des guten Wetters saß ein Großteil der Internatsgemeinschaft noch länger auf dem Schulhof, plauderte und tauschte sich und das Erlebte der letzten Tage aus.

Im Rahmen dieses Themen-Wochenendes konnten Angebote geschaffen werden, die allen jungen Menschen Spaß machten, und gleichzeitig nachhaltige Prozesse anstießen, um die eigene Lebensweise zu reflektieren und die Möglichkeiten zu nutzen, Nachhaltigkeit in den persönlichen Alltag zu integrieren. So wurden nicht nur Dinge hergestellt, die das Internat über das Wochenende hinaus nutzen kann, sondern auch eine Upcycling-AG gegründet, die fortan wöchentlich stattfinden wird.

21. Dezember 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/12/IMG_2554-scaled-1-scaled.jpg 1000 1500 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2023-12-21 16:25:072026-06-08 13:24:09Nachhaltigkeit an der Steinmühle – Der Bericht eines Themenwochenendes

Ausstellung zu Themen der Nachhaltigkeit

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Kunst, Musik & Theater, Ökologie und Nachhaltigkeit, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Der Kunst-LK von Ines Vielhaben hat mit Kreativität eine Ausstellung mit beeindruckenden dokumentarischen und inszenierten Fotos gestaltet, die ausgewählte Ziele für nachhaltige Entwicklung auf packende Weise beleuchten. Diese visuelle Reise durch Engagement und Visionen erwartet alle Interessierten im offenen Arbeitsbereich des Steinmühlen-Hauptgebäudes. Die Fotos erzählen nicht nur sehr unterschiedliche Geschichten, sondern regen auch zum Nachdenken an.

Die Ausstellung, so Ines Vielhaben,  ist mehr als nur Bilder an der Wand – sie ist eine Einladung, die Welt durch die Linse der Nachhaltigkeit zu betrachten.

Die Fotoauswahl gewährt einen Einblick in die verschiedenen Fotoserien.

7. November 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/11/IMG_1432.jpg 900 675 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-11-07 14:34:562026-06-08 13:32:56Ausstellung zu Themen der Nachhaltigkeit

Den eigenen Standpunkt klargemacht: Politische Spitze diskutierte mit Schülerschaft

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Ökologie und Nachhaltigkeit, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Steinmühlen-Oberstufe zeigte großes Interesse am Dialog mit den Kandidierenden


Sämtliche Spitzenkandidaten des Landkreises, die bei der bevorstehenden Landtagswahl antreten, versammelten sich auf dem Podium im Forum der Steinmühle, um vor den Klassen 12 und 13 zu brisanten politischen Themen Stellung zu nehmen. Die meiste Energie legten die Politiker dabei in die eigene Abgrenzung zum politischen Gegner.

Vor einer vollen Aula zu sprechen, vor Schüler:innen, die in diesem oder im nächsten Jahr zu den Erstwählern gehören, dürfte für die Kandidaten den besonderen Reiz dieses Termins ausgemacht haben. Die Fragen, zu denen Stellung bezogen werden sollte, wurden von Jonathan Eckardt und Jan Templer vorgegeben. Sie besuchen den Leistungskurs „Politik und Wirtschaft“ des Steinmühlen-Jahrgangs 12.

Die Fragen der beiden jungen Diskussionsleiter und die erweiternden Zwischenfragen aus dem Auditorium bezogen sich unter anderem auf die Meinung zum Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor, auf die Haltung zur Geschlechterfreiheit, zur Gender-Sprache, aber auch zum Marburger Verkehrskonzept Move 35 und der damit ebenfalls zusammenhängenden Überlegung, wie denn Menschen aus dem Marburger Umland, speziell ältere Menschen aus den Stadtteilen, sich ihre mobile Zukunft vorstellen sollten. Besprochen wurden aber auch allgemeine Fragen wie die vorgestellte Lösung für den Lehrkräftemangel oder die aus Kandidat:innen-Sicht realisierbaren und angezeigten Umweltschutzmaßnahmen, um nur Beispiele zu nennen.

Überraschungen zu den Antworten blieben in Anbetracht der grundsätzlich bekannten Positionen der einzelnen Parteien eher aus. Die Haltungen der Kandidat:innen polarisierten teilweise, und wenn etwas als vorbildlich bei der Veranstaltung bezeichnet werden kann, dann die Tatsache, dass sie in meist sachlicher Atmosphäre stattfand.

Es hätte noch weiteren „Stoff“ für eine Fortführung der Diskussion gegeben. Doch leider reichte die Zeit, auf 90 Minuten angesetzt, dafür nicht aus. Von politischer Gleichgültigkeit unter jungen Menschen, wie sie in der Öffentlichkeit häufig postuliert wird, kann an der Steinmühle jedenfalls keine Rede sein.

Der Steinmühle war es dank der Organisation von Fachlehrerin Dr. Claudia Röder gelungen, die Kandidatinnen und Kandidaten aller Parteien ohne Ausnahme für die Schulveranstaltung zu gewinnen. Schulleiter Björn Gemmer bedankte sich bei ihr und bei den politischen Gästen für diesen außergewöhnlichen und fruchtbaren Vormittag, der für die Schülerschaft ein weiterer wichtiger Schritt zur politischen Meinungsbildung gewesen sein dürfte.

Diese Besetzung versprach eine rege Diskussion. Im politischen Austausch waren mit den Schülerinnen und Schülern (von links) Jan Schalauske (Die Linke), Sebastian Sack (SPD), Angela Dorn (Bündnis 90/Die Grünen), Lisa Deißler (FDP), Dirk Bamberger (CDU), Pascal Schleich (AfD). Durch den Vormittag führten Jonathan Eckardt und Jan Templer (Mitte).

 

Aufgeschnappt:

Angela Dorn (Bündnis 90/Grüne)

Angela Dorn, Bündnis 90 / Die Grünen

Der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor war eine EU-Entscheidung. Das wird oft vergessen.

Dass es mehr als zwei Geschlechter gibt, hat auch das Bundesverfassungsgericht entschieden. Man erkennt es übrigens auch in der Tierwelt.

Wir haben die Mittel für Straßensanierung verdoppelt. Die FDP ist aber immer nur für Neubau, nie für Erhalt.

Die Radwege-Planung braucht in Deutschland zu lange.

Betreffend den Öffentlichen Personennahverkehr sind wir nach wie vor für „Jedes Dorf jede Stunde“. Das kann aber nicht kostenlos sein.

Die größte Ressource ist unser Kopf.

Es braucht einen echten pädagogischen Aufbruch. Da kann die Steinmühle eine Vorbildfunktion haben.

Geht ins Ausland! Nehmt euch Zeit, genau zu schauen. Macht Praktika! (an die Schülerschaft gewandt, bezüglich Berufsorientierung).

Unser Wohlstand ist gefährdet, wenn wir die Klimaziele nicht erreichen.

 

Dirk Bamberger (CDU)

Dirk Bamberger, CDU

Wir müssen erkennen, dass auch Stromenergie nicht vollständig CO2-neutral ist.

Ich sehe die Gender-Sprache kritisch. Für Behinderte bedeutet sie eine Verkomplizierung der Sprache.

Move35 verschwand plötzlich hinter verschlossenen Türen. Das Konzept geht gegen das Auto.

In 10 bis 15 Jahren gibt es vielleicht autonomen Verkehr, auch Busverkehr.

Schülerticket für alle – man muss auch überlegen, wie das finanziert werden soll.

Wir haben in Hessen derzeit so viele Lehrer wie noch nie bei so wenig Schülern wie noch nie – und so viele Schulpsychologen wie noch nie.

 

Lisa Deißler (FDP)

LIsa Deißler, FDP

Es stellt sich die Frage, ob der Zeitpunkt (für den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor) klug ist. Und ob wir die Infrastruktur zum Laden (der E-Autos) haben.

Bei Move35 verstehe auch ich vieles nicht.

Wie für einen grünen Verkehrsminister (Tarek Al Wazir) sind in Hessen Schienen- und Radwege unterentwickelt.

Wir brauchen den Individualverkehr. Sonst wird es duster in den Außenstadtteilen.

Wir brauchen eine Technologie der Zukunft und müssen dahingehend weiter forschen.

Bei der Sanierung müssen die staatlichen Gebäude erst mal ran, bevor man den Leuten Vorschriften macht.

 

Pascal Schleich (AfD)

Pascal Schleich, AfD

Der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor ist eine komplette Fehlentscheidung. Wir haben gar nicht die Energie für E-Autos.

Wir werden ausgelacht. Biologisch gibt es nur zwei Geschlechter.

Bei Lehrern gibt es einen höheren Krankenstand als in anderen Berufen. Das liegt an Überarbeitung.

Wir sind für den Erhalt von Förderschulen. Inklusive Klassen bedürfen ausgebildeter Lehrkräfte.

Beim Klimaschutz müssen wir die anderen mitnehmen und erst mal in die Pflicht holen.

 

Sebastian Sack (SPD)

Sebastian Sack, SPD

Wir müssen Verantwortung übernehmen. Auf Dauer bedeutet das für den Verbrenner das Aus.

Für entlegene Dörfer im Landkreis braucht es weiter den Individualverkehr.

Ich bin für kleine Busse, kurze Taktung.

Der Bürgerbus ist eine sinnvolle Einrichtung.

Bildung muss kostenlos sein. Egal, ob Meister oder Master.

Wichtig ist es, Häuser zu sanieren.

Wir sollten aufhören, uns zu zerhacken.

 

Jan Schalauske (Die Linke)

Jan Schalauske, Die Linke

Wir müssen alles tun für die Klimaziele. Das Aus (für den Verbrenner) ist richtig.

Ich sehe das Thema Gendern wie Frau Dorn. Das hat etwas mit Respekt zu tun.

Man sollte Straßen zu Gunsten des Fuß- und Fahrradverkehrs umwidmen.

Das Car Sharing Konzept ist für den ländlichen Raum wichtig.

Meine Vision für den Öffentlichen Personnennahverkehr: Kostenfreiheit, Nulltarif.

Bildungserfolg ist immer noch vom Einkommen der Eltern abhängig.

Für mehr Lehrkräfte sollte man auf Quereinstieg setzen.

7. Oktober 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/10/RW-Landtagswahl-Forum-5610-scaled.jpg 747 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-10-07 09:59:462026-06-08 13:36:26Den eigenen Standpunkt klargemacht: Politische Spitze diskutierte mit Schülerschaft

Upcycling – eine Überlebensfrage für künftige Generationen

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Ökologie und Nachhaltigkeit

Schon länger haben sich die Spanisch-Lehrkräfte der Steinmühle, Victoria Perez, Laura Cubillas, Mar Montenegro und María Ramos, mit dem Thema Upcycling beschäftigt, um den Schülerinnen und Schülern diesen Bereich näherzubringen. Es stand die Frage im Raum, wie man mit existierenden Ressourcen neue Gegenstände entstehen lassen kann. „Dies wird nach unserer Auffassung eine Überlebensfrage für künftige Generationen sein“, berichtet María Ramos in diesem Zusammenhang. Die Lehrkräfte gewähren der Schulgemeinde nun mit Fotos aus der Werkstatt einen Einblick in die Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler. Sie haben aus Dingen, die auf den ersten Blick eher als „Müll“ erschienen, alle möglichen Schätze kreiert und dabei mit Fantasie und Geschicklichkeit viel Kreativität bewiesen. „Wirklich tolle Leistungen“, loben die Lehrerinnen, die sich über das bedachte, selbstreflektierte Vorgehen der Teilnehmer:innen und auch darüber freuten, wie zufrieden die Schülerinnen und Schüler am Ende selbst über ihren eigenen Einsatz waren. Die Aktivitäten fanden am Schuljahresende im Rahmen der Projekttage Gesellschaft, Ökologie und Kommunikation (GÖK) statt.

31. August 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/00-scaled-1-scaled.jpg 1125 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-08-31 19:09:512026-06-08 13:43:50Upcycling – eine Überlebensfrage für künftige Generationen

Förderverein spendet der Grundschule ein Gartenhaus und sponsert Figuren

Aktuelles, Bilinguale Grundschule, Ehemalige & Alumni, Ökologie und Nachhaltigkeit

Die Bilinguale Grundschule Steinmühle ist ein Ort, an dem sich nicht nur Schüler:innen persönlich und schulisch gut entwickeln. Auf dem angrenzenden Schulacker gedeihen auch verschiedene Pflanzen bestens. Diversen Gemüsesorten kann man beim Wachsen praktisch zusehen: Tomaten, Möhren, Kürbis & Co. werden von der jeweiligen Klasse 4 gehegt und betreut.

Den Jungen und Mädchen macht die Arbeit an der frischen Luft Spaß. Ausgestattet mit entsprechenden Gartengeräten wird gesät, gepflanzt, gehackt und bei Bedarf gegossen – das Ganze unter Anleitung von Lehrerin Lisa Forchheim. Hier lernen sie ganz nebenbei, dass Gemüse nicht im Supermarkt wächst und dass viel Arbeit und Geduld erforderlich sind, bis geerntet werden kann.

 

Kooperation mit der GemüseAckerdemie

Gekrönt werden diese Aktivitäten durch die Zusammenarbeit mit der GemüseAckerdemie aus Berlin. In drei verschiedenen Terminen spricht die Gruppe gemeinsam mit so genannten „Acker-Coaches“ darüber, woher unser Essen kommt.

Das Unterrichtssegment gehört zu dem Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), dem sich die Steinmühle verstärkt widmet. „Sehr gerne unterstützt der Förderverein diese Aktivitäten,“ erklärt die Vorsitzende Jasmine Weidenbach. Damit die Kinder für ihre Outdoor-Aktivitäten gut gerüstet sind, ihre Garten-Utensilien sicher verstauen können und diese beim nächsten Mal schnell griffbereit haben, spendierte ihnen der Förderverein ein Gartenhäuschen. Zur Schlüsselübergabe stellten sich Vorstandsmitglieder des Fördervereins zusammen mit den Kindern dem Fotografen. Mit einem gemeinsam gestalteten Dankeschön bedankten sich die Grundschüler:innen. Wie könnte es anders sein, war das Bild nicht nur mit der Unterschrift aller Aktiven versehen, sondern trug passend zum Thema das Dekor einer Möhre.

 

Weitere Figuren für den Eingangsbereich

Im Schuljahresverlauf unterstützt der Förderverein regelmäßig noch weitere Projekte, von denen aufgrund ihrer Vielzahl nur einzelne vorgestellt werden können. Ergänzt wurden zum Beispiel vom Förderverein auch die Figuren am Eingang des Steinmühlengeländes, die auf die bunte und vielfältige Schulstruktur hinweisen. Auch hier gab es für den Förderverein ein gemeinsames Erinnerungsfoto, auf dem noch ein ganz besonderer Steinmühlengast zu sehen ist. Schauspieler David Bennent, Protagonist aus dem Klassiker „Die Blechtrommel“, der schon zum zweiten Mal in diesem Jahr an der Steinmühle ein Projekt begleitete.

Wir sagen herzlichen Dank an alle, die unserem Schulleben mit ihrem Engagement immer wieder eine besondere Auszeichnung verleihen!

 

22. August 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/IMG_8851.jpg 800 1200 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-08-22 11:40:262026-06-08 13:44:30Förderverein spendet der Grundschule ein Gartenhaus und sponsert Figuren

Steinmühle errang Platz 2 beim Marburger Schulradeln

Aktuelles, Ökologie und Nachhaltigkeit, Sport & Gesundheit, Wettbewerbe & Auszeichnungen

Mit 122 aktiven Radelnden, 21.375 geradelten Kilometern und einer CO2-Vermeidung von 3.462,7 Kilogramm hat das Team Steinmühle beim Marburger Schulradeln Platz 2 errungen. Tobias Karlein vom Schulleitungsteam (rechts im Bild) nahm von Bürgermeisterin Nadine Bernshausen das Preisgeld in Höhe von 300 Euro entgegen. Sie prämierte im Rahmen des Stadtradelns die besten Schulen, die besten Teams und die besten Einzelleistungen – in der Summe eine Kilometerleistung, die fast sieben Mal der Strecke um die Welt entspricht und die das Vorjahresergebnis deutlich übertrifft. Mit ihrer Leistung lag die Steinmühle relativ knapp hinter dem Gymnasium Philippinum, jedoch sehr deutlich vor den geradelten Kilometern der drittplatzierten Elisabethschule.

Welche Schüler:innen an der Steinmühle am kräftigsten in die Pedale getreten haben, soll nicht verborgen beiben. Bei den Klassen 5-8 lag Anna-Lena Griesler (6c) auf Platz 1, Dejan Pavlovic (8a) auf Platz 2 und Henk Eidam (8a) auf Platz 3. In den Klassen 9-12 schnitt Bruno Schneider (11b) am besten ab und kam auf Platz 1 vor Marie Grosse (9b) auf Platz 2 und Paula Auschill (12d) auf Platz 3.

Die bestplatzierten Lehrer:innen waren Marc Bepperling (Platz 1), Almut Sersch (Platz 2) und Matthäus Otte (Platz 3).

Hut ab vor euren Leistungen!

21. August 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/08/01Titel-scaled.jpg 692 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-08-21 11:41:252026-06-08 13:45:38Steinmühle errang Platz 2 beim Marburger Schulradeln

Die Steinmühle hat jetzt einen eigenen Wald – den Hollywood

Aktuelles, Ehemalige & Alumni, Kooperationen & Partnerschaften, Ökologie und Nachhaltigkeit

Hiermit ist die Steinmühle um eine weiteres Ökosystem reicher: Im Rahmen einer beeindruckenden Pflanzaktion wurde im Mai ein Mini-Wald angelegt. Das Pflanzverfahren nach der Miyawaki-Methode war schon außergewöhnlich, immerhin fanden 1200 verschiedene heimische Laubbäume und Sträucher auf einem Bereich von gerade mal 150 Quadratmetern Platz. Initiiert wurde das Projekt von Bernd Holly, der den Wald der Schule als Abschiedsgeschenk hinterlässt, bevor er nach seiner langen Laufbahn in den Ruhestand geht.
Über einen Zeitraum von zwei Tagen arbeiteten etwa 50 engagierte Helfer:innen zusammen, um die Vision eines blühenden Waldes Wirklichkeit werden zu lassen. Dabei wurde eine große Vielfalt an Bäumen und Sträuchern eingepflanzt, darunter Eichen, Esskastanien, Hainbuchen und Holunder. Durch die Auswahl dieser Arten soll sichergestellt werden, dass der entstehende Wald eine reiche ökologische Vielfalt bietet, die heimischen Waldzonen gleichkommt.
Während der beiden Tage der Pflanzaktion konnten die helfenden Schüler:innen und Lehrer:innen den Gemeinschaftsgeist der Schule hautnah erleben. Neben dem Pflanzen bot sich Zeit für nette Unterhaltungen bei Radler, Kuchen und Pizza.
Die Pflanzaktion war ein voller Erfolg und hinterlässt nicht nur einen dauerhaften ökologischen Beitrag, sondern stärkt auch das Bewusstsein für den Umweltschutz in der Schule und der umliegenden Gemeinde. Der Miyawaki-Wald wird in den kommenden Jahren weiterwachsen und der Schulgemeinschaft eine grüne Oase und Anlass zur Erinnerung an ihren langjährigen Schulleiter bieten. Schon jetzt wird der kleine Wald liebevoll „Hollywood“ genannt.

12. Juli 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/07/05.jpg 800 1200 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-07-12 11:14:362026-06-08 13:47:44Die Steinmühle hat jetzt einen eigenen Wald – den Hollywood

Mona Lisa trägt Kopftuch: Steinmühle beging den Tag der Vielfalt

Aktuelles, Kunst, Musik & Theater, Ökologie und Nachhaltigkeit, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Wie viele andere Institutionen in Deutschland, so hatte auch die Steinmühle für den Tag der Vielfalt am 23. Mai, den Diversity Day, mehrere Aktionen vorbereitet. Das Tragen von Mottoshirts und Aktionen in der zweiten Pause sollten einen Impuls geben, das Thema an der Schule sichtbarer zu machen. Die Lehrkräfte Dr. Sigrun Galter, Ines Vielhaben und Antje Seel hatten ihren Kolleginnen und Kollegen im Vorfeld eine Checkliste für mehr Vielfalt in Unterrichtsmaterialien zusammengestellt, die auch bei der letzten Gesamtkonferenz besprochen worden war. Dort wurde gleichzeitig die AG Regenbogen vorgestellt, die von Dr. Sigrun Galter und Bella-Jean Gnodtke geleitet wird und die über E-Mail regenbogen@steinmuehle.net erreichbar ist. Hinzu kamen Handreichungen für diversitätsbewusste Bildung, die sich an Lehrer:innen aller Fächer richtet.

 

Impulse als ‚kick off‘ verstehen

„Es geht nicht nur um diesen einen Tag“, erklärten Dr. Sigrun Galter, Ines Vielhaben und Anje Seel. „Wir möchten unsere Impulse eher als ‚kick off‘ verstanden wissen, da viele Themen unter dem Oberbegriff ‚Vielfalt‘ zusammengefasst werden können“. Das Dreiergremium nannte dabei unter anderem Chancengerechtigkeit, Diskriminierung, Geschlechtergerechtigkeit, Rassismus, Fremdenhass, Queerfeindlichkeit, aber die auch Freiheit der sexuellen Orientierung, der Religion sowie der Sprachen. Hier könne bereits über eine aufmerksame Formulierung von Übungssätzen oder Textaufgaben und den bewussten Umgang mit Stereotypen Einfluss genommen werden.

„Vielfalt ist nicht definierbar“, hieß es am 23. Mai bei der Pausen-Aktion, bei der alle Schüler:innen, die Lust hatten, am Forum in den Mottoshirts zum Song Cotton-Eye Joe tanzten. An der T-Shirt-Aktion beteiligten sich vorwiegend die Jahrgänge 5, 6 und 7 sowie die Klassen 11a, 12f. Den Eingangsbereich der Steinmühle bereichert seit dem Tag der Vielfalt eine Kunst-Allee, die durch verschiedene Skulpturen signalisiert, dass jede:r in seiner oder ihrer Vielfalt bei uns willkommen ist. Die Figuren fertigte der frühere Wahlunterricht 10 (jetzt im Jahrgang 11) und der Kunst-LK. Bei ihnen allen bedankte sich Schulleiter Bernd Holly noch einmal für Einsatz und Engagement.

Wenn also Steinmühlen-Gäste sich demnächst am Eingangsbereich unserer Schule fragen, warum Mona Lisa auf dem Kunstwerk Kopftuch trägt, dann antworten wir dazu im Sinne der Vielfalt ganz einfach: Warum nicht?

13. Juni 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/06/00_6238-scaled.jpg 1000 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-06-13 08:51:082026-06-08 13:52:39Mona Lisa trägt Kopftuch: Steinmühle beging den Tag der Vielfalt

Jahrgang 11 sprach beim Energieforum mit Wissenschaftsministerin Angela Dorn

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Ökologie und Nachhaltigkeit, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Der Schulgong erinnerte eindringlich an das Unterrichtsende. Sonst hätte der Jahrgang 11 wohl noch stundenlang mit Angela Dorn weitergeplaudert. Die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst war beim Energieforum der Steinmühle zu Gast – wohlwissend, dass sie dort gut informierte Schüler:innen treffen würde, wie sie vorausschickte. Eine gute Vorbereitung auf der einen Seite, glaubwürdige, bedachte Antworten und ein Gespür für Augenhöhe auf der anderen – darin liegt wohl das Geheimnis eines fruchtbaren Dialoges mit jungen Menschen an der Altersschwelle zu Erstwählerinnen und Erstwählern. Aber der Reihe nach.

Dass sich die Schülerinnen und Schüler der Fachlehrer:innen Erno Menzel, Carmen Bastian und Dr. Claudia Röder eingehend mit der Energiethematik auseinandergesetzt hatten, das wurde im ersten Teil der Veranstaltung deutlich. Die Klassen 11a bis 11e nahmen das Thema Flüssiggas als potentiellem Konkurrenten von Erdgas unter die Lupe, erläuterten Vorteile, Nachteile und Eigenschaften. Zum Thema Atomkraftwerke wurde eine ähnliche Abwägung getroffen, natürlich nicht, ohne auf mögliche Gefahren und das ungelöste Endlagerproblem für Atommüll hinzuweisen. Auch wurde untersucht, ob wohl E-Autos das Klima retten können. Hier kamen Kinderarbeit, Lithiumabbau und sein Wasserbedarf, Recycling-Problem der Akkus und Infrastruktur hinsichtlich Ladestationen zum Tragen sowie mögliche Zwangsumsiedlung von Menschen in Abbauregionen. Auch der Energieverbrauch der Digitalisierung kam zur Sprache wie auch ein Interview mit Claudia Schnabel als Bürgermeisterin der Großgemeinde Fronhausen/Lahn und das Ergebnis einer Umfrage, bei der im Durchschnitt von den Befragten akzeptiert werde, Teil der Klimawende zu sein.

 

Für bessere europäische Vernetzung

Eine Ministerin hat man nicht alle Tage an der Schule, freute sich Schullleiter Björn Gemmer bei der Begrüßung des Gastes. Und so galt es, Angela Dorn mit brennenden Fragen zu konfrontieren. Ob die Carbon Capture Methode ein adäquates Mittel sei, also die unterirdische Speicherung von CO2. Dies brauchen wir zusätzlich, so die Ministerin, man sei damit in Deutschland auf gutem Weg. Nach dem Atomausstieg gefragt, postulierte die Ministerin, dieser sei unvermeidbar. Denn: Was tun mit strahlendem Müll sei die Kernfrage, die stets nach dem Sankt Florian Prinzip beantwortet werde: Bitte nicht bei uns. „Wir sind momentan noch darauf angewiesen, auch auf Atomkraft aus anderen Ländern“, räumte der Gast ein. Dies könne jedoch nicht die Zukunft sein. Als ein mögliches Lösungselement bezeichnete Angela Dorn staatliche Vergütungen für Firmen, die ihre Energielast herunterfahren. „Schnelligkeit und Flexibilität ist hier gefragt. Und wir müssen punktgenau reagieren“.

Den Aspekt, Solarenegrie aus Afrika zu nutzen, wollte ein anderer Schüler erörtert wissen. „Auch die jeweils lokale Bevölkerung muss profitieren“, antwortete die Ministerin und plädierte für eine noch bessere europäische Vernetzung und das Ausschöpfen von Potenzial bestehender Freiflächen.

Das Umsteigen auf Fortbewegung zu Fuß, per Rad oder per ÖPNV stellt Angela Dorn vor eine flächendeckende Benutzung von E-Autos . „Mit E-Autos allein werden wir keine Energiewende hinbekommen“. Angela Dorn sieht etwa die Einführung des Deutschland-Tickets als richtiges Signal. „Jede Stunde, jedes Dorf“ durch den ÖPNV anzubinden, das sei das Ziel hinsichtlich hinsichtlich öffentlicher Verkehrsmittel. Diese Bestrebung wurde von der Schülerschaft eher zweifelnd gesehen, kritisch die fehlende oder unzureichende Förderung bei der Umsetzung einiger privater Maßnahmen zur Energiewende.

 

Keine Deindustrialisierung

Die Veranstaltung mit der Ministerin schloss mit einigen Statements von ihrer Seite. Den Bürger:innen sollte eine größere Bandbreite bei der Auswahl energierelevanter Verhaltensweisen und Maßnahmen geboten werden und sie konstatierte: „Wir schaffen das nur über Attraktivität“. Klar ist für Angela Dorn, dass im urbanen Bereich deutlich einfacher Energieressourcen eingespart werden können als im ländlichen Raum, und es sei grundsätzlich nicht richtig, die Last auf die Schultern einzelner Menschen zu legen. Nicht in Kauf genommen werden dürfe eine Deindustrialisierung und auch kein Aushebeln aller Rechte durch die sogenannte „Letzte Generation“.

Es fiel häufig der Begriff „Motivation“ in der Debatte. Er machte deutlich, dass nach Überzeugung der Ministerin auf Ermutigung statt auf Vorschreiben gesetzt werden müsse. Zur Sprache kam auch eine anzustrebende Gerechtigkeit zwischen den Generationen und trotz allem die Wichtigkeit des gesellschaftlichen Zusammenhalts: „Wir alle“, so schloss Angela Dorn, „dürfen in der Transformation nicht untergehen“.

Folgende weitere Themen kamen beim Energieforum des Jahrgangs 11 und dem Besuch von Angela Dorn, der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, zur Sprache bzw. wurden ebenfalls andiskutiert: Ernährung, Flächenstillegung in der Landwirtschaft, Privatisierung des UKGM, Funklöcher im Mobilfunk, E-Highway-Teststrecke für LKW auf der A5, Tempolimit.

10. Juni 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/06/00-scaled.jpg 645 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-06-10 15:05:142026-06-08 13:53:06Jahrgang 11 sprach beim Energieforum mit Wissenschaftsministerin Angela Dorn

Alle sind gefordert: Beim Einkauf lässt sich viel ausrichten

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Ökologie und Nachhaltigkeit, Politik, Wirtschaft & Verantwortung

Informationen zu innovativem und fairem Handel

Eine kleine, feine Veranstaltung war geplant. Letztendlich wurde sie groß und vor allem großartig! Der Landkreis Marburg hatte für seinen Vortragsabend über innovativen und fairen Handel das Forum der Steinmühle als Veranstaltungsort gewählt. Neben den namhaften Referentinnen und Referenten waren es Steinmühlenschüler:innen, die mit ihren wissenschaftlichen Postern zu nachhaltigen Forschungsobjekten und ihren Fotoserien zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung gleichermaßen die Aufmerksamkeit der Gäste erhielten. Die künstlerischen Darbietungen unseres Musiklehrers und Konzerttenors Daniel Sans und seiner Ehefrau Marie-Gabrielle drehten sich ebenfalls um das Thema des Abends: Die Natur und unsere Welt. „Im Abendrot“ von Franz Schubert – eine passende Einleitung.

Es war das erste Mal nach seinem Amtsantritt, dass Landrat Jens Womelsdorf in offiziellem Rahmen die Steinmühle besuchte. „Uns beschäftigen gerade diverse Veränderungsprozesse“ führte er nach der Begrüßung durch Schulleiter Bernd Holly in den Abend ein, „und unsere Aufgabe ist es, diesen Wandel positiv zu gestalten“. Der Landrat griff damit die Themen Globalisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit auf, die sein Vorredner als Auftrag der Schule und gleichzeitige Herausforderung benannt hatte. Es gelte, Wege zu finden, die angesteuerten Ziele zu erreichen, ohne gleichzeitig unsere Lebensgrundlage zu zerstören.

 

Transparenz vs. Wirtschaftlichkeit

Professor Dr. Sören Becker von der Marburger Philipps-Universität benannte die Herausforderungen für nachhaltige Produkte und Lieferketten aus Sicht des Geographen. Er zeigte auf, dass Waren, die ohne Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft und mit transparenten Lieferketten produziert werden, leider oft nicht wirtschaftlich sind – ein Problemfeld, so bekannt wie schwer zu lösen. Eine Herausforderung auch, verarbeitungsnotwendige Materialien nicht aus Konfliktregionen zu beziehen. Seine Erläuterungen zum Fairtrade-Siegel am Beispiel Kakao beschrieben das Spannungsfeld zwischen Zielen und der Realität.

 

Fairer Handel hat weibliche Führung

Die Arbeit der Weltläden beschrieb in ihrem Vortrag Edith Müller-Zimmermann, Sprecherin der Steuerungsgruppe Fairtrade des Landkreises Marburg-Biedenkopf und Leiterin des Weltladens Gladenbach. Es gehe den Weltläden um eine nachvollziehbare Lieferkette der Waren, die unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen produziert werden. Die Referentin erläuterte die Arbeit der Weltläden auch im Hinblick auf deren Bildungsarbeit. „Fairer Handel bedeutet gleichzeitig, dass über 50 Prozent der Führungskräfte weiblich sind,“ informierte sie. Wichtige Themen seien die Information an allen Waren über deren Herkunft sowie der Stellenwert von Upcycling und Recycling. Edith Müller-Zimmermann verband ihren Vortrag mit einigen digitalen Kurzinformationen, bei denen sie auch auf die Rolle der ägyptischen „Entwicklungsinitiative“ SEKEM einging. Sie wurde 1977 gegründet und erschloss unter anderem am Rand des Nildeltas knapp 60 Kilometer nordöstlich vom Zentrum Kairos etwa 70 Hektar Wüste mit Methoden der biologisch-dynamischen Landwirtschaft.

„Kaufen Sie fair und richten Sie Ihren Alltag danach aus,“ schloss die Referentin – nicht ohne allen Interessierten das Angebot zu machen, ihnen jederzeit weitergehende Informationen zukommen zu lassen.

 

Alarmstufe für Artenvielfalt

Das Lied von Daniel und Marie-Gabrielle Sans, „What a wonderful World“, erreichte fast schon die Herzen der Zuhörerinnen und Zuhörer, passte es doch perfekt in den Kontext. Da hatte der Einstieg des nächsten Referenten schon beinahe ernüchternde Wirkung. Frritz Konz, Leiter Qualitätsmanagement der tegut-Zentrale in Fulda, begann seinen Beitrag mit unerfreulichen Fakten: Der Dezimierung durch fortgesetzte Ernte bei Monokulturen, der Gefährdung der Artenvielfalt mit diversen Beispielen. „Dass wir alles in zehn Jahren noch vorfinden? Sehr unwahrscheinlich,“ erklärte Konz, der das Thema „Fairer Handel“ aus Sicht eines Supermarktes darstellte.

 

„Deklaratorische Finessen“

„Nehmen wir Nutella“ erläuterte Konz an einer Skizze. Er beschrieb Herkunft, Wege, Bedingungen und Transport jeder einzelnen Zutat und machte daran deutlich, wie kompliziert das Thema Nachhaltigkeit und Fairer Handel allein bei einem einzigen Produkt sein kann. „Lieferketten sind irre komplex“ erläuterte er, erwähnte auch deklaratorische Finessen, oft ohne Transparenz für den Verbraucher. tegut unterwerfe sich bestimmten Selbstverpflichtungen und lebe nach definierten Beschaffungsgrundsätzen, die auch auf der Website des Unternehmens nachzulesen seien.

„Wir nehmen uns die Freiheit, anders zu sein“, konstatierte der Qualitätsmanager. Das Credo von tegut sei, den Verbrauchern als Händler die Wahl zu bieten, welche Produkte welcher Herkunft sie erwerben wollen. Das Streben nach fairen Handelsbedingungen sei indessen längst nicht beendet. „Es ist noch ein längerer Weg zu gehen. Die Entwicklung wird weiter andauern.“

Die Steinmühle ist Mitglied der Steuerungsgruppe Fairtrade des Landkreises Marburg-Biedenkopf und begleitete den Landkreis im Rahmen der gemeinsamen Zusammenarbeit im Gremium bis zur Zertifizierung.

9. Juni 2023
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2023/06/08_6292-Verbessert-RR-scaled.jpg 1000 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2023-06-09 14:56:532026-06-08 13:53:47Alle sind gefordert: Beim Einkauf lässt sich viel ausrichten
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