In Kreutzen in der Lüneburger Heide treffen sich auf dem Campingplatz zum Oertzewinkel regelmäßig viele unentwegte Zeltbegeisterte, denen auch winterliche Temperaturen nichts ausmachen. Eine Gruppe des Internats Steinmühle gesellte sich dazu und erlebte eine tolle Zeit.

Nach gutem Durchkommen auf der Straße kam unser Team gegen 19 Uhr ans Ziel. Die meisten der rund 25 Zelte vor Ort waren mit Zeltofen ausgestattet und so auch bei Minusgraden angenehm „warm“. Auf Grund der milden Witterung verzichtete die Internatsgruppe darauf, ihren Ofen zu installieren und ließ ihn auf dem Anhänger. Stattdessen widmeten sich die Steinmühlenschüler dem anschließenden Grillen.

Es wurde viel gefachsimpelt und in Bezug auf Zelten und Bootfahren gab sich der eine oder die andere als Fachmann oder Fachfrau zu erkennen. Erst gegen 1 Uhr endete das Lagerfeuer.

Mädels bewiesen Mut beim Schwimmen

Der Samstag wurde um 10 Uhr mit einem Rührei-Frühstück eingeläutet. Die Aktivitäten des Tages bestanden aus Bogenschießen, Blasrohrschießen, Steinschleuderschießen mit Paintballkugeln, Schnitzen, Holzhacken, Totholz im Wald fällen und Holzsammeln.

Die ganz Hartgesottenen, also vor allem die Damen der Runde, wagten sich tatsächlich ans Schwimmen. Über dem Lagerfeuer gab es abends Nudeln Bolognese, gemütliches Beisammensein und Singen.

Beifall für Felix‘ Gesang

Mit Pfannekuchen gestärkt, hieß es am späten Sonntagvormittag schon wieder: Abbauen und Aufräumen. In der Steinmühle trudelte die Gruppe gegen 16 Uhr wieder ein.

Felix hat an beiden Abenden für andere an „fremden“ Lagerfeuern gesungen und viel Beifall bekommen. Die Steinmühlengruppe ist bei den anderen Bewohnern des Zeltplatzes sehr positiv wahrgenommen worden und alle freuen sich, uns im nächsten Jahr wiederzusehen.

 

 

Reiterbrunch als Wochenendaktion
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Im Zeichen des Reitens stand für acht Internatsschülerinnen das vergangene Wochenende. In toller Atmosphäre nahmen sie gemeinsam am Reiterbrunch teil – eine Aktion, die ganz nach einer Wiederholung aussieht.

Zunächst widmeten sich die Reiterinnen dem sportlich-aktiven Teil. Angeleitet durch erfahrene Reiterinnen und die Reitlehrerin Beate Schridde stand eine gemeinsame Reitstunde auf dem Programm. Dazu gehörte es, die Sprungelemente in der Halle zu positionieren und die Pferde vorzubereiten. Dann ging es los. Konzentriert nahmen die Reiterinnen die einzelnen Hindernisse.

Ausritte und Voltigieren geplant

Nach dem Sport wurden alle Pferde versorgt. Man stärkte sich beim anschließenden Brunch im Reiterstübchen und konnte währenddessen beobachten, wie sich die Shettys in der Reithalle austobten.

In der Runde wurden dabei weitere Ideen besprochen. Ausritte und Voltigieren als Wochenendangebot sind schon fest geplant.

Reiten auch im Internatsalltag

Das Internat Steinmühle integriert regelmäßig den Reitsport auch in den Wochenalltag. Manche Schülerinnen sind dabei in der wöchentlich stattfindenden Reit-AG aktiv, einige haben auch eine Reitbeteiligung. Mit dem aktuellen Event gab es nun Gelegenheit, sich dem Hobby zusätzlich am Wochenende zu widmen.

   

Back to the roots: Ex-Internatsschüler Michel Hermens ist heute Hausleiter
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Man muss sich schon äußerst wohlgefühlt haben in seinem schulischen Umfeld, wenn man entscheidet, dass man später genau dort arbeiten möchte. Michel Hermens ging es so.  Von 2004 bis 2008 lebte der gebürtige Niederländer im Stamm- und Westfalenhaus des Internats Steinmühle. Genau dorthin kam er zurück und ist jetzt Hausleiter der Mühle.

Mit drei Jahren kam der Eindhovener, Jahrgang 1987, nach Deutschland und „verstand kein Wort“. Ein Werk des Unternehmens Philips in Wetzlar war für die Eltern Grund des Umzugs nach Mittelhessen. Die Schulkarriere des Sohnes hatten sie sich glatter vorgestellt. Schulischer und damit familiärer Stress führten damals, so Michel, zur Anmeldung im Internat Steinmühle.

Nach 12 Jahren Schule wollte er heraus aus dem schulischen Alltag und aktiver werden. Mit dem Fachabitur in der Tasche sollte es eine Ausbildung im Hotelfach sein. Die Vorstellungen des jungen Mannes von diesem Berufsfeld bewahrheiteten sich nicht. An einer Grundschule leistete er daraufhin ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Früh- und Nachmittagsbetreuung, übernahm Verwaltungsaufgaben. Dieses erfolgreiche Tun animierte ihn anschließend zum Studium des Grundschullehramtes in seiner niederländischen Heimat.

Das Ende war das nicht. Michel Hermens trieb es wieder nach Marburg zurück. Back to the roots. Ein Praktikum im Internat Steinmühle finanzierte er 2012 mit einem Job an der Tankstelle. „Es war eine Art Heimkommen, wieder den Steinmühlenweg entlangzulaufen.“

 

„Ich sehe mich in den Schülern selbst“

 

Unausgesprochen stand fest: Hier bleibe ich. Eingestehen musste Michel Hermens allerdings, dass sich einiges verändert hatte. Das Internat zu seinen eigenen Schulzeiten beherbergte zwar damals im Westfalen- und Hessenhaus schon Jungen und Mädchen zusammen, die Hausversammlungen wurden aber noch getrennt durchgeführt. Bezugspädagoge war für die Jungen im Haus der männliche Mitarbeiter, für die Mädchen die weibliche Mitarbeiterin.

Auch personell gab es Änderungen, der Zeit geschuldet. Ruderlehrer Martin „Stromi“ Strohmenger war damals Assistent im Westfalenhaus. Den Internatsleiter kannte Michel Hermens von früher noch als Erzieher. Aus dem übrigen Kreis der Pädagogen waren zwei noch da.

Mit den Schülern hatte er gleich einen Deal. „Ich merkte schnell, dass wir einen guten Draht haben,“ sagt Michel Hermens rückblickend über die Anfangszeit seiner Heimkehr. „Für viele Schüler war ich gleich eine Vertrauensperson.“ Der Mann, der zunächst als Assistent in Mühle und Hessenhaus arbeitete, reflektiert heute seine eigene Zeit: „Ich sehe mich in den Schülern selbst.“

Die Herausforderungen auch in kniffligen Situationen seien das, was besonderen Spaß mache und Genugtuung gebe. Viele Veränderungen nimmt er positiv wahr. „Das Soziale,“ so Hermens, „hat sich am Internat Steinmühle deutlich entwickelt. Auch das Lernbüro eröffnet Möglichkeiten, die es früher nicht gab.“

Der sportliche Niederländer mit dem einstigen Drang zum Ortswechsel ist am Internat Steinmühle (wieder) zur Ruhe gekommen. Dieses „In-Sich-Ruhen“ kann er auf Schüler übertragen. Nach Hause, zur Familie nach Maastricht, fährt er regelmäßig trotzdem. Und in Urlaub, an besondere Orte mit besonderen Landschaften. Das Gewöhnliche, Normale und Alltägliche muss es für Michel Hermens nämlich auch im Urlaub nicht sein. Einer seiner Lieblingsplätze: Die Azoren.

 

 

 

M. Hermens mit seiner aktuellen Wohngruppe

Ein Bild aus Schülertagen

Von Null auf Silber: Maxim Dyck rudert erfolgreich
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Der Rudersport hat am Internat Steinmühle eine langjährige Tradition. Diese Chance hat der 14jährige Internatsschüler Maxim Dyck ergriffen und in den vergangenen Monaten so eisern trainiert, dass er bei den Hessischen Meisterschaften im Ergometerrudern in Frankfurt auf Anhieb die Silbermedaille holte – und das als Jüngerer in der älteren Klasse der 15/16-jährigen in seinem allerersten offiziellen Wettkampf!

Bevor er an der Steinmühle zum ersten Mal ins Boot stieg, hatte Maxim schon etwas Erfahrung gesammelt. Die ersten Ruderschläge machte er in seiner Heimat nahe Koblenz auf der Mosel. Vom Ruderverein Rhenania brachte er neben seinen Kenntnissen auch einigen Ehrgeiz mit. Schnell beschloss das neue Mitglied des Vereins Rudern und Sport (RuS) Steinmühle: Ich möchte etwas erreichen.

 

Viermal wöchentlich beim Training

 

Ohne Fleiß kein Preis. Daher gehört der Jugendliche derzeit zu den Ehrgeizigsten beim Training im Kraftraum der Steinmühle. Viermal pro Woche betätigt er sich dort und nimmt es in Kauf, dass seine Freizeit ansonsten eher knapp bemessen ist. Im Sommer ändert sich wenig. Dann sitzt der 14Jährige im Einer und trainiert im selben Rhythmus auf der Lahn.

Zu Maxims Vorbildern gehört RuS-Athlet Lucas Schäfer. Sein Ziel, einmal selber Hessenmeister zu werden, ist daher kaum verwunderlich. Genau wie Lucas hat Maxim als Ausgleichssport zu Trainingszwecken den Radsport entdeckt. „Eine gute Ergänzung,“ wie er findet.

Dass sich der Internatsschüler vom RuS-Trainerteam in seinen Ambitionen optimal gefördert fühlt und der Verein nach seiner Einschätzung alle Voraussetzungen für erfolgreiches Rudern bietet, macht die Sache rund. Auch, dass die Eltern hinter seinem Rudersport stehen, vermittelt dem jungen Ruderer ein gutes Gefühl.

RuS-Trainer Martin „Stromi“ Strohmenger bezeichnete Maxim in seinem Bericht als „vielversprechendes Talent“, sodass man gespannt sein kann, wie es weitergeht. Die Internats- und Rudervereinsgemeinde der Steinmühle werden Maxims Aktivitäten auf jeden Fall mit Interesse verfolgen.

 

jeweils links im Bild: Maxim Dyck

Ein Abend für alle Sinne: Weihnachtsfeier im Internat Steinmühle
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Die gemeinsame Weihnachtsfeier von Schülerinnen, Schülern, Eltern und dem Pädagogenteam gehört alljährlich zu den Highlights im Internat Steinmühle. Rund 150 Anwesende erlebten im Forum einen abwechslungsreichen und humorvollen Abend – genau so, wie man sich einen harmonischen Jahresausklang vorstellt.

Der Abend wurde eröffnet mit der Etude Op. 10 Nr. 3 von Chopin, vorgetragen von Jieni Zhang. Es folgte die Begrüßung durch die Internatsleiter Anke Muszynski und Nils Schwandt sowie durch die Internatsratsmitglieder Lukas Kießling und Robert Mahl.

Mit seiner Stimme und dem Lied „Hört der Engel helle Lieder“ überzeugte im Anschluss Felix Müller. Sodann erlebte das Publikum die Inszenierung der „tanzenden Rentiere“ durch die Bewohnerinnen des Hessenhauses. Der Beitrag fand viel Applaus.

Bewohnerinnen und Bewohner von Westfalenhaus und Biohaus hatten eine Interpretation von Shakespeare-Szenen vorbereitet: Das Stück „Romeo und Julia“ wurde in einem ersten und letzten Akt eindrucksvoll vorgetragen. Dabei überraschte nicht nur Romeos Widersacher Bodo das Publikum.

Viel Bewegung gab es beim Showtanz von Bewohnerinnen und Bewohnern des Stamm-, Westfalen-, und Hessenhauses. Die Jugendlichen übertrugen dabei eine gehörige Portion Esprit ans Publikum. Und konnten mit ihrem Tanz im Schwarzlicht Faszination bei den Zuschauern wecken.

Felix Müller kann auch Johnny Cash – das zeigte er beim nachfolgenden Programmpunkt mit dem Songbeitrag „Ring of Fire“. Der Beifall der Anwesenden war ihm sicher.

„Weihnachten ist nicht so sein Ding…“ nannten Bewohner des Stammhauses ihren Beitrag, der als nächstes zur Aufführung gelangte. Mit ihren Sockenpuppen zeigten sie, dass auch der größte Weihnachtsmuffel vom besinnlichen Weihnachtsfest überzeugt werden kann.

Viviana Leege und Laura Cluss brachten als nächstes „Run Run Rudolph“ von Chuck Berry zu Gehör und ernteten damit viel Beifall.

Märchenstunde im Westfalenhaus: „Aschenbrödel mal anders“ lautete der Titel des Beitrages, den Bewohnerinnen und Bewohner des Westfalenhauses als nächsten Programmpunkt vortrugen und damit eine „Märchenstunde“ beisteuerten.

Im Anschluss stand wieder Gesang im Vordergrund. Katharina Filin präsentierte „Dancing On My Own” von Calum Scott.

Zu einer Reise um die Weihnachtswelt luden unter dem Applaus der Anwesenden einige Bewohner der Mühle ein, bevor das Stück „Christmas Everyday“ von Simple Plan, gesungen und gespielt von Selina Lu, Rachel Gu, Jieni Zhang, Chang Lu, Charles Zha und Lena Schmeltzer, zum Finale auf die Bühne gebracht wurde.

Der Abend hatte einmal mehr gezeigt, mit welchem Engagement und mit welcher Kompetenz die Schülerinnen und Schüler des Internats Steinmühle einen Abend zu einem Fest wie Weihnachten ansprechend für alle Sinne gestalten können.

 

                     

 

Weihnachten ist nicht mehr fern – das macht sich am Internat Steinmühle unverkennbar bemerkbar: Wohngruppen haben Adventskalender und Weihnachtsbäume aufgebaut, auf dem Schulhof brennen Lichterketten und Weihnachtsbeleuchtung.

Zudem laufen die Vorbereitungen der Weihnachtsfeier auf Hochtouren. Sie findet am Samstag, den 15. Dezember statt. Schon jetzt freuen sich alle Schülerinnen und Schüler, diesen Tag zusammen mit allen Familien zu genießen. Das kulturelle Programm der Weihnachtsfeier verheißt auch dieses Mal einen stimmungsvollen und spannenden gemeinsamen Abend.

Zu den vorweihnachtlichen Aktivitäten des Internats Steinmühle gehört in den kommenden Tagen neben dem traditionellen Serviettenfalten für die Weihnachtsfeier auch ein sportliches Angebot, das bei vielen beliebt ist: Ein gemeinsames Schlittschuhlaufen in Frankfurt.

  

 

 

Am 26. und 27. November standen die internen Fortbildungstage auf dem Terminkalender der pädagogischen Internatsmitarbeiter. Die beiden Tage wurden genutzt, um die Arbeit an aktuellen Konzepten weiterzuführen. Derzeit werden ein Medienkonzept erstellt und ein sexualpädagogisches Konzept erarbeitet.

Ziel des Medienkonzeptes ist es, verschiedenste Regeln, Empfehlungen oder auch Bedingungen für Medienarbeit zu formulieren, und zwar mithilfe der vorangegangenen Grundlagenarbeit. Mit dem Konzept sollen Grenzen und Chancen unterschiedlicher Medien dargestellt sowie in den Internatsalltag eingebunden werden, um einen verantwortungsvollen Umgang mit den einzelnen Medien zu vermitteln.

Den ersten Tag nutzte die Pädagogengruppe, um Leitlinien sowie ihren Erziehungsauftrag in Bezug auf Medienkompetenzen zu formulieren. Zudem wurden potenzielle Gefahren von Medien herausgearbeitet und Thesen erörtert, wie ein Medienkonzept davor schützen kann.

Am zweiten Tag arbeitete sich das Team durch verschiedenste Medien unter dem Aspekt, dabei sowohl die Rechtslage als auch Gefahren und Grenzen herauszustellen. Auch Chancen und Möglichkeiten, die von Medien ausgehen, wurden dargelegt.

Außerdem beschäftigte sich die Gruppe mit der konkreten Umsetzung dieser Strukturen im Internats-Alltag. Auch wurde beispielsweise einen Krisenplan für Cybermobbing mit entsprechenden Zuständigkeiten erörtert.

 

Durch ein Sexualkonzept wurde für einen sehr sensiblen und persönlichen Bereich der Persönlichkeitsentwicklung ein Konzept für den Internatsalltag entworfen. Thematisiert werden darin Chancen, Möglichkeiten sowie Risiken und Grenzen von Sexualität und dem Ausleben derselben.

Im Rahmen der Konzepterstellung machen es sich die Beteiligten zur Aufgabe, auf rechtlich sicherer Basis Aufklärung zu schaffen. Anliegen ist es, Toleranz und Sensibilität sowie eine ganzheitliche Entwicklung zu fördern, dabei aber gleichzeitig Privat- und Intimsphäre zu schützen. Um Anliegen und Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler möglichst vollständig und zutreffend einfließen lassen zu können, hatten zu diesem Thema bereits Gesprächsrunden mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Internats stattgefunden.

Ziel ist es, mit dem Sexualkonzept eine Grundlage für die sexualpädagogische Arbeit als Teil des gesamtpädagogischen Konzeptes im Internat Steinmühle zu schaffen.

 

Deutsch lernen, ohne die Muttersprache zu verdrängen- DIV-Arbeitskreis Internationalität tagte im Internat
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Wie können Schüler eine Textaufgabe in Mathematik lösen, wenn sie die Sprache nur schlecht verstehen? Wie sollen sie Textinterpretationen schreiben, wenn Satzverknüpfungen und Argumentationsaufbau nicht geläufig sind? Diese und andere Herausforderungen behandelte ein Workshop mit Prof. Dr. Una Dirks, die im Bereich Deutsch als Fremdsprache (DaF) und Deutsch als Zweitsprache (DaZ) am Institut für Germanistische Sprachwissenschaft der Marburger Philipps-Universität tätig ist. Er war Teil der Tagung des Arbeitskreises Internationalität des Vereins „Die Internate Vereinigung“ (DIV), die dieses Jahr am Internat Steinmühle stattfand.

Rund ein Dutzend Vertreterinnen und Vertreter deutscher Internate tauschten sich bei der Veranstaltung aus, für die Steinmühlen-DaF-Koordinator Jan Müller verantwortlich zeichnete. Dabei wurde die Fülle von Herausforderungen deutlich, die Lehrerinnen und Lehrer gemeinsam mit ihren ausländischen Schülerinnen und Schülern zu meistern haben. Paralleles Lernen von Sprache und Materie muss einerseits ermöglicht, andererseits bewältigt werden. Die meisten ausländischen Schüler wollen den Erfolg.

Deutsch lernen, ohne die Muttersprache zu verdrängen – die deutsche Kultur näherbringen, nicht ohne die Kultur der ausländischen Schüler zu würdigen: so sieht der Alltag im „DaF“-Bereich aus. „Wir müssen cross-curricular denken“, berichteten Teilnehmer aus ihren Erfahrungen. Will heißen: Ein Diktat schreiben lassen, mit naturwissenschaftlichen Begriffen. Oder Aufsätze zum Thema Biologie. Das alles sind Möglichkeiten – zum Beispiel.

Aus wissenschaftlicher Sicht, so Una Dirks, sollte man nicht auf den Zufall setzen, wenn es ums Vermitteln der deutschen Sprache geht. „Jede Schule und jede Klasse braucht Experten, die möglichst genau die Kompetenzstände der Schülerinnen und Schüler erfassen. Das ist eine sehr komplexe Aufgabe, die nicht von den Lehrkräften alleine geleistet werden kann“. Dieser Schritt sei deshalb so wichtig, weil nur bei genauer Erfassung z.B. des Hör-, Sprech-, Lese- und Schreibvermögens auch passgenaue Fördermaßnahmen entwickelt werden können. Andernfalls müsse man sich nicht wundern, wenn es spätestens bei Tests und Klassenarbeiten ein böses Erwachen gebe.

Dabei sei es schon wichtig, welche Grundlagen ein ausländischer Schüler mitbringe. Das Unterrichten eines russischen Schülers stelle andere Anforderungen als das eines chinesischen: „Die Architektur des Textes ist dort schon ganz anders, die Sprachmittel ebenso.“ Kreativität sei grundsätzlich etwas Wertvolles, zuviel davon beim Sprachenlernen aber nicht zielführend. Die Professorin konstatierte: “Sprache braucht einen Sockel, auf dem aufgebaut wird. Erst kommt die Pflicht, dann die Kür!“

„Totale Freiheit ist nichts für jeden“

So wurden einige der reformierten Unterrichtsmuster wieder ein wenig geradegerückt: Frontalunterricht muss nicht nur „schlecht“ sein. Auch beim Schreibenlernen stellen neue Forschungsergebnisse die geglaubten Errungenschaften deutlich in Frage: „Im Gegensatz zu strukturierten Ansätzen mit einer Lernfibel haben freiere Methoden viel häufiger Fehlschreibung und deutlich mehr Legastheniker produziert.“

„Totale Freiheit ist nichts für jeden,“ fasste die Referentin zusammen und machte klar, dass alle von einer systematischen Anleitung profitierten. Bei offenen Bildungsangeboten sei dies leider nicht der Fall: „Diese können meist nur von den ohnehin Bildungsbevorteilten sinnvoll genutzt werden.“

Selbstreflexion ermöglichen

Zum Lernfortschritt und einem steten Progress gehöre in jedem Fall die Selbstreflexion. Was kann ich? Was muss ich noch lernen? – Die Antworten seien hilfreich, das eigene Wissen und Können zu erweitern, non-verbale Verhaltensweisen dabei ein wichtiges Element.

Den Wert von Pünktlichkeit in Deutschland kennenzulernen, danach zu leben und das eigene Sprachhandeln in einem Lern-Video zu überprüfen, was beim Sozialverhalten schon gelingt und was nicht – dies alles ermögliche den Fortschritt.

Dass es Dinge gibt, die einfach Fleiß und Eigeninitiative erfordern, daran hat sich auch heute nichts geändert: Satzübergänge, sprachliche Elemente zur Argumentation zum Beispiel. Die muss man auswendiglernen und vor allem immer wieder üben im Zusammenhang mit unterschiedlichen Themen. Ganz im Gegensatz zum früheren Vokabellernen: „Wird die thematische Einbindung nicht gleich mitgelernt, häufen wir lediglich immer mehr träges Wissen an, das dann schnell wieder vergessen wird“. Prof. Dirks verweist hier auf einen empirisch gesicherten Erfahrungswert, zu dessen Überwindung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits Ideen für den nächsten Workshop entwickelten.

Neuer Reitplatz für bessere Bedingungen
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Komplett saniert ist er auf 20 mal 60 Metern und ohne Zweifel auch optisch eine Bereicherung: Der neue Reitplatz des Reitvereins Steinmühle. Die Firma Heus Reitplatzbau aus Elz war hier aktiv und machte aus dem alten Platz ein Terrain, das den Schulpferden, ihren Reiter/innen und allen Benutzern bessere Bedingungen bietet. Eine Shetty-Herde bestehend aus sechs Shetlandponys mit ihrem jüngsten, erst sechs Monate alten Nachwuchs dreht hier genauso ihre Runden wie vier Ponys und sieben Großpferde.

Vorangetrieben und maßgeblich finanziert wurde die Maßnahme vom Reitverein Steinmühle. Darüber hinaus gab es Zuschüsse von Land, Kreis, Stadt und Landessportbund. Mit Spenden unterstützten die Sparkasse Marburg-Biedenkopf, die Firma S&S Immobilien und die Firma Begro die Reitplatzsanierung.

Durch den neuen Platz sind die Nutzungszeiten entspannter und die Reiterinnen und Reiter haben mehr Möglichkeiten, ihre Reitzeit individueller zu nutzen. Den Sportlern stehen ein Springplatz und ein Dressurplatz zur Verfügung, wobei sich die Reiter weniger „in die Quere kommen“, bestätigen Reitlehrerin und Trainerin Beate Schridde sowie Olivia Vollhardt als Vorsitzende des Reit- und Sportvereins Steinmühle. Beide freuen sich, nun weitere optimierte Möglichkeiten für die Ausbildung von Pferd und Reiter anbieten zu können.

           

 

Eine besondere Nachtwanderung in Form eines Lichterweges unternahmen die Schülerinnen und Schüler des Internats Steinmühle. In fünf Kleingruppen aufgeteilt und je von zwei Pädagogen begleitet, ging es für die gesamte Internatsgemeinschaft durch den Wald. Zum Startpunkt gelangte das Gesamtteam noch auf vier Rädern, und zwar per „Shuttle-Service“. Während dieser Zeit wurde der erste Teil einer Geschichte erzählt. Vom Start der Nachtwanderung aus verlief der Weg dann zu Fuß: Zunächst durch den Cappeler Wald und im Anschluss durch ein Wohngebiet, bevor es später wieder zurück zur Steinmühle ging. Der Weg wurde gekennzeichnet durch Lichter am Wegesrand. Die einzelnen Gruppen, die im 30-Minuten-Takt starteten, mussten sich demnach ihre Strecke selber suchen. Während der jeweiligen Wartezeit gab es Lagerfeuer, Stockbrot und diverse Werwolfrunden in der Teestube.

Mehrere Stationen und Aufgaben

Verschiedene Stationen wurden beim Wandern abgelaufen. Dabei gab es verschiedene Aufgaben:

Station 1: Auf einer Plane auf einer Wiese liegend den nächtlichen Geräuschen des Waldes lauschen

Station 2: Ein Impulsspiel mit Fokus auf Teamwork

Station 3: Erstes Highlight der Tour: An einem 100 Meter langen Seil, welches von Baum zu Baum gespannt war, ging es querfeldein durch den dunklen Wald. Hier war Vorsicht geboten, da hier und da auch mal Stolperfallen durch umgefallene Bäume auftauchten

Station 4: Ab hier sollte – wer sich traut – ein gewisses Stück Weg alleine bestritten werden

Station 5: Hier bekamen alle die Anfangsgeschichte zu Ende erzählt und eine Kerze für die nächste Station

Station 6: Hier war wieder Teamwork gefragt: Die Gruppen mussten gemeinsam eine Strecke überbrücken, dabei mussten stets die Kerzen aller Mitglieder brennen

Entwicklung eines Gruppengefühls

Aufgrund einer Kooperation wurden die Stationen besetzt von ehrenamtlichen Mitarbeitern des evangelischen Jugendhauses in Cappel, die sich freiwillig und mit großem Engagement an Auf- und Abbau sowie Durchführung der Nachtaktion beteiligten. Nach der Wanderung konnten sich alle Gruppen bei Punsch und warmem Orangensaft am Feuer wärmen. Ziel der Nachtwanderung, so das Pädagogenteam, war nicht das klassische „Gruselerlebnis“, wie man es von Ferienfreizeiten oder Zeltlagern kennt. Vielmehr ging es darum, ein Gruppengefühl zu entwickeln, die Sinne außerhalb des Alltags zu schärfen sowie sich selbst und den eigenen Fähigkeiten etwas zuzutrauen. Den Mitarbeitern des evangelischen Jugendhauses in Cappel für ihr Engagement ein kräftiges Dankeschön!