Mit Handicap oder auch ohne: Junge Menschen trainieren zusammen
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Gemeinsam kicken, gemeinsam Spaß haben

Für Menschen mit Behinderungen sind Angebote im Vereinssport rar – gemeinsames Engagement im Team kann das ändern. Die Sportfreunde Blau-Gelb Marburg und die Steinmühle, seit fast drei Jahren Kooperationspartner, gründeten zusammen mit dem Kerstin-Heim und dem fib e.V. ein Unified-Fußballteam. Ab sofort wird regelmäßig trainiert – mit viel gemeinsamem Spaß.

Die Auftaktveranstaltung auf dem Steinmühlengelände war gut besucht. Nicht jeden Tag trifft man auch eine Fußball-Weltmeisterin! Nia Künzer liegen Projekte wie dieses am Herzen. Erklärtes Ziel: Mehr gesellschaftliche Teilhabe für Menschen mit Behinderung.

“Das ist, was wir erreichen wollen,” sagt Egon Vaupel. Als Vorsitzender der Fußballabteilung der Sportfreunde Blau-Gelb Marburg und Vorsitzender des Vereins Steinmühle ist er Bindeglied zwischen beiden Institutionen. Bekannt als Macher, hatte er schnell Steinmühlen-Schulleiter Bernd Holly und Geschäftsführer Dirk Konnertz an seiner Seite. Mit im Boot: Special Olympics Deutschland in Hessen, der Landessportbund und der Sportkreis Marburg-Biedenkopf.

Schnell fanden die jungen Leute Geschmack an Fußball-Golf-Parcours und Fußball-Billard. Bei der Torschussanlage ging es um den härtesten Schuss. “Wir nehmen nicht alles bitterernst,” erläuterte Anne Effe von Special Olympics Deutschland. “Der Spaß steht im Vordergrund und vor allem die Tatsache, dass hier Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam kicken.”

Diese Philosophie können die Sportfreunde Blau-Gelb Marburg und die Steinmühle geschlossen unterschreiben. “Freundschaft fürs Leben” lautet schließlich das Motto der Fußballer und Fußballerinnen vom Stadion am Zwetschenweg. Dass die Steinmühle gerade ihre neue Sporthalle bezieht, bei der auch Menschen mit Behinderungen auf der Nutzerliste stehen, macht die Sache homogen: “Wir haben die gleiche Philosophie. Das passt einfach.”

Die Fachschaft Sport mit Schülerinnen und Schüler des Sport-Leistungskurses der Steinmühle waren stark in die Planungen des Parcours eingebunden, erläuterte Sportlehrer Marcel Kalb. Dies habe eine sportliche, aber auch eine pädagogische Komponente.

Das gegründete Unified-Team wird sich ab sofort im 14-Tage-Rhythmus zum Training an der Steinmühle treffen. So viele Zuschauer wie bei der Auftaktveranstaltung werden freilich wohl kaum wieder auftauchen. Der Marburger Lions Club spendete zum Start der Initiative einen Betrag von 1.500 Euro, der offiziell überreicht wurde – für zahlreiche Akteure der beteiligten Institutionen und der heimischen Polit-Szene eine gute Gelegenheit für ein Gruppenfoto.

Vielleicht erinnert sich der eine oder die andere auch in Wochen und Monaten noch an das aktive Team, das nun jeden zweiten Montag ab 17 Uhr auf dem Steinmühlengelände zusammen Spaß haben wird. Präsenz und Applaus sind immer willkommen.

Tagesbetreuung für Kinder und Jugendliche: Steinmühle, Rotary Club Marburg und Das LernTeam helfen jungen Menschen aus der Ukraine
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Marburg. In einem gemeinsamen Projekt von Steinmühle, Rotary Club Marburg und der Marburger Bildungseinrichtung Das LernTeam werden seit einigen Wochen Kinder und Jugendliche aus der Ukraine tagsüber in der Steinmühle betreut und behutsam an die deutsche Sprache herangeführt. Nun erhalten auch die Mütter der jungen Geflüchteten in der Steinmühle Deutschunterricht – als “Übergangskurs” und solange, bis für sie der Besuch eines regulären, vom Bund getragenen Deutschkurses für Erwachsene möglich sein wird.

“Sport has the power to unite people in a way that little else does” – dieser Satz aus dem berühmten Zitat von Nelson Mandela bewahrheitete sich auch in den Wirren des Ukrainekriegs. Vor den Toren Marburgs, genauer bei Familie Gerkau als Betreiber des Seeparks Niederweimar, liefen nach Kriegsbeginn die Fäden aus einem sportlichen Netzwerk zusammen. Darüber konnten viele Familien aus der Ukraine bereits deutschland- und europaweit untergebracht werden. Einige hatten noch keine Bleibe in Aussicht. Ein Zustand, den der Rotary Club Marburg schnell ändern wollte.

“Wir dachten gemeinsam über Möglichkeiten nach, wie wir helfen könnten,” berichtet Alexei Padva vom Pressedienst des Rotary Club Marburg. “Auch wir haben ein Netzwerk, das hier zum Tragen kam.” Rotary-Mitglied Björn Gemmer, Schulleiter der Steinmühle, setzte alle Hebel in Bewegung, um eine Tagesbetreuung junger Ukraineflüchtlinge auf dem Gelände der Schule einzurichten. Gelegen kam dabei die Marburger Bildungseinrichtung Das LernTeam, geführt von Christiane Konnertz, der Ehefrau des Schulgeschäftsführers Dirk Konnertz. “Die Welt ist klein – das ist manchmal hilfreich”, konstatierte er. In kurzer Zeit standen die komplette schulische Infrastruktur in der Steinmühle bereit sowie LernTeam-Personal mit didaktischem Know-How. Rund 20 junge Menschen werden in der Steinmühle derzeit betreut. Den finanziellen Aufwand trägt der Rotary Club Marburg.

Liv Brandenstein gehört zusammen mit Fynn Konnertz und Nora Theurer zum Betreuerkreis des LernTeams. Die studentischen Hilfskräfte nehmen die jungen Leute aus der Ukraine als sehr motiviert wahr: “Sie möchten Deutsch lernen”. Die sprachlichen Level auch im Englischen seien unterschiedlich, irgendwie aber verständige man sich. Mal übersetzt jemand anderes, mal Mister Google. Der Umgang mit digitalen Medien sei vertraut.

“Das Handy ist der verbliebene Kontakt zur Heimat,” beobachtet Bernd Holly. Der Schulleiter-Kollege von Björn Gemmer hat das eine oder andere Kind, den einen oder anderen Jugendlichen in Empfang genommen. “Wir sind auch für Ablenkung da,” weiß er. Die Heimatferne und die Ungewissheit über das Schicksal von Vater oder älterem Bruder seien eine Belastung.

 

Start ohne Vorkenntnisse: Deutschkurse für Mütter

Während die ukrainischen Mütter, die gemeinsam mit ihren Kindern bei Familien untergebracht sind, bisher ohne Tagesprogramm waren, änderte sich das in der vergangenen Woche. Zu diesem Zeitpunkt startete ein Erwachsenen-Deutschkurs speziell für sie. “Auch dieser Kurs findet an der Steinmühle statt,” berichtet Alexei Padva. Er sei zunächst auf drei Monate ausgelegt, geleitet von der pensionierten Lehrerin Regina Kirchner als Honorarkraft.

“Was wir versuchen,” so Padva, “ist die Vermittlung erster Grundkenntnisse im Deutschen.” Die meisten Mütter starteten den Sprachkurs bei Null. Derzeit seien es neun Personen mit meist akademischen Berufsabschlüssen, zwei Personen stünden derzeit mangels Kindergartenplatz in der ‘Warteschleife’. “Wir möchten”, so Padva, “mit dieser gemeinsamen Aktion helfen, die nachvollziehbar entstehende Wartezeit bis zur Zuweisung in staatliche Kurse zu überbrücken.” Dieser nachfolgende Kurs könne dann besser genutzt werden.

Gisela Falk als derzeitige Präsidentin des Rotary Club Marburg bedankte sich bei allen, die die schnelle Hilfe möglich gemacht hatten. Die Finanzierung beider Projekte erreichte der Rotary Club Marburg durch den Einsatz eigener Mittel und einen sogenannten Disaster Response Grant. Dabei werden Mittel von Rotary International zur Verfügung gestellt, um Katastrophenhilfen der Clubs zu unterstützen. Nachdem klar war, dass die Situation der Flüchtlinge hier vor Ort von diesem Grant erfasst war, hatte das hierfür zuständige Vorstandsmitglied Prof. Dr. Bernhard Maisch sehr zeitnah den erforderlichen Antrag formuliert und dafür gesorgt, dass der wesentliche Teil aus dem Gesamtvolumen von 25.000 US Dollar, nämlich 10.800 US Dollar, an den RC Marburg ging.
Weitere erhebliche finanzielle Mittel wurden und werden weiterhin durch den Spendenaufruf des RC Marburg und seinen weiteren Antrag auf finanzielle Unterstützung vom Rotary Gemeindienst Deutschland mit einem möglichen Höchstbetrag von 10.000 Euro akquiriert. Alexei Padva: „Wir möchten weiter helfen, solange es nötig ist“.

Jugend forscht/Schüler experimentieren Leonard und Quentin erzielen hessenweit Platz 3 in Physik
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Nach der Absage 2020 und einer virtuellen Veranstaltung 2021 fand der Landeswettbewerb „Jugend forscht / Schüler experimentieren“ in diesem Jahr wieder in Präsenz statt. Die 2-tägige Veranstaltung wurde vom Fachbereich Elektrotechnik/Informatik der Universität Kassel ausgerichtet. Insgesamt hatten sich 39 Schüler*innen in 28 Teams mit ihren Projekten qualifiziert. Sie präsentierten einer Wettbewerbsjury ihre Ergebnisse und gestalteten einen Stand, auf dem sie ihre Projekte vorstellten.
Auch Leonard Berger und Quentin Herwig aus der 8a konnten sich durch den Regionalsieg in Physik im Februar mit Ihrem Projekt „Biofolien vs. Kunststofffolien – Herstellung und Messung physikalischer Eigenschaften“ qualifizieren. Sie durften zusammen mit ihrer Betreuerin Dr. Jutta Töhl-Borsdorf für 2 Tage nach Kassel reisen.
Das Projekt, in dem sie die Alltagstauglichkeit von selbst hergestellten Biofolien untersuchen, hatten sie sogar noch etwas weiterentwickelt. So konstruierten sie u.a. eine Apparatur zur Messung von Elastizitätsmodulen, um die Reißfestigkeit und Dehnbarkeit der Folien untersuchen zu können.
Mit ihrem Projekt erzielten sie den 3. Platz im Fachgebiet Physik und gewannen auch noch den Sonderpreis „REset Plastic“, was neben der Anerkennung ihrer Leistung auch ein Preisgeld von insgesamt 225€ bedeutet.
Sehr froh waren beide Jungs über die Veranstaltung im Präsenzformat. Es waren zwei großartige, ereignisreiche Tage. Die einhellige Meinung aller Beteiligten war, dass vor allem der persönliche Austausch der Jungforscherinnen und Jungforscher untereinander und mit den Fachjurys durch kein digitales Format adäquat ersetzt werden kann.
Beide Jungforscher sind sich auch sicher, dass das Projekt noch sehr viel Potential hat, sie möchten auf jeden Fall daran weiterforschen.
Unser Dank an dieser Stelle auch an alle Kolleg*innen, die die Jungforscher in den letzten Wochen einige Male im Unterricht entbehren mussten.

 

Es hat uns gefehlt: Bands on stage begeisterten wieder
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Was über Jahre nicht möglich war, konnte am Montag, 28. März 2022 mit großer Freude und Vergnügen für alle Beteiligten endlich einmal wieder auf der Bühne der Steinmühle lebendige Gestalt annehmen. Etwa 130 Zuschauerinnen und Zuschauer erlebten das neue Ensemble stonemill brass in der Besetzung aus Posaunen und Euphonien mit drei anspruchsvollen Filmhitklassikern unter der Leitung von Andreas Jamin, bevor die sechzehnköpfige Band der Klasse 5 mit ‚Faded‘ und ‚I’m so sorry‘ ihr glänzendes Debüt gab. Trotz Erkrankung ihres Leiters Jörg Eichberger war in bewährter Tradition das Saxophonensemble der Musikschule Marburg zu Gast auf der Bühne mit vier anspruchsvollen Jazz-Arrangements. Talea Funk, seit Jahren eine der kreativen Gestalterinnen auf der Bühne der Steinmühle, bot in ihrem Abschlussjahrgang zwei stimmungsvolle Eigenkompositionen für Gesang und Ukulele – stark und berührend einmal mehr.

Vier abwechslungsreich arrangierte Jazz-Standard-Klassiker brachte das JazzEnsemble der Steinmühle auf der Bühne, bevor die StoneMill Houseband unter Leitung von Frank Wemme mit ihrem aktuellen Programm den glänzenden Abschluss bereitete. Der Wahlkurs Sound&Light unter der Leitung von Matthäus Otte kam auch wieder zum Einsatz, ermöglichte guten Bühnensound und Licht und bereitete den Musikerinnen und Musikern ein hervorragende Bühne. Ein sichtlich gerührter Schulleiter Bernd Holly dankte allen Beteiligten für die lange vermisste und nun wieder mögliche, anrührend gestaltete Wohltat – beglückend zu hören, schön zu sehen und wunderbar zu erleben.

„Schlimme Jungs“ endlich in der Steinmühle!
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Eigentlich sollten sie schon direkt nach den Sommerferien 2021 verteilt werden… aber dann steckte da ein Containerschiff im Suez-Kanal fest und weltweit brachen viele Lieferketten zusammen. Ergebnis: Die vom Förderverein für die Steinmühle bestellten 20 Bad-Boyz-Bälle, produziert unter Fair Trade-Bedingungen, hingen monatelang mit 200.000 “Freunden” in Katar fest. Mitte März war es nun endlich soweit: Die vom Förderverein unter Vorsitz von Jasmine Weidenbach gespendeten 20 Bälle sind in der Steinmühle angekommen und Schulleiter Bernd Holly konnte die ersten Bälle in der Grundschule sowie in den Klasse 5 und 6 verteilen (Foto). Er informierte die Klassen über die Hintergründe der Bad Boyz-Philosophie und die Bedeutung des Fair-Trade-Siegels, anschließend wurden die Bälle natürlich sofort getestet. Auch unsere auf dem Sportfeld anwesenden Lehrerassistenten Alessio Canevese und Tobias Leisge, als höherklassig spielende Amateurfußballer quasi „Ball-Profis“, waren von der Qualität der Bälle überzeugt. Die restlichen Bälle werden als Ausleihbälle den älteren Schüler*innen zur Verfügung stehen… oder sie sind tatsächlich die ersten Bälle, die ihren Platz in der neuen Sporthalle finden werden.

Die Anschaffung der Fair Trade-Bälle ist ein weiterer Baustein der Steinmühle, nach Möglichkeit Fair Trade-Produkte in die Schulausstattung zu integrieren. Zum Beispiel die Hoodies mit Steinmühlenlogo, aber auch diverse Produkte in der Küche und dem Bistro der Steinmühle tragen das Fair-Trade-Siegel. Die Steinmühle engagiert sich als Mitglied der Steuerungsgruppe Fair-Trade des Landkreises Marburg-Biedenkopf, die die Auszeichnung des Landkreises als Fair-Trade-Landkreis auf den Weg gebracht hatte. Der gemeinsame Tag der Nachhaltigkeit von Landkreis und Steinmühle, der im vergangenen Herbst in der Steinmühle stattgefunden hatte, gehörte zu den gemeinsamen Initiativen, die nach Wegfall der pandemiebedingte Beschränkungen noch intensiviert werden.

Für optimierte Tests: Klasse 8c nahm an einer Studie teil
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Als eine von 50 Schulen in Hessen beteiligte sich die Steinmühle an einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt. In diesem Projekt mit dem Namen COINS untersucht das Leibnitz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF) in Frankfurt/Main, wie man einen Test so entwickeln kann, dass er Lernfortschritte der Schülerinnen und Schüler optimal abbildet. Zu Untersuchungszwecken sollten Lernfortschritte in Mathematik mit dem Lernstoff der Klasse 8 gemessen werden. Dazu ging die Klasse 8c mit ihrer Mathematiklehrerin Nicole Scholtes an den Start.

Um für die Untersuchung entsprechende Parameter darzustellen, bedurfte es zweier Testtage. Anfang Dezember war der erste Erhebungszeitpunkt – ganz bewusst, bevor die Inhalte des Mathematiktests tatsächlich durchgenommen wurden. Der zweite Erhebungszeitpunkt fiel auf den 23. März. An diesem Tag lag die Unterrichtseinheit zu linearen Gleichungen und Funktionen bereits hinter den Schülerinnen und Schülern.

Zwei Schulstunden dauerte jeweils der Test, er bestand aus einem Mathe-Test und einem Fragebogen. Auch Nicole Scholtes als Lehrkraft hatte einen Bogen auszufüllen. Hier ging es um Fragen zur Unterrichtsgestaltung und zur Unterrichtsplanung. Auch musste sie detailliert die Unterrichtsinhalte incl. aller bearbeiteter Aufgaben einreichen.

Der Name der Studie COINS, die sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz stattfindet, steht für „Construction of Instructionally Sensitive Test Items”. Die Untersuchung soll darstellen, wie Testaufgaben im Mathematikunterricht aussehen müssen, um die Wirkung des Unterrichts aufzuzeigen und die Lernerfolge authentisch abzubilden. Mithilfe der Ergebnisse können anschließend Tests entwickelt werden, die alle Schülerinnen und Schüler beantworten und anhand derer die Unterrichtsqualität an Schulen überprüft werden kann.

Die Steinmühlen-Schulleiter Björn Gemmer und Bernd Holly: “Die Steinmühle unterstützt gerne derlei innovative Projekte und wir freuen uns, wenn unsere Kolleginnen und Kollegen zu einer Teilnahme bereit sind.”

Unser Foto zeigt Mathematiklehrerin Nicole Scholtes (rechts) mit den Schülerinnen und Schülern der Klasse 8c.

 

Ganz schön clever! Schülerinnen und Schüler aus der Klasse 5 erreichen 2. Runde bei der Internationalen Junior Science Olympiade (IJSO)
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Die Internationale Junior Science Olympiade (IJSO) ist ein naturwissenschaftlicher Wettbewerb, der fächerübergreifend naturwissenschaftliche Nachwuchsförderung ab der Klasse 5 ermöglicht. Die Themen und Fragestellungen orientieren sich dabei an der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen. In diesem Schuljahr lautete das Thema „Hör mal!“.

9 Schülerinnen und Schüler haben im Rahmen von GuFi Labor der Klassen 5 unter der Betreuung von Jutta Töhl-Borsdorf fleißig experimentiert. Aufpoppendes Popcorn wurde untersucht und dabei der Unterschied zwischen Ton, Geräusch und Knall kennengelernt. Schwingende Weingläser mit unterschiedlichen Wasserständen konnten mithilfe der Physik-App Phyphox erforscht werden. Auch das Bauen und Basteln kam nicht zu kurz: Ein Modell für ein menschliches Ohr aus einer Kuchenform und eine Klangbox aus einer Chipsdose wurden konstruiert. Schließlich musste alles in einem Bericht dokumentiert werden.

Anna-Lena Griesler, Marlene Wagner, Justus Pöschl und Robin Richter haben durchgehalten und diese umfangreichen und anspruchsvollen Aufgaben bewältigt und die 1. Runde absolviert.
Von ca. 3800 Teilnehmenden aus ganz Deutschland haben Justus und Robin ihre Ergebnisse so erfolgreich dokumentiert, dass sie Platz 213 belegt und sich damit für die 2. Runde qualifiziert haben.
Diese Runde bestand aus einem anspruchsvollen Quiz aus 24 Multiple-Choice-Fragen aus den drei Naturwissenschaften Biologie, Chemie und Physik, die innerhalb von 45 Minuten bearbeitet werden mussten. Die Auswertung des Quiz läuft noch bis Ende März.

Im Falle einer Qualifikation müssten die beiden in der 3. Runde im Mai eine Klausur schreiben. Da die 5. Klässler sich hierbei mit 8. Klässlern messen lassen müssen, kann das Motto nur lauten „Dabei sein ist alles.“

Wir gratulieren allen Beteiligten und drücken den beiden Jungs die Daumen für die nächste Runde.

Wieder erfolgreich: Vier Preise für die Steinmühle beim Regionalwettbewerb Jugend forscht
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Von Biofolien, Mikroplastik und Rostprozessen

Der 57. Jugend forscht-Regionalwettbewerb Hessen-Mitte fand am Freitag und Samstag, 25. und 26. Februar 2022 statt. Wie schon im letzten Jahr wurde der leider nur online ausgetragene Wettbewerb gemeinsam von der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) und der Justus-Liebig-Universität Gießen ausgerichtet. Unter dem Motto „Zufällig genial?“ waren insgesamt 34 Projekte vertreten, darunter auch zwei Projekte aus Singapur und ein Projekt aus Buenos Aires.

Die Steinmühle startete in diesem Jahr mit drei Projekten im Bereich “Schüler experimentieren”, und zwar in den Fachbereichen Chemie, Physik und Biologie. Mit den Platzierungen 1, 2 und 3 sowie einem Sonderpreis für engagierte Talentförderer ist die Steinmühle erfolgreich aus diesem Wettbewerb hervorgegangen. Alle Preise sind mit Urkunden und Geldbeträgen verbunden.

 

Auch beim Rosten wirds warm!
Noah Wieder (Klasse 8) und Toshiro Beato del Rosal (Klasse 7) haben sich gefragt, wie schnell eigentlich das Rosten vonstattengeht, nachdem ihnen am Bootshaus zwei rostige Einkaufswagen, die aus der Lahn „gefischt“ wurden, aufgefallen waren. Da beim Rosten geringe Mengen Wärme freigesetzt werden, haben sie unter Betreuung von Dr. Jutta Töhl-Borsdorf Modellexperimente entwickelt und Temperaturänderungen in Abhängigkeit der Zeit unter verschiedenen Bedingungen gemessen. Sie konnten feststellen, dass es schneller geht, wenn der Salzgehalt hoch und der pH-Wert niedrig ist. Da die Temperaturänderungen insgesamt sehr gering sind, waren diese Messungen experimentell nicht einfach.
Die Jury lobte die anspruchsvolle Projektidee und das weit fortgeschrittene Fachwissen sowie die sehr gute Vortragsweise und honorierte dies mit dem 3. Platz im Fachgebiet Chemie.

 

Welchen Effekt hat Mikroplastik auf das Pflanzenwachstum?
Lina Wicherek und Sabine Auer, beide aus der Klasse 7, haben sich mit der Problematik von Mikroplastik im Boden beschäftigt. In ihren Untersuchungen, die sich auf eine bestimmte Mikroplastikart (PA) fokussierten, konnten sie zeigen, dass, abhängig von der Menge an eingebrachtem Mikroplastik, PA die Keimung von Kresse negativ beeinflusst bis vollständig hemmt. Außerdem zeigten sie, dass die Intensität der Hemmung vom Substrat abhängig ist. Es gelang ihnen, für die Substrate „Sand“ und „Zellstoff“ die maximal tolerierte Menge an PA zu definieren.
Der Jury gefielen das hoch aktuelle Thema mit einer präzisen Fragestellung und die reproduzierbare experimentelle Umsetzung. Die Arbeit wurde mit dem 2. Platz im Fachgebiet Biologie ausgezeichnet. Das Projekt wurde gemeinsam von Antje Seel und Dr. Jutta Töhl-Borsdorf betreut.

 

Biofolien vs. Kunststofffolien – Herstellung und Messung physikalischer Eigenschaften
Eine längere Laudatio gab es für Leonard Berger und Quentin Herwig. Unter der Betreuung von Dr. Jutta Töhl-Borsdorf haben sie Biofolien aus allerlei Verdickungsmitteln für Lebensmittel hergestellt und eine physikalische Messapparatur dazu entwickelt, um die Alltagstauglichkeit zu testen. Folien sollen möglichst reißfest, transparent und dicht sein.

Sie führten die Messung von Abrisskräften mit digitalen Sensoren, Transparenzmessungen mit dem Smartphone und Wasserdampfdurchlässigkeiten mit einer Analysenwaage durch.
Ihre Messverfahren funktionieren inzwischen alle sehr gut und bei der Herstellung der Folien fanden sie auch einzelne Folien mit vielversprechenden Eigenschaften (z.B. aus Tapioka-, Pfeilwurzelstärke oder Konjak). Um eine Allrounder-Folie zu finden, die in allen Bereichen überzeugt, sind noch weitere Forschungen nötig.

Die Juroren waren nicht nur von der Präsentation sehr angetan, sondern auch vom „tiefen Durchdringen des Themas“. Sie würdigten weiterhin die umfangreiche und klare Beschreibung der Versuche, eine sehr gut reflektierte Diskussion sowie die Ideen, um das Projekt weiterzuentwickeln. Darüberhinaus empfahlen sie den Schülern, mit ihren Tests auch bei „Jugend testet“ (Stiftung Warentest) anzutreten.
Zunächst geht es aber zum Landeswettbewerb nach Kassel, denn die beiden haben den 1. Platz im Fachgebiet Physik erreicht und sich somit für den in Präsenz geplanten Wettbewerb qualifiziert. Pandemiebedingt muss die Veranstaltung jedoch ohne Eltern und unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Immerhin dürfen die Betreuerinnen und Betreuer mit anreisen und der in den letzten beiden Jahren vermisste Austausch mit den anderen Jungforscherinnen und Jungforschern kann wohl stattfinden.
Leonard ist nun schon seit der 5. Klasse, also im 4. Jugend Forscht-Jahr in Folge dabei und hat mit seiner jeweiligen Gruppe immer den Landeswettbewerb erreicht. Eine tolle Leistung!

Begabung und Interesse in besten Händen

Den Landeswettbewerb erreichten im letzten Jahr auch die Schüler Joshua Wieder, Morten Köhler und Benjamin Schul. Die Gruppe hat sich in diesem Jahr mal eine Auszeit gegönnt, da den Mitgliedern der Wettbewerb in der online-Version weniger zusagte.
Trotzdem waren sie nicht untätig und haben untersucht, wie effektiv verschiedene Oxireiniger unterschiedliche Flecken entfernen können. Diese Arbeit wurde bei dem noch laufenden Wettbewerb „Jugend testet“ eingereicht.

Einen weiteren Preis, den Sonderpreis für engagierte Talentförderer, gestiftet von der Heinz und Gisela Friedrichs Stiftung, konnte schließlich Dr. Jutta Töhl-Borsdorf entgegennehmen. Sie fungierte einmal mehr als Betreuerin und Koordinatorin der Teilnahme am Jugend forscht-Wettbewerb.

Die Steinmühle ist stolz auf alle Preisträger*innen!

Zehntklässler holen Platz 2 bei Deutschlands größtem Informatik-Wettbewerb
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Zwei Schüler des WU10 Informatik haben sich beim „Informatik Biber“-Wettbewerb zweite Plätze für die Steinmühle verdient. Constantin Franz und Felix May konnten sich jeweils über eine Urkunde und einen kleinen Sachpreis freuen.

Der Informatik-Biber ist Deutschlands größter Informatik-Schülerwettbewerb für die Klassen 3 bis 13. Im letzten Durchgang hat eine Rekordzahl von bundesweit 429.000 Schüler*innen aus 2.500 Bildungseinrichtungen daran teilgenommen.

Gefragt sind vor allem Fähigkeiten im Rätsellösen und Knobeln, wobei die Aufgaben auf kreative Weise Denkstrukturen und Konzepte der Informatik vermitteln. Ein Beispiel dafür sind etwa algorithmische Beschreibungen, also das Erklären oder Aufstellen von eindeutigen, strukturieren Handlungsabfolgen, die ein Computer verstehen könnte.

Schülerinnen und Schüler, die nicht im Informatik-WU (8., 9. oder 10. Klasse) sind, aber Knobelaufgaben mögen, können sich gerne bei Englisch- und Informatiklehrer Christopher Koch melden und an der nächsten Runde Ende des Jahres teilnehmen. Es gibt auch die Möglichkeit, vorher zu üben.

Jugend testet – Weiß, weißer geht’s nicht? 11.-Klässler testen Fleckensalze
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Joshua Wieder, Morten Köhler und Benjamin Schul bilden schon lange ein Forscherteam an der Steinmühle. In diesem Jahr haben sie sich eine Auszeit vom Wettbewerb Jugend forscht genommen, bei dem sie seit der 6. Klasse regelmäßig teilnehmen.
Ganz ohne Forschen geht es bei den drei Schülern aber dann doch nicht. Freitags im „Offenen Labor“ untersuchten sie die Wirksamkeit von Oxireinigern, die bei der Wäsche auch als Fleckensalze bzw. Bleichmittel eingesetzt werden. Auf den Verpackungen wird häufig mit einer Fleckentfernung bereits ab 20°C geworben. Vollmundigen Werbeaussagen wie, „Mit aktivem Sauerstoff für strahlendes Weiß“ oder „Wäsche-Booster ohne Chlor“, wollte das Team genauer auf den Grund gehen.
Für diese Untersuchungen kauften sie verschiedene Oxireiniger ein und untersuchten mehrere Kriterien, die für einen Verbraucher wichtig sein könnten.
Unter anderem ermittelten sie in einer selbst entwickelten Versuchsapparatur die Sauerstoffabgabe bei bestimmten Temperaturen und die Menge der jeweils produzierten Sauerstoffs für verschiedene Fleckensalze, denn Sauerstoff ist für die Bleichprozesse verantwortlich.
Ein praktischer Test bei verschiedenen Waschtemperaturen mit Rotwein- und Tintenflecken schloss sich an. Weiterhin überprüften sie, ob die Flecken beim Waschen auf den Stoff um den Fleck herum abfärben (Fleckübertragung). Alle Ergebnisse wurden in Tabellen zusammengetragen, um einen Testsieger und unter Berücksichtigung des Kaufpreises einen Preis-Leistungs-Sieger herauszufinden.
Das Ergebnis war ein bisschen zu erwarten: Nicht alle Werbeversprechen können eingehalten werden. Das Team konnte u.a. zeigen, dass Rotweinflecke insgesamt hartnäckiger zu entfernen sind. Nur ein einziges Produkt erhielt von Ihnen schließlich das Testurteil sehr gut. Ein weiteres Produkt mit dem Ergebnis „gut“ wurde Preis-Leistungs-Sieger.

Die Ergebnisse wurden in einem Bericht dokumentiert und beim Wettbewerb Jugend Testet eingereicht. Bis Ende Mai werden die Arbeiten nun von einer Jury begutachtet, die aus Experten der Stiftung Warentest und weiteren Gutachtern aus Medien und Verbraucherschutz zusammengesetzt ist. Die Juroren bewerten, wie die Tests durchgeführt wurden, wie sauber gearbeitet und dokumentiert wurde und ob der Test nachvollziehbar ist.
Wir drücken dem Team die Daumen!