Alle reden von Diplomatie – nur wie funktioniert sie? Nicolas Rechner, Steinmühlenschüler des Jahrgangs 13, hat sich schon mehrmals aktiv mit dem Thema beschäftigt. In den Herbstferien nahm er zum zweiten Mal aktiv an einem MUN teil.

MUN steht für Model United Nations. Dabei handelt es sich um akademische Planspiele und Simulationen für Schülerinnen, Schüler und Studierende, bei denen die Teilnehmenden in die Rolle von Diplomatinnen und Diplomaten schlüpfen und die Arbeit der Vereinten Nationen nachstellen.

 

Teilnahme an MUN-Veranstaltungen in London und Basel

Bei der Academun, die zur Academia Schule in Basel gehört, repräsentierte Nicolas Rechner zunächst Brasilien im Human Rights Council (HRC), übernahm aber nach dem ersten Tag die Rolle der Delegation von Israel, um die Debatte im HRC noch interessanter zu gestalten, wie er sagte. Nicolas schaftte es, 5 Amendments (Vertragsänderungen/-ergänzungen) in die Resolution einzubringen und erhielt später den Award für Best Delegate. 

„Jede MUN ist anders, denn es kommt sehr auf die Räumlichkeiten, den Veranstalter und die Teilnehmenden an“, erläutert Nicolas. Er war zum zweiten Mal auf einer MUN, im April in London und nun in Basel, und hat bei beiden Konferenzen Preise gewinnen können:

Best Delegate, Distinguished Delegate und Best Position Paper. Die MUNs waren immer auf Englisch.

„Die Themen sind je nach MUN meistens unterschiedlich“, berichtet er, „aber das Thema KI ist gerade natürlich sehr in. Hinzu kommt noch, dass in jedem Komitee/Gremium auch wieder unterschiedliche Unterthemen vorgegeben sind“. Nicolas war bisher in der General Versammlung der UN (GA) und dem Menschenrechts Rat der UN (HRC).

(Angela Heinemann)

 

Das Konzept

Rollenverteilung: Jede Person oder ein Team vertritt einen bestimmten Staat oder eine Organisation in einem simulierten Gremium (z. B. der UN-Generalversammlung oder dem Sicherheitsrat). 

Keine Eigenmeinung: Man argumentiert nicht aus eigener Sicht, sondern vertritt offiziell die politische Linie des zugewiesenen Landes.

Ziele: Über globale Krisen oder Themen (wie Klimaschutz oder Menschenrechte) wird debattiert, es wird verhandelt und es werden gemeinsam Resolutionen erarbeitet. 

Ablauf und Ziele

Debatten: Reden halten, Anträge stellen und Bündnisse mit anderen Ländern schmieden.

Lerneffekt: Vermittlung von Kenntnissen über internationale Politik, Diplomatie, Völkerrecht sowie Rhetorik, Verhandlungsgeschick und interkulturelles Verständnis. 

Konferenzen: MUNs finden als eintägige Schulveranstaltungen oder als große mehrtägige nationale und internationale Konferenzen statt, wie etwa über den Verein Deutsche Model United Nations e.V.

 

(Quelle: KI)

 

 

💪🏼 Super Leistungen unseres Doppelvierers: Emma Schütt (am Schlag Position 1), Freya Dorndorf (Position 2), Lara Khatib (Position 3), Lotta Funk (Position 4) und Steuermann Richard Tapia präsentierten im Trainingslager Mannheim-Sandhofen richtig gutes Rudern 🚣‍♀️👏‼️
„Im Verhältnis zu der kurzen Zeit eine technisch beachtliche Ruderqualität“ lobte Cheftrainer  Martin Strohmenger („Stromi“). Die jungen Athletinnen und Athleten bestachen demnach besonders bei Konzentration, Durchhaltevermögen und Kondition. „Ein tolles Team“ schwärmte Stromi weiter, das sich zusätzlich von den gleichzeitig anwesenden, erfahreneren Aktiven aus Offenbach noch einiges abschauen konnte😇

Stolze Teilnehmergruppe aus der Steinmühle bei der Auszeichnungsveranstaltung „Umweltschulen 2026“: Erneut erhielt unsere Schule für zwei weitere Jahre die entsprechende Urkunde, überreicht durch Bildungsstaatssekretär Dr. Manuel Lösel und Michael Ruhl, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat. Vertreten wurde die Steinmühle durch Dr. Sven Freibert, Anna-Lena Griessler und Vasyl Diachenko (Klasse 9i, Wahlunterricht Bienen). Unsere Gruppe ist links im Bild zu sehen. Insgesamt zeigt das Foto Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Schulen, die – so wie die Steinmühle – zum außerschulischen Umweltzentrum Jugendwaldheim Roßberg gehören.

 

Aktivitäten an der Steinmühle gehen über Auszeichnungskriterien hinaus

Die Verleihung der Urkunde sowie die gesamte Zeremonie waren auch in diesem Jahr ein beeindruckendes Zeichen für das Engagement unserer Schule im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Die zahlreichen Präsentationen und Beiträge der Schülerinnen und Schüler sowie das Engagement der begleitenden Lehrkräfte haben die Veranstaltung in besonderer Weise bereichert.

Für die Auszeichnung haben unsere Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte zwei Jahre lang an Themen der nachhaltigen Entwicklung gearbeitet, verbindlich ausgerichtet am BNE-Kompass.  Bei ihren Aktivitäten wurden sie jeweils durch abgeordnete Lehrkräfte an außerschulischen Umweltzentren begleitet und beraten. Bindeglied für die Steinmühle ist Ute Visser, Regionalkoordinatorin des Umweltzentrums und gleichzeitig Lehrkraft im Vorbereitungsdienst an unserer Schule.

 

Die an BNE ausgerichteten Aktivitäten an Schule & Internat Steinmühle finden ihre Grenzen nicht innerhalb der für die Auszeichnung erforderlichen Kriterien, sondern gehen weit darüber hinaus. Über verschiedene Beispiele werden wir weiter berichten.

(Heinm/ Foto: Stephan Rech)

 

Zusammen mit ihrem Biologielehrer Malte Klimczak unternahm eine neunköpfige plus-MINT-Gruppe der Steinmühle eine Exkursion zum Schülerlabor im Botanischen Garten. Ziel war die Teilnahme am Molekularbiologiekurs Genetischer Fingerabdruck, um einen Einblick in molekularbiologische Arbeitsverfahren zu erhalten.

 

DNA isoliert und sichtbar gemacht

Der genetische Fingerabdruck sollte jeweils aus der eigenen Erbsubstanz erstellt werden. Dazu isolierte zunächst jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer DNA aus den Mundschleimhautzellen. Diese wurde mithilfe der Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR) vervielfältigt und durch Gelelektrophorese sichtbar gemacht.

„Wir versuchen, den Schülerinnen und Schülern durch verschiedene Exkursionen und Workshops Einblicke in unterschiedliche Wissenschaftsbereiche zu geben“, erläuterte Malte Klimczak. „So können sie Ideen und Methoden für ihre eigenen Forschungsvorhaben entwickeln“.

 

Moderne Inhalte in authentischer Umgebung

Das Schülerlabor am Botanischen Garten existiert seit 2010 und verfügt über 20 Arbeitsplätze. Es ist ein außerschulischer Lernort der Marburger Philipps-Universität. Das Labor bietet schwerpunktmäßig Kurse zur Photosynthese und zur Molekulargenetik für Schülerinnen und Schüler der Qualifikationsphase an. Über 600 Schülerinnen und Schüler aus Marburg und dem Umland besuchen jedes Jahr die Kurse im Schülerlabor. Der naturwissenschaftliche Unterricht der Schulen wird so durch moderne Inhalte in einer authentischen Umgebung ergänzt.

Steinmühlen-Lehrer Malte Klimczak hat früher ebenfalls im Schülerlabor gearbeitet und damals das Praktikum entwickelt. Aktuell erfolgte die vor Ort-Unterstützung der Steinmühlen-Gruppe durch Christian Deurer. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lehrer im Schülerlabor.

(Heinm)

Viele schöne Schnappschüsse gelangen unserem Fotografen Rainer Waldinger beim Herbstfest der Steinmühle am vergangenen Samstag, dem 26. September.

 

Präsentationen mit viel Liebe zum Detail

Die nachfolgenden Fotos vom Tage spiegeln die Vielfalt unserer Angebote, die Stimmung auf unserem Campus und die Liebe zum Detail wider, mit der sich alle Aktiven für eine vielfältige und optimale Außendarstellung ins Zeug gelegt haben. Wir danken der Internatsgemeinde und der Schule für ihre geleistete Arbeit. Dahinter steckt organisatorisch ein Mega-Aufwand! Denjenigen, die dabei den „Hut aufhatten“, gilt unser größter Respekt, aber auch all denen, die durch Muskelkraft dazu beigetragen haben, den Steinmühlencampus für einen Tag in ein Festgelände zu verwandeln. Die Tatsache, dass wir praktisch ohne externe Dienstleister auskommen, lässt erahnen, was hier zu stemmen war.

 

Folgen Sie uns in den sozialen Netzwerken!

Scrollen Sie nun gleich unten durch die Fotos. Der abendliche Foto-Part Nummer 2 wird folgen. Bereits jetzt erhalten Sie auf der Instagram-Seite der Steinmühle im Story-Archiv „Herbstfest“ einen Eindruck davon. Übrigens: Wir freuen uns dort auch über Sie als Follower, wie auch auf Facebook und auf LinkedIn.

Viel Spaß!

 

(Angela Heinemann)

 

 

Das haben wir geboten:

03 Herbstfestplan 2026

 

Sie haben unser Fest verpasst? An dieser Stelle möchten wir gleich die Antwort auf eine vielgestellte Frage geben: Das Herbstfest findet immer am letzten Samstag eines jeden Monats September statt. Für die Langzeit-Planung darf der Termin für das kommende Jahr also schon einmal gerne notiert werden: Es ist der 25. September 2027.

 

 

Dass Mathematik weit mehr ist als trockenes Formelrechnen, erlebten kürzlich 18 mathematisch begeisterte und begabte Schülerinnen und Schüler der Klassen 6 bis 13 am Gymnasium Steinmühle. Im dreistündigen Workshop tauchten sie tief in die faszinierende Welt der Spieltheorie und Kombinatorik ein – geleitet von Prof. István Heckenberger (Fachbereich 12 Mathematik und Informatik der Universität Marburg) und Mathelehrkraft Maximilian Moll.

 

Von verblüffenden Strategien und chancenlosen Schafen

Im Mittelpunkt des Nachmittags standen sogenannte deterministische Spiele – Spiele, bei denen kein Würfelglück entscheidet, sondern eine mathematisch perfekte Strategie den Sieg erzwingen kann. Die Jugendlichen erforschten unter anderem:

  • NIM-Spiele: Wie lässt sich durch geschicktes Aufteilen von Streichhölzern in Zweier-Päckchen und Binärzahlen der Sieg von Anfang an planen?
  • Wölfe gegen Schaf: Warum können vier Wölfe auf dem Schachbrett durch eine lückenlose „Mauer-Strategie“ das Schaf garantiert umzingeln?
  • Vier Gewinnt & Raumkontrolle: Welche mathematische Macht verbirgt sich hinter der mittleren Spalte und wie verändern sich die Gewinnchancen, wenn man die Spaltenanzahl variiert?

Neben den Strategiespielen ging es um Phänomene wie nicht-transitive Würfel (Würfel, die sich gegenseitig schlagen – ähnlich wie bei „Schere, Stein, Papier“), das gezielte Abzählen von Möglichkeiten und die mathematische Suche nach unveränderlichen Eigenschaften (Invarianten).

Das Besondere an der Gruppe: Die breite Altersspanne von der 6. Klasse bis zur Oberstufe erwies sich als echter Gewinn: Beim Tüfteln an komplizierten Spielstrategien ergänzten sich die Ideen der Jüngeren und Älteren.

 

Startschuss für weitere Workshops an anderen Marburger Gymnasien

Der Nachmittag war der gelungene Auftakt der Workshopreihe „Marburg macht Mathe“ – einer gemeinsamen Initiative des Schülerinnen- und Schülerforschungszentrums Mittelhessen (SFM) in Kooperation mit dem Fachbereich 12 der Philipps-Universität Marburg.

Das Ziel der Reihe ist es, Mathe-Begeisterte aus der Region zusammenzubringen und ihnen Einblicke in Themen zu geben, die weit über den normalen Schulstoff hinausgehen. Weitere Termine an den anderen Marburger Gymnasien sowie an der Universität sind bereits in Planung.

Bei Fragen oder Interesse an den kommenden Workshops stehen Prof. István Heckenberger und Maximilian Moll als Ansprechpersonen gerne zur Verfügung.

(Maximilian Moll / Foto: Wikimedia)

 

Der Termin gehört unübersehbar in den Kalender – und er liegt bereits am Ende dieser Woche: Die Steinmühle feiert ihr Herbstfest! Für Ehemalige werden diesmal ganz besondere Akzente gesetzt. Lassen Sie sich überraschen!

Was Sie jetzt schon tun können: Registrieren Sie sich in unserem Alumni-Netzwerk https://steinmuehle.de/friends-alumni/alumni-netzwerk-steinmuehle/. Finden und gefunden werden, lautet die Devise. Dort gibt es sogar einzelne Gruppen für jeden Abiturjahrgang.

Familie und Freunde möchten Sie begleiten? Unsere Veranstaltung verspricht ein umfangreiches Programm für jedes Alter.

Sie haben Interesse an Informationen über die Schule mit internationalem Schulzweig? Herzlich willkommen! Gerne sprechen wir mit Ihnen auch über einen Platz im Internat. Buchen Sie hierfür am besten einen Termin unter 06421-4080, so können wir Sie in Ruhe und vollumfänglich informieren.

Wir freuen uns auf Sie!

(Heinm)

 

Über drei Jahre erstreckt sich die Fortbildung QuaMath, die sich an die Adresse von Mathematik-Lehrkräften an weiterführenden Schulen wendet. Für die Steinmühle nehmen daran Maximilian Moll und Malte Klimczak teil.

Inhaltlich geht es um didaktische Fragen und Aspekte der Schulentwicklung, berichteten die beiden Mathelehrer. Ihre Aufgabe ist es, die Impulse, die sie in den Veranstaltungen aufgenommen haben, in die Mathe-Fachschaft der Steinmühle hineinzutragen.

 

Besonderes Engagement in der Mathematik-Unterrichtsentwicklung

Kultusminister Armin Schwarz unterzeichnete das aktuelle Zertifikat, das das besondere Engagement in der Unterrichtsentwicklung im Fach Mathematik würdigt. Es ziert nun – zusammen mit zahlreichen weiteren Urkunden und Auszeichnungen – die Wand im Eingangsbereich des Steinmühlen-Hauptgebäudes.

QuaMath ist ein bundesweites deutsches Fortbildungsprogramm zur langfristigen Verbesserung des Mathematikunterrichts von der Kita bis zum Abitur.

Es ist eine gemeinsame Initiative der Kultusministerkonferenz (KMK) und des Deutschen Zentrums für Lehrkräftebildung Mathematik (DZLM).

(Heinm)

 

Einige Wochen lang hat sich der Kurs Powi Plus mit Innovationen beschäftigt und Produktideen entwickelt, die es am Markt noch nicht gibt. Die Innovationen konnten unterschiedlichen Branchen zugeordnet werden, zum Beispiel der Lebensmitteltechnologie, dem Healthcarebereich, der Kosmetikindustrie und der Fitnessbranche. Vermittelt durch den Marburger Universitätspräsidenten Prof. Dr. Thomas Nauss war Prof. Dr. Vivien Procher mit einigen Mitarbeitern von MAFEX (Zentrum für Enterpreneurship und Innovation) an die Steinmühle gekommen, um die Schülerinnen und Schüler von PoWi Plus dabei zu coachen, einen professionellen Pitch vorzubereiten und vorzutragen (wir berichteten am 1. Juli).

Nach den Sommerferien haben die Schülerinnen und Schüler von PoWi Plus zusammen mit einem weiteren Powi-Kurs eine Exkursion zum Marburger Lokschuppen unternommen und bekamen dort einen Einblick in die Marburger Gründerszene.

Gunther Schneider (CEO der Schneider GmbH Co. KG und Gründer des Lokschuppens) berichtete in einem schillernden Vortrag darüber, was einen Gründer erfolgreich werden lässt.

 

„Oberste Eigenschaft: Unruhe“

Als oberste Eigenschaft nannte er „Unruhe“. Man sollte von der Frage getrieben sein „Wie kann man das besser machen?“

Eine weitere Folie wurde überschrieben mit dem Thema „Know your shit“. Innovation beginnt laut Schneider mit Wissen, nur dann kann die Marktrelevanz beurteilt und echter Mehrwert geschaffen werden.

Echte Innovation probiert zu verstehen, wo der Kunde in fünf Jahren stehen möchte. Hier präsentierte Schneider ein Zitat von Henry Ford, und es verdeutlichte, was er meinte:

„If I asked people what they wanted, they would have said faster horses.“ (Henry Ford)

Man müsse denken, was noch niemand gedacht habe.

 

„Ideen haben und vor allem durchziehen“

Eine weitere Folie war überschrieben mit „Eine gute Idee reicht nicht, man muss sie durchziehen.“

Auch hier nutzte er zur Verdeutlichung ein einschlägiges Zitat, was die nötige Ausdauer verdeutlicht:

„Do not judge me by my successes, judge me by how many times I fell down and got back up again.“ (Nelson Mandela)

 

„Change before you have to“

Innovationen sind für Gunter Schneider eine Frage der persönlichen Haltung, es ist die konsequente Suche nach Verbesserung. „Change before you have to.“

Zur Idee des Lokschuppen berichtete er, dass es früher ein Knotenpunkt für Züge war. Nun soll es Knotenpunkt für Menschen sein, die innovativ sind und die Welt verbessern wollen.

Auf den Vortrag von Gunter Schneider folgte das Team von Lovedis, sie berichteten von ihrem Konzept, Gründer mit bestehenden Kunden zusammenzubringen.

 

„Suche ein Problem, das wirklich nervt“

Der Nachmittag wurde abgerundet durch die spannenden Ideen von Dirk Rudolf (Gründer von Direktüberweisung).

Seine Gründerideen begannen als schlechter Schüler Ende der 90er, als das Internet wirklich noch Neuland war, mit einer Hausaufgabenplattform für Schüler, die erfolgreich durchstartete. Als dann 2003 Onlineshopping immer beliebter wurde, gründete er eine Firma zur Direktüberweisung, die er später an Klarna verkaufte.  Bis dato hat er noch weitere Firmen gegründet, die er dann aber immer weiterverkaufte, weil ihm neue Ideen zur Gründung weiterer Innovationen einfielen.

Uns gab er folgendes mit auf den Weg:

„Suche ein Problem, das wirklich nervt und finde die Verbesserung!“

Gründung erfordere Fleiß und auch ein bisschen Glück, aber ohne Mut funktioniere nichts.

 

Wie lernen sich neue und „alte“ Internatsschüler derselben Wohngruppe am besten kennen? Die Steinmühle greift dazu auf ein bewährtes Format zurück. Jede Wohngruppe startet zum Schuljahresbeginn eine gemeinsame Reise. Welche Fahrten diesmal auf dem Kalender standen, ist nachfolgend zu lesen.

 

Hessenhaus: Ungezwungene Gespräche und neue Verbindungen

Unsere diesjährige Häuserfahrt führte uns nach Soltau, in das Herz der Lüneburger Heide, wo wir gemeinsam ein abwechslungsreiches Wochenende verbrachten. Ziel der Fahrt war es, den Zusammenhalt in der Gruppe zu stärken, Vertrauen aufzubauen und durch gemeinsame Erlebnisse Raum für neue Begegnungen zu schaffen.

Im Laufe des Wochenendes war deutlich zu spüren, wie die Gruppe immer mehr zusammenfand. Bei Spielen, gemeinsamen Mahlzeiten und dem Besuch im Heide Park entstanden viele ungezwungene Gespräche und neue Verbindungen. Besonders schön war zu beobachten, wie selbstverständlich sich die Jugendlichen gegenseitig einbezogen und gemeinsame Erlebnisse miteinander teilten.

 

Westfalenhaus: Individuelle Freundschaften und echter Gruppenzusammenhalt

Um sich besser kennenzulernen und Gemeinschaft zu schaffen, war das Westfalenhaus dieses Jahr in der Nähe von Köln. Das Highlight am Samstag: Achterbahn fahren im Phantasialand. Den ganzen Tag waren wir auf der Jagd nach dem nächsten Adrenalin-Kick, bei dem auch die ein oder anderen über ihren eigenen Schatten springen und gemeinsam den Nervenkitzel meistern mussten. Richtig spannend – und auch ein bisschen gruselig – wurde es dann noch abends beim Werwolf-Spielen, bei dem sich alle noch einmal intensiver kennenlernten. Aber nicht nur hier, sondern auch beim gemeinsamen Kochen im Selbstversorgerhaus, gemütlich am Lagerfeuer sitzend und quatschend oder bei spontanen Dance-Partys am Abend sind über das Wochenende individuelle Freundschaften und echter Gruppenzusammenhalt entstanden.

 

Bremerhaus: Gelingen des Alltags hängt von der Beteiligung aller ab

Die Häuserfahrt des Bremerhauses nach Ostfriesland und auf die Insel Norderney stand ganz im Zeichen des gemeinsamen Erlebens, der Gruppenbildung und der persönlichen Entwicklung. Im Mittelpunkt stand dabei weniger das gemeinsame Unterwegssein als vielmehr die Frage, wie eine Gruppe durch neue Erfahrungen, gemeinsame Herausforderungen und ungewohnte Situationen zusammenwächst.

Eine besondere Bedeutung hatte die gemeinsame Gestaltung des Alltags. Beim Einkaufen, Planen und Zubereiten der Mahlzeiten waren die Jugendlichen gefordert, Verantwortung zu übernehmen, sich abzustimmen und Aufgaben untereinander zu verteilen. Dabei entstanden ganz selbstverständlich Situationen, in denen Rücksichtnahme, Kommunikation und Verlässlichkeit gefragt waren. Gemeinsames Kochen wurde so zu einem wichtigen sozialen Lernfeld: Jede und jeder konnte einen Beitrag leisten und erleben, dass das Gelingen des gemeinsamen Alltags von der Beteiligung aller abhängt.

Auch der Aufenthalt auf Norderney bot zahlreiche Möglichkeiten, Selbstständigkeit und Eigenverantwortung zu erproben. Die Jugendlichen mussten sich in einer ungewohnten Umgebung orientieren, Wege eigenständig finden und sich innerhalb der Gruppe absprechen. Das bewusste Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in die Gruppe stärkte dabei nicht nur die individuelle Selbstständigkeit, sondern auch das gegenseitige Vertrauen.

Eine besondere Herausforderung stellte das gemeinsame Bad in der kalten Nordsee dar. Sich trotz der niedrigen Temperaturen ins Wasser zu wagen, erforderte Überwindung und Mut. Gerade solche Situationen, die außerhalb des gewohnten Alltags liegen, bieten wertvolle Erfahrungen: Eigene Grenzen wahrzunehmen, sie gegebenenfalls zu überwinden und dabei von anderen unterstützt und motiviert zu werden. Das gemeinsame Bewältigen dieser Herausforderung stärkte das Gruppengefühl und schuf ein gemeinsames Erfolgserlebnis.

Darüber hinaus entstanden insbesondere beim gemeinsamen Spielen neue Verbindungen innerhalb der Gruppe. Durch die ungewohnten Situationen ergaben sich neue Konstellationen und Kontakte, die im normalen Internatsalltag möglicherweise weniger selbstverständlich entstehen. Jugendliche begegneten sich teilweise aus einer anderen Perspektive und entdeckten gemeinsame Interessen und Fähigkeiten. So konnten bestehende Gruppengrenzen aufgebrochen und neue Beziehungen innerhalb des Bremerhauses gefördert werden

 

Stammhaus: Für die Dynamik ein voller Erfolg

Das Stammhaus ist dieses Jahr in die Rhön gefahren. Unter einfachen Bedingungen haben wir alle gemeinsam in einem großen Zelt übernachtet. Dieses wurde zusammen mit allen Jungs auf- und abgebaut. Auch alle weiteren Aufgaben (Aufräumen, Spülen, Vorbereiten des Essens), die zu erledigen waren, wurden gemeinschaftlich und ohne Murren erledigt. In den freien Minuten wurden Schach und Fußball gespielt. Ob beim Sommerrodeln, Wandern oder beim abschließenden Entspannen in der Therme: Die Stimmung war durchgehend ausgelassen und die gesamte Gruppe hatte sichtlich Spaß. Zur Belohnung nach der Wanderung kehrten wir in einem Kloster ein, um uns dort mit deftigen Leckereien wieder zu stärken.

Das Wochenende war für die Dynamik und den Zusammenhalt der Gruppe ein voller Erfolg, und wir schauen sehr optimistisch aufs kommende Schuljahr.

 

Mühle: Die Zeit gemeinsam genossen an einem wunderschönen Wochenende

Dieses Jahr sind wir mit der Mädelsgruppe Mühle gemeinsam in das Ruhrgebiet gefahren. In einer gemütlichen Unterkunft eines Kulturzentrums in Essen haben wir den Freitagabend mit einer italienischen Kochsession und lustigen Spielen ausklingen lassen. Um Punkt null Uhr gab es dann noch eine kleine Party mit Gesangseinlage, um den 14ten Geburtstag einer Bewohnerin gebührend zu feiern. Den Samstag haben wir zusammen im Movie Park verbracht. Von Wilderwasserrafting über Looping Achterbahnen bis zu Schießständen und leckeren Crêpes war für alle was dabei. Bevor es dann am Sonntag zurück ins heimatliche Marburg ging, haben wir noch einen Stopp im Bochumer Planetarium gemacht. Dort haben wir uns unser ,,Geheimnisvolles Universum“ angeschaut, lagen dabei unter einer riesigen Kuppel und konnten wunderbare Sternbilder betrachten, während auf spannende Art und Weise über den Aufbau unseres Universums und der Milchstraßen-Galaxie berichtet wurde. Die Mädels und auch wir PädagogInnen haben die Zeit sehr genossen und ein wunderschönes Wochenende mit vielen Fotos in Erinnerung.

 

Biohaus: Gruppe kann Reibung aushalten und Kompromisse finden

Eine neue Wohngruppe, ein neues Konzept und acht junge Erwachsene: Für Teile unserer 12er und 13er war diese Häuserfahrt nicht nur ein Ausflug, sondern eine Generalprobe für ein völlig neues Wohngruppenkonzept unseres Internats, das auf Eigeninitiative, Vertrauen und ein Maximum an Selbstständigkeit setzt. Die Rolle des pädagogischen Teams? Nicht länger nur anleitend, sondern eingeladener Partner auf Augenhöhe.

Dass diese Idee aufgehen kann, zeigte sich schon zu Beginn des gemeinsamen Wochenendes: Einkauf, Vorbereitung und ein stimmungsvolles Pizza-Dinner bei Kerzenschein wurde von der Gruppe komplett in Eigenregie organisiert. Das pädagogische Team saß mit am Tisch – allerdings als Gäste einer offensichtlich funktionierenden WG.

Der Samstag stand dann ganz im Zeichen echter Mitgestaltung. Um die Wohngruppe zu einem echten Ort der Begegnung zu machen, der darüber hinaus als Lernraum dienen muss, wählte die Gruppe gemeinsam die Ausstattung für den „neuen“ Gruppenraum aus. Das engagierte Diskutieren über Geschmack und Nutzen deutet an, dass die Gruppe Reibung aushalten und gemeinsam Kompromisse finden kann.

Um die Notwendigkeit gelingender Kommunikation für eine Gruppe zu unterstreichen, besuchten wir das Erlebnismuseum „Dialog im Dunkeln“ in Frankfurt am Main. Sich ohne Sehvermögen auf die Stimmen und Signale anderer zu verlassen, war eine wertvolle und sehr eindrückliche Erfahrung in Bezug auf Vertrauen, Unterstützung und Kommunikation für eine Gruppe, die ohne ein immer regulierendes pädagogisches Präsenz-Team ein Miteinander finden muss. Gleiches gilt für den Escape-Room, der den Samstag abschloss. Als Team Lösungen zu finden, aufeinander aufzubauen und gemeinsam auch Irrwege zu laufen, wird auch im WG-Alltag dazugehören.

Als Team ziehen wir nach diesem Wochenende eine deutlich positive Bilanz: Die Gruppe harmoniert trotz sehr unterschiedlicher Persönlichkeiten schon auffallend harmonisch. Naturgemäß bringt eine so neue und bis dato unbekannte Wohnform in unserem Internat kleine Unsicherheiten mit sich – sowohl für die jungen Erwachsenen als auch die etwas „älteren“. Dennoch konnten wir am Wochenende beweisen: Jungen Erwachsenen viele Vertrauensvorschuss zu geben, kann sich lohnen. Ein rundum gelungener Auftakt für eine neue Gruppe, und vielleicht auch für ein neues Wohnkonzept für viele Jahre.

 

Das pädagogische Team im Internat Steinmühle