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Die Steinmühle trauert um Theo Nauheimer

Aktuelles, Ehemalige & Alumni

Von 1980 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2016 unterrichtete Theo Nauheimer die Fächer Kunst und Sport an der Steinmühle, viele Jahre davon als Schulsportleiter.

Sein Bestreben war es, Schulsport, Freizeitsport und Ligen-Sport miteinander zu verknüpfen. So etablierte Theo Nauheimer zahlreiche Schulsportmannschaften, die regional und hessenweit große Erfolge feierten – insbesondere in den Bereichen Handball und Badminton.

In späteren Jahren kamen Initiativen zur Teilnahme an Jugend-trainiert-Wettbewerben hinzu, z.B. Basketball oder Triathlon.

Durch den Schwimmunterricht in Klasse 5 und die Schul-Ski-Kurse in Klasse 10 kam Theo Nauheimer über Jahrzehnte mit fast allen Schülerinnen und Schülern der Steinmühle in Kontakt, womit er zu einer prägenden Persönlichkeit unserer Schulgemeinde wurde.

Im Bereich seines zweiten Unterrichtsfaches bleibt vor allem sein Engagement für die Foto-Kunst in Erinnerung. Im Fach- und im Wahlunterricht machte er das Fotolabor zu einem beliebten Kreativ-Ort der Steinmühle. Die Fotografien seiner Schülerinnen und Schüler schmückten die Flure aller Schulgebäude.

Am Freitag, dem 6. Februar 2026, ist Theo Nauheimer einem Krebsleiden erlegen.

Wir danken ihm herzlich für seine Arbeit und sein Engagement.

Unsere Gedanken sind bei seiner Frau Carmen und seinen Kindern Yvonne, Ingo, Lasse und Till.

9. Februar 2026
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2026/02/Theo_Nauheimer-scaled.jpg 1000 1500 konnertz https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png konnertz2026-02-09 08:51:102026-03-06 12:20:20Die Steinmühle trauert um Theo Nauheimer

Der Besuch eines Erfolgsschauspielers – oder: Ein Blick hinter die Kulissen 

Aktuelles, Ehemalige & Alumni, Leben im Internat

Sigmar Solbach kommt. Ein Ehemaliger des Internats Steinmühle. Einer, der Schauspieler geworden ist, Serienheld und Frauenschwarm. – Was erwartet man da? Viel Selbstgefälligkeit, viel Rückblick auf eigenen Ruhm und vor Ort eine große Portion Effekthascherei beim Lesen aus seinen Memoiren.

Umso erstaunter stellte man am Ende fest: Das war gar kein Selbstdarsteller. Hier gab ein authentischer Gast selbstkritisch einen Rückblick auf sein erfolgreiches Leben, verbarg dabei aber auch dunkle Momente und schwierige Zeiten nicht. Obendrauf transportierte er das Unabdingliche für jeden, der erfolgreich sein will: Hindernisse überwinden, über den eigenen Schatten springen, hinaus aus der Komfortzone – und immer das Ziel im Blick.

 

Internat war eigener Wunsch

Sigmar Solbach kam 1963 zur Oberstufe ins Internat Steinmühle, weil er besser lernen wollte. Aus freien Stücken. Die Eltern getrennt, ein neuer Partner an der Seite der Mutter. – Aus seiner Sicht keine Basis für eine erfolgreiche Schullaufbahn.

Was er werden wollte, das wusste der junge Mann aus dem südwestfälischen Dorf Rothemühle bereits bei seiner Anreise. Schauspieler nämlich. Das Theaterspiel in der Steinmühle nahm schon kurze Zeit später Fahrt auf. Die treibende Kraft: Sigmar Solbach.

 

„Eine überwiegend unbeschwerte Zeit“

Es wurde ein weitgehend heiterer Rückblick – vor, während und nach der Lesung. Im Steinmühlenforum fanden sich einige Klassenkameraden von damals ein, und mehr als einmal hieß es: „Weißt du noch…?“ – Fotos von damals wurden betrachtet, Anekdoten zum Besten gegeben. – So stellt man sich ein Klassentreffen nach 60 Jahren vor.

„Es war eine glückliche und überwiegend unbeschwerte Zeit“ erinnert sich der Schauspieler an seine Jahre im Internat Steinmühle.

 

Solbach war einer von 500 – und er spielte den Faust

Als Solbach 1966 „ein passables Abitur“ in der Tasche hatte und sein Berufswunsch immer noch aktuell war, da gab es einen immer noch zweifelnden Stiefvater. „Nur einen einzigen Versuch an einer Schauspielschule wollte er unterstützen“. Dieser enge Trichter und der enorme Druck, als einer von 500 Bewerbern an der Westfälischen Schauspielschule Bochum vorzusprechen, haben offensichtlich alle nur denkbaren Energien bei Sigmar Solbach freigesetzt. Die einzige Zusage – erhielt er! Weil er gut spielte, was sich vorher niemand traute: Den Faust.

 

Respekt vor den hohen Ansprüchen

Es machte sich Erleichterung bei Sigmar Solbach breit. Den beruflichen Plan B, Torwart in der Fußballnationalmannschaft zu werden, konnte er ad acta legen.

Solbachs Schauspielerei war die Lösung einzelner Probleme, brachte aber auch neue Herausforderungen. Für den Stiefvater avancierte er vom „Nichtsnutz“ zu jemandem, aus dem langsam etwas wird.

Was niemand sah: Die Widrigkeiten auf dem Weg nach oben, finanzielle Unzulänglichkeiten und die Studentenbude ohne Dusche, das übergangsweise notwendige Geldverdienen als Handelsvertreter von Kosmetika, die schlechte Bonität als Freiberufler, den Respekt vor dem einen oder anderen großen Regisseur und damit verbundene Ansprüche. So zum Beispiel „…vor dem großen Fritz Umgelter“:

 

„Erst Angst vor Pferden – dann ritt ich wie der Teufel“

Die gesunden Schneidezähne sollte er sich überkronen lassen, weil sie ein kleines bisschen schief standen. Und reiten lernen, das war die Bedingung für die angedachte Rolle. Gegen alle persönliche Einsicht ging er zum Zahnarzt, gegen alle Ängste vor Pferden ließ er sich im Reiten ausbilden. „Und man glaubt es kaum – ich selber auch nicht: Ich ritt am Ende wie der Teufel“.

 

Hamlet als Ritterschlag

Die immer wieder auftretende Frage an sich selbst: „Werde ich den Ansprüchen gewachsen sein?“ durchzog nicht nur Solbachs Karrierebeginn wie ein roter Faden. Später dann, als der Mann mit dem Faible für Theaterrollen mehrheitlich in Fernsehserien spielte, formulierte sich Solbach seine privaten Herausforderungen selber. Nach der Darstellung des Hamlet, „der wohl schwierigsten Theaterrolle“, sind es drei Atlantiküberquerungen mit der Segelyacht, die erfolgreich verliefen, aber ihren Tribut forderten: Wenig Schlaf, viel Können und vollste Konzentration.

Sich selbst etwas beweisen, bis ans Limit gehen, Grenzen austesten und Dinge erfolgreich bis zum Ende bringen – dafür steht Sigmar Solbach vor allen Dingen. Welch unwichtigen Platz nehmen da Kuss- und Bettszenen aus Fernsehserien ein, für die er – so die Standard-Antwort seiner Frau – „jedenfalls gut bezahlt wurde“.

Nein, er nehme die Charaktere seiner Rollen nicht mit nach Hause, erklärte Solbach bei einer Fragerunde nach seiner Lesung. Und er räumt ein, „…dass es von vielen Puzzleteilen abhängt, ob die Karriere gelingt“. Er habe auch Glück gehabt, erklärt er. Nach allen Schilderungen dürfte sich dessen Anteil eher in Grenzen gehalten haben.      Angela Heinemann

 

 

Schauspieler Sigmar Solbach, bekannt aus den Serien „Der Winter, der ein Sommer war“, „DasTraumschiff“,  „Das Erbe der Guldenburgs“, „Diese Drombuschs“,  „Dr. Stefan Frank“, „Die Alpenklinik“ u.a. besuchte aufgrund bestehender Kontakte zu Schulleiter Björn Gemmer seine frühere Schule, das Internat Steinmühle, und las aus seiner Autobiografie „Mein Leben – ein Traum“.

Die Oberhessische Presse filmte Teile des Abends:

https://www.instagram.com/reel/DQwmHDkDHBf/?igsh=aGJlaTl2M3I3Y3Fi

 

 

12. November 2025
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/IMG_5418-1-scaled.jpg 849 1500 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2025-11-12 14:03:022026-03-06 11:50:52Der Besuch eines Erfolgsschauspielers – oder: Ein Blick hinter die Kulissen 

„Eine weltoffene, fröhliche Gemeinschaft“: Die Steinmühle feierte ihr Herbstfest

Aktuelles, Ehemalige & Alumni, Feste & Feiern, Leben im Internat

So richtig golden war der Herbsttag zwar nicht, aber immerhin herrschten stabile Witterungsverhältnisse am letzten Samstag im September, als die Steinmühle wie in jedem Jahr ihr Herbstfest feierte. Die Gesamtbilanz der Steinmühlenleitung zu diesem Ereignis fällt positiv aus: Das Fest hat Menschen zusammengebracht, die sich teils länger nicht gesehen haben – neben den lustigen, kunstvollen, unterhaltsamen oder sportlichen Präsentationen der aktuellen Klassen in jedem Fall das Wichtigste an diesem „Feiertag“.

 

„Die Gesamtstimmung war herausragend“

Schulleiter Björn Gemmer: „Es war eine sehr friedfertige Feier. Die Gesamtstimmung am Abend war herausragend. Da hatten Abi-Jahrgänge von 1975 bis 2025 Spaß miteinander, gesellig beieinander sitzend, lachend, tanzend. Ich habe viele Eltern mit ihren erwachsenen Kindern getroffen, die miteinander oder mit Freunden gefeiert haben. – Die Steinmühle als gemeinsame Basis“.

 

„Ein weiterer Schritt in Richtung Verständnis füreinander“

Internatsleiterin Anke Muszynski: „Unsere jungen Menschen hatten ein schönes Fest. Der Zweck, Gemeinschaft zu leben und an Aufgaben zu wachsen, ist auf jeden Fall auch weiterhin erfüllt. In Anbetracht dessen, dass die wirtschaftliche Zusammenlegung von Internat und Schule noch nicht allzu lange her ist, war festzustellen, dass zumindest innerhalb der pädagogisch arbeitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein weiterer Schritt in Richtung Transparenz und Verständnis füreinander stattgefunden hat. Das finde ich sehr schön“.

 

Info über den Förderverein

Die Steinmühle nutzt das Herbstfest auch zur Übermittlung von Informationen über Schule und Internat. Mitglieder der Schulleitung halten sich bereit, um Besuchenden, die Fragen haben, Rede und Antwort zu stehen. Gleichzeitig steht der Förderverein rund um die Vorsitzende Jasmine Weidenbach all denjenigen zur Verfügung, die über eine Mitgliedschaft nachdenken. Was finanziert der Förderverein, wo springt er finanziell ein? – Beim Herbstfest gab es die Live-Antworten.

Das Gleiche gilt für den Schulelternbeirat. Hier brachten die Vorsitzende Bianca Zenker und ihr Team die eine oder andere Info an den Mann oder die Frau.

 

Internat und Schule teilten Aufgaben

Ob Austausch unter Ehemaligen, Aktivitäten aktueller Schulklassen, die Anwesenheit von Eltern und Geschwistern, der Wunsch nach Information oder das umfangreiche gastronomische Angebot – bei der stattlichen vierstelligen Besucherzahl ist exzellente Organisation gefragt. Diese liegt in weiten Teilen beim Internat, wurde aber in vielen Bereichen auch seitens der Schule getragen.

 

Grandios: Eltern halfen mit

Viele Köpfe, zahlreiche Hände investierten ehrenamtlich Zeit in die Vorbereitungen des Herbstfestes. Auch die Eltern halfen mit – ein Umstand, der angesichts des positiven Resultates nicht hoch genug gewürdigt werden kann.

 

Das Getränke-Konzept noch einmal sichten

Dass die Organisation in Teilen auch herausfordernd ist, soll nicht geleugnet werden. Jedoch nicht, weil sie grundsätzlich nicht zu stemmen wäre.
Dirk Konnertz: „Das Herbstfest ist ein Fest, bei dem mehrere Generationen feiern, auch Minderjährige. Hier will der gastronomische Part im Bereich der Getränke schon gut durchdacht sein“, sagt der Geschäftsführer von Schule & Internat Steinmühle. Dass das Konzept im Laufe der Jahre unter diesem Aspekt ein wenig angepasst werde, schließt er nicht aus.

Dieser Aspekt sei nicht zu vernachlässigen, aber keineswegs dominant: „Die Steinmühle hat sich als professionelle, weltoffene und fröhliche Gemeinschaft präsentiert, darüber freuen wir uns“.

Angela Heinemann

Wer beim Herbstfest der Steinmühle nicht vor Ort sein konnte oder nicht alle Stände besucht hat, für den haben wir einige Foto-Impressionen:

12. Oktober 2025
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/10/IMG_5117-scaled.jpg 1000 1500 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2025-10-12 21:16:472026-03-06 12:27:50„Eine weltoffene, fröhliche Gemeinschaft“: Die Steinmühle feierte ihr Herbstfest

Einladung zum traditionellen Herbstfest am Samstag, 27. September ab 15 Uhr

Aktuelles, Ehemalige & Alumni, Feste & Feiern, Leben im Internat

Vielen ist dafür kein Weg zu weit: Am letzten Samstag im September treffen sich alljählich aktuelle und frühere Schülerinnen und Schüler in der Steinmühle, um beim Herbstfest in Erinnerungen zu schwelgen an die gemeinsame Zeit – beim ein oder anderen Glas und mit leckerem Essen. Dieser Tag ist außerdem ein Familientag – nicht nur für unsere „Steinmühlengemeinde“, sondern auch für alle, die sich über Schule & Internat informieren möchten, während Kinder die zahlreichen Mitmach-Angebote auf unserem Campus wahrnehmen können. Wir laden Sie daher ab 15 Uhr in den Steinmühlenweg 21 nach Marburg-Cappel ein und freuen uns auf Ihren Besuch!

 

16. September 2025
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/09/Herbstfest-2025-Steinmu_hle-e1758022871726.jpg 668 1280 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2025-09-16 13:44:052026-03-06 18:24:54Einladung zum traditionellen Herbstfest am Samstag, 27. September ab 15 Uhr

Bunt gemischte Steinmühlen-Truppe startete beim Marburger Nachtmarathon

Aktuelles, Ehemalige & Alumni, Leben im Internat, Sport & Gesundheit
Mit fünf Staffeln und insgesamt 13 Teilnehmenden am Halbmarathon (neun) und Marathon (vier) ging die Steinmühle beim Marburger Nachtmarathon an den Start. Schule und Internat beteiligen sich traditionell an dieser etablierten Veranstaltung und beziehen dabei das gesamte Steinmühlen-Umfeld mit ein. Wer Interesse hat und sich fit fühlt, kann mitmachen.

Teilgenommen haben Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und Assistenzkräfte. – „Alles in allem eine sehr bunt gemischte Gruppe“, wie Schulsportleiter und Organisator Marcel Kalb berichtete. – Ihm sowie allen Aktiven herzlichen Dank für ihren Einsatz beim Nachtmarathon, bei dem stets mehr der gemeinsame Spaß, als die läuferische Leistung im Vordergrund steht.

31. Juli 2025
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/08/IMG_4014-e1755599384227.jpeg 535 1280 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2025-07-31 12:05:202026-03-07 08:28:27Bunt gemischte Steinmühlen-Truppe startete beim Marburger Nachtmarathon

Für einige Abschied, für andere Neubeginn beim Sommerfest der Mitarbeitenden 

Aktuelles, Ehemalige & Alumni, Feste & Feiern

Das Ende eines Schuljahres an der Steinmühle ist gleichzeitig der Zeitpunkt, sich von Kolleginnen und Kollegen zu verabschieden, die in den Ruhestand gehen. Ein Ereignis aus dem Lauf der Zeit, durchaus dominiert von Nachdenklichkeit, aber auch von Freude für die betreffenden Mitarbeitenden, die ihr Leben nun jenseits des Schulalltags nach ihren Vorstellungen gestalten können. Wie in jedem Jahr fanden die Verabschiedungen im Rahmen des gemeinsamen Sommerfestes statt, zu dem Geschäftsführer Dirk Konnertz alle Mitarbeitenden aus Schule und Internat immer am letzten Donnerstagabend vor den Sommerferien einlädt.

 

Jahrzehntelanges Wirken

War jemand mehrere Jahrzehnte lang Lehrkraft, so haben Kolleginnen und Kollegen so viele Erinnerungen rund um die betreffende Person im Kopf, dass an dieser Stelle deren Wirken niemals gebührend geschildert werden kann. Mit Kunsterzieherin Dr. Sabine Kraft (25 Jahre), Diplom-Physiker Dr. Rainer Nietzke (Mathematik- und Physiklehrer, 33 Jahre) sowie Almut Sersch, Lehrerin für Deutsch und Religion (36 Jahre an der Steinmühle) verabschiedeten sich langgediente Lehrkräfte, die nicht nur Spuren hinterlassen, sondern die Steinmühle durch ihre Persönlichkeit geprägt haben.

Schulleiter Björn Gemmer würdigte die Arbeit der diplomierten Architektin und Stadtplanerin Sabine Kraft mit dem Magister in Kunstwissenschaften und dem im Jahre 2000 erworbenen Dr. phil.. Veröffentlichungen, Vorträge und Lehraufträge prägten die Arbeit von Sabine Kraft, bis sie 2001 aus der Wissenschaft an die Steinmühle wechselte, wo sie mit hohem Engagement Kunst in allen Jahrgangsstufen unterrichtete.

 

„Es ging dir immer um die Sache“

Rainer Nietzke begann 1992 sein Referendariat an der Steinmühle, wurde später deren Datenschutzbeauftragter sowie Vorsitzender der Fachschaften Physik und Informatik. „Du warst mein Mentor, ich habe viel von dir gelernt“ erinnerte sich Schulleiter Björn Gemmer und lobte Rainer Nietzke gleichzeitig für seine Klarheit, seine gelebte Wertestabilität und seine Kompetenz, „bei der es immer um die Sache ging, nie um dich selbst“.

Almut Sersch studierte evangelische Theologie und Germanistik, absolvierte ihr Referendariat an der Steinmühle, wo sie sich einen „hervorragenden Ruf bei Lehrern und Schülern“ (Gemmer) erarbeitete. Almut Sersch war bekannt für ihre Fähigkeit, mit Konflikten in der Schule umzugehen, arbeitete als Schulmentorin, SV-Lehrerin und Betriebsrätin, war Mentorin für etliche Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst „…und immer für Innovationen aufgeschlossen“, so der Schulleiter.

Würdigungen erfuhren die drei Lehrkräfte auch von Geschäftsführer Dirk Konnertz – für jahrzehntelanges Engagement und mit Anführung bestimmter Aktivitäten, die unabdinglich mit der jeweiligen Person zu verbinden sind und verbunden bleiben. Hervorgehoben wurde auch der Abschied von Tobias Leisge aus der Bilingualen Grundschule, der sich beruflich verändern möchte und dessen „ruhige Art und große Geduld“ stets als wichtig und hilfreich wahrgenommen wurden. Für den Betriebsrat sprach Nicole Hohm ihren Dank an die scheidenden Mitarbeiter aus. Verbindliche und individuelle Worte fanden auch die Fachschaftsvertreter und für Tobias Leisge die stellvertretende Leiterin der Bilingualen Grundschule Steinmühle, Lorraine Herrmann.

 

Herzliches Willkommen allen Neuen!

Zum Beginn des neuen Schuljahres sind auch neue Kolleginnen und Kollegen am Start. Nach dem Ausscheiden von Janine Küster übernimmt nun Julia Daube die Leitung der Bilingualen Grundschule. Als Lehrkräfte in der Bilingualen Grundschule steigen Niki Johnson und Sophia Fleißner ein. Im gymnasialen Bereich zählt die Steinmühle im neuen Schuljahr zusätzlich auf Philipp Knaack und Olaf Roth, der in höherem Stundenumfang im Bereich Musik engagiert ist.

 

29. Juli 2025
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/08/MG_0832bWeb-e1755694123962.jpg 462 1030 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2025-07-29 14:50:222026-03-07 08:29:33Für einige Abschied, für andere Neubeginn beim Sommerfest der Mitarbeitenden 

Vom Internat Steinmühle in den Profi-Sport: Benedikt Mons spielt American Football

Aktuelles, Ehemalige & Alumni, Leben im Internat, Sport & Gesundheit, Talentförderung

Der jährliche Super Bowl, das Turnier der US-amerikanischen National Football League NFL, füllt die Kassen und leert die Getränkeregale in den Supermärkten. Auch in Europa fiebern viele Anhänger mit. Benedikt Mons, der das Internat Steinmühle gerade mit dem Abitur in der Tasche verlassen hat, bleibt einer der wohl größten Fans. Sein Ziel: Einmal selbst in der NFL zu spielen.

 

Erster Kontakt als Achtklässler

Es ist nicht nur Träumerei. Benedikt hat einen Plan, und den verfolgt er. In der achten Klasse an die Steinmühle gekommen, nahm ihn ein Schulkamerad mit zum Football. Die Sportart ist nicht besonders sanft. Das hinderte ihn aber nicht daran, weiter zu trainieren.

 

Wichtige Wegbegleiter

Benedikt spielte immer öfter, kam in die U18-Hessenauswahl. Er knüpfte Kontakt zu Spielern aus Bad Homburg, wurde Mitglied bei den Sentinels und spielte in der GFL-Juniors – der Jugendbundesliga im American Football Verband Deutschland (AFVD). Den dortigen Trainer Markus Hackenberg erlebte er zugleich als Mentor: „Er hat mich individuell gefördert“. Im Jahr 2024 wurde Benedikt Mons in die U19 Nationalmannschaft berufen.

Irgendetwas muss Benedikt Mons weiterhin richtiggemacht haben, denn Anfang 2025 stand der nächste Schritt bevor: Der Wechsel zum Verein Frankfurt Galaxy, der Übergang zum Profisport in die European League of Football. Ein entscheidender Schritt für den bescheiden gebliebenen Steinmühlenschüler mit den Leistungskursen Powi und Mathe, der nicht nur der Steinmühle dankbar ist für die Begleitung seiner sportlichen Karriere, sondern auch anderen wie dem Sportdirektor seines derzeitigen Vereins, Thomas Kösling. „Er hat mich motiviert, Abitur und Training unter einen Hut zu bringen“ – Training immerhin viermal pro Woche.

 

Volles Potenzial entfalten in den USA

Logistisch wird es etwas einfacher werden für Benedikt, nachdem er nun sein Abiturzeugnis in der Hand hält. Nach der Saison möchte er, im Idealfall, auf ein College in den Vereinigten Staaten gehen. „Ich möchte auf jeden Fall weiterspielen, und zwar in den USA. Dort läuft alles um diesen Sport deutlich professioneller, angefangen beim Training, bis hin zur individuellen Betreuung der Athleten. Um sein volles Potenzial in dieser Sportart entfalten zu können, muss man in die USA“.

Bei diesem Schritt und hinsichtlich seiner sportlichen Karriere weiß Benedikt Mons seine Eltern hinter sich: „Sie unterstützen mich“. Wenn es sich einrichten lässt, sitzen sie bei Spielen sogar unter den Zuschauern. Mit seinem Bruder misst sich der Abiturient regelmäßig sportlich. Im Hockey oder im Tennis sei dieser aber besser. „Ich bleibe lieber beim Football“, meint Benedikt zielstrebig.

 

Viel Training und auch Talent

Nach seinem Berufsziel gefragt, antwortet der ehemalige Internatsschüler: „Vom Sport zu leben“. Dabei an Begleiter wie Helm und Schulterpads gebunden zu sein, betrachtet Benedikt als vorübergehend. „Mitte 30 möchte ich aufhören und dann mein Geld in der NFL gemacht haben“. Dann könne er sich vorstellen, ein guter Vater zu sein und mitzuhelfen, den Sport in Europa attraktiver zu machen: „Der Markt wächst riesig, es gibt viel Potential“. Bis dahin aber, so Benedikt, brauche es viel Mut, viel Zeit, viel Geduld, viel Training.

Man müsse laufen, man müsse schnell sein. „Es ist was für physische Typen“ charakterisiert Benedikt Mons die Ruppigkeit des Football und weiß gleichzeitig: Er selbst ist „genetisch gesegnet und dafür dankbar“. Für die Position tight end im Football ideal, den Rest hat er sich erarbeitet.

Aber etwas Talent, so weiß er, gehört definitiv dazu.       Angela Heinemann

Folgt Benedikt Mons auf Instagram: benedikt.mons

8. Juli 2025
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/06/IMG_0662_k.jpeg 428 640 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2025-07-08 13:44:422026-03-07 08:45:49Vom Internat Steinmühle in den Profi-Sport: Benedikt Mons spielt American Football

Familientag im Internat Steinmühle machte Sportangebote sichtbar

Aktuelles, Ehemalige & Alumni, Leben im Internat, Sport & Gesundheit

Zum alljährlichen Familientag Mitte Juni öffnet sich regelmäßig das Internat Steinmühle für Eltern und Geschwisterkinder sowie für alle, die das Internat kennenlernen wollen. Das Team der Internatspädagogen unter Leitung von Anke Muszynski und ihrem Stellvertreter Philipp Dönges präsentierte in diesem Jahr zusammen mit den jungen Menschen verschiedene Angebote für sportliche Aktivitäten und zeigte, wie neue und bewährte Sportarten in den Internatsalltag integriert werden. Bei jedem Familientag gibt es für Eltern auch die Möglichkeit persönlicher Gespräche mit der Internatsleitung, um Fragen zu klären und Individuelles für das kommende Schuljahr zu besprechen.

 

Auf Reitturniere wird hingearbeitet

In den vergangenen Monaten hat die Steinmühle große Schritte in Sachen Sportanlagen gemacht. Der Reitbetrieb wurde auf ein neues Level gehoben, einhergehend mit personellem Wechsel der Reitanlagenverantwortlichen. Der Reitverein darumherum hat sich neu aufgestellt. Ziel der Aktivitäten ist die Schaffung einer zeitgemäßen und professionell betriebenden Anlage, die unter allen relevanten Aspekten auch Reitturniere erlaubt.

 

Startschuss für professionelles Tennistraining

Ähnliches gilt für die Tennisplätze. Unter großem personellem Einsatz wurde die Bestandsanlage für den Spielbetrieb „runderneuert“ und wiedereröffnet. Vor Ort wurde beim Familientag zusammen mit Kooperationspartner Heiko Hampl, dem Geschäftsführer von „Play The Pro“, darüber informiert, dass ab sofort professionelles Tennistraining an der Steinmühle möglich ist. Die Eltern konnten sich aber auch davon überzeugen, wie sportlich die Steinmühle ohnedies schon aufgestellt ist. Die jungen Menschen legten sich beim Beachvolleyball-Turnier ins Zeug und hatten bei Wasserspielen und mit Bumper Balls ihren Spaß.

 

Filmteam machte Interviews

Entgangen war sicherlich auch wenigen, dass ein Filmteam auf dem Steinmühlengelände unterwegs war, um mit bestimmten Gästen Interviews aufzunehmen. Dies geschah unter anderem am Bootshaus, dem Zentrum des Steinmühlen-Rudersports, in dem junge Menschen vom Para-Ruderer bis zum Olympiateilnehmer unter Anleitung von Trainer Martin Strohmenger und seinen Assistenten eingeladen werden, ins Boot zu steigen.

24. Juni 2025
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/08/IMG_4446.jpeg 427 640 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2025-06-24 17:29:592026-03-07 08:51:24Familientag im Internat Steinmühle machte Sportangebote sichtbar

Wirken mit Herz, Power und Ahnung: Goodbye, liebe Janine Küster!

Aktuelles, Bilinguale Grundschule, Ehemalige & Alumni

Mit großem Dank und vielen persönlichen Worten verabschiedet die Steinmühle eine geschätzte Kollegin: Janine Küster, Leiterin der Bilingualen Grundschule Steinmühle. Ihr Engagement und ihre Leidenschaft für die Schule haben Spuren hinterlassen – sowohl bei den Schülerinnen und Schülern, als auch im Kollegium.

Im Vorfeld der offiziellen Verabschiedungsfeier hieß es für die Grundschulkinder: Goodbye, Janine! Die Mädchen und Jungen standen Spalier, als ihre Lehrerin die Treppe hinunterging. Sehr viele streckten sich zu ihr hin und versuchten, ihr noch die Hand zu geben, manchen gelang eine Umarmung oder ein Selfie, und bei einigen kullerten die Tränen. Einige Mütter trösteten ihre Kinder. Mann, war das schwer! Ihre Werschätzung überbrachten auch einige Eltern ganz persönlich. Und es wurde deutlich: Hier geht eine sehr beliebte Lehrkraft.

Janine Küster, Jahrgang 1992, übernahm die verantwortungsvolle Aufgabe der Leitung in bemerkenswert jungen Jahren. Nach ihrem Referendariat begann sie ihre Tätigkeit an der Steinmühle, dazwischen nur ein Auslandsaufenthalt in den USA, der ihre bereits exzellenten Englischkenntnisse vertiefte.

 

Bilinguale Ausrichtung geprägt und etabliert

Von Anfang an, dem Schuljahr 2019/20, investierte sie viel Herzblut in den Aufbau und die Weiterentwicklung der Bilingualen Grundschule Steinmühle. In den Fächern Deutsch, Mathematik und Musik unterrichtete sie mit großer Begeisterung und förderte die Schülerinnen und Schüler nicht nur fachlich, sondern auch persönlich. Ihr Engagement reichte weit über den Unterricht hinaus: Sie war maßgeblich daran beteiligt, die bilinguale Ausrichtung der Grundschule zu prägen und zu etablieren.

Auch privat fand Janine Küster ihr Glück an der Steinmühle. Mit Fabian Küster aus dem IT-Team der Schule gründete sie eine Familie. Vor rund zweieinhalb Jahren wurde sie Mutter ihres Sohnes Lenny, was für sie einen neuen Lebensabschnitt einläutete.

 

Ein schwerer Schritt

Als Mensch mit hohem Anspruch an sich selbst fiel es Janine Küster zunehmend schwerer, beide Aufgaben, Grundschulleitung und Familie, unter einen Hut zu bringen. Sehr schweren Herzens entschloss sie sich daher dazu, ihre Tätigkeit als Lehrerin und Schulleiterin aufzugeben. Kolleginnen und Kollegen, aber auch Eltern bedauern den Weggang außerordentlich und verabschiedeten sich mit herzlichen Worten, lieben Umarmungen und dem einen oder anderen Geschenk.

 

Dank und Anerkennung

Bei der Abschiedsfeier in den Grundschulräumen bedankte sich Janine Küster bei allen, die ihr während der Jahre mit Ratschlägen und Unterstützung geholfen hatten. Sie erzählte Beispiele von besonders lustigen und markanten Momenten, erläuterte ihre Entscheidung, die sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge getroffen habe, und verriet, dass die Familienplanung der Küsters auch noch nicht abgeschlossen sei.

Anerkennung für ihre Arbeit brachten mit einer kleinen Ansprache unter anderem Schulleiter Björn Gemmer, Geschäftsführer Dirk Konnertz und der ehemalige Schulleiter Bernd Holly zum Ausdruck. Sie erwähnten, dass die Bilinguale Grundschule Steinmühle, die seinerzeit Dank der Initiative des Schulvereinsvorsitzenden Egon Vaupel zustande gekommen war, maßgeblich von Janine Küster mitgestaltet und geprägt worden ist. Gemeinsam erhob die Runde anschließend das Glas, um auf die Zukunft anzustoßen und widmete sich sodann dem Büffet.

 

Freude auf das Ausgraben der Zeitkapsel

Die Steinmühle dankt Janine Küster für ihre unermüdliche Arbeit, ihre Energie und ihre herzliche Art. Für ihren weiteren Weg – beruflich wie privat – wünschen wir ihr nur das Beste!

Janine Küster freut sich schon jetzt auf die Abiturfeier der Steinmühle in 7 Jahren. Dann nämlich möchte sie die Zeitkapsel ausgraben, die sie einst mit „ihren“ Kindern auf dem Steinmühlengelände eingebuddelt hat.

 

Worte, die bleiben:

„Ein emotionaler Moment. Es hat von mir eine schwere Entscheidung gefordert. Mir fällt der Abschied nicht leicht“ (Janine Küster)

„Die Zusammenarbeit mit Hannah (Achenbach) und Lori (Lorraine Herrmann) hat mich nachhaltig bereichert. Wir haben geplant, gegessen, organisiert“ (Janine Küster)

„Heute lief’s doch schon ganz gut mit dir“ (Ein Schüler nach dem damaligen Start der Bilingualen Grundschule, zu Janine Küster gewandt)

„Wir haben gesehen: Die hat Power, die hat Ahnung, die traut sich was zu. Du hast nicht nur das Hessische Curriculum und das Cambridge Curriculum zusammengefasst, sondern auch Konflikte und Herausforderungen gemeistert“ (Björn Gemmer, Schulleiter)

„Die Bilinguale Grundschule ist dein Baby. Du hast entscheidenden Anteil daran, dass wir heute dort sind, wo wir stehen“ (Dirk Konnertz, Geschäftsführer)

„Du hast Herz und Tränen in der Schule gelassen“ (Bernd Holly, ehem. Schulleiter)

„Du hast hier viel etabliert. Du bleibst ein Teil von uns“ (Lori Herrmann, bisherige stellvertretende Leiterin der Bilingualen Grundschule)                      Angela Heinemann

11. Februar 2025
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/02/IMG_7105-Verbessert-RR-scaled.jpg 1000 1500 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2025-02-11 13:50:412026-03-08 10:52:28Wirken mit Herz, Power und Ahnung: Goodbye, liebe Janine Küster!

„Wir wissen, dass wir die Erde verwüsten – und machen es trotzdem“: Bernd Holly über soziale Verantwortung

Aktuelles, Ehemalige & Alumni, Ökologie und Nachhaltigkeit, Politik, Wirtschaft & Verantwortung, Soziales Engagement

Jahrzehntelang machte Bernd Holly als Schulleiter der Steinmühle Ansagen: Bei Veranstaltungen, durch die Lautsprecheranlage oder auch mal persönlich, wenn er Hinweise beachtet wissen wollte. Seine Ansage Ende Januar an die Schülerschaft der Oberstufe war eine andere. Ein Appell, das eigene Verhalten zu überdenken, wenn alle auf diesem Planeten weiterleben wollen.

„Wir wissen, dass wir die Erde verwüsten. Und wir machen es trotzdem“. So begann der Vortrag des Pädagogen, der seit Sommer 2023 im Ruhestand ist. Das Schlimme daran: Er hat Recht. In dieses Bewusstsein aller Zuhörenden streute Bernd Holly zahlreiche Beispiele zur eigenen Wiedererkennung und zum Nachdenken. Wie leichtfertig holen wir Coffee to go und hinterlassen alleine in Deutschland eine Milliarde an Einwegbechern. Wir mähen den Rasen für den besten „englischen“ Stil, zerstören dabei aber die Wildblumenwiese. Und am liebsten hätten wir das Shopping-Wochenende in New York gewonnen, das ein öffentlich-rechtlicher hessischer Radiosender um die Weihnachtszeit verlost hat. Ist Nachdenken Glücksache? Ja, geht’s noch?

 

Energy-Drinks? Komplett lost!

Holly wird deutlich bei seinen Vorträgen, die er auch in Unternehmen vor Erwachsenen hält, an Schulen etwas anpasst. „Wer Energy Drinks trinkt, ist ein Opfer. Komplett lost“. Er sensibilisierte gegen geschältes, dann in Plastik verpacktes Obst, für Früchte der Saison und für das Überdenken des Fleischkonsums aus gesundheitlichen und ökologischen Gründen. „Die Welt braucht Menschen nicht, es geht um unsere Existenzgrundlagen. Wir bekommen es doch vor Augen geführt durch die Auswirkungen der Klimakatastrophen wie im Ahrtal, in Valencia oder jetzt Kalifornieren“ appellierte Holly, seit vier Jahren Vegetarier. Die populäre Nuss-Nougatcreme stellte er nicht nur wegen des Zuckergehalts in Frage, sondern auch wegen Verwendung von Palmöl, die Abholzung des Regenwaldes nach sich ziehend. Vieles wolle man auch nicht sehen, so der ehemalige Schulleiter und nannte dabei unter anderem die Weihnachtsgans-Industrie.

 

35 Prozent der Lebensmittel landen im Müll

Sich davon zu lösen, scheinbar perfekt sein zu müssen, sei nicht einfach, aber möglich: Ständig neue Klamotten, die man eh nicht trage, ständig ein neues Handy, zu viele gekaufte Lebensmittel, von denen 35 Prozent in den Müll wandern – erwiesenermaßen. „Shoppen aktiviert Glückshormone, ich weiß“, merkte Holly an, der zu Beginn seines Ruhestandes ehrenamtlich bei der Marburger Tafel einstieg, „einer Institution, die für gesellschaftliche Probleme steht“, konstatierte er. Dann wurde es auch schnell politisch: Mangelnde Deutschkenntnisse von Migranten als Zeichen mißglückter Integration, Gendern als Scheindebatte („ich mach das nicht“)  und sodann wieder der Bogen zur ihn überzeugenden „Kaufnix-Liste“ und dem Statement, ob das Rasen mit dem frisierten Auto auf dem Berliner Ku’damm wirklich das einzige Mittel sei, um soziale Anerkennung zu bekommen.

 

„Der Gesellschaft etwas zurückgeben“

Aber – Bernd Holly ist Realist. Er weiß, dass nicht alle seiner Punkte mal eben umgesetzt werden und wie die Chancen dazu stehen. „Ihr seid privilegiert, ihr seid später an entscheidenden Stellen tätig, macht euch Gedanken und seid Vorbild“. Wenn nur ein Punkt des Aufgezählten umgesetzt würde, habe sich der Vortrag gelohnt.

Bernd Holly betrachtet sein bisheriges Leben im Rückspiegel. Aus einfachsten Verhältnissen stammend, zum Schulleiter der beliebten und begehrten Steinmühle avanciert, wolle er der Gesellschaft etwas zurückgeben. Aus Verantwortung, „die (zur Schülerschaft gewandt) auch ihr mal tragen werdet“.

Der Vortrag war ein Projekt der in der Steinmühle verankerten Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

31. Januar 2025
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/01/IMG_3468-scaled.jpg 1125 1500 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2025-01-31 21:49:102026-03-08 10:59:12„Wir wissen, dass wir die Erde verwüsten – und machen es trotzdem“: Bernd Holly über soziale Verantwortung
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