Positive menschliche Erfahrungen schoben Ungewohntes in den Hintergrund

Es war das dritte Mal, dass Schülerinnen und Schüler der Steinmühle die One World Secondary School Kilimanjaro besuchten, ihre Partnerschule in Tansania. Sieben lange Wochen, in denen für vier Zehntklässler Zeit war, auszuloten: Was deckt sich mit den Erzählungen derer, die schon dort waren? Was erfahre ich anders? Und was ist möglicherweise neu?

Mattis, Miklas, Timon und Felix nahmen zum Teil unterschiedliche Eindrücke mit zurück an die Steinmühle.

„Meine Erwartungen waren auf Null“, erinnert sich Miklas, der vom ersten Essen mit Reismehl und Wasser nicht sehr begeistert war, von der Umgebung im weiteren Sinne aber schon. „Das direkte Umfeld war eher gewöhnungsbedürftig“ erinnert er sich an die einfachen Lebensumstände in der Schule. Dafür denkt er gerne zurück an die „sehr schöne Natur“.

 

Ausstrahlung von Zufriedenheit

„Die Menschen dort sind viel zufriedener“ schildert Mattis seine Eindrücke rückwirkend. Die vielen lächelnden Gesichter hat er noch gut in Erinnerung. Auch habe er in Tansania Freunde gefunden. Die limitierte Handy-Nutzung auf eine, maximal zwei Stunden brachte nach seiner Wahrnehmung allgemeine Entspannung.

Auf Timon haben die Matratzen einen bleibenden Eindruck gemacht. Der Begriff stimme aber nicht ganz, denn es habe sich bei dem Untergrund der Schlafunterlage um Dämm-Material gehandelt. „Man gewöhnt sich dran“, berichtet er augenzwinkernd – und so war es wohl mit vielem. Positive Erfahrungen auf menschlicher Ebene ließen fehlenden Komfort und ungewohnte Umstände eher in den Hintergrund treten.

 

Reise in Begleitung 

Die ersten 10 Tage der insgesamt sieben Wochen war Internatspädagogin Julia Ploch zur Begleitung der Jugendlichen in Tansania geblieben. Drei Elftklässler der Steinmühle verweilten sogar die ersten drei Wochen in der gemeinsamen Gruppe. Die übrige Zeit verbrachten die vier Jugendlichen unter sich – jeweils in Gesellschaft der anderen Schüler der One World Secondary School, integriert in deren Tagesablauf mit Unterricht, aber auch mit Sport und Freizeit.

 

Zum Strand und auf Safari

Felix, der Vierte im Bunde, haderte etwas mit der nicht sehr sauberen Millionen-Metropole Daressalam, wurde aber – wie seine Mitschüler auch – mit einer Safari oder durch den Aufenthalt am etwas nördlich gelegenen Strand von Bagamoyo „entschädigt“.

Ob er wieder nach Tansania fliegen würde? Anders als zumindest zwei seiner Mitschüler zögert er da etwas.

Wie dem auch sei: Die Erfahrung, einmal den Unterschied zwischen dem Leben in Mitteleuropa und in Ostafrika kennengelernt zu haben, wird ihm keiner nehmen können.

(Angela Heinemann)