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Gemeinschaft erleben und Selbstständigkeit stärken bei den Häuserfahrten im Internat Steinmühle

Aktuelles, Klassen-, Kurs- und Häuserfahrten, Leben im Internat, Steinmühle unterwegs

Wie lernen sich neue und „alte“ Internatsschüler derselben Wohngruppe am besten kennen? Die Steinmühle greift dazu auf ein bewährtes Format zurück. Jede Wohngruppe startet zum Schuljahresbeginn eine gemeinsame Reise. Welche Fahrten diesmal auf dem Kalender standen, ist nachfolgend zu lesen.

 

Hessenhaus: Ungezwungene Gespräche und neue Verbindungen

Unsere diesjährige Häuserfahrt führte uns nach Soltau, in das Herz der Lüneburger Heide, wo wir gemeinsam ein abwechslungsreiches Wochenende verbrachten. Ziel der Fahrt war es, den Zusammenhalt in der Gruppe zu stärken, Vertrauen aufzubauen und durch gemeinsame Erlebnisse Raum für neue Begegnungen zu schaffen.

Im Laufe des Wochenendes war deutlich zu spüren, wie die Gruppe immer mehr zusammenfand. Bei Spielen, gemeinsamen Mahlzeiten und dem Besuch im Heide Park entstanden viele ungezwungene Gespräche und neue Verbindungen. Besonders schön war zu beobachten, wie selbstverständlich sich die Jugendlichen gegenseitig einbezogen und gemeinsame Erlebnisse miteinander teilten.

 

Westfalenhaus: Individuelle Freundschaften und echter Gruppenzusammenhalt

Um sich besser kennenzulernen und Gemeinschaft zu schaffen, war das Westfalenhaus dieses Jahr in der Nähe von Köln. Das Highlight am Samstag: Achterbahn fahren im Phantasialand. Den ganzen Tag waren wir auf der Jagd nach dem nächsten Adrenalin-Kick, bei dem auch die ein oder anderen über ihren eigenen Schatten springen und gemeinsam den Nervenkitzel meistern mussten. Richtig spannend – und auch ein bisschen gruselig – wurde es dann noch abends beim Werwolf-Spielen, bei dem sich alle noch einmal intensiver kennenlernten. Aber nicht nur hier, sondern auch beim gemeinsamen Kochen im Selbstversorgerhaus, gemütlich am Lagerfeuer sitzend und quatschend oder bei spontanen Dance-Partys am Abend sind über das Wochenende individuelle Freundschaften und echter Gruppenzusammenhalt entstanden.

 

Bremerhaus: Gelingen des Alltags hängt von der Beteiligung aller ab

Die Häuserfahrt des Bremerhauses nach Ostfriesland und auf die Insel Norderney stand ganz im Zeichen des gemeinsamen Erlebens, der Gruppenbildung und der persönlichen Entwicklung. Im Mittelpunkt stand dabei weniger das gemeinsame Unterwegssein als vielmehr die Frage, wie eine Gruppe durch neue Erfahrungen, gemeinsame Herausforderungen und ungewohnte Situationen zusammenwächst.

Eine besondere Bedeutung hatte die gemeinsame Gestaltung des Alltags. Beim Einkaufen, Planen und Zubereiten der Mahlzeiten waren die Jugendlichen gefordert, Verantwortung zu übernehmen, sich abzustimmen und Aufgaben untereinander zu verteilen. Dabei entstanden ganz selbstverständlich Situationen, in denen Rücksichtnahme, Kommunikation und Verlässlichkeit gefragt waren. Gemeinsames Kochen wurde so zu einem wichtigen sozialen Lernfeld: Jede und jeder konnte einen Beitrag leisten und erleben, dass das Gelingen des gemeinsamen Alltags von der Beteiligung aller abhängt.

Auch der Aufenthalt auf Norderney bot zahlreiche Möglichkeiten, Selbstständigkeit und Eigenverantwortung zu erproben. Die Jugendlichen mussten sich in einer ungewohnten Umgebung orientieren, Wege eigenständig finden und sich innerhalb der Gruppe absprechen. Das bewusste Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in die Gruppe stärkte dabei nicht nur die individuelle Selbstständigkeit, sondern auch das gegenseitige Vertrauen.

Eine besondere Herausforderung stellte das gemeinsame Bad in der kalten Nordsee dar. Sich trotz der niedrigen Temperaturen ins Wasser zu wagen, erforderte Überwindung und Mut. Gerade solche Situationen, die außerhalb des gewohnten Alltags liegen, bieten wertvolle Erfahrungen: Eigene Grenzen wahrzunehmen, sie gegebenenfalls zu überwinden und dabei von anderen unterstützt und motiviert zu werden. Das gemeinsame Bewältigen dieser Herausforderung stärkte das Gruppengefühl und schuf ein gemeinsames Erfolgserlebnis.

Darüber hinaus entstanden insbesondere beim gemeinsamen Spielen neue Verbindungen innerhalb der Gruppe. Durch die ungewohnten Situationen ergaben sich neue Konstellationen und Kontakte, die im normalen Internatsalltag möglicherweise weniger selbstverständlich entstehen. Jugendliche begegneten sich teilweise aus einer anderen Perspektive und entdeckten gemeinsame Interessen und Fähigkeiten. So konnten bestehende Gruppengrenzen aufgebrochen und neue Beziehungen innerhalb des Bremerhauses gefördert werden

 

Stammhaus: Für die Dynamik ein voller Erfolg

Das Stammhaus ist dieses Jahr in die Rhön gefahren. Unter einfachen Bedingungen haben wir alle gemeinsam in einem großen Zelt übernachtet. Dieses wurde zusammen mit allen Jungs auf- und abgebaut. Auch alle weiteren Aufgaben (Aufräumen, Spülen, Vorbereiten des Essens), die zu erledigen waren, wurden gemeinschaftlich und ohne Murren erledigt. In den freien Minuten wurden Schach und Fußball gespielt. Ob beim Sommerrodeln, Wandern oder beim abschließenden Entspannen in der Therme: Die Stimmung war durchgehend ausgelassen und die gesamte Gruppe hatte sichtlich Spaß. Zur Belohnung nach der Wanderung kehrten wir in einem Kloster ein, um uns dort mit deftigen Leckereien wieder zu stärken.

Das Wochenende war für die Dynamik und den Zusammenhalt der Gruppe ein voller Erfolg, und wir schauen sehr optimistisch aufs kommende Schuljahr.

 

Mühle: Die Zeit gemeinsam genossen an einem wunderschönen Wochenende

Dieses Jahr sind wir mit der Mädelsgruppe Mühle gemeinsam in das Ruhrgebiet gefahren. In einer gemütlichen Unterkunft eines Kulturzentrums in Essen haben wir den Freitagabend mit einer italienischen Kochsession und lustigen Spielen ausklingen lassen. Um Punkt null Uhr gab es dann noch eine kleine Party mit Gesangseinlage, um den 14ten Geburtstag einer Bewohnerin gebührend zu feiern. Den Samstag haben wir zusammen im Movie Park verbracht. Von Wilderwasserrafting über Looping Achterbahnen bis zu Schießständen und leckeren Crêpes war für alle was dabei. Bevor es dann am Sonntag zurück ins heimatliche Marburg ging, haben wir noch einen Stopp im Bochumer Planetarium gemacht. Dort haben wir uns unser ,,Geheimnisvolles Universum“ angeschaut, lagen dabei unter einer riesigen Kuppel und konnten wunderbare Sternbilder betrachten, während auf spannende Art und Weise über den Aufbau unseres Universums und der Milchstraßen-Galaxie berichtet wurde. Die Mädels und auch wir PädagogInnen haben die Zeit sehr genossen und ein wunderschönes Wochenende mit vielen Fotos in Erinnerung.

 

Biohaus: Gruppe kann Reibung aushalten und Kompromisse finden

Eine neue Wohngruppe, ein neues Konzept und acht junge Erwachsene: Für Teile unserer 12er und 13er war diese Häuserfahrt nicht nur ein Ausflug, sondern eine Generalprobe für ein völlig neues Wohngruppenkonzept unseres Internats, das auf Eigeninitiative, Vertrauen und ein Maximum an Selbstständigkeit setzt. Die Rolle des pädagogischen Teams? Nicht länger nur anleitend, sondern eingeladener Partner auf Augenhöhe.

Dass diese Idee aufgehen kann, zeigte sich schon zu Beginn des gemeinsamen Wochenendes: Einkauf, Vorbereitung und ein stimmungsvolles Pizza-Dinner bei Kerzenschein wurde von der Gruppe komplett in Eigenregie organisiert. Das pädagogische Team saß mit am Tisch – allerdings als Gäste einer offensichtlich funktionierenden WG.

Der Samstag stand dann ganz im Zeichen echter Mitgestaltung. Um die Wohngruppe zu einem echten Ort der Begegnung zu machen, der darüber hinaus als Lernraum dienen muss, wählte die Gruppe gemeinsam die Ausstattung für den „neuen“ Gruppenraum aus. Das engagierte Diskutieren über Geschmack und Nutzen deutet an, dass die Gruppe Reibung aushalten und gemeinsam Kompromisse finden kann.

Um die Notwendigkeit gelingender Kommunikation für eine Gruppe zu unterstreichen, besuchten wir das Erlebnismuseum „Dialog im Dunkeln“ in Frankfurt am Main. Sich ohne Sehvermögen auf die Stimmen und Signale anderer zu verlassen, war eine wertvolle und sehr eindrückliche Erfahrung in Bezug auf Vertrauen, Unterstützung und Kommunikation für eine Gruppe, die ohne ein immer regulierendes pädagogisches Präsenz-Team ein Miteinander finden muss. Gleiches gilt für den Escape-Room, der den Samstag abschloss. Als Team Lösungen zu finden, aufeinander aufzubauen und gemeinsam auch Irrwege zu laufen, wird auch im WG-Alltag dazugehören.

Als Team ziehen wir nach diesem Wochenende eine deutlich positive Bilanz: Die Gruppe harmoniert trotz sehr unterschiedlicher Persönlichkeiten schon auffallend harmonisch. Naturgemäß bringt eine so neue und bis dato unbekannte Wohnform in unserem Internat kleine Unsicherheiten mit sich – sowohl für die jungen Erwachsenen als auch die etwas „älteren“. Dennoch konnten wir am Wochenende beweisen: Jungen Erwachsenen viele Vertrauensvorschuss zu geben, kann sich lohnen. Ein rundum gelungener Auftakt für eine neue Gruppe, und vielleicht auch für ein neues Wohnkonzept für viele Jahre.

 

Das pädagogische Team im Internat Steinmühle

 

 

19. September 2026
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/Hausfahrt_2-scaled-e1789827593926.jpeg 890 1500 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2026-09-19 16:21:192026-09-19 16:22:45Gemeinschaft erleben und Selbstständigkeit stärken bei den Häuserfahrten im Internat Steinmühle

Antibiotika aus dem Labor sind unverzichtbar geworden

Aktuelles, MINT

Auf interessiertes Publikum stieß Prof. Dr. Helge Bode, Direktor des Marburger Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie, bei seinem aktuellen Vortrag in der Steinmühle.

Anwesend waren 85 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 12 und 13, die Biologie als Leistungsfach belegen, zahlreiche Grundkursschülerinnen und Grundkursschüler sowie die Teilnehmenden des plus-MINT-Talentförderprogramms.

Worum ging es?

 

Viele Arzneistoffe werden ursprünglich von Mikroorganismen produziert

In seinem Vortrag mit dem Titel „Neue Antibiotika“ verdeutlichte Bode, dass viele unserer wichtigsten Arzneistoffe wie Antibiotika, Immunsuppressiva für Transplantationen oder Chemotherapeutika gegen Krebs ursprünglich nicht aus dem Chemielabor stammen, sondern von Mikroorganismen produziert werden. Bakterien nutzen diese Stoffe in der Natur meist als Verteidigungswaffen gegen Konkurrenten.

Er führte weiter aus, dass Bakterien diese komplexen Wirkstoffe über spezielle molekulare Fließbänder herstellen (sogenannte nicht-ribosomale Peptidsynthesasen oder Polyketidsynthesasen). Man kann sich diese Enzyme wie Legosteine oder einen Baukasten vorstellen, bei dem verschiedene Proteine Schritt für Schritt chemische Bausteine zusammensetzen.

 

Immer mehr Krankheitserreger werden resistent

Es wurde problematisiert, dass immer mehr Krankheitserreger resistent gegen klassische Medikamente werden, es also nicht mehr ausreiche, nur in der Natur nach neuen Stoffen zu suchen. Helge Bodes Forschung setzt genau hier an: Seine Arbeitsgruppe entschlüsselt die Gen-Baukästen der Bakterien, trennt die einzelnen „Legosteine“ auf und setzt sie im Labor neu zusammen. Durch dieses Reprogrammieren der bakteriellen Fließbänder entstehen völlig neue, künstliche Moleküle, die es in der Natur so nie gab – maßgeschneiderte Antibiotika im Kampf gegen resistente Keime.

 

Maßgeschneiderte Antibiotika sind dringend erforderlich

Bode wies darauf hin, dass diese neuen Antibiotika dringend erforderlich seien, da Menschen – nicht zuletzt wegen des breiten Antibiotika-Einsatzes in der Massentierhaltung – immer mehr Resistenzen gegenüber bestehenden Antibiotika entwickelten.

Nach dem einstündigen Vortrag kam es zu zahlreichen interessanten und weiterführenden Fragen aus dem Publikum, was Prof. Bode dazu veranlasste, die Konzentrationsfähigkeit und das Interesse der Steinmühlenschülerinnen und Steinmühlenschüler ausdrücklich zu loben.

Das Referat war Teil der vom Schüler:innenforschungszentrum Mittelhessen initiierten Vortragsreihe „Microbes@School“.

(Gem) // Fotos: MPI Marburg, Geisel

 

16. September 2026
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/IMG_8529_Helge-Bode-Vortrag-Steinmuehle_Copyright-MPI-Marburg-V-Geisel.jpeg 859 1280 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2026-09-16 12:05:132026-09-16 12:05:13Antibiotika aus dem Labor sind unverzichtbar geworden

Orientierung über zukunftssichere Berufe im Handwerk

Aktuelles, Berufsorientierung

Zum dritten Mal nahmen in diesem Jahr die Klassen 9 der Steinmühle am Tag des Handwerks teil. „Das war ein voller Erfolg“ bilanzierte Dr. Claudia Röder, an der Steinmühle zuständig für Berufsorientierung und Koordination der schulischen Praktika.

 

Breites Angebot an Mitmachaktionen

Am 8. September ab der 3. Stunde fanden die Schülerinnen und Schüler im Berufsbildungszentrum Marburg ein breites Angebot an Mitmachaktionen vor, organisiert von der Kreishandwerkerschaft Marburg für Schülerinnen und Schüler.

Sämtliche Innungen waren vertreten und repräsentierten Berufe wie zum Beispiel Feinmechaniker, Fleischer, Frisör, KFZ-Mechatroniker, Maurer und mehr.

 

Ideen sammeln für das Betriebspraktikum

Die Schüler konnten Ideen für das Betriebspraktikum in Klasse 9 sammeln und sogar direkten Kontakt zu den Vertreterinnen und Vertretern der Berufe aufnehmen, die sie besonders interessierten.

Die Veranstaltung sollte die Perspektive erweitern, dass es neben den akademischen Berufen auch noch zukunftssichere Berufe im Handwerk gibt.

Die Schülerinnen und Schüler wurden von den Klassenlehrkräften begleitet.

(Heinm)

 

15. September 2026
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/c4c2d37f-3916-4751-9a2b-3ffc1c436c28-scaled-e1789491496175.jpg 770 1125 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2026-09-15 19:19:512026-09-17 20:41:46Orientierung über zukunftssichere Berufe im Handwerk

Wir laden ein, am 26. September mit uns zu feiern!

Aktuelles, Ehemalige & Alumni, Feste & Feiern
Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern, liebe Ehemalige, liebe Freundinnen und Freunde der Steinmühle!

Unser traditionelles Herbstfest am letzten Samstag im September ist alljährlich das größe Fest der Steinmühle!

 

Das Programm:

15.00 Uhr: Begrüßung, Kaffeetrinken und Eröffnung der kulinarischen Meile, Bühnenprogramm, Mitmachangebote für Kinder auf dem Schulhof, Ponyreiten

ab 15.30 Uhr: Informationsstand der Schulleitung für interessierte Schülerinnen, Schüler und Eltern sowie „Elterncafé“ für Interessierte der künftigen Klasse 1

ab 18.00 Uhr: Romantischer Dämmerschoppen auf dem Mühlenhof

Unser besonderer Programmpunkt:
 um 18.30 Uhr gibt es auf dem Sportplatz ein großes Zusammentreffen mit Fototermin für alle Ehemaligen!

Sie interessieren sich für eine Aufnahme in unser Internat? Gerne nehmen wir uns Zeit für ein persönliches Beratungsgespräch. Rufen Sie uns einfach unter 06421-4080 an oder füllen Sie unser Kontaktformular aus.

zum Kontaktformular
 Wir freuen uns auf Sie und Euch!
15. September 2026
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/Herbstfest_Foto-1200x0-1.jpg 189 600 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2026-09-15 00:04:122026-09-15 00:06:44Wir laden ein, am 26. September mit uns zu feiern!

Vorträge: Neue Antibiotika und Stressbewältigung im Mikrokosmos

Aktuelles, Berufsorientierung, MINT

Hochkarätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Max Planck Institut Marburg für Terrestrische Mikrobiologie geben an der Steinmühle im Rahmen der Vortragsreihe microbes@school Hintergrund-Einblicke in Themen unserer Zeit. Die Besuche der Fachleute dienen auch ein wenig der Berufsorientierung. Nach dem jeweiligen Referat sind Fragen möglich, auch zum beruflichen Werdegang.

 

Neue Antibiotika – Der geniale Baukasten der Mikroben

Antibiotika wie Penicillin, Krebsmedikamente, Medikamente für Organtransplantationen – viele dieser Arzneimittel werden von Bakterien produziert. Prof. Dr. Helge Bode, Direktor am Max PIanck Institut Marburg, zeigt die Tricks der Bakterien und erklärt anschaulich, wie man ihre mikrobiellen Baukästen nutzen kann, um noch schneller neue Antibiotika zu finden – oder sogar Antibiotika neu zu bauen.

Der Vortrag findet am Dienstag, 15. September, von 15:30 bis 16:30 Uhr an der Steinmühle in Raum 615 statt.

 

Stressbewältigung im Mikrokosmos – Was wir von Bakterien lernen können

Nicht nur Menschen, auch Mikroben haben Stress. Welche überraschenden Strategien helfen Bakterien, mit Stress umzugehen? Was können wir davon für unser eigenes Leben mitnehmen?

Das erörtert in ihrem Vortrag am Dienstag, 29. September, von 15:30 bis 16:30 Uhr Dr. Ilka Bischofs-Pfeifer ebenfalls an der Steinmühle in Raum 615.

Im Anschluss ist Zeit für Fragen zur Wissenschaft, dem Laboralltag oder dem beruflichen Werdegang.

Die Vorträge sind öffentlich und können ohne Voranmeldung besucht werden.

(Hei)

12. September 2026
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/MPI-2026_Flyer-Bode-A5-e1789209221101.jpg 606 874 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2026-09-12 12:28:212026-09-16 09:38:56Vorträge: Neue Antibiotika und Stressbewältigung im Mikrokosmos

Aggressiv im Spiel, als Mensch geerdet: Von der Steinmühle zur TSG Hoffenheim

Aktuelles, Kooperationen & Partnerschaften, Sport & Gesundheit, Talentförderung

Das runde Leder hatte es Marlene Wagner schon als Dreijährige angetan: Wenn ihr großer Bruder Moritz zum Fußballtraining ging, wollte sie mit! Wie weit diese Leidenschaft und die Fußballspiele im Garten mit ihren Brüdern Moritz, Konrad und Wilhelm sie bringen, das ahnte damals noch niemand. Heute sind sie ein unschlagbares Team. Vier Steinmühlenschüler unter sich.

 

Als Mädchen in der Jungenmannschaft

Damals wurde sie voll ins Fußballteam integriert – als Mädchen! Das lag auch an ihren Trainern, unter anderem Marco Preis und Arthur Keck. Marlene hatte viel Spaß mit ihren Jungs, die sie fast alle aus dem Kindergarten kannte. Heute spielt die talentierte Steinmühlenschülerin bei den U17-Juniorinnen der TSG Hoffenheim. Ihre Ziele: Bundesliga und Nationalmannschaft.

 

Marlene Wagner schafft Sprung in die Hessenauswahl

Tatsächlich! Wir googeln und finden Marlenes Konterfei unter „Abwehr“ auf der Website der Blau-Weißen. Welch ein fantastischer Weg, der da hinter und noch vor ihr liegt! Der ehemalige Trainer Lothar Potthoff kann stolz sein. Er gehörte zum Erwachsenen-Trainerstab bei der Mädchenfußball-Spielgemeinschaft (MSG) Marburg-Weimar, wo alles Fahrt aufnahm. Zusammen mit Jan Arnold, Julia Günsch und Sascha Meusel begleitete und förderte er die Schritte der jungen Athletin auf dem grünen Rasen. Über die Regionalauswahl schaffte sie den Sprung in die Hessenauswahl.

 

Perspektivlehrgang der U-16

In der C-Jugend wechselte Marlene zu den Jungs von Blau-Gelb Marburg. Im Winter absolvierte Marlene einen Perspektivlehrgang der U-16 Nationalmannschaft.

Schon im vergangenen Oktober war die TSG Hoffenheim nach der Süddeutschen Meisterschaft auf die junge Fußballerin zugekommen. Sollten am Ende hier alle Daumen nach oben zeigen? Dann hieße es: Koffer packen und umziehen!

 

Wohnungswechsel, Schulwechsel 

So kam es auch. Doch wenn Träume wahr werden, gibt es Organisatorisches zu lösen, stellte die junge Spielerin schnell fest: Wohnungswechsel in eine WG nach Hoffenheim und Schulwechsel. Etwas Zittern war angesagt. Würde alles auch klappen? Am Ende zeigte die Ampel auf Grün. Alles in trockenen Tüchern.

Die Steinmühle ließ Marlene ziehen. Das Gute: Es geht zunächst nur um ein Jahr! Die talentierte Fußballerin absolvierte Ende Juni den Medizincheck und machte am 1. Juli den weiteren Schritt auf ihrer Karriereleiter. Unterstützt durch Individual- und Krafttraining kann Marlene in Hoffenheim viel lernen, weitere Kräfte freisetzen und ihre Ziele verfolgen. Der Fokus: Gut ankommen und viele Spiele mit dem neuen Team. Das nächste Ziel: die U20 der TSG Hoffenheim, die derzeit in der 2. Frauenbundesliga spielt.

 

„Hohe Leistungsbereitschaft“

Lothar Potthoff, der auch die Steinmühlen-Fußballerinnen trainiert, schaut mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf die Weiterreise seiner Innenverteidigerin. „Wir verlieren eine gute Spielerin, aber wir sind wahnsinnig stolz“. Er lobt Marlenes hohe Leistungsbereitschaft, ihren ausgeprägten Willen und ihre mentale und körperliche Belastbarkeit. „Man spürt die starke Unterstützung aus dem Elternhaus“.

Die gute Fußballschule, durch die Marlene gegangen ist, hat ihr Übriges getan: „Das Team von BG Marburg und dessen Trainer Pascal Rohpeter hatten mich mega toll aufgenommen“. Dort trainierte sie drei Mal pro Woche und spielte mit den Jungs in der Gruppenliga, in der letzten Saison in der Verbandsliga Nord. „Das ist nicht selbstverständlich“, sagt Marlene selbst. Kurios und sehr besonders auch das Familienduell mit ihrem Bruder Konrad, der bei der TSG Wieseck spielt.

 

„Ein Glücksfall für mich“

Dass sie derzeit bei Hoffenheim lernen kann, einem Verein, dessen Erste Frauenmannschaft in der 1. Bundesliga spielt, sieht Marlene als einen Glücksfall an. „Wenn ich diesen Weg gehen kann, bis in die Nationalmannschaft, dann habe ich mein größtes Ziel erreicht.“

Die junge Frau, die Bayern-Fan ist und Joshua Kimmich sehr schätzt, gilt als „aggressiv im Spiel, aber als Mensch geerdet“. Beste Voraussetzungen, würde man sagen – auch dank ihres bisherigen Steinmühlen-Klassenlehrers Dr. Bernd Schweitzer, eines absoluten Fußball-Fans mit Herz für Marlenes Leidenschaft. Schließlich verstehen sie sich gegenseitig, denn sein Fach ist Mathe. Und das ist, neben Sport natürlich, Marlenes Lieblingsfach.

(Angela Heinemann)

 

 

10. September 2026
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/image02.jpeg 742 1170 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2026-09-10 18:21:082026-09-10 18:21:08Aggressiv im Spiel, als Mensch geerdet: Von der Steinmühle zur TSG Hoffenheim

Erster Adler für unseren neuen Trainer im TARUS Future Team

Aktuelles, Rudern, Sport & Gesundheit, Wettbewerbe & Auszeichnungen

Wichtige Momente für Raavi Nasser, unseren neuen Trainer im TARUS Future Team: Bei der U23-EM im polnischen Kruszwica holt er sich seinen ersten „Adler“ als Bootstrainer bei einem internationalen Zielwettkampf. Unser Foto zeigt Raavi, der aus Hannover an die Lahn ziehen wird,  zusammen mit Jette Lisdat (Hannoveraner Ruderclub HRC) und Melina Reinke (Neusser RV), die im Leichtgewicht Frauen Doppelzweier LW2x gestartet sind. Das Team kam hinter Griechenland und vor Italien ins Ziel und holte die Silbermedaille!

Bald mehr über Raavi und seine Aufgaben rund um TARUS und die Steinmühle.

(Heinm)

 

5. September 2026
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2026/09/Raavi_2x-e1788643072550.jpeg 602 828 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2026-09-05 23:21:292026-09-06 20:36:10Erster Adler für unseren neuen Trainer im TARUS Future Team

Top-Talent Nik Tadjiky erforscht im Team die Medizin von morgen

Aktuelles, Jugend forscht, MINT, Talentförderung, Wettbewerbe & Auszeichnungen

Im 41. Erfinderlabor des Zentrums für Chemie (ZFC) vom 17. bis 21. August haben 16 hessische Oberstufenschülerinnen und -schüler aus 16 Schulen mit Bestnoten in den MINT-Fächern eine Woche lang an der Philipps-Universität Marburg zu aktuellen Fragen der Biotechnologie und Arzneimittelentwicklung geforscht. Ihre Ergebnisse präsentierten die Hochleister in der altehrwürdigen Aula der Philipps-Universität Marburg vor 170 Gästen, darunter auch der Hessische Kultusminister Armin Schwarz. Im Forscherteam mit dabei: Nik Tadjiky von der Steinmühle – Schule & Internat in Marburg. Das Erfinderlabor war zugleich Festveranstaltung im Rahmen von „80 Jahre Hessen“.

 

Wenn Viren helfen und sterbende Zellen schützen: 

Können Viren im Kampf gegen gefährliche Bakterien helfen? Wie lassen sich Tumorzellen gezielt angreifen? Lassen sich Wirkstoffe so verpacken, dass sie genau dort wirken, wo sie gebraucht werden? Und können gestresste Stammzellen andere Zellen schützen? Antworten auf diese Fragen präsentierten acht Schülerinnen und acht Schüler den Gästen aus Wissenschaft, Politik, Schule und Wirtschaft. Schauplatz war die Alte Aula der Philipps-Universität Marburg, ein historischer Ort, an dem seit Jahrhunderten gelehrt und geforscht wird. Dort präsentierten die Jugendlichen anschaulich und auf den Punkt, was sie in einer Woche intensiver Laborarbeit erarbeitet hatten.

„Wissenschaftliches Wissen allein reicht nicht aus. Man muss es auch so vermitteln können, dass auch Nicht-Fachleute die Bedeutung verstehen“, sagte Dr. Thomas Schneidermeier, Vorstand des ZFC. „Diese Wissenskommunikation brauchen wir in Zeiten von Fake News heute mehr denn je“. Die Jugendlichen arbeiteten nicht mit vereinfachten Schulversuchen, sondern eine Woche lang in den Forschungsgruppen der Philipps-Universität Marburg. Dort lernten sie wissenschaftliche Methoden kennen, entwickelten und überprüften eigene Lösungswege. Sie erlebten auch, dass Forschung nicht immer das Ergebnis liefert, das man erwartet.

 

Einblick in industrielle Arzneimittelherstellung

Das Erfinderlabor fördert nicht nur leistungsstarke Schülerinnen und Schüler, sondern eröffnet auch konkrete Perspektiven für Studium und Beruf. Bei einer Werksführung am Aenova-Standort Marburg erhielten die Jugendlichen am ersten Tag der Workshopwwoche Einblicke in die industrielle Arzneimittelherstellung und mögliche Tätigkeitsfelder in der pharmazeutischen Industrie. Am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie erläuterte Direktor Prof. Dr. Helge Bode anschaulich wissenschaftliche Arbeitsweisen und akademische Karrierewege. „Genau diese Verbindung aus Forschung, Kommunikation und Berufsorientierung macht das Erfinderlabor aus“, sagte Meike Jäger, ebenfalls im Vorstand des ZFC.

Die 16 Jugendlichen hatten sich in einem anspruchsvollen Auswahlverfahren durchgesetzt.Insgesamt 196 leistungsstarke Oberstufenschülerinnen und -schüler aus 115 hessischenSchulen hatten sich für die zwei diesjährigen Erfinderlabore des ZFC beworben. Bei der Auswahl achtet das ZFC neben den schulischen Leistungen unter anderem auf ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis und darauf, möglichst viele verschiedene Schulen zu
berücksichtigen.

 

Alltagsbezug hergestellt

Wie stark sind wir von PIM-1-Mutationen betroffen? Wer von Ihnen hat schon mal so eine Fehlbildung gesehen? Sind alle Viren schlecht, so wie das Corona-Virus? Können sterbende Stammzellen andere Zellen schützen?

Mit solchen anschaulichen Fragen eröffneten die Schülerinnen und Schüler ihre Abschlusspräsentationen. Selbstbewusst und souverän erklärten sie auch hochkomplexe wissenschaftliche Zusammenhänge allgemeinverständlich und stellten immer wieder einen Bezug zum Alltag der Zuhörenden her. „Die PIM1-Kinase ist eigentlich ein wichtiges Protein in unseren Zellen. Liegt sie jedoch in einer mutierten, also fehlerhaften Form vor, kann sie dazu beitragen, dass Tumoren entstehen und wachsen“, erklärte eine Gruppe. „Das kann jeden von uns betreffen.“ Umso wichtiger sei es, weiter an neuen Therapieansätzen zu forschen, auf die Betroffene hoffen und angewiesen seien.

In den Forschungsgruppen arbeiteten die Schülerinnen und Schüler mit professioneller Labortechnik – von Chromatografie und Massenspektrometrie über Rasterelektronenmikroskopie bis hin zu Zellkultur- und Fluoreszenzverfahren. Begleitet von wissenschaftlichen Mitarbeitenden führten sie anspruchsvolle Experimente durch, werteten ihre Ergebnisse aus und erhielten so einen authentischen Einblick in den Alltag moderner Life-Science-Forschung.

 

„Mit MINT-Wissen Nachrichten einordnen“

Naturwissenschaftliches Wissen werde dringend gebraucht, um öffentliche Debatten und Nachrichten einordnen zu können, so ZFC-Vorstand Thomas Schneidermeier. „MINT-Wissen ist heute auch eine Art Schutzschild gegen falsche oder irreführende Aussagen.“ Anhand öffentlicher Aussagen über
Wasserstofftechnologien zeigte er, wie schwierig es sein kann, Nachrichten fachlich zu bewerten. Wer selbst mit Wasserstoff experimentiert und naturwissenschaftliche Grundlagen verstanden habe, könne Aussagen besser einordnen.

Auch die aktuelle Debatte um mRNA-Impfstoffe griff Schneidermeier auf. Ob diese Technologie sinnvoll und sicher sei, lasse sich nicht anhand politischer Aussagen beurteilen, sondern nur im Dialog mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die auf diesem Gebiet forschen. Gerade mit Blick auf Fake News und Künstliche Intelligenz sei es deshalb eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, junge Menschen dazu zu befähigen, Aussagen in den Medien kritisch zu prüfen und zu bewerten.

 

Echte Forschung anders als klassischer Schulunterricht

Wie anders sich echte Forschung im Vergleich zum klassischen Schulunterricht anfühlt, beschrieben die Jugendlichen selbst. „Mein Highlight war der Moment, in dem die Synthese das erste Mal funktioniert hat und wir unser Produkt tatsächlich in der Hand hatten“, sagte ein Schüler.

Eine Schülerin fasste ihre Erfahrung mit einem Begriff zusammen: „Eigenständigkeit.“ Während bei Schulversuchen meist genau vorgegeben sei, was gemacht werde und welches Ergebnis erwartet werde, hätten sie im Labor eigene Schwerpunkte setzen können. „Wir waren viel flexibler und konnten eine ganz andere Verbindung zu unserem Projekt entwickeln.“ Besonders beeindruckt hätten sie auch die technischen Möglichkeiten professioneller Forschung.

Eine andere Erkenntnis nahm ein Schüler aus der Woche mit: „In der Natur gibt es unglaublich viele Lösungen für unsere Probleme. Wir müssen nur genauer hinschauen, sie erforschen und nutzen.“

Auch bei der Studien- und Berufsorientierung habe das Erfinderlabor neue Perspektiven eröffnet. „Man lernt Menschen aus ganz unterschiedlichen Fachgebieten, Studiengängen und Berufen kennen und bekommt Erfahrungen und Tipps aus erster Hand“, sagte eine Schülerin.

Eine weitere Schülerin zog ebenfalls Bilanz: „Die Gespräche mit Menschen aus der Forschung haben meinen Horizont noch einmal deutlich erweitert.“

 

Marburg als Wissenschaftsstandort mit langer Tradition

Staatsminister Armin Schwarz würdigte Marburg als starken Wissenschafts- und Forschungsstandort und die 16 Teilnehmenden als dessen nächste Generation. Das Erfinderlabor stehe für „Talente, Ideen und Innovation“ und dafür, die richtigen Fragen zu stellen. Mit Blick auf die Jugendlichen sagte Schwarz: „Wir haben junge Leute, die können was, die wollen was, die bringen uns nach vorne“ – wissenschaftlich und damit auch wirtschaftlich.

Evelyn Damer, studentische Vizepräsidentin der Philipps-Universität Marburg, schlug den Bogen zur fast 500-jährigen Forschungstradition der Universität. Das Erfinderlabor stehe für das „Heranwachsen der nächsten Generation an Forscherinnen und Forschern“. Die Jugendlichen könnten hier Universität, Forschung und mögliche Studienwege unmittelbar kennenlernen. Zugleich sei der Transfer von Wissen in die Wirtschaft ein wichtiger Faktor für den Standort Hessen.

 

„Wir brauchen Menschen, die neugierig sind“

Dr. Janin Sameith vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum rückte die Verbindung von Forschung und Anwendung in den Mittelpunkt. In Marburg kämen „Chemie und Gesundheitsversorgung“ zusammen. Von Emil von Behring bis zur heutigen Life-Science-Industrie zeige sich, wie wissenschaftliche Erkenntnisse in medizinische Anwendungen und wirtschaftliche Entwicklung überführt werden können. „Wir brauchen Menschen, die neugierig sind. Menschen, die Wissen schaffen wollen und anpacken wollen“, sagte Sameith.

Heike Blaum vom Verband der Chemischen Industrie (VCI) Hessen bezeichnete Marburg als „perfekten Ort“, um zu Biotechnologie und Arzneimitteln zu forschen. Die Stadt sei seit langem von Wissenschaft und pharmazeutischer Entwicklung geprägt, müsse sich aber zugleich immer wieder neuen
Herausforderungen stellen. „Dafür braucht es kluge Köpfe“, sagte Blaum: Menschen, die mitgestalten, Verantwortung übernehmen und gemeinsam Lösungen entwickeln.

 

Gibt es den typischen Karriereweg?

Johanna Lücke, Studentin an der Philipps-Universität Marburg, zeigte im Gespräch zur Studien- und Berufsorientierung, wie breit naturwissenschaftliche Studiengänge aufgestellt sein können. Sie entschied sich für Pharmazie, weil sie ihr Interesse an Naturwissenschaften mit Medizin und der Wirkung von Arzneistoffen verbinden wollte. „Pharmazie ist eine Mischung aus vielen Fachgebieten, Medizin, Chemie, Biologie und sogar ein bisschen Physik“, sagte sie.
Dass der Berufsweg nicht geradlinig verlaufen muss, zeigte Dr. Christof Wegscheid-Gerlach, Direktor des Chemikum Marburg, an seinem eigenen Werdegang. Zunächst wollte er Chemie studieren, studierte dann aber Pharmazie, promovierte, arbeitete anschließend in der Pharmaindustrie und kehrte später an die Universität zurück. Heute verbindet er Pharmazie, Lehre, Nachwuchsförderung und Wissenschaftskommunikation. Sein Fazit:
Naturwissenschaftliche Studiengänge eröffnen weit mehr Wege als die klassischen Berufsbilder vermuten lassen. „Informiert euch, probiert aus und lasst euch nicht abschrecken“, riet er den Jugendlichen.

 

Staatsminister Armin Schwarz: „Ich habe etwas dazugelernt“

Staatsminister Armin Schwarz zeigte sich von den Präsentationen der Jugendlichen beeindruckt. Sie hätten sich mit anspruchsvollen und gesellschaftlich hochrelevanten Fragen beschäftigt und komplexe Forschung so vermittelt, dass auch ein fachfremdes Publikum viel mitnehmen könne. „Ich habe etwas dazugelernt“, sagte Schwarz. Die Jugendlichen stünden für „Innovation pur“ und „Neugierde pur“.

Anke Hundt, Referatsleiterin MINT im Hessischen Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen, hob hervor, wie verständlich die Jugendlichen ihre Forschung erklärt hätten. Besonders gelungen sei es gewesen, das Publikum gleich zu Beginn durch eine anschauliche Frage einzubeziehen und Größenordnungen mit alltagsnahen Vergleichen verständlich zu machen.

 

Fachsprache allgemeinverständlich übersetzt

Heike Blaum vom VCI Hessen ging es nach dem Vortrag über Phagen ähnlich. Sie habe vorher nicht gewusst, was Phagen seien, sagte sie, die Präsentation habe ihr als Nicht-Naturwissenschaftlerin jedoch ermöglicht, ihre Relevanz nachzuvollziehen. Besonders lobte sie, dass die Jugendlichen die Fachsprache immer wieder in allgemeinverständliche Sprache übersetzten.

Dr. Janin Sameith vom Hessischen Wirtschaftsministerium hob nach der Präsentation auch den Einsatz von Humor hervor. Besonders wichtig sei aber auch gewesen, dass die Jugendlichen offen gezeigt hätten, dass Experimente nicht immer so verlaufen wie geplant. Genau dann gelte es, aus unerwarteten Ergebnissen neue Fragen zu entwickeln.

 

„MINTIES“ beim ZFC: Wissenschaft zwischen Shorts und Reels

Wissenschaft verständlich zu vermitteln, ist auch das Ziel der „MINTIES“ des ZFC. Ehemalige Erfinderlabor-Teilnehmende produzieren Erklärvideos, Shorts und Reels für YouTube, Instagram und TikTok. Inzwischen sind mehr als 220 Beiträge online. Dabei reicht das Spektrum von Grünem Stahl und Wasserstoffmobilität bis zu künstlichen Gewebestrukturen aus dem 3D-Drucker. Gemeinsam mit Clarissa Corêa da Silva, bekannt aus der „Sendung mit der Maus“, experimentierten die MINTIES beispielsweise rund um Wasserstoff und Brennstoffzellen und machten die Technik unter anderem an einem
Wasserstoffauto anschaulich.

Wie nah Erfinderlabor und MINTIES beieinanderliegen, zeigte auch Elise Beck: Im vergangenen Jahr selbst noch Teilnehmerin eines Erfinderlabors, führte sie diesmal als Moderatorin eloquent durch die Abschlussveranstaltung. Als MINTIE erklärt sie zugleich wissenschaftliche Themen vor der Kamera, etwa, wie aus Stammzellen und sogenannter Biotinte im 3D-Druck dreidimensionale Zellstrukturen entstehen können.

Ziel der Erklärvideos, Shorts und Reels ist es, Forschung aus Universität und Industrie dorthin zu bringen, wo Jugendliche einen Teil ihrer Freizeit verbringen und komplizierte Zukunftsthemen so aufzubereiten, dass sie auch außerhalb des Fachunterrichts verständlich
werden.

 

Engagierte Partner machen es möglich

Realisierbar wird das Erfinderlabor durch ein enges Netzwerk aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Förderern und Partnern. „Mein besonderer Dank gilt allen, die diese Woche möglich gemacht haben“, sagte Dr. Thomas Schneidermeier. Die langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit ermögliche es, Schülerinnen und Schüler unmittelbar in echte Forschung einzubinden.

Meike Jäger rückte zum Abschluss noch einmal die 16 Jugendlichen in den Mittelpunkt. Nach einer Woche intensiver Arbeit und ihren Abschlusspräsentationen gelte ihnen der wichtigste Dank: „Ihr seid die Nummer eins der Veranstaltung.“

Dr. Christof Wegscheid-Gerlach betonte zum Abschluss, dass auch die betreuenden Arbeitsgruppen von diesem Austausch profitieren. Die Fragen und Perspektiven der Jugendlichen könnten neue Blickwinkel eröffnen. „So profitieren beide Seiten davon“, sagte er.

Als Anerkennung für ihre Leistungen erhielten die 16 Teilnehmenden zum Abschluss ein Jahresabo von Spektrum der Wissenschaft und damit die Möglichkeit, auch nach dem Erfinderlabor aktuelle Forschung weiterzuverfolgen.

 

MINT-Wissen gegen Fake News

Die Erfinderlabore sind Teil der ZFC-Initiative „Schule 3.0 – MINT for Future“. Ziel ist es, gesellschaftlich relevante Themen wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Klimaschutz, Energiewende und Arzneimittelentwicklung stärker mit dem Regelunterricht an Schulen zu verbinden. Junge Menschen sollen wissenschaftliche Zusammenhänge verstehen, Informationen fachlich einordnen und Perspektiven für Studium und Beruf kennenlernen. Die Initiative soll außerdem dazu beitragen, gezielt verbreitete Fake News im Netz mithilfe von MINT-Wissen zu erkennen und zu bewerten.

 

Über das Zentrum für Chemie

Das Zentrum für Chemie (ZFC) ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein. Seit über 20 Jahren führt das ZFC gemeinsam mit Schulen, Hochschulen, Forschungsinstituten, Unternehmen, Verbänden, Stiftungen und Ministerien MINT-Projekte für Schülerinnen und Schüler im Alter von 8 bis 19 Jahren durch. Die Einbindung gesellschaftsrelevanter Fragestellungen in den Regelunterricht ermöglicht eine bessere berufliche Orientierung, trägt damit zur MINT-Fachkräftesicherung bei und ermöglicht es, Nachrichten mit MINT-Wissen einzuordnen.

Weitere Informationen: www.z-f-c.de

(ZFC / Heinm, Stm)

28. August 2026
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2026/08/marburg_steinmuehle_nik-tadjiky.jpeg 853 1280 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2026-08-28 18:51:422026-08-28 20:30:12Top-Talent Nik Tadjiky erforscht im Team die Medizin von morgen

Außergewöhnlich gutes Abschneiden bei Cambridge-Prüfungen

Aktuelles, Internationales Gymnasium, Sprachen & Internationalität, Wettbewerbe & Auszeichnungen

Auch im Schuljahr 2025/26 haben 16 Elftklässlerinnen und 16 Elftklässler sehr erfolgreich an den Cambridge-Prüfungen teilgenommen und Sprachzertifikate für die Sprachniveaus B2 und C1 erarbeitet. „Die betreuenden Lehrkräfte Nicole Hohm und Matthäus Otte können sehr stolz sein auf das außergewöhnlich gute Abschneiden bei dieser streng überwachten externen Prüfung“, kommentierte Schulleiter Björn Gemmer, der die Zertifikate jetzt übergab.

Die ausgezeichneten Schülerinnen und Schüler stellten sich mit ihren Lehrkräften dem Fotografen.

Hintere Reihe von links: Sonia Weber, Anna Schäfer, Emilia Berger, Ida Kraft, Cara Gleisner, Lehrkraft Nicole Hohm, Amelie Schwarze, Helen Karakizlis, Evelyn Hildermann,Greta Steiner, Nele Heinemann, Louisa Röder, Luna Körner, Jana Farsch, Helena Sperl, Elisabeth Peña Grimm.

Vordere Reihe von links: Nicolas Rechner, Vasileios Pararas, Luis Menz, Philipp Dubinker, Sven Rehäuser, Paul Hühn, Henk Eidam, Nick Hantelmann, Elias Eckhardt, Jordan Wagner, Lennard Kröger, Konrad Rothmann, Pirmin Kaiser, Mika Hirsch, Dejan Pavlovic und Lehrkraft Matthäus Otte.

Es fehlt auf dem Foto: Riona van den Muyzenberg.

(Gem)

 

25. August 2026
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2026/08/20260814_113332-scaled.jpg 1125 1500 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2026-08-25 17:34:252026-08-25 17:36:27Außergewöhnlich gutes Abschneiden bei Cambridge-Prüfungen

Save the Date: Herbstfest am Samstag, dem 26. September

Aktuelles, Ehemalige & Alumni, Feste & Feiern

Der letzte Samstag im September steht wie jedes Jahr im Zeichen des Steinmühlen-Herbstfestes. Schülerinnen und Schüler, Eltern, Ehemalige und Freunde der Steinmühle sind herzlich eingeladen!

Unsere Alumni stehen diesmal im Mittelpunkt der Veranstaltung. Wir empfangen sie an einem eigenen Stand. Wer das Internat oder die Schule der Steinmühle besucht hat, ist herzlich eingeladen, sich hier zu registrieren:

https://steinmuehle.de/friends-alumni/alumni-netzwerk-steinmuehle/

Die um 15 Uhr beginnende Festfolge verheißt kulinarische Köstlichkeiten bis in den späteren Abend, ein buntes Bühnenprogramm, Mitmachangebote für Kinder auf dem Schulhof und Ponyreiten. An einem Info-Stand beantworten wir alle Fragen über Schule & Internat.

Der romantische Dämmerschoppen auf dem Mühlenhof beginnt um 18 Uhr. Die Party im Festzelt steigt ab 20 Uhr und endet mit der gesamten Veranstaltung um 1.00 Uhr.

Die Steinmühle freut sich auf Sie und euch!

(Heinm)

 

25. August 2026
https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2026/08/IMG_48551-scaled.jpg 1000 1500 Angela https://steinmuehle.de/wp-content/uploads/sites/5/2025/11/Logo_SchuleInternat_Steinmuehle_2026_3.png Angela2026-08-25 16:12:292026-08-25 17:00:34Save the Date: Herbstfest am Samstag, dem 26. September
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