Im letzten Jahr begann alles mit einer kleinen Idee: Nächstenliebe aktiv leben. Pädagogin Francine Olschewski konnte auch in diesem Jahr wieder Schüler:innen des Internats Steinmühle für zwei ehrenamtliche Projekte begeistern. Wie bereits im vergangenen Jahr bastelten die Schüler:innen zur Vorweihnachtszeit wieder selbst Karten, die an alleinlebende alte Menschen in Marburg verteilt wurden. Neu kam in diesem Jahr noch eine Kooperation mit der Tafel in Marburg hinzu.

Eine neue Vorweihnachtstradition: alten Menschen eine Freude machen

Über 100 selbst gestaltete Weihnachtskarten wurden für den Verein Arbeit und Bildung e.V. in Marburg angefertigt, die an alleinstehende einsame alte Menschen in Marburg als erneuter Weihnachtsgruß aus der Steinmühle verteilt wurden. Bei einigen Übergaben waren Schüler:innen des Internats Steinmühle selbst mit dabei. Von Tür zu Tür gingen die Schüler:innen und überraschten einige alte Menschen mit einem kurzen persönlichen Besuch.

Einige der alten Mitbürger:innen erinnerten sich sogar noch an die Aktion vom letzten Jahr: “Oh, wie schön, dass ihr wieder da seid!”, freute sich eine 93-jährige Dame, “Ich hatte all meinen verbliebenen Freunden von eurer tollen Aktion im letzten Jahr berichtet. Umso mehr freue ich mich, dass ihr auch in diesem Jahr wieder an mich denkt. Das rührt mich sehr!”

Nächstenliebe schafft Emotionen und ein Gefühl der Teilhabe – sowohl bei Schüler:innen als auch bei den alten Mitmenschen

Auch die Schüler:innen waren in diesem Jahr wieder sehr ergriffen von der Aktion. “Es ist so etwas Simples für uns, wir gehen einfach nur zu den Menschen und wünschen Ihnen frohe Weihnachten. Und diese kleine Geste bewirkt so viel, das rührt mich total!”, berichtet Schülerin Verena sichtlich ergriffen.

“Ich bin in diesem Jahr das erste Mal dabei.”, erzählt Schüler Niclas, “Es war unglaublich, wie viele Emotionen da rüber kamen von den alten Menschen. Ich möchte auf jeden Fall wieder an so einer Aktion teilnehmen, es ist so schön zu sehen, dass wir mit so einen kleinen Besuch so viel Freude schenken können!” Und Schüler Felix begeisterte mit seinen begnadeten Gesangseinlagen vor den Haustüren der besuchten Menschen dabei auch in diesem Jahr wieder Alt und Jung gleichermaßen.

Wenn aus einer Idee ein Projekt wird: Internatsschüler:innen wollen sich langfristig ehrenamtlich betätigen

Die authentische und liebevolle Rührung war auf beiden Seiten deutlich spürbar: Sowohl Schüler:innen als auch die überraschten alten alleinlebenden Menschen waren über jede einzelne Begegnung sehr dankbar. Auch Angela Schönemann, Mitarbeiterin des Arbeit und Bildung e.V., zeigte sich wieder sehr bewegt: “Es freut mich sehr zu erleben, dass junge Menschen sich so sehr für alte Menschen einsetzen und wir die Generationen so ein bisschen näher zusammen bringen können. Ich bin unglaublich dankbar für den Einsatz dieser jungen Menschen, das bedeutet gerade für alte alleinlebende Menschen so viel!”

Und da das Projekt “In Würde teilhaben” seitens der Stadt Marburg auch in 2022 wieder finanziert wird, wird die Kooperation mit den Schüler:innen der Steinmühle auch für das kommende Jahr bestehen bleiben. “Eigentlich würden wir unser Engagement gerne noch weiter ausbauen”, berichtet Pädagogin Francine Olschewski, “jedoch kommt uns die Pandemie immer wieder dazwischen. Aber wir werden auch in 2022 kreative Wege finden, um diese ehrenamtlichen Aktionen weiterführen zu können.”

Nächstenliebe kennt keine Grenzen: Zusätzliche Kooperation mit der Tafel in Marburg

Und so zeigte sich diese Kreativität auch bereits in der Weiterentwicklung der ehrenamtlichen Bestrebungen kurz vor Weihnachten am Internat Steinmühle: Die Schüler:innen und Pädagog:innen backten Plätzchen aller Art, Zimtschnecken und Kuchen, die auf dem Pausenhof auf dem Schulgelände für einen weiteren guten Zweck verkauft wurden.

“In diesem Jahr sind wir eine weitere Kooperation mit der Tafel in Marburg eingegangen. Wir wollten mithilfe des Verkaufs unserer selbstgebackenen Leckereien Spendengelder sammeln, um davon für bedürftige Familien weihnachtliche Pakete mit Essen zusammenzustellen”, berichtet Organisatorin Francine Olschewski. “Dabei kam eine unglaubliche Summe von fast 650 Euro zusammen!”

Leckere Überraschungen für 12 bedürftige Familien

So konnten in Absprache mit der Tafel Marburg für insgesamt 12 bedürftige Familien reichhaltige Pakete mit Klößen, Gulasch, Rotkohl und weiteren Grundnahrungsmitteln und weihnachtlichen Überraschungen gepackt werden, die kurz vor Weihnachten noch durch die Tafel Marburg an die Familien persönlich verteilt wurden. “Das hätten wir uns nie erträumen können, mit einer Aktion für so viele Familien so viel Gutes tun zu können”, berichtet Pädagogin Francine Olschewski glücklich.

Auch Frau Vaupel, die 1. Vorsitzende der Tafel Marburg, zeigte sich begeistert von der Aktion des Internats Steinmühle: “Das ist eine wunderbare Aktion und vorweihnachtliche Überraschung für diese bedürftigen Familien. Ich bin begeistert von diesem Einsatz der Schüler:innen!”

Enthusiastisch geht es Richtung 2022

Und so neigt sich das Kalenderjahr dem Ende entgegen. “Ich freue mich schon auf das nächste Jahr!”, meint Schülerin Viviana, “Da kann Corona machen, was es will, wir werden uns wieder ehrenamtlich engagieren!”

Und mit diesem Gefühl der Nächstenliebe und der Achtsamkeit für uns alle verabschiedet sich das Internat Steinmühle aus dem diesjährigen Kalenderjahr. Kommt alle wohl behütet und gesund in das neue Jahr, wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen mit allen Steinmühler:innen und blicken vorfreudig auf die kommenden Aktionen.

 

Weihnachtsfeier 2.0: Der ganze besondere Steinmühlen-Weihnachtsmarkt
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Die Weihnachtsfeier am Internat Steinmühle – traditionell DAS Highlight im Jahresverlauf für die Internatsgemeinschaft. Und damit diese Vorfreude auch weiterhin anhält, hat sich das pädagogische Team für die diesjährige Weihnachtsfeier an Kreativität selbst übertroffen: Corona zum Trotz stellten die Pädagog:innen eine außergewöhnlichen, locker-fröhlichen Weihnachtsmarkt im Mühlenhof auf die Beine.

In aufwendiger Handarbeit zimmerten Schüler:innen und Pädagog:innen unter der Leitung von Nils Schwandt ganze fünf eigene Weihnachtsbuden. “Es war total toll zu sehen, wie begeistert und mit wie viel Einsatz die Schüler:innen an diesem Projekt mitgeholfen haben. Ohne die wäre es nicht gegangen”, berichtet Pädagoge Nils Schwandt glücklich.

Auch die helfenden Schüler:innen waren von der Bauaktion begeistert: “Es macht total Spaß, selbst etwas zu produzieren. Und wenn wir dann noch wissen, dass wir das für die Weihnachtsfeier machen, bin ich total stolz sagen zu können: Das haben wir gemacht!”, berichtet Schüler Julian Timm.

Und so kam es, dass den Einschränkungen zum Trotz wieder eine Weihnachtsfeier voller Spaß, Heiterkeit und Gemeinsamkeit initiiert wurde. Und hier war wirklich für jeden etwas dabei: Von den Klassikern Wurst & Pommes oder Punsch & Glühwein beim Teestubenwart Michel Hermens abgesehen konnten sich die Schüler:innen an der Candy Bar austoben. “Wir haben wirklich alles!”, berichtet Pädagogin Luisa Völker, “Von Crépes über Waffeln, Lebkuchen und Plätzchen, Zuckerwatte oder Schaumküsse, alles, was das Herz begehrt.”

Und wer es weniger süß mochte, der konnte sich bei den Aktionen und Spielen austoben. Die Pädagog:innen anhand von Kinderbildern erraten, Weihnachtskugeln gestalten, Kerzen selbst ziehen oder auch sich beim neu auferlebten 1, 2 oder 3 beweisen – den Schüler:innen wurde nicht langweilig an diesem Abend. Die Pädagog:innen Ben Zriki und Francine Olschewski führten dabei schwungvoll durch den Abend.

Daneben gab es immer wieder Auftritte aus den Reihen der Schülerschaft selbst: So inszenierte das Biohaus eine unglaublich goldige Performance zu Bruno Mars. Während die jüngsten Schüler:innen tanzten und sangen, schunkelte die gesamte Internatsgemeinschaft mit. Und traditionell sang Schüler Felix Müller mit seiner begnadeten Stimme Weihnachtslieder für die Gruppe und wurde in diesem Jahr musikalisch von Friederike mit ihrer Geige unterstützt.

Doch wer jetzt denkt, das war schon das gesamte Feuerwerk der Festlichkeiten, der irrt sich. Die Outdoor-Party kam erst so richtig in Schwung, als Lernbüroleiter Patric Hahn die Karaoke-Maschine anschmiss. Jetzt gab es kein Halten mehr: Es wurde gemeinsam gesungen, gelacht und getanzt bis tief in die Nacht hinein.

“Ich war echt skeptisch und hatte mir eigentlich vorgenommen, früh zu gehen, da ich am Montag eine wichtige Klausur schreiben sollte.”, outet sich Schüler Leon, “aber dann hat der Abend so viel Spaß gemacht, das hätte ich nie gedacht! Ich musste einfach bis zum Schluss bleiben, es war so toll!”

Dick in die Mäntel eingehüllt feierte die Internatsgemeinschaft so noch stundenlang gemeinsam weiter. “Wir hatten überlegt, die Feier coronabedingt wieder in den Wohngruppen stattfinden zu lassen. Aber es war die richtige Entscheidung, die Party ins Freie zu verlegen und draußen gemeinsam mit allen zu feiern!”, berichtet Internatsratsmitglied Verena glücklich. Auch die Idee des Internatsrats, eine eigene Tombola zu veranstalten, kam super an. Absolutes Highlight unter den Gewinnen war das feuchte Toilettenpapier, doch auch die süßen Überraschungen, Taschenwärmer und Gutscheine wurden von den Gewinnenden gefeiert.

Schüler Luke, selbst schon seit Jahren Mitglied der Internatsgemeinschaft berichtet gar: “Das war die absolut beste Weihnachtsfeier aller Zeiten!”

Not macht erfinderisch – und hier hat das pädagogische Team wieder einmal zeigen können, wie flexibel es auf jegliche Widrigkeiten reagieren kann. Und die gesamte Internatsgemeinschaft hat an diesem Abend den hoffnungsvollen Beweis erbracht: Nicht einmal eine Pandemie kann unsere gute Laune und unseren Willen zur Gemeinschaft brechen. Wir leben gemeinsam, wir feiern gemeinsam.

Und in diesem Sinne wünscht das Internat Steinmühle auch Ihnen beschwingte Festtage und dass Sie gesund in das neue Jahr starten!

 

 

 

 

 

Themenwochenende an der Steinmühle: Auftakt für die psychische Gesundheit
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Das Internat Steinmühle unter der Leitung von Anke Muszynski hat sich für deses Schuljahr für jedes Quartal ein Themenwochenende für die Entwicklung der Internatsgemeinschaft und aller ihr angehörenden Mitmenschen vorgenommen. Dabei stehen unter anderem “Nachhaltigkeit”, “physische Gesundheit” und “Medienwelten” auf dem Programm. Der Auftakt wurde am Wochenende zu dem Themengebiet “psychische Gesundheit” ausgestaltet. Die Workshops und AGs boten viel Anlass zum Austausch, zur Selbstreflexion und zum gegenseitigen Wahrnehmen sowohl unter Schüler:innen als auch unter Pädagog:innen.

Sich mal auf eine andere Art kennen lernen

Darüber reden, in Kontakt bleiben, um Hilfe bitten. Eigentlich selbstverständliche Dinge, die wir im Alltag jedoch allzu oft vergessen oder bewusst meiden. Mein Inneres nach außen kehren, ist das nicht peinlich? Was sollen die anderen denken? Und ich soll mich mit meinen Schwächen auseinandersetzen? Na toll! Und ich wusste gar nicht, dass ich Stärken habe – und wenn ja, wie viele? Diese Fragen wurden am Wochenende bewusst in kleinen Gruppen sehr sensibel gestellt.

Das besonders schöne Ergebnis dieser gemeinsamen Runden fasste Pädagogin Luisa Völker am Ende des Themenwochenendes zusammen: „Es war beeindruckend zu sehen, wie sich innerhalb kürzester Zeit bei vielen Schüler:innen ein Perspektivwechsel vollzog. Sie wurden sich bewusst, dass es nicht nur ‚meine Welt‘ gibt, sondern dass Menschen ganz unterschiedliche Erfahrungen gesammelt haben und sich deshalb für sie die Welt ganz anders darstellen kann.“

Denn jeder hat sein Päckchen zu tragen

Zu Beginn gab es an vielen Stellen anfängliches Unbehagen. Bedenken, was genau auf einen zukommt, wie viel man von sich preisgeben soll – und die Scham vor den anderen. Jedoch waren die Aktionen so gut ausgestaltet, dass diese Unsicherheiten schnell verflogen. Die Schüler:innen lernten bewusst ihre Umwelt wahrzunehmen und waren schnell bereit, sich aktiv an den Gesprächen zu beteiligen.

Sich annehmen, sich beteiligen, sich nicht aufgeben: Das wurde vielen Schüler:innen zum ersten Mal wirklich bewusst an diesem Wochenende. „Es war toll zu sehen, wie die einzelnen Schüler:innen begannen, sich nicht nur für sich selbst zu sensibilisieren, sondern begonnen haben sich auch für andere zu sensibilisieren“, berichtet Pädagoge Michel Hermens begeistert.

 Es ging um Glück, Ressourcen und Selbstwert

Aktiv bleiben, Neues oder Kreatives tun und sich bewusst entspannen lernen – das wurde an diesem Themenwochenende bspw. beim Origami-Kurs bewusst geübt. Sich selbst kennenlernen und vor allem die eigenen Stärken und die eigenen Bedürfnisse schätzen lernen. Den Mensch und die Freundschaft wieder bewusst als Ressource zu erkennen und wertschätzen zu können. Sich als Teil einer haltgebenden Gemeinschaft zu fühlen und sich gleichzeitig seiner individuellen Größe bewusst werden. Das konnte dieses Wochenende hervorrufen. So wurde unserer Schülerin Lydia in dem Workshop zum Thema ‚Soziale Medien und psychische Gesundheit‘ plötzlich bewusst: „Mir ist es gar nicht so wichtig, mich in den sozialen Medien darzustellen – Ich habe meine Freunde doch hier!“

Tiefgründig und nachhaltig war dieses Wochenende

Auch Abende nach dem Themenwochenende finden noch Gespräche zu dem Erlebten statt. Workshops wirken nach, neue Sichtweisen haben sich eröffnet und das Schönste: Wir beginnen über etwas zu sprechen, das uns alle zutiefst am Herzen liegt – unser aller Wohlbefinden. Sich dessen wieder bewusst zu werden, sich selbst zu reflektieren und aktiv positiv auf das Wohlergehen der Internatsgemeinschaft einwirken zu können, hat dieses Themenwochenende zeigen können. Ich bin nie alleine und gerade am Internat bin ich in einer Gemeinschaft, die tragen kann.

 

Die Zukunft von Wissensvermittlung nach Corona
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Die Internate-Vereinigung (DIV) tagte mit 135 Teilnehmenden an der Steinmühle

Schule und Internat Steinmühle treten nicht nur in ihrem Logo gemeinsam auf. Beide Institutionen sind wirtschaftlich getrennt, aber in ihren Aufgaben eng verbunden. Weil dies so ist, lag es für Steinmühlen-Schulleiter Björn Gemmer nach einer gewissen Zeit der Mitgliedschaft in der “Die Internate Vereinigung” (DIV) nahe, für dieses Jahr den Vorsitz des Vereins zu übernehmen. Die “Große Mitarbeitertagung der Internate-Vereinigung 2021” mit allen Vertreterinnen und Vertretern der 16 Mitgliederschulen aus ganz Deutschland fand daher dieses Jahr am Steinmühlenweg in Marburg statt.

Fragen aus dem eigenen Alltag stellen, mit Referenten diskutieren, Sichtweisen von Kolleginnen und Kollegen kennenlernen – es geht bei den jährlichen Versammlungen nicht um gegenseitiges Schulterklopfen. Die Gegenwart zu reflektieren, authentisch zu bleiben, neue Impulse zu erhalten – das war Anliegen der diesmal 135 Personen, meist Pädagogen. “Wir sind keine Konkurrenten, es geht allen gut oder allen schlecht,” hieß es, die rückliegenden Veranstaltungen resümierend. Diesesmal war die Botschaft eindeutig: Alle Internate sind voll.

 

Wichigkeit eines realen Mentors

Ob Nordsee oder Voralpenland: Internate hatten lange mit Imageproblemen zu kämpfen. Sie galten als “Abschieberampe” für Familien, als Ort, an den man kommt, wenn man kein guter Schüler oder keine nette Tochter ist. Dieses Image – in England nie gekannt – ist in Deutschland weitgehend überwunden. Den Tagungsteilnehmern an der Steinmühle ging es um Lösung anderer Probleme und Fragen, die die Gegenwart hervorbringt: Digitalisierung an Schulen, das Lernen während und nach der Corona-Krise, die Wichtigkeit eines realen Mentors und die Frage, wie asynchrones Lernen aussehen kann oder muss.

Die über drei Tage laufende Tagung bot Raum für Vorträge von Fachleuten und eine Podiumsdiskussion, die das verflochtene Thema Lehrerbildung naturgemäß nicht aussparen konnte. Als lokaler Vertreter sprach Prof. Dr. Jürgen Handke, “Digitalisierungspapst” aus Marburg, der unter anderem die Befürchtung äußerte, man werde nach Corona in der Lehre “wieder in den alten Trott verfallen”, bei dem man sich “mit Notfall-Lösungen beholfen” habe: “Wir haben asynchrone Wissensvermittlung versäumt”, die Aufarbeitung von Inhalten müsse sich ändern, denn es sei an der Schule nicht allein mit der digitalen Zustellung von Arbeitsaufträgen getan.

Prof. Dr. Martin Korte von der TU Hannover erforscht schwerpunktmäßig zelluläre Grundlagen von Lernen und Gedächtnis. Es brauche, so sein Statement, das schulische Umfeld für ein effektives Lernen und auch einen realen Mentor, selbst wenn er in sich künftig möglicherweise eher in der Rolle eines Beraters oder Lernbegleitenden wiederfinde.

 

Die Lehrerbildung hinterfragen

Teilnehmerin des Expertengesprächs war auch Uni-Vizepräsidentin Prof. Dr. Evelyn Korn als Verantwortliche für die Lehrerbildung an der Philipps-Universität Marburg. Nach ihrer Beobachtung gebe es nicht “den” digitalen Unterricht, und so gehöre es nicht zu der Lehrerausbildung, “dafür Kochrezepte zu verteilen”. Korn räumte ein, dass die physische Präsenz und die digitale Präsenz von Studierenden einen Unterschied mache: “Erstmals haben Studenten mehr gewusst als Lehrende. Es verändert ohne Zweifel den Lernprozess.”

Prof. Dr. Klaus Zierer von der Universität Augsburg, Ordinarius für Schulpädagogik, war noch ein anderer Ansatz wichtig. Er plädierte für ein Hinterfragen der Lehrerbildung: “Wir müssen uns anders darum kümmern, hier läuft vieles schief.” Anders als in einigen anderen Ländern sei in Deutschland die gesellschaftliche Haltung zum Lehrerberuf nicht gut, was wiederum mit die Ursache für einen eklatanten Lehrermangel bilde. “Wir müssen es wieder schaffen, Studierende für den Lehrerberuf zu begeistern.”

Was die einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Besuch der Marburger DIV-Tagung persönlich profitiert haben, das wurde Björn Gemmer als Leiter und Organisator der Tagung schon kurze Zeit später übermittelt:

 

“Eben zuhause angekommen, möchte ich mich nochmals herzlich für die Einladung zum Vortrag bedanken. Dieser hat mir viel Freude bereitet – so viel pädagogischen Ethos auf einem Fleck erlebt man ja selten. Toll!” (Univ.-Prof. Dr. Klaus Zierer, Ordinarius für Schulpädagogik, Universität Augsburg)

 

“Meinen Dank für die tolle Organisation meines Vortrages und der Podiumsdiskussion mit mir und den anderen Referenten. Es war aus meiner Sicht eine richtige gelungene Veranstaltung, auch Herrn Zierer zu lauschen, war ein Erlebnis! Bin tief beeindruckt, was die Internate Vereinigung hier auf die Beine stellt!” (Prof. Dr. Martin Korte, TU Braunschweig)

 

“Auch im Namen meiner Frau nochmals herzlichen Dank für die Gelegenheit, Teil Ihrer tollen Tagung und auch der jeweiligen zusätzlichen Annehmlichkeiten gewesen sein zu dürfen. Ich bin froh, dass meine Thesen und Aktivitäten auf so fruchtbaren Boden gefallen sind, und Sie können sicher sein, dass ich die Gymnasien/Internate, die bei der DIV-Tagung anwesend waren, zukünftig als vorbildhaft hinstellen bzw. erwähnen werde. Bereits jetzt ist ein erster Workshop in Louisenlund (mit Herrn Dr. Rösner) vereinbart, wo ich … in mehreren Praxisworkshops, Schüler, Lehrer und auch Elternvertreter für die digitale Lehre fitmachen möchte. Ich kann mir gut vorstellen, dass auch andere Schulen/Internate dieses Angebot wahrnehmen möchten und bin für entsprechende Kontakte offen. In jedem Fall sollten wir in Kontakt bleiben, um den richtungsweisenden Weg Ihrer Schulen/Internate auch zukünftig zu stärken.” (Prof. Dr. Juergen Handke, Uni Marburg & 3M-Solutions, RoboPraX – Robotikum)

 

“Zumindest auf die Schnelle möchte ich mich nach unserer gesunden Rückkehr an den Ammersee noch einmal ganz herzlich für die ausgezeichnete Vorbereitung und Durchführung der Tagung bedanken. Unsere Mitarbeiter*innen waren hochbegeistert und haben dies heute bereits im Rahmen unserer Montagskonferenz dem Kollegium kundgetan. So soll es sein. Ein hervorragender Startschuss für Folgeveranstaltungen. Was es heißt, eine solche Veranstaltung zu Beginn eines Schuljahres umzusetzen, kann ich gut nachvollziehen. Daher, chapeau! In Kürze werde ich mich übrigens mit den Kollegen aus Neubeuern und Stein zu einem unserer bewährten (bayerischen) Austausche treffen. Wenn gewünscht, kann ich hier durchaus noch einmal die DIV-Werbetrommel rühren.” (Rüdiger Häusler, Stiftungsleitung, Landheim Ammersee)

 

“Vielen lieben Dank für diese ganz und gar wunderbare Tagung, deine sagenhafte Organisation, spannende Themen, leckerstes Essen und besonders für deine erlösende Worte gleich zu Beginn: ich habe das einfach wörtlich genommen und auch etwas “Ferien” gemacht, mal abschalten können, sogar noch Zeit gefunden etwas die wunderbare Altstadt zu erkunden, eine Kerze für meinen Opa in der Elisabethkirche anzuzünden und mal eben inne zu halten im immerwährenden Trubel – den ich ja auch sehr mag! Die Begegnung und Tagung war so wichtig und wie schön, dass wir uns endlich wieder sehen und uns austauschen konnten. Und danke dafür, dass Marburg ab sofort auf meiner mentalen Mindmap eine feste Größe sein wird: tolle Stadt aber vor allem eine super tolle, innovative und so schöne und unfassbar gut ausgestattete Schule: danke, danke, danke für deine Energie und Zeit, für dein Beharrungsvermögen und deine Resilienz in komplizierten Zeiten: das war genau richtig so und ich freue mich sehr auf die weitere Zusammenarbeit und alle weiteren kommenden Veranstaltungen und Aktionen.” (Katja Maike Braun, Schulleiterin, Geschäftsleitung der Ecole d’Humanité)

 

“Nach einem anstrengenden aber unheimlich abwechslungsreichen, informativen und super organsierten Wochenende möchte ich mich auch im Namen meiner Kollegen für den herzlichen Empfang im Internat Steinmühle herzlich bedanken. Die Eindrücke, die wir von der DIV, den Mitgliedsinternaten und insbesondere dem Internat Steinmühle gewinnen konnten, waren durchweg so positiv und gewinnbringend, dass wir wissen, dass sich ein weiteres Intensivieren der Zusammenarbeit in jedem Fall lohnt und wir 3 als Botschafter in Roßleben den Spirit der DIV immer wieder gern weitergeben werden. Auf die Einladungen zu den Arbeitskreisen freuen wir uns und hoffen, Sie finden nach den sicher auch für Sie aufregenden Tagen etwas Erholung.” (Yvonne Sonnenfeld, Stiftungsverwaltung Roßleben)

 

“Ich habe das Wochenende an der Steinmühle sehr genossen! Leckeres Essen, interessante Vorträge, tolle Atmosphäre, nette Leute und hervorragende Organisation – vielen vielen Dank an Dich und Dein Team!!!” (Maik Lüdemann, Kaufmännischer Leiter der Schule Marienau)

Steinmühle erkundet Norddeutschland – “Welthaus” auf Touren in den Herbstferien
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Am Internat Steinmühle gibt es immer wieder Schüler:innen, die die kurzen Ferien über nicht nach Hause können. Das betrifft insbesondere unsere internationalen Schüler:innen, die vornehmlich aus China stammen. Für diese Schüler:innen gibt es ein separates Pädagogenteam, das unter dem Namen “Welthaus” nicht nur die internatsfreien Wochenenden, sondern auch die Herbst- und Osterferien gemeinsam mit den Schüler:innen gestaltet. Die beiden hierfür angestellten Pädagog:innen planen und organisieren jedes Wochenende und für jede Ferien besondere Ausflüge.

Normalerweise erkunden sie mit ihrer Reisegruppe “Welthaus” vornehmlich die Marburger Umgebung, in den Herbstferien haben sie sich jedoch bis in den hohen Norden Deutschlands gewagt.

Erste Station: Das Haus am Meer

Für die erste Ferienwoche war für die Schüler:innen ein Haus direkt am Meer in Stein bei Kiel angemietet worden. “Ich habe es echt genossen, jeden Morgen am Meer meinen Kaffee trinken zu können”, berichtet Pädagogin Lena Schneider begeistert. Und so verlebte die Reisegruppe die erste Woche meernah mit Nächten unter dem weiten Sternenhimmel oder sie beobachteten die zahlreichen Segelschiffe entspannt vom Haus aus.

Und natürlich durfte auch hier die standesgemäße Kutterfahrt und ein Besuch im Aquarium in Kiel nicht fehlen. Bei besten Ostseewetter konnten die Schüler:innen und Pädagog:innen die Landschaft und Weite des Meeres entspannt genießen.

Vom Meer an den Waldrand von Hamburg

In der zweiten Wochen zog die Reisegruppe “Welthaus” weiter in die Nähe von Hamburg in ein gemietetes Haus direkt am Waldrand mit eigenem Basketballplatz, Tischtennisanlage und viel Natur.

Highlight neben dem Besuch im Heidepark oder auch dem Besuch im Wachsfigurenkabinett nach einer Stadtführung durch Hamburg war sicher der Besuch des Chokoversums. Die Schüler:innen konnten hier den kompletten Verlauf von der Kakaopflanze und ihrer wertvollen Bohne bishin zur Schokoladenproduktion an und für sich alles Vorort erleben – und natürlich auch probieren!

“Das schönste war, dass wir am Ende jeder unsere eigene Tafel Schokolade gestalten und mit nach Hause nehmen konnten!”, berichtet der Pädagoge Philipp Rumpel glücklich.

Gemeinsam raus, gemeinsam erleben

Sonntag zum Ferienende reisten auch die Welthäusler:innen gemeinsam von Hamburg aus nach Marburg zurück. Den letzten Abend hatten sie gemeinsam in Hamburg beim Hot Pot essen genüsslich zelebriert.

“Es hat allen echt gut getan, dass wir mal weiter weg waren”, berichtet Pädagogin Lena Schneider. Die beiden chinesischen Schüler:innen neben ihr nicken zustimmend. Sie sind begeistert, immer wieder neue Ecken von Deutschland kennen lernen zu können.

Was allen in Erinnerung bleiben wird, sind wohl die vielen gemeinschaftlichen Erlebnisse: Die großen, wie aber auch die kleinen Dinge!

 

 

 

Sechs Schüler:innen begleitet von zwei Pädagogen reisten am Samstag vor den Herbstferien mithilfe der Organisation „Helfer Shuttle“ ins immer noch schwer verwüstete Ahrtal um dort ehrenamtliche Hilfe zu leisten.

Mit Stemmhammer, Maske und Arbeitsschuhen ans Werk

Unsere achtköpfige Delegation erhielt einen Auftrag bei einem Anwohner in Bad Neuenahr in Ahrweiler, dessen Haus und Garten durch die Flut im Sommer verwüstet und in großen Teilen zerstört wurden.

„Es bleibt noch viel zu tun bei diesem Haus“, berichtet unser Pädagoge Phillip Rumpel, „jedoch konnten wir zumindest für etwas Ordnung sorgen, das macht Hoffnung.“

Mit gemeinsamer Kraft holten die Schüler:innen den Putz von der Wand und halfen bei der Entsorgung der Mengen an Schutt vor dem Haus. Auch im Garten des Anwohners gab es viel zu tun: Ein Baum musste gefällt werden, die Beete wurden vom Schlamm befreit und die wild verstreuten Pflastersteine stapelten sie auf einer Palette.

„Obwohl wir nur zu acht waren, haben wir richtig viel geschafft!“

Besonders bei den Schüler:innen war die Anteilnahme und gleichzeitig auch der Enthusiasmus groß. „Das Besondere für mich war, den Leuten Vorort wirklich helfen zu können, ihr eigenes Haus reparieren zu können!“, berichtet Schüler Felix stolz.

Die gesamte Spannbreite der Emotionen durchlaufen – an nur einem Tag

Schüler Julian reagiert ergriffen nach dem Einsatz: „Es ist erschreckend, wie es dort noch immer aussieht. Aber gleichzeitig war es so toll zu sehen, wie unglaublich viele Menschen geholfen haben – und wir konnten ein Teil davon sein.“

Die volljährigen Schüler:innen erleben an diesem Tag viele Emotionen mit. Aus Respekt vor dem Leid der Anwohner:innen nennen wir an dieser Stelle keine persönlichen Details, doch für die Schüler:innen war es ein besonders ergreifender Moment, teilhaben zu können.

„Es ist ganz anders, als wenn man das im Fernsehen sieht“, meint Schüler Jan, „Das war echt heftig. Aber wir haben geholfen, so viel wir konnten. Und dabei hat es eigentlich auch noch Spaß gemacht!“

Gemeinschaft ganz neu erleben

Alle beteiligten Schüler:innen waren besonders von einem Gefühl ergriffen: dem Gemeinschaftsgefühl. Schülerin Emilia, die erst zu diesem Schuljahr neu an das Internat Steinmühle gewechselt hat, war besonders begeistert: „Es war, als würde man sich schon lange kennen. Der Zusammenhalt und die Gemeinschaft unter den Helfenden aber auch unter uns als Gruppe waren beeindruckend.“

Alle würden bei einer weiteren Aktion nochmals mitkommen

Organisator des Projekts war Nils Schwandt, Hausleiter am Internat Steinmühle. „Leider konnten dieses Mal nur volljährige Schüler:innen mitkommen, daher konnten wir leider nur mit acht Schüler:innen unterstützen.“

Insgesamt hatten sich knapp 40 Schüler:innen und Pädagog:innen des Internats Steinmühle freiwillig zum Helfereinsatz gemeldet. Aus versicherungstechnischen Gründen konnten jedoch nur Volljährige an der Aktion teilnehmen.

„Vielleicht klappt es ja aber noch einmal mit mehr Leuten an einer anderen Stelle“, meint Nils Schwandt, „Die Bereitschaft zu helfen ist auf jeden Fall da in der Internatsgemeinschaft hier.“

In Gedanken jedenfalls spendet die gesamte Internatsgemeinschaft Steinmühle viel Hoffnung und Kraft allen Anwohner:innen des Ahrtals und wir hoffen, dass unsere achtköpfiger Helfertrupp etwas Ruhe und Zuversicht für die Zukunft vermitteln konnten.

Das neue Schuljahr hat begonnen und wie immer starten die einzelnen Wohngruppen das gemeinsame Jahr mit ihren Häuserfahrten. Dieses Mal gab es die Wahl zwischen Spiel, Spaß und Action in Freizeitparks oder purer Natur und Entspannung an Nord- und Ostsee sowie im Harz.

Was sind die Häuserfahrten überhaupt?

Zu Beginn eines Schuljahres werden die Wohngruppen immer neu zusammengestellt. Neue Personenkonstellationen, neue Erzieher:innen-Teams, neue Gesicher. Daher nutzt das Internat Steinmühle das erste Wochenende nach den Ferien bewusst, damit sich die Bewohner:innen der neuen Wohngruppen bei einer erlebnisreichen Fahrt auf die Gemeinschaft einstimmen und sich gegenseitig kennen lernen können. Die Hausleiter:innen übernehmen dabei die Organisation und Planung der Fahrten.

Welche Wohngruppe hatte die meisten Attraktionen?

Das ist schwer zu sagen in diesem Jahr. Vier Wohngruppen stürzten sich nämlich auf die deutschen Freizeitparks: Das Biohaus erlebte mit den jüngsten Bewohner:innen des Internats ein aufregendes Wochenende im Holiday-Park in Haßloch während die Stammhäusler-Jungs sich im Movie-Park austobten. Auch die Mühle hatte viel Spaß im Holiday-Park an der Ostsee, während sich das Hessenhaus bei einer Auto-Safari in Niedersachsen durch wilde und exotische Tiere manövrierte.

Natur aus nächster Nähe in Nordwestdeutschland

Nicht nur das Hessenhaus konnte im Safari Land Stukenbrock in Nordrhein-Westfalen die Natur aus nächster Nähe betrachten. So verbrachte das Westfalenhaus sein Wochenende in Bad Sachsa im Harz und das Bremerhaus fuhr an die Nordseeküste nach Westerhever und St. Peter Ording. Während sich die anderen Wohngruppen in ihren Freizeitparks austobten, hangelten sich die Westfalenhäusler:innen durch eine Kletterhalle und, wer sich traute, konnte mit einer Zipline über einen See düsen. Highlight des Westfalenhauses war der berühmte Skywalk auf dem Sonnenstein: Die mutigen Jungs und Mädels trauten sich auf die durchsichtige Brücke und genossen gemeinsam den Sonnenuntergang mit weitem Blick über den Harz.

Währenddessen beobachteten die Bremerhäusler:innen eine Robbenfütterung im Robbarium in St. Peter Ording und besuchten den weitläufigen Strand an der Nordseeküste. Zu einem richtigen Nordseeaufenthalt gehören natürlich auch eine waschechte Wattwanderung und eine Kuttertour.

Großartige Organisation führt zu tollen gemeinsamen Momenten

Die Hausleiter:innen haben es auch in diesem Jahr geschafft, ihren Schüler:innen unvergessliche gemeinsame Momente zu bescheren. So konnte das Biohaus nach dem Besuch im Holiday-Park am Zeltplatz direkt am See ihren Abend ausklingen lassen,so wie auch die Mühle die Unterkunft mit direkter Strandlage an der Ostsee zum gemeinsamen Entspannen nutzte. Entspannen konnten auch die Jungs des Stammhauses, die luxuriös im Hotel untergebracht waren. Das Westfalenhaus hatte ein ganzes Haus für sich alleine gemietet und verbrachte die Abende wie das Bremerhaus mit gemeinsamen Kochen.

Eine Gemeinschaft die trägt

Am Sonntagabend sahen sich alle Schüler:innen und Pädagog:innen auf dem Internatsgelände der Steinmühle in Marburg wieder. Egal wo man hin sah: strahlende Gesichter. “Wir hatten die beste Häuserfahrt dieses Jahr!” berichtet ein Schüler überglücklich. “Nein, das kann nicht sein, denn wir hatten schon die beste Häuserfahrt!”, entgegnet ein anderer Schüler. Sätze wie diese lassen deutlich erkennen, dass das Wochenende für alle Wohngruppen ein voller Erfolg war.

 Und jetzt? Back to business

Die Wohngruppen sind nun eingestimmt und motiviert für das kommende Schuljahr. Jetzt heißt es für alle zurück zur Routine kommen. Die Schule wartet, aber ebenso wartet auch das nächste Internatswochenende. Und das wird sicher wieder mit vielen tollen gemeinsamen Aktionen und Momenten aufwarten.

Neues Schuljahr – neues Glück! Unser Internat heißt endlich wieder alle auf dem Gelände Willkommen
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Das Schuljahr 2021/2022 startet nun auch in Hessen und so kam es am vergangenen Sonntag zur großen (Rück-) Anreise am Gelände des Internats Steinmühle. Am Sonntag begrüßte das pädagogische Team rund um die Internatsleiterin Anke Muszynski alle neuen und „alten“ Schüler:innen auf dem Gelände.

Internatsgemeinschaft Steinmühle 2021/2022

Insgesamt 84 Schüler:innen beherbergt das Internat Steinmühle für das kommende Schuljahr und hat damit nahezu keinen Betten mehr frei. Auf insgesamt 18 neue Schüler:innen im Alter von 10-18 Jahren aller Jahrgangsstufen freut sich die Internatsgemeinschaft.

„Es beruhigt mich sehr zu sehen, in welch professionelle und gute Hände mein Sohn kommt“, berichtet die Mutter des Neuankömmlings Theo entspannt. „Wir waren anfangs doch sehr aufgeregt, aber wir werden von allen hier so freundlich und offen empfangen, ich freue mich, dass es für Theo hier am Internat Steinmühle geklappt hat.“

Und so sind nicht nur die Begegnungen mit den neuen Schüler:innen auf dem Internatsgelände spannend, auch auf das Wiedersehen mit den bereits bekannten Gesichtern wurde sich herzlichst gefreut.

Großer Zulauf und starke Loyalität in der Internatsgemeinschaft

Das oberste Ziel des Internats Steinmühle ist, eine Gemeinschaft zu schaffen und zu erhalten, die sich gegenseitig trägt und unterstützt. Damit auch in diesem Schuljahr sich wieder alle möglichst wohl auf dem Gelände fühlen könne, hat das pädagogische Team auch in diesem Jahr auf eine möglichst gerechte und stimmige Aufteilung der Schüler:innen auf die Wohngruppen geachtet. So sind in diesem Jahr die Wohngruppen wieder neu sortiert, wobei die Wünsche der Schüler:innen natürlich berücksichtigt wurden. Altersheterogene Gruppen i.d.R. zwischen 13 und 19 Jahren und eine Melange aus bereits internatserfahrenen und neuen Schüler:innen sorgt für komplett neue Wohngruppenkonstellationen.

„Ich freue mich immer wieder auf den Schuljahresbeginn!“, berichtet Internatspädagogin Francine Olschewski. „Obwohl man die meisten Schüler:innen bereits kennt, ist es doch immer etwas Neues: Neue Gruppierungen, neue Schüler:innen und neue Kolleg:innen, das sorgt immer wieder für frischen Schwung auf dem Gelände. Ich liebe es.“

Back to the roots – back to the routine

Die Mischung aus erfahrenen Pädagog:innen, langjährigen Internatsschüler:innen und motivierten Neuankömmlingen ermöglicht einen schnellen Start in das Alltagsleben der Schüler:innen. Ein breites sportliches wie auch kreatives AG-Angebot erwartet die Schüler:innen genauso wie das Lernbüro.

„Ist es komisch, dass ich mich auf das Lernbüro freue?“, fragt Schülerin Nefeli bei der Anreise. „Ich habe es richtig vermisst, mit den anderen zu lernen.“

Häuserfahrten 2021 deutschlandweit

Und damit es auch zum Schulstart nicht langweilig wird, sind die Kennenlernfahrten in den einzelnen Wohngruppen für das erste Wochenende nach den Ferien von den jeweiligen pädagogischen Häuserteams schon organisiert. Während die einen an bis an die Nordseeküste reisen oder auch dem Harz einen Besuch abstatten, werden andere in paradiesischen Palmengärten umher wandern. Seid gespannt, wir halten euch über die Häuserfahrten selbstverständlich auf dem Laufenden!

Abi 2021 – Die Gefährten verlassen die Steinmühle
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Abi 2021 – das war ein besonderes Abenteuer für die neun Schüler:innen des Internats Steinmühle, die in diesem Sommer ihre Hochschulzugangsberechtigung erreicht haben. Das Abitur, ohnehin schon ein aufregender Pfad, wurde in diesem Abiturjahrgang wieder einmal durch Covid-19 und seine nennen wir es “Besonderheiten der Lernbedingungen” noch spannender.

Und so verwundert es nicht, dass die diesjährigen Abgänger:innen mit den 9 Gefährten aus Herr der Ringe verglichen wurden. Denn so individuell und einzigartig diese neun Schüler:innen auch sind, es eint sie doch der gemeinsame Weg an der Steinmühle. Das Internat Steinmühle als “Hause Elronds”, der schützende Ort als zweite Heimat, der Kraft und Durchhaltevermögen spendet.

“Die Mühle bleibt mein Zuhause, solange ich hier bin!”

Wie in jedem Jahr erhielten auch die abgehenden Internatler:innen nebst der offiziellen Zeugnisvergabe gemeinsam mit ihren Familie eine separate Verabschiedung durch das Internat und ihre Bezugspädagog:innen. Idyllisch an der Lahn bei Brunch und gemeinsamen Anstoßen erhielt jede Schülerin und jeder Schüler seine/ihre ganz persönliche Verabschiedungsrede. Hier wurde an die schönen gemeinsamen Momente erinnert: So beispielsweise an Charles, der sich keinen anderen Wohnort als die Mühle für seine Zeit hier am Internat vorstellen konnte. Wie Charles stehen nun jedoch alle Abiturient:innen vor der großen Aufgabe des neuen Lebensabschnittes.

Steinmühle verbindet – auch über das Abitur hinaus

Die Zeit an der Steinmühle endet zwar für die reisenden Abenteurer hier, doch der Wunsch nach einem Wiedersehen kam auch in den Abschiedsreden zum Ausdruck: “Lass von dir hören!”, “Du schaffst das!” und: “Ich werde tun, was ich kann – nicht mehr als Erzieher, sondern als Kollege und Freund.”

Die Herzlichkeit der Beziehung zwischen Schüler:innen und Pädagog:innen war in diesen Momenten spürbar. “Ich bin begeistert von diesen emotionalen Reden”, freut sich Frau Kersten, Mutter von unserem Abiturienten Timo, “Ich habe meinen Sohn absolut wieder erkannt und bin so stolz auf ihn und was er hier geschafft hat.”

Dass die Steinmühle auch über den Schulabschluss hinaus eine Heimat darstellen kann, brachte Roksana Stronzeck zum Ausdruck. Mit Tränen in den Augen berichtete die ehemalige Schülerin, die derzeit bei der Blista in einer Wohngruppe für Sehbehinderte in Marburg ihr Anerkennungsjahr für ihr Fachabitur besucht, wie sehr sie ihre Zeit an der Steinmühle vermisst: “Ich war sechs Jahre an der Steinmühle. Dass mir die Zeit fehlen würde, war mir im Voraus klar. Aber man merkt doch erst, wenn man wirklich nicht mehr hier ist, was man an der Steinmühle alles hatte.”

Erinnern als Tradition – die Zeitkapsel an der Steinmühle

Und gerade weil dieses Erinnern an die gemeinsame Internatszeit so schön sein kann, hat sich in den letzten drei Jahren eine neue Tradition etabliert: Die Abiturient:innen erhalten eine metallene Zeitkapsel, in die sie persönliche Gegenstände, Briefe und Erinnerungsstücke legen können. Diese Erinnerungskapseln werden auf dem Steinmühlengelände vergraben und nach 10 Jahren am Herbstfest wieder ausgegraben. In sieben Jahren wird der erste Jahrgang seine Erinnerungen gemeinsam am Herbstfest auffrischen können.

Unsere diesjährigen Abiturient:innen müssen dagegen noch 10 Jahre warten. “Egal”, winkt Abiturient Luca Ledro ab, “ich komme eh jedes Jahr zum Herbstfest wieder hier her.”

Auf den Abschied und auf das Wiedersehen

“Ein wundervoller Abschied!”, freut sich Frau Gorges, Mutter von Abiturientin Kris, “Ich freue mich sehr, dass wir noch einmal diesen Moment in der kleinen Internatsrunde genießen konnten.” Und so fanden alle gemeinsam nach dem offiziellen Verabschiedungsteil bei der Abiturfeier den fröhlichen Ausklang der gemeinsamen Zeit. Tränchen wurden zwar verdrückt, vor Rührung, vor Glück und auch ein paar vor Trauer und Abschiedsgedanken.

Doch spätestens zum Herbstfest, das in diesem Jahr hoffentlich wieder stattfinden kann, sind alle herzlich eingeladen das Internat Steinmühle wieder zu besuchen. Bis dahin wünscht die Internatsgemeinschaft unseren neun Gefährten eine erfolgreiche und aufregende Reise in ihren neuen Lebensabschnitt, voller Glück, Wagemut, Hoffnung und natürlich Gesundheit.

 

 

Steinmühle verteilt 180 Mal Nächstenliebe – Das begeistert auch Oberbürgermeister und HR
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Alles begann mit einer kleinen Idee: geteilte Freude ist doppelte Freude!

Dass die so lebenswichtigen Ressourcen aus sozialen Beziehungen derzeit durch die Coronamaßnahmen nur schwer genutzt werden können, bemerken auch die Schüler*innen des Internats Steinmühle. Die Phase des Heranwachsens sollte eigentlich geprägt sein durch vielfältige soziale Beziehungen, die besondere Bedeutungen im Entwicklungsprozess einnehmen können, jedoch sind die vielfältigen Begegnungsmöglichkeiten derzeit stark eingeschränkt.

Internatspädagogin Francine Olschewski nahm diesen verstärkten Wunsch nach Kontakten und Sozialisation auch in der Schülerschaft des Internats Steinmühle wahr. Und so sollte die Idee ganz simpel sein: Indem man etwas Gutes für andere tut, tut man vielleicht auch etwas Gutes für sich dabei. Aus diesem kleinen Gedanken der Pädagogin entstand eine erfolgreiche und vielversprechende Kooperation mit dem Projekt „In Würde Teilhaben“ der Stadt Marburg und der Internatsgemeinschaft Steinmühle.

Kleine Ideen mit großer Wirkung

Das Projekt der Stadt Marburg versucht eine Steigerung des subjektiven Wohlbefindens alter und höchstalter vereinsamter, isoliert-lebender Menschen durch Kontaktaufnahmen zu erreichen. In der Vorweihnachtszeit wurden dafür Überraschungspakete gestaltet, die so genannten Mut-Mach-Tüten, an denen sich die Internatsschüler*innen mit selbst gebackenen Plätzchen und handgemachten Weihnachtskarten beteiligten.

Eine Hand voll Schüler*innen trafen sich anfangs und trugen ihre Ideen zusammen. Schnell war klar: Unsere Schüler*innen möchten etwas Gutes für bedürftige Menschen in dieser Corona-Zeit tun. Plätzchen backen kann jeder und viele sind kreativ begabt: zu der Mut-Mach-Tüte wollten die Schüler*innen also etwas Leckeres und eine nette Botschaft übermitteln. „Endlich hatte ich mal wieder das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun!“, berichtet Schülerin Friederike begeistert, „So kleine Dinge können so viel Freude bereiten.“

Die gesamte Internatsgemeinschaft hilft mit

Dass das Teilen von Erlebnissen mit anderen unser Wohlbefinden steigern kann, bewies die Aktion der Schüler*innen eindrucksvoll:
Diese wenigen Schüler*innen schafften es mit der Unterstützung der Internatspädagogin Francine Olschewski, dass sich alle Mitglieder der Internatsgemeinschaft an dieser Initiative beteiligen. So kommt es, dass in allen sechs Wohngruppen die Öfen heiß laufen mit der Plätzchen-Bäckerei und sogar die Hauswirtschaft und die Verwaltung Karten mitgestalteten. „Ich hatte echt nicht geglaubt, dass wir das schaffen. Aber so viele auf diesem Campus waren begeistert von der Idee, dass wir es am Ende alle gemeinsam geschafft haben“, berichtet Francine Olschewski stolz. Am Ende kamen 180 Plätzchentüten und 180 individuell gestaltete Karten als Spende für das Projekt der Mut-Mach-Tüte seitens der Internatsgemeinschaft zustande.

Oberbürgermeister Spies und der HR dokumentieren die Übergabe

Und weil die Aktion so gespickt mit Nächstenliebe und Engagement ist, war es kein Wunder, dass Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies die Übergabe an die Projektleiterin mit begleiten wollte. Dies rief schlussendlich sogar den Hessischen Rundfunk auf das Steinmühlen-Gelände, der die Übergabe der selbstgemachten Geschenke der Schüler*innen an Projektleiterin Frau Angela Schönemann aufzeichnete. Internatsschüler Noah ist besonders begeistert: „Das fing alles mit so einer kleinen Idee an. Und jetzt trage ich mit dem Oberbürgermeister zusammen die Plätzchen!“

Den Beitrag zur Sendung können Sie HIER nachverfolgen.

Engagement ohne Ende – Schüler*innen sind motiviert

Von der Euphorie gepackt lassen es sich die Schüler*innen nun natürlich nicht nehmen, sich an der Verteilaktion der Mut-Mach-Tüten an die älteren Herrschaften zu beteiligen. Und so bereiten einige Schüler*innen gewappnet mit FFP2-Masken und den selbst gebackenen Plätzchentüten und handgefertigten Karten einigen alleinlebenden alten Menschen in Marburg eine kleine Freude. „Ich finde es mega cool, was ihr hier angezettelt habt. Das fing mit so einer kleinen Idee an, ich bin so gerührt über dieses Ergebnis. Das ist genau das, was ältere Menschen in dieser Zeit brauchen“, freut sich Projektleiterin Angela Schönemann.

Mit einem persönlichen Besuch auf Abstand an der Haustür überraschen drei Gruppen von Schüler*innen die einsamen Herrschaften in der Vorweihnachtszeit an ihrer Haustür. Besonderes Highlight: Schüler Felix, der später einmal Gesang studieren möchte, begeistert und verblüfft mit spontanen Arien und Chorgesängen an der Haustüre.

Die Reaktionen sind auf beiden Seiten sehr emotional: Während die älteren Herrschaften ihre Freude dieser spontanen netten Überraschung überschwänglich liebevoll zum Ausdruck bringen, sind die Schüler*innen stark ergriffen, dass eine derart kleine Geste so viel Freude bereiten kann. „Ich kann es kaum glauben, wie viel Liebe einem da entgegen kommt. Ich möchte im nächsten Jahr unbedingt weitermachen mit solchen Aktionen!“, entgegnet Schülerin Verena ergriffen.

Kooperation soll bestehen bleiben – Gutes tun auch in 2021

Allen Widrigkeiten zum Trotz haben die Schüler*innen des Internats Steinmühle  bereits in diesem Jahr ein wundervolles Projekt auf die Beine gestellt. Initiatorin Francine Olschewski und ihre Schüler*innen sind durch die gefühlvollen Reaktionen der älteren Herrschaften beflügelt, auch 2021 weiter zu machen. Angedacht sind Patenschaften und regelmäßige Kontakte zwischen Jung und Alt. Egal wie – die Internatsgemeinschaft Steinmühle wird auch 2021 ihren einzigartigen Weg dafür finden.