Einen differenzierten Blick der Unterrichtenden auf die Lernenden praktizieren

Unterricht zu individualisieren, um Einzelnen gerecht zu werden, bedeutet vor allem, einen differenzierten Blick der Unterrichtenden auf die Lernenden zu praktizieren. Dieser differenzierte Blick wiederum erlaubt, passende Lernangebote für Einzelne oder Kleingruppen mit ähnlichem Leitungsvermögen bereitzustellen. Mit den halbjährlichen Gesprächen zwischen Klassenleitung oder Tutoren und jeder Schülerin und jedem Schüler haben wir seit einigen Jahren ein wertvolles Mittel an der Hand, differenziertere Einschätzungen zur Lernlage – vor allem auch in emotionaler Hinsicht – zu gewinnen und die dialogische Begleitung des Lernalltags an der Steinmühle anzubahnen. Verstärkt wird dies durch vielfältige informelle Abstimmungen im Unterricht oder innerhalb der drei Ganztage mit Essen und Mittagspause.

Soweit die zeitlichen Ressourcen es zulassen, bemühen wir uns um die Individualisierung von Aufgabenstellungen im regulären Unterricht sowie in GuFi-Doppelstunden, ebenso unterstützen passende Absprachen im Jahrgangsteam diesen Prozess. Mit schweifender Aufmerksamkeit und Schwerpunktsetzung entlang von Unterrichtswochen gelingt es immer wieder, Kinder motiviert in tragfähige individualisierte Lernprozesse „hineinzuziehen“. Zudem begünstigen Lernformate wie z.B. produktorientierte Freiarbeit mit eigener thematischer Orientierung der Lernenden, die gleichberechtigt neben lehrgangsorientierte Arbeitsphasen treten,  dass das Lernen des Einzelnen „hoch gehalten“ werden kann.