Sport an der Steinmühle: Tradition stärken, neue Wege gehen
Reiten, Rudern, Mannschaftssport und immer neue Kooperationen: Das Sportangebot an Schule & Internat Steinmühle hat sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Modernisierte Infrastruktur, ein gewachsenes Team und zahlreiche Projekte sorgen dafür, dass Bewegung für die Schülerinnen und Schüler einen festen Platz im Schulalltag hat – und auch künftig weiter ausgebaut werden soll.
Schon immer stand die Steinmühle für eine ausgeprägte Bandbreite im Sport: für ein etabliertes Angebot im Reiten, für professionellen Unterricht im Rudern und für Erfolge bis hin zur Olympiateilnahme. Schon länger gibt es Tennis auf der eigenen Anlage, Ballsport mit Beachvolleyball an der Lahn und Krafttraining auch in den Wintermonaten. Doch auch Gutes kann man noch besser machen, erläutert Marcel Kalb, Leiter des Schulsports, Organisator vieler Trainingseinheiten und Koordinator von Kooperationen mit anderen Vereinen.
Moderne Infrastruktur
An dieser Stelle wären wir auch schon da, wo sich einiges weiter ausgebaut hat, schaut man etwa zehn bis 15 Jahre zurück. Verglichen mit damals wurde die Infrastruktur modernisiert und deutlich erweitert. Ein saniertes Bootshaus, eine große zweite Sporthalle und eine modernisierte Bestandshalle stehen heute für Ruder-Equipment und den Indoor-Sport bereit. Auch die Ausstattung mit Sportgeräten wird kontinuierlich ausgebaut. Wie das aussehen kann, zeigt bereits das Angebot im Kraftraum.
Mehr Köpfe für den Sport
Die Entwicklung des Sportangebotes war ein Prozess – sowohl hinsichtlich der Infrastruktur als auch im Hinblick auf das Personal. Das Kollegium in der Fachschaft Sport ist inzwischen auf 17 Lehrkräfte gewachsen, ein Pädagoge aus dem Internat und drei FSJ’ler unterstützen an verschiedenen Stellen. „Wir stehen auch im Austausch mit den Bereichen Sportwissenschaften und Motologie an der Marburger Philipps-Universität“, berichtet Marcel Kalb.
Keine Schulnoten im Sport für die Klassen 5-8
Bewegungsförderung hat an der Steinmühle einen hohen Stellenwert. So gibt es auch außerschulische Konzepte wie die Ruderfahrt oder die Skifahrt, und es besteht die Möglichkeit, in Klasse 11 – der sogenannten E-Phase der gymnasialen Oberstufe – das Sport-Profil zu wählen. Eine Besonderheit ist ebenfalls erwähnenswert: In den Klassen 5 bis 8 werden im Fach Sport keine Schulnoten vergeben. „Wir finden, dass eine Ziffernnote nicht die Vielfalt des Sports und der damit verbundenen Bewertung der erbrachten Leistungen widerspiegeln kann. Aus diesem Grund versuchen wir im Fach Sport, Leistungen im Sportunterricht differenziert und aussagekräftig zurückzumelden“, erläutert der Schulsportleiter.
Para-Sport ist Teil des Angebots
Durch Kooperationen mit anderen Vereinen ist das Sportangebot an Schule & Internat Steinmühle nahezu grenzenlos. Während einige Steinmühlen-Lehrkräfte aus eigenem Interesse Sportarten wie zum Beispiel Fechten anbieten, stehen traditionelle Sportarten wie Volleyball, Basketball und Fußball ohnehin auf der Tagesordnung. Die zusätzliche neue und große Sporthalle ermöglicht es der Steinmühle – die ohnehin auch Paralympisches Leistungszentrum im Rudern ist –, nun auch Mannschaftssport im Rollstuhl-Basketball anzubieten.
Montags findet zudem inklusiver Fußball statt: Vor einigen Jahren hatte das Unified-Team in Kooperation mit dem örtlichen Sportverein SF Blau-Gelb Marburg mit dem regelmäßigen Training begonnen. Für das Zustandekommen dieses Teams hatte sich seinerzeit Egon Vaupel, Vorsitzender des Trägervereins Steinmühle Marburg e. V., besonders stark gemacht.
Neues Schulstrukturmodell eröffnet Chancen
Weitere Kooperationen mit anderen Vereinen werden angestrebt, so Schulsportleiter Kalb. Er denkt dabei an außerschulische Aktivitäten wie Leichtathletik, Geräteturnen oder Schwimmen. „Durch das künftige neue Schulstrukturmodell eröffnen sich dabei große Chancen.“
Ein Auge auf dem Leistungssport
Ein Auge hat Marcel Kalb auch auf den Leistungssport und erwähnt exemplarisch die Volleyball-AG und den Volleyball-Wahlunterricht (WU) der Klassen 5 und 6, ebenso wie das Geräteturnen im Rahmen von „Jugend trainiert für Olympia“, bei dem fünf Schülerinnen hervorragend abschnitten. Sein Credo: „Sport und Leistung gehören zusammen. Und das wird auch gefördert.“
Jahrgangsstufenübergreifend halte man zudem ein Angebot im Oberstufensport im Umfang von zwei Stunden pro Woche bereit. Marcel Kalb hat hier die Leitung inne, die jungen Menschen organisieren jedoch auch vieles selbst und schaffen sich somit selbstbestimmte Bewegungs- und Trainingsräume.
Kennenlernen im doppelten Sinne
Seit mehreren Jahren gebe es an der Steinmühle außerdem die Sportprojekttage in der letzten Schulwoche, sagt Kalb, der seit sieben Jahren an der Steinmühle arbeitet. Die zusätzlichen Sporttage im Mai betreffen die Klassen 5 bis 10 und schließen unter anderem Rudern, Lauffinals und weitere Disziplinen ein. Zusätzlich wurde und soll auch in Zukunft an der Steinmühle in der letzten Schulwoche ein Sportfest gefeiert werden. Hierzu sind auch kooperierende Sportvereine und Sportstudierende der Universität eingeladen. Das Fest dient neben der Bewegungsförderung auch dem Kennenlernen – sowohl der Aktiven untereinander als auch weiterer Sportangebote.
Bewegungsangebot für das Kollegium
„Der Arbeitsalltag wird immer komplexer, da müssen wir auch auf ausreichend Bewegung unseres Kollegiums achten“, ergänzt Marcel Kalb. An dieser Stelle kommt er auf das Angebot „StoneFIT“ zu sprechen – ein Angebot zur Bewegungsförderung speziell für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
„Wir können stolz sein auf die Möglichkeiten, die wir haben“, resümiert Marcel Kalb. Am Ende sei man aber noch nicht angekommen: „… da geht noch mehr.“
Er erwähnt außerdem die mit dem Handy-Verbot einhergehende bewegte Pause in der Sporthalle. Angeleitet von einem FSJ’ler sind in der ersten großen Pause die Klassen 5 und 6 aktiv, in der zweiten großen Pause die Klassen 7 und 8. „Wer den digitalen Spieledrang unterbindet, muss andere Alternativen aufzeigen – gesundheitsfördernderweise in Verbindung mit Sport und Bewegung.“
Sport ist Teil der Schulkultur
Begrenzt auf das eigene Angebot sieht sich die Steinmühle für die Zukunft nicht. „Wir schauen auch gern einmal umher, was staatliche Schulen so machen und versuchen, Gelungenes zu übernehmen.“
So wird deutlich: Sport ist an der Steinmühle weit mehr als Unterrichtsfach. Er ist Teil der Schulkultur – getragen von Engagement, Kooperationen und dem gemeinsamen Ziel, Bewegung, Gesunderhaltung, Teamgeist und Leistungsbereitschaft nachhaltig zu fördern.
(Angela Heinemann/Fotos: Archiv Steinmühle)















