Das Glas nicht aus den Augen lassen

KO-Tropfen auf Parties oder Veranstaltungen sind ein Angstmacher für Eltern, Jugendliche, aber auch ältere Erwachsene. Die Vorstellung, dass Fremde das eigene Getränk in einem unbemerkten Moment mit Substanzen versehen, durch die man erst „berauscht“ und anschließend willenlos wird, bereitet große Sorge. Doch was sind KO-Tropfen eigentlich? Wie erkennt man sie, wie schützt man sich davor? Und was, wenn man doch Opfer einer KO-Attacke geworden ist?

Fragen über Fragen, für die der Jahrgang 10 an Schule & Internat Steinmühle im Rahmen einer anderthalbstündigen Präventionsveranstaltung zwei kompetente Ansprechpartnerinnen hatte, nämlich Lara Baade und Lucie Lemberg vom Verein Frauennotruf Marburg e.V..

 

Schlagartiger Wechsel von Euphorie zu Wehrlosigkeit

Es ist nicht nur eine einzige Substanz, die als KO-Auslöser genutzt werden kann. Rund 150 verschiedene Mittel, teilweise im Internet bestellbar, „taugen“ dazu, ausgewählte Personen gezielt vorübergehend aus dem selbstbestimmten Leben zu holen. Es sind Substanzen, zum Teil zweckentfremdet, die im Getränk optisch und geschmacklich nicht unbedingt auffallen. Bis maximal 30 Minuten nach dem Konsum des Getränks fühlt sich die Konsumentin oder der Konsument eher berauscht und euphorisch. Nach 20 bis 30 Minuten aber kommt der Kipp-Punkt. Und zwar schlagartig.

„Dann kommt die sedative Phase“ , berichten die Referentinnen. Betroffene sind wie weggetreten, energielos, haben Bewusstseinsstörungen, Herzrasen und müssen sich erbrechen. Sie können sich gegen aktive Be- oder Mißhandlung – mitunter Vergewaltigungen – nicht wehren, haben keine Kraft. Diese Phase dauert, je nach Substanz und Kondition, etwa 6 bis 8 Stunden.

 

Konsum durch Spezialbrillen simuliert

„Es kommt darauf an, ob und was man gegessen hat, ob vorher vielleicht schon Alkohol konsumiert wurde oder dergleichen“ berichten die Fachfrauen, die die Schülerinnen und Schüler zum Abschluss des Exkurses über einen interaktiven Parcours schickten. Dabei wurde mithilfe spezieller Brillen der vorherige Genuss der gefährlichen Rauschmittel simuliert. – Eine Erfahrung, um annähernd die Vorstellung zu haben, wie es ist, KO-Tropfen-Opfer geworden zu sein.

 

Auf Feiern jeglicher Art

Der Ort, an dem diese heimtückischen Aktivitäten stattfinden, ist übrigens nicht immer der Club oder die Bar. Es sind private Partys, es ist die Kirmes, es sind Feiern jeglicher Art, bei denen meist viele Menschen zusammenkommen. Und es ist übrigens nicht unbedingt der Fremde, der bei derlei Gelegenheiten das oder die Opfer aussucht. Es ist bisweilen jemand aus dem Bekanntenkreis, der auf diese Weise einen schlechten Scherz plant – oder mehr.

Entgegen aller Annahmen sind die Zielpersonen zwar meist weiblich, aber nicht immer, und gar nicht so selten keine Jugendlichen mehr. „Opfer von KO-Tropfen können“, so die Referentinnen, „auch ältere Personen werden“.

Die Präventionsveranstaltung für den Jahrgang 10 der Steinmühle fand klassen- bzw. gruppenweise statt. Unser Foto entstand bei der Präventionseinheit für die Klasse von Fachlehrerin Nicole Hohm.

 

Funken ins antarktische Eismeer: Austausch mit Forschergruppe von Neumayer III
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„Was war DAS für ein geiler Tag“ – wenn Schüler mit diesen Worten den Unterricht verlassen, dann haben die Lehrkräfte etwas richtiggemacht!

 

Klar ist: Nicht jeden Tag kann man einen Funkkontakt zum Südpol bieten. Als es ihn gab, am 24. September, waren eine Menge Steinmühlenschüler Feuer und Flamme, mit der Forschungsstation Neumayer III im antarktischen Eis zu sprechen. Die Kontaktaufnahme zu der Besatzung und deren Antworten auf verschiedene Fragen aus der Steinmühle wurde ermöglicht durch technischen Support des Deutschen Amateur Radio Clubs (DARC), durch das Herausarbeiten von Fragen an die Wissenschaftler zusammen mit den MINT-Lehrkräften der Steinmühle und durch Disziplin beim Funken. Denn mit einem lockeren Spruch ins Mikrophon ist es nicht getan.

 

Schnelleinweisung in das ABC des Funkens

Unter fachkundiger Anleitung galt es, sich mit dem Funkalphabet vertraut zu machen, den Rufnamen der Gegenstation aufzusagen und dann den eigenen Rufnamen zu nennen. Jeden Satz war mit „kommen“ zu beenden, was der Gegenseite signalisiert, dass man fertig ist. Bei „over and out“ endet das Gespräch komplett.

 

Forschungsergebnisse von globalem Interesse

Um die Antworten der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf die Fragen der Steinmühlenschüler akustisch zu verstehen, halfen Disziplin und ein geringer eigener Lautstärkepegel. Man stelle sich vor: Neun Menschen befinden sich in rund 12.000 Kilometern Entfernung im Südpolarmeer, in einer Forschungsstation, die auf Stelzen steht. Und unter ihnen 200 Meter Eis. Es sind Fachleute mit unterschiedlichen Spezialgebieten wie zum Beispiel Meteorologie, Geophysik, Klimaforschung, Biologie. Ihre Aufgaben: Erdbeobachtung, Strahlungsmessung, Klimaforschung mit Daten, Temperaturen und Meßreihen. Themen unserer Zeit.

 

Viele Fragen bewegten 

„Hallo Luna“ kam über den Äther die Begrüßung zurück. Als der Funkkontakt merklich funktionierte, stieg die Aufregung abermals. Es gab Fragen über Fragen, welche Daten zu Gletscherbewegungen und Eisdicken gesammelt werden, wie Energie auf der Station gewonnen wird, ob es ein Handynetz vor Ort gibt, ob auch Pinguine erforscht werden, wohin Abwässer geleitet werden und vieles mehr.

 

Wie lebt man in der Isolation?

Aber auch persönliche Fragen an das Team beschäftigten die Schülerinnen und Schüler. „Wie kommt ihr mit der Isolation zurecht? Wie versorgt ihr euch? Was esst ihr? Was macht ihr in der Freizeit? Und wie wird geheizt?“ Angesichts der Außentemperatur von rund minus 40 Grad Celsius eine berechtigte Frage. Das Team, darunter eine Ärztin, erläuterte den Tagesablauf, der in einem bestimmten Rahmen für jedes Mitglied gestaltbar sei „…mit Puzzle, am Ruderergometer oder auf dem Laufband zum Beispiel“. Nein, die ganz große Weihnachtsstimmung komme nicht auf, vieles sei eine individuelle Sache. Zum Glück aber habe man seit drei Jahren Internet über den Anbieter Starlink, der auch entlegenen Orten der Welt den Highspeed-Empfang und damit nicht nur Kontakte, sondern auch das Anschauen des einen oder anderen Videos möglich macht.

 

Jährlich 150 Meter in Richtung Eiskante

Nach Monaten der Forschungsarbeit dann irgendwann wieder in die Zivilisation zu kommen, sei auch herausfordernd. Projekte, Forschungsarbeit und Ergebnisse entschädigten aber für das ganz besondere Leben auf der Forschungsstation, die regelmäßig angehoben werden muss, um nicht im Eis zu versinken. Die vom Alfred Wegener Institut in Bremerhaven betriebene Station, die sich jedes Jahr 150 Meter weiter in Richtung Eiskante bewegt, befindet sich derzeit 10 Kilometer davon entfernt. Seit November 2024 ist das derzeitige Team vor Ort und wird den Heimweg per Flugzeug, mit dem auch die Versorgung einmal jährlich stattfindet, im kommenden Dezember antreten.

 

Mehr Möglichkeiten als in Deutschland

Auf die Frage, warum man sich für diese lange Zeit diesen unkonventionellen Arbeitsbedingungen aussetzt, gibt es eine Antwort, die Forschende wohl besonders gut verstehen: „Ich habe hier einfach mehr Möglichkeiten als in Deutschland“.

 

„Eins der besten Erlebnisse, die ich je hatte“

Für die Schülerinnen und Schüler war dieser Funkkontakt mit der Forschungsstation Neumayer III im Eismeer des Südpols wohl das Highlight im Jahreskalender. Das dokumentierten Aussagen wie „Eins der besten Erlebnisse, die ich je hatte“. Das Projekt wurde federführend organisiert durch die Steinmühlen-Lehrkräfte Malte Klimczak und Dr. Eva Neumann. Kompliment für diese außergewöhnliche „Reise“! Ein ganz herzlicher Dank geht auch an Frank Riedel und Marina Meixner vom Deutschen Amateur Radio-Club. Euer Engagement war großartig und unverzichtbar.                Angela Heinemann

Unter dem folgenden Link erhält man Eindrücke aus den Gesprächen zwischen Schülerinnen und Schülern der Steinmühle und den Wissenschaftlern der Forschungsstation Neumayer III:

https://cloud.steinmuehle.info/s/tS4zQq3qRzogNXj

 

 

„Eine weltoffene, fröhliche Gemeinschaft“: Die Steinmühle feierte ihr Herbstfest
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So richtig golden war der Herbsttag zwar nicht, aber immerhin herrschten stabile Witterungsverhältnisse am letzten Samstag im September, als die Steinmühle wie in jedem Jahr ihr Herbstfest feierte. Die Gesamtbilanz der Steinmühlenleitung zu diesem Ereignis fällt positiv aus: Das Fest hat Menschen zusammengebracht, die sich teils länger nicht gesehen haben – neben den lustigen, kunstvollen, unterhaltsamen oder sportlichen Präsentationen der aktuellen Klassen in jedem Fall das Wichtigste an diesem „Feiertag“.

 

„Die Gesamtstimmung war herausragend“

Schulleiter Björn Gemmer: „Es war eine sehr friedfertige Feier. Die Gesamtstimmung am Abend war herausragend. Da hatten Abi-Jahrgänge von 1975 bis 2025 Spaß miteinander, gesellig beieinander sitzend, lachend, tanzend. Ich habe viele Eltern mit ihren erwachsenen Kindern getroffen, die miteinander oder mit Freunden gefeiert haben. – Die Steinmühle als gemeinsame Basis“.

 

„Ein weiterer Schritt in Richtung Verständnis füreinander“

Internatsleiterin Anke Muszynski: „Unsere jungen Menschen hatten ein schönes Fest. Der Zweck, Gemeinschaft zu leben und an Aufgaben zu wachsen, ist auf jeden Fall auch weiterhin erfüllt. In Anbetracht dessen, dass die wirtschaftliche Zusammenlegung von Internat und Schule noch nicht allzu lange her ist, war festzustellen, dass zumindest innerhalb der pädagogisch arbeitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein weiterer Schritt in Richtung Transparenz und Verständnis füreinander stattgefunden hat. Das finde ich sehr schön“.

 

Info über den Förderverein

Die Steinmühle nutzt das Herbstfest auch zur Übermittlung von Informationen über Schule und Internat. Mitglieder der Schulleitung halten sich bereit, um Besuchenden, die Fragen haben, Rede und Antwort zu stehen. Gleichzeitig steht der Förderverein rund um die Vorsitzende Jasmine Weidenbach all denjenigen zur Verfügung, die über eine Mitgliedschaft nachdenken. Was finanziert der Förderverein, wo springt er finanziell ein? – Beim Herbstfest gab es die Live-Antworten.

Das Gleiche gilt für den Schulelternbeirat. Hier brachten die Vorsitzende Bianca Zenker und ihr Team die eine oder andere Info an den Mann oder die Frau.

 

Internat und Schule teilten Aufgaben

Ob Austausch unter Ehemaligen, Aktivitäten aktueller Schulklassen, die Anwesenheit von Eltern und Geschwistern, der Wunsch nach Information oder das umfangreiche gastronomische Angebot – bei der stattlichen vierstelligen Besucherzahl ist exzellente Organisation gefragt. Diese liegt in weiten Teilen beim Internat, wurde aber in vielen Bereichen auch seitens der Schule getragen.

 

Grandios: Eltern halfen mit

Viele Köpfe, zahlreiche Hände investierten ehrenamtlich Zeit in die Vorbereitungen des Herbstfestes. Auch die Eltern halfen mit – ein Umstand, der angesichts des positiven Resultates nicht hoch genug gewürdigt werden kann.

 

Das Getränke-Konzept noch einmal sichten

Dass die Organisation in Teilen auch herausfordernd ist, soll nicht geleugnet werden. Jedoch nicht, weil sie grundsätzlich nicht zu stemmen wäre.
Dirk Konnertz: „Das Herbstfest ist ein Fest, bei dem mehrere Generationen feiern, auch Minderjährige. Hier will der gastronomische Part im Bereich der Getränke schon gut durchdacht sein“, sagt der Geschäftsführer von Schule & Internat Steinmühle. Dass das Konzept im Laufe der Jahre unter diesem Aspekt ein wenig angepasst werde, schließt er nicht aus.

Dieser Aspekt sei nicht zu vernachlässigen, aber keineswegs dominant: „Die Steinmühle hat sich als professionelle, weltoffene und fröhliche Gemeinschaft präsentiert, darüber freuen wir uns“.

Angela Heinemann

Wer beim Herbstfest der Steinmühle nicht vor Ort sein konnte oder nicht alle Stände besucht hat, für den haben wir einige Foto-Impressionen:

Mit Video in den Wettbewerb um den Hohenloher MINT-SPACE Schulpreis
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Mit einem selbst gedrehten Video sicherte sich das MINT-Team der Steinmühle unter zahlreichen Bewerberschulen den 3. Platz im Wettbewerb um den MINT SPACE-Schulpreis der Hohenloher-Akademie, Geschäftsfeld Schuleinrichtungen. Der Preis war verbunden mit einem 500€-Einrichtungsgutschein und mit einer großen Portion Spaß bei der Erstellung des Videos, das sich um den Wunsch nach weiter optimierten Bedingungen für unsere höchst erfolgreichen „MINTies“ und engagierten MINT-Lehrkräfte dreht.

Ihr habt natürlich auch bei diesem Wettbewerb vollstes Engagement gezeigt, super abgeschnitten und noch dazu eine Menge Humor bewiesen! Klasse gemacht!

 

Songtext
We don´t need no boring classrooms
We want spaces bright and free
No broken tables in the stonemill
MINT-space is the place to be

Refrain
Hey, teacher, let the kids explore! (Rufen)
All in all, it´s just another lab in the hall
All in all, we´re just another lab in the hall
A future lab so well designed,
A place for every genius mind,
Modern, open, bright and smart,
Where innovations truly start.

Refrain
Hey, teacher, let the kids explore! (Rufen)
All in all, it´s just another lab in the hall
All in all, we´re just another lab in the hall
Hohenloher, hear the call,
Let’s build the greatest lab of all!
We are ready and full of heart –
Please help us make this vision start!

Refrain
Please – help us make this vision start! (Rufen)
All in all, we’re just another lab in the hall.
All in all, we’re building
A brilliant lab for us all.

Am Videoprojekt waren viele Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte der Steinmühle – Schule & Internat beteiligt. Im Einzelnen waren dies:

Storyboard und Songtext
Anna-Lena Griesler, Lisa Schreier, Dr. Jutta Töhl-Borsdorf

Band
„Larry und die lauten Laubfrösche“ (Constantin Franz Gitarre, Bent Deidl Bass,
Jaron Häußermann Drums, Juliana Stry Gesang)

Chor
Schülerinnen und Schüler aus dem Labor der Steinmühle. Einstudierung Daniel Sans

Technik
Jonathan Kurz

Schnitt
Anna-Lena Griesler

 

Besuch aus Châlons en Champagne

Im September hatte die Klasse 9 für eine Woche Besuch aus Châlons en Champagne, berichtet Fachlehrerin Ulrike Wilmsmeyer. Die französischen Schülerinnen und Schüler waren in den deutschen Gastfamilien unserer Klassen 9 herzlich empfangen worden und haben eine Woche lang die Steinmühle und Marburg erkundet.

Ein Tag in Marburg mit Tretbootfahren hat allen sehr viel Spass gemacht. An der Lahn entstand auch unser Foto zusammen mit Französischlehrerin Sigrid Stechmann.

Der Rückbesuch der Steinmühlenschülerinnen und -schüler in Frankreich ist für Anfang Mai  2026 geplant.

Unser zweites Foto zeigt die Gruppe beim Abschied am Marburger Hauptbahnhof.

 

Landraub, Fossile Energien, Monokultur: Ausstellung macht globale Herausforderungen sichtbar

Im Hauptgebäude der Steinmühle befindet sich noch bis Mitte November eine Ausstellung, die zentrale globale Herausforderungen sichtbar macht und ihre sozialen, ökologischen und rechtlichen Dimensionen aufzeigt.

Es geht unter anderem um:

Landraub als Kriminaldelikt: Die illegale Aneignung von Land und ihre Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften.

 

Monokultur: Wie industrielle Landwirtschaft die Lebensweisen indigener Völker verdrängt, beispielhaft bei den Bendern.

 

Fossile Energie: Weltweit hat sich der Energiebedarf verdoppelt, dennoch stammen weiterhin 80 % aus fossilen Quellen. Jährlich werden neue Rekordhöhen erreicht.

 

Gerichtsverfahren gegen Ölkonzerne: Shell plant, sich aus Nigeria zurückzuziehen, nachdem Proteste der Bevölkerung gegen Ölverschmutzung aufkamen. Die Frage nach Verantwortung und Gerechtigkeit wird aufgeworfen.

 

Globale Wasserkrise: Trotz wachsender Weltbevölkerung ist Wasser immer knapper. 2,2 Milliarden Menschen haben keinen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser. Ein Großteil des indirekten Wasserverbrauchs erfolgt in ärmeren Ländern, oft auf Kosten der lokalen Bevölkerung.

 

Landnutzung für Papier: Deutschland verbraucht pro Kopf 230 kg Papier (2023), 20 Prozent der Zellulose stammen aus Brasilien. Indigene Pataxó verlieren ihr Land für den Zelluloseanbau und erfahren Repressionen bei Protesten.

Ines Vielhaben, Lehrerin an der Steinmühle und BNE-Beauftragte, hat die Roll-Ups, die thematisch auch in den Unterricht integriert werden können, vom Verein Motives e.V. ausgeliehen.

Klasse 10a entdeckt Plastiken und Installationen der Künstlerin Emilia Neumann im Kunstverein

Mitte September hatte sich die Klasse 10a auf den Weg in den Kunstverein Marburg gemacht, um die Werke der in Frankfurt lebenden Künstlerin Emilia Neumann (Jahrgang 1985) zu erkunden. Im Zentrum des Besuchs stand der künstlerische Dialog zwischen den Schülerinnen und Schülern und den Plastiken – mit besonderem Fokus auf Fotografie und kreative Bildgestaltung, berichtet Fachlehrerin Ines Vielhaben.

Alltagsgegenstände abgeformt

Die farbigen bildhauerischen Arbeiten von Neumann, gefertigt aus farbigem Polymergips und Beton, abgeformt von Alltagsgegenständen wie Motorrädern, Fußmatten aus Autos oder Surfbrettern, boten dafür eine perfekte Grundlage, um aus ungewöhnlichen Blickwinkeln und spannenden Durchbrüchen zu fotografieren. Polierte und rohe Flächen, industrielle Spuren und organisch wirkende Strukturen ließen den Schülerinnen und Schülern viel Raum für eigene Interpretationen, die sie in Detailaufnahmen festhielten. Ein besonderes Highlight waren fotografische Inszenierungen als Interpretation oder humorvoller Kommentar zu den Werken der Künstlerin.

Steinmühle spendet Ranzen für Kinder in Rumänien

Ihre gespendeten Ranzen für Kinder in der Marburger Partnerstadt Sibiu präsentierten Schülerinnen und Schüler der Unterstufe ganz stolz dem Vertreter der Marburger Jugendförderung (hinten links) sowie Theresa Großer und Björn Gemmer vom Schulleitungsteam der Steinmühle. Die abgelegten Schultaschen, die teilweise kaum Gebrauchsspuren aufweisen, kommen in Rumänien solchen Familien zugute, die sich keine neuen Ranzen leisten können.

Die Steinmühle beteiligt sich traditionell in jedem Jahr an der Aktion, die vom Kinder- und Jugendparlament der Stadt Marburg in Verbindung mit dem Verein „Hilfe für Sibiu/Hermannstadt“ organisiert wird. Allen Eltern, deren Kinder gespendet haben, ganz herzlichen Dank!

Direkt im Haus der Jugend (siehe Abbildung unten) können bis Donnerstag, 02. Oktober, noch weitere Ranzen abgegeben werden.

Ein architektonischer Stadtrundgang

Interaktiver Unterricht ist laut Forschung sinnvoll und wirkt sich positiv auf das Lernergebnis und die Motivation aus – insbesondere, wenn er digital gestützt und kognitiv aktivierend ist.

Dieser Ansatz bestätigte sich am Montag, dem 22. September, als sich der Kunst-LK und -GK der Jahrgangsstufe 13 in der Marburger Oberstadt zu einer von den Schülern selbst erarbeiteten Stadtführung trafen.

Die anfangs allgegenwärtige Erschöpfung wurde bald von dem durch Mark und Bein gehenden Herbstwind und Zoes Anekdoten über den Uhrenturm sowie die interessante Bauweise des Rathauses vertrieben.

 

Das Rathaus näher betrachtet

Dieses bekannte Bauwerk steht an der Südseite des Marktplatzes mit der Schauseite in Richtung Norden. Das steinerne Gebäude ist drei Stockwerke hoch und der Epoche der Spätgotik zuzuordnen. Markant ist der sechseckige Treppenturm in der Mitte der Rathausfront. Der Turm hat einen eigenen Eingang, über dem ein Relief einer Heiligen angebracht ist. Über diesem Turm befindet sich der 1581/1582 nachträglich erbaute und reich verzierte Dachgiebel mit der Rathausuhr.

Über der Uhr steht ein Kupfergockel, der stündlich seine Flügel auf- und abschlägt. Der Trompeter links von der Uhr bläst ebenfalls zur vollen Stunde. Besonders diese spannenden Verzierungen der Uhr beeindruckten uns sehr.

 

Kilian – das älteste noch bewohnte Haus Marburgs

Auch wenn viele der Gebäude, die während unserer Oberstadtexpedition Beachtung fanden, den meisten bereits bekannt waren, war es doch etwas anderes, deren Besonderheiten, Eigenschaften und Geschichte kennenzulernen. Das „Kilian“ beispielsweise ist das älteste noch stehende und bewohnte Haus Marburgs.

Mit seinen rund 800 Jahren ist es von zahlreichen Kultur- und Kunstepochen geprägt. Bis vor 500 Jahren war es noch die älteste Kirche Marburgs, wurde dann jedoch zu einem Treffpunkt der Schuhmacher. Daher heißt der Platz neben dem Kilian auch „Schuhmarkt“. Auf die Grundmauern der romanischen Steinkirche wurden später Fachwerkelemente aufgesetzt. Es ist ein erstaunliches Beispiel für die vielfältigen Möglichkeiten, ein Gebäude im Laufe der Zeit unterschiedlich zu nutzen. In diesem Fall wurde ein Sakralbau zu einem Gildentreffpunkt, einer Polizeiwache und schließlich zu einem Wohnhaus umgestaltet. Einige der Epochen dieses Hauses sind noch heute an seinen Mauern ablesbar – obwohl sie teilweise schon mehrere Jahrhunderte zurückliegen. Ähnlich verhält es sich mit der Alten Universität und ihrer Kirche. Bei genauerer Betrachtung fällt der Unterschied im Hauptbaumaterial zwischen dem Kirchenkorpus und den daran angebauten Universitätsgebäuden auf.

 

Alte Uni aus weißem Sandstein

Im Gegensatz zum Kirchenbau ist die Alte Universität aus weißem Sandstein erbaut – was heute aufgrund der Witterung jedoch kaum noch zu erkennen ist. Tatsächlich ist die Klosterkirche etwa 400 Jahre älter als die Alte Universität, die dennoch als erste protestantische Universität der Welt gilt. Sie unterscheidet sich von der Universitätskirche in ihrer Baugeschichte: Während die Universitätskirche ein historisches Gebäude ist, das nachträglich neugotisch umgestaltet wurde, wurde die Alte Universität von Grund auf neugotisch konzipiert und gebaut.
Bei genauerem Hinsehen wird der Altersunterschied dennoch deutlich – trotz der Bemühungen der Architekten und Baumeister, ihn zu kaschieren.

 

Einprägsamer als jedes Referat

Die vielen wunderschönen, alten Fachwerkhäuser, die in der Marburger Altstadt zu finden sind, sind so geschichtsträchtig und architektonisch beeindruckend, dass manch einer darüber sogar die nicht bestandene Fahrprüfung am Morgen desselben Tages vergessen konnte.
Nach diesem lehrreichen Rundgang durch die Oberstadt und ihre Bauten waren sich alle einig: Diese (inter)aktive Unterrichtsstunde war einprägsamer, als es jedes Referat hätte sein können. Wir haben in diesen zwei Stunden mehr über die verschiedensten architektonischen Stile und Bauwerke in Marburg gelernt, als in all den Jahren unseres bisherigen Lebens in unserer geschichtsträchtigen Heimatstadt.

Paula Koch

 

Steinmühle erstmals als Digitale Schule ausgezeichnet
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Zum ersten Mal wurde die Steinmühle am vergangenen Donnerstag, dem 18. September, in Kassel als Digitale Schule von der Initiative „MINT Zukunft schaffen“ ausgezeichnet.

Insgesamt wurden 36 Schulen mit dem Titel „Digitale Schule“ von Geschäftsführer Benjamin Gesing und weiteren Vertretern aus der Wirtschaft ausgezeichnet. Die Ehrungen sind jeweils drei Jahre gültig und würdigen herausragendes Engagement im Bereich der digitalen Bildung. Die Feier mit Fortbildungsprogramm fand im Schülerforschungszentrum an der Albert Schweitzer Schule in Kassel statt.

 

Fokus auf fünf verschiedene Kategorien

Um die Bewerbung zur digitalen Schule haben sich an der Steinmühle der Digitalisierungsbeauftragte Malte Klimczak und der Jugendmedienschutzbeauftragte Tim Elmshäuser gekümmert.

In der Bewerbung musste die Steinmühle zeigen, dass sie in den 5 verschiedenen Kategorien Pädagogik & Lernkulturen, Lehrkräftequalifizierung, regionale Vernetzung, Konzept & Verstetigung sowie Technik & Ausstattung eine fundierte Grundlage besitzt und sich im Bereich der digitalen Bildung breitgefächert aufstellt.
Diese Hürde konnte die Steinmühle mit Bravour meistern und so darf sich die Steinmühle seit dem letzten Donnerstag nun auch als Digitale Schule bezeichnen.

Tim Elmshäuser