YouTube-MINT-Star Marcel Häfele besucht die Steinmühle und führt mit rund 25 Schüler*innen beeindruckendes Experiment durch.

An einem sonnigen Dienstagmorgen stehen Clara (16), Fabian (15) und Luis (15) gemeinsam mit Steinmühlen-Schulleiter Björn Gemmer am Marburger Hauptbahnhof und warten. Für die plus-MINT-Schüler*innen der Steinmühle ist der heutige Tag alles andere als „normal“, denn jeden Moment werden sie Marcel persönlich kennenlernen.

Marcel Häfele ist 28 Jahre alt und unter MINT-Fans in Deutschland ein echter Star. Sein YouTube-Channel Techtastisch hat 478.000 Abonnenten*innen, dort werden Chemie- und Physik-Experimente auf spektakuläre Art in Szene gesetzt. Vor einem Jahr war Marcel das erste Mal in der Steinmühle zu Gast, mittlerweile gibt es eine Kooperation zwischen Techtastisch und dem plus-MINT-Verein. Marcel unterstützt das plus-MINT-Programm leidenschaftlich. Er ist überzeugt, „das plus-MINT-Programm wäre für mich als Schüler die perfekte Möglichkeit gewesen!“.

 

plusMINT: bundesweite Talentförderung an ausgewählten Internaten

Im Sommer 2021 wurde die Steinmühle eines von sechs plus-MINT-Internaten in Deutschland. Zum Schuljahr 2022/2023 startete das plus-MINT-Programm mit vier Schüler*innen. Clara, Marlene, Luis und Fabian haben sich im Herbst 2021 über die plus-MINT-Plattform online beworben. In den Osterferien 2022 fanden die Auswahltage statt. „Die waren unglaublich!“, schwärmt Clara (16): „Wir haben abends mit 50 Leuten zusammengesessen und an Matheaufgaben geknobelt, alle haben Mathe geliebt.“ Clara konnte sich zunächst überhaupt nicht vorstellen, auf ein Internat zu gehen: „Ich war sehr unsicher, ob das etwas für mich ist, aber die Auswahltage haben mich absolut überzeugt. MINT-Interessierte sollten sich auf jeden Fall bewerben!“. Dem stimmt Fabian (15) begeistert zu: „Die Auswahltage waren echt super! Ich bin mit einigen Teilnehmer*innen noch immer in Kontakt“.

 

Alle sind sich einig: „Beste Entscheidung!“

Die ersten Wochen im Internat waren für alle vier eine Umstellung und für manch einen auch eine große Herausforderung. „Ich habe meine Familie nach drei Tagen so sehr vermisst, dass ich alles hinschmeißen wollte“, erzählt Luis (15). „Ich habe mir dann selber eine Frist von zwei Monaten gesetzt und jetzt, nach gut fünf Wochen, kann ich sagen: Als plus-MINT-Schüler an die Steinmühle zu gehen, war die beste Entscheidung meines Lebens“.

Marlene (14) ist von sich selber überrascht: „Ich hätte bei mir mit Heimweh gerechnet, aber irgendwie passt das Internatsleben richtig gut zu mir. Ich bin gerne mit Gleichaltrigen zusammen und an den Heimreise-Wochenenden fahre ich dann nach Hause zu meiner Familie“. Die gemeinsame Zeit mit der Internatsgemeinschaft empfindet auch Luis als große Bereicherung: „Ich war Zuhause nicht so der sozial Aktivste und habe meine Freunde eher online getroffen. Hier in der Steinmühle nimmt man am Internatsleben einfach automatisch teil und gehört dazu. Das tut mir gut!“.

Luis ist bereits seit sechs Jahren ein begeisterter Follower von Techtastisch. Marcel persönlich kennen zu lernen, hätte er niemals für möglich gehalten. Und dann steht er vor ihnen, der Marcel. Er ist sympathisch, offen und irgendwie direkt einer von ihnen.

 

Marcels Botschaft: „Geht euren Weg, lebt euren Traum!“

Im Chemielabor der Steinmühle angekommen, erhält Marcel von rund 25 Steinmühlen-Schüler*innen aus den Forschungskursen sowie dem MINT-Lehrer Dr. Patrick Szabo und MINT-Koordinatorin Dr. Jutta Töhl-Borsdorf einen würdigen Empfang. Bald schon werden Laborkittel und Schutzbrillen angezogen und Techtastisch legt los. Marcel ist mit Enthusiasmus, Witz und einer Portion Ironie bei der Sache, er hat ein gutes Gespür für die Schüler*innen. Er lebt seinen Traum und kann mit seiner Leidenschaft für MINT mittlerweile sogar seinen Lebensunterhalt bestreiten.

„Ich hätte selber niemals gedacht, dass ich einmal hier stehen würde. Bei mir wurde mit acht Jahren  ADS diagnostiziert und die Schule ist mir teilweise sehr schwer gefallen. Als Teenager hatte ich mit Mobbing zu kämpfen“. Heute als junger Erwachsener ist von dem einst introvertierten Schüler nichts mehr zu spüren. Er brennt für MINT und möchte dieses Feuer auch in anderen entfachen. Dabei begegnet er seinem Gegenüber auf Augenhöhe und das kommt an.

Alles wird direkt für die Techtastisch-Community gefilmt und auf TikTok und Instagram gepostet. Plus-MINT-Schüler Fabian wird als Assistent verpflichtet und mischt unter Marcels Anleitung (und mit viel Vorsicht) chemische Substanzen zusammen. Eine Stichflamme erhellt kurz darauf das Labor und alle Anwesenden sind sichtlich beeindruckt.

Was wurde bei dem Experiment gemacht?

Das Experiment ist im Amerikanischen unter dem Namen „Negativ X“ bekannt. Im Deutschen nennt man es „Feuer mit Wasser“.

Durchführung:
Ammoniumnitrat und Ammoniumchlorid werden abgewogen und in einem Becherglas vermischt. Anschließend wird die Mischung auf eine feuerfeste Unterlage gegeben, dann vorsichtig eine abgewogene Menge Zink untergehoben und die Mischung zu einem Kegel aufgehäuft. Mit einer Pipette wird wenig Wasser zugetropft.

Die Mischung wir quasi durch Wasser entzündet.

 

Die Erklärungen zum Experiment werden live von Marlene und Luis eingesprochen und via Kamera für YouTube festgehalten. Luis ist am nächsten Tag immer noch vollkommen geflasht: „Marcel und Techtastisch haben mich über die Jahre sehr geprägt, er ist mein Idol. Durch ihn habe ich von plus-MINT erfahren und mich letztendlich auch auf seinen Aufruf hin beworben. Ihn hier in der Steinmühle persönlich kennen zu lernen UND ihm nicht nur einfach zuzuschauen, sondern mit ihm tatsächlich zusammenzuarbeiten, war einfach grandios!“

Techtastisch hinterlässt Spuren in der Steinmühle und er verspricht, bald wiederzukommen.

Für alle MINT-Interessierten hat er eine klare Botschaft: „Bewerbt euch für die nächste Runde des plus-MINT-Programms!“ Dem können Clara, Marlene, Fabian und Luis nur zustimmen.

Erstmals nahm ein Team der Steinmühle am Wettbewerb Jugend testet teil. Dies ist ein bundesweiter Wettbewerb der Stiftung Warentest in Deutschland, in dem Jugendliche selbstständig Produkte und Dienstleistungen prüfen können. Die besten Tests prämiert eine Jury aus Experten der Stiftung Warentest, Medien und Verbraucherschutz. Ziel des Wettbewerbs ist es, ein kritisches Verbraucherverhalten von jungen Menschen zu fördern.

In diesem Jahr nahmen unter der Schirmherrschaft von Bundesverbraucherschutzministerin Steffi Lemke 3152 Jugendliche teil und es wurden insgesamt 826 Tests eingereicht.
Joshua Wieder, Benjamin Schul und Morten Köhler testeten sogenannte Oxireiniger, die bei der Wäsche auch als Fleckensalze bzw. Bleichmittel eingesetzt werden (wir berichteten im März). Ihre eingereichte Arbeit wurde nun zu den besten 50 Tests in ganz Deutschland prämiert. Dafür wurden sie mit einer Urkunde und einem Jahresabo der Zeitschrift Test bzw. Finanztest geehrt.

Das Resümee dieses Wettbewerbs formulierten die drei Teilnehmer differenziert. Cool fanden sie, dass Ihre Untersuchungen eine praktische Relevanz haben und dass alles nicht ganz so komplex wie beim Wettbewerb Jugend forscht ist. Kurz: es war weniger aufwendig und anstrengend.
Kritisch sehen alle drei jedoch, dass die Platzierung unter den Top 50 insgesamt unpräzise ist und dass es auch kein Feedback gibt. Gerne hätten sie gewusst, wie sie sich bei einem möglichen nächsten Mal verbessern könnten.
Auch gibt es in diesem Wettbewerb keine Präsenzveranstaltungen, bei denen sich die Teams austauschen können. Ohne Regionalausscheide, wie beispielsweise bei den Jugend forscht Wettbewerben, ist die Konkurrenz mit über 3000 Teilnehmenden schon sehr groß.
Trotzdem war es insgesamt eine interessante Erfahrung und eine zukünftige weitere Teilnahme ist sicherlich nicht ausgeschlossen.

Am 17. März fand der jährliche Känguru-Mathewettbewerb statt. Dies ist ein Multiple Choice-Wettbewerb, bei dem die Schülerinnen und Schüler 75 Minuten Zeit haben, um möglichst viele der Aufgaben in drei Schwierigkeitsstufen richtig zu beantworten.

Dieses Jahr hatte sich eine enorm große Anzahl von Schülerinnen und Schülern aus den Jahrgängen 3-10 angemeldet. Insgesamt waren es 95.

Anhand festgelegter Punktzahlen werden die Preise 1-3 vergeben sowie Preise für den größten Känguru-Sprung, nämlich die längste Serie an richtigen Antworten.

Als Sieger*innen der Steinmühle stehen fest:

  • Johannes Stroth aus Klasse 4 für den größten Känguru-Sprung der Grundschule
  • Anna-Lena Griesler (5c), 1. Preis
  • Philian Merle (5c), 2. Preis
  • Liam Randau (6b), 2. Preis
  • Johanna Rogosch (6b), 3. Preis
  • Antonia Tapia Gehring (6b), 3. Preis
  • Carlos Toshiro Beato del Rosal (7a), 3. Preis
  • Teresa Dinges (7b), 2. Preis
  • Orlando Geisel (7c), 1. Preis
  • Mathilda Lambach (9b), 2. Preis

Die Mathematik-Olympiade startet bereits kurz nach den Sommerferien mit einer Hausaufgabenrunde, in der besonders mathematikbegeisterte Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Jahrgangsstufe Wettbewerbsaufgaben bearbeiten und ihren Lehrkräften zur Korrektur abgeben. Eine erfolgreiche Bearbeitung der Aufgaben führt zur Teilnahme an der 2. Runde.

Runde 2 bestand aus einer vierstündigen Klausur im November 2021. An dieser haben 14 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5-12 teilgenommen. Die Besten der Jahrgänge konnten sich dann auch für die nächste Runde im hessischen Vergleich qualifizieren. Dies schafften Jan Audretsch (12d) und Teresa Dinges (8b).

Im Frühjahr schrieben die beiden erneut eine vierstündige Klausur, welche online eingereicht wurde. Leider ist eine Wettbewerbsfahrt nach Darmstadt zur Universität, an der gewöhnlich die Hessenrunde stattfindet, erneut wegen Corona entfallen.

Jan und Theresa erreichten auch in der Hessenrunde wieder tolle Ergebnisse.

Die Steinmühle gratuliert!

Hochqualifiziertes Teamwork in der Sprache der Wissenschaft

„Leider sind Technik und Erfinden keine Schulfächer“.  – Das sagt nicht nur der Vizepräsident der Technischen Universität Darmstadt (TUD), Prof. Dr. Jens Schneider. Auch die Steinmühlen-Schulleitung und Dr. Jutta Töhl-Borsdorf, MINT-Koordinatorin der Schule, hätte den einen oder anderen Schüler, die eine oder andere Schülerin für solch ein Fach im Blick. Derzeit bietet das Erfinderlabor in Darmstadt alljährlich interessierten und begabten Schüler*innen eine Plattform zum Dialog mit Wissenschaftlern des Instituts für Materialwissenschaft der TU Darmstadt. In diesem Jahr war von der Steinmühle Jan Audretsch vor Ort und forschte im Team zur Energiewende.

Es ist Teamwork auf hohem Niveau. „Insgesamt 16 Ausnahmeschülerinnen und -schüler aus ganz Hessen waren auch diesmal mit dabei, um in einem professionellen Umfeld zu experimentieren und ihre Ergebnisse dann verständlich einem größeren Publikum zu präsentieren.“ – Diese Formulierung aus der Pressemitteilung lässt erkennen, auf welchem Level das Team der Jungforscher*innen unterwegs war. „Wir brauchen dringend Nachwuchsforscher“, so die Fachleute.

Die Abschlussveranstaltung hatte ein weiteres Mal noch virtuell stattgefunden. Doch auch auf der Online-Bühne, so hieß es, machten alle eine gute Figur. Die Abschlussveranstaltung wurde gestreamt.

„Jugend denkt Zukunft“ – so etwa der Arbeitstitel der Veranstaltung. Es ging um nachhaltige Lösungen, alternative Technologien und innovative Konzepte für die Welt von morgen.

 

Einblicke in die Forschung abseits vom Schulalltag

„Frau Töhl-Borsdorf hat mich angesprochen, ob ich Interesse habe und hat mich entsprechend angemeldet“, beschreibt Jan Audretsch seinen Weg zur Teilnahme an der renommierten Veranstaltung. „Anschließend habe ich per Mail vom Zentrum für Chemie alles weitere erhalten. Gearbeitet habe ich am Thema „Wasserstoff vs. Batterie“,“ so der Nachwuchswissenschaftler. Die anderen Gruppen forschten zu den Themen „Kühlen mit Magneten“,  „Können sich Solarzellen selbst reinigen?“ sowie „Batterie der Zukunft“. Alle Ergebnisse mussten in einer 10minütigen Präsentation auf Schülerniveau erklärt werden.

„Ich finde das Grundprinzip des Erfinderlabors sehr gut und spannend,“ fasst Jan Audretsch seine Teilnahme im nachhinein zusammen. „Mir hat die Möglichkeit viel gebracht, aus dem Schulalltag herauzukommen und Einblicke in die Forschung an der Uni zu erhalten.“

Ganz persönlich hat der Oberstufenschüler die Bestätigung dafür gefunden, im naturwissenschaftlichen Bereich studieren zu wollen. Für eine Festlegung ist es Jan Audretsch aber noch zu früh: „Was genau, weiß ich noch nicht.“

Nach der Absage 2020 und einer virtuellen Veranstaltung 2021 fand der Landeswettbewerb „Jugend forscht / Schüler experimentieren“ in diesem Jahr wieder in Präsenz statt. Die 2-tägige Veranstaltung wurde vom Fachbereich Elektrotechnik/Informatik der Universität Kassel ausgerichtet. Insgesamt hatten sich 39 Schüler*innen in 28 Teams mit ihren Projekten qualifiziert. Sie präsentierten einer Wettbewerbsjury ihre Ergebnisse und gestalteten einen Stand, auf dem sie ihre Projekte vorstellten.
Auch Leonard Berger und Quentin Herwig aus der 8a konnten sich durch den Regionalsieg in Physik im Februar mit Ihrem Projekt „Biofolien vs. Kunststofffolien – Herstellung und Messung physikalischer Eigenschaften“ qualifizieren. Sie durften zusammen mit ihrer Betreuerin Dr. Jutta Töhl-Borsdorf für 2 Tage nach Kassel reisen.
Das Projekt, in dem sie die Alltagstauglichkeit von selbst hergestellten Biofolien untersuchen, hatten sie sogar noch etwas weiterentwickelt. So konstruierten sie u.a. eine Apparatur zur Messung von Elastizitätsmodulen, um die Reißfestigkeit und Dehnbarkeit der Folien untersuchen zu können.
Mit ihrem Projekt erzielten sie den 3. Platz im Fachgebiet Physik und gewannen auch noch den Sonderpreis „REset Plastic“, was neben der Anerkennung ihrer Leistung auch ein Preisgeld von insgesamt 225€ bedeutet.
Sehr froh waren beide Jungs über die Veranstaltung im Präsenzformat. Es waren zwei großartige, ereignisreiche Tage. Die einhellige Meinung aller Beteiligten war, dass vor allem der persönliche Austausch der Jungforscherinnen und Jungforscher untereinander und mit den Fachjurys durch kein digitales Format adäquat ersetzt werden kann.
Beide Jungforscher sind sich auch sicher, dass das Projekt noch sehr viel Potential hat, sie möchten auf jeden Fall daran weiterforschen.
Unser Dank an dieser Stelle auch an alle Kolleg*innen, die die Jungforscher in den letzten Wochen einige Male im Unterricht entbehren mussten.

 

Die Internationale Junior Science Olympiade (IJSO) ist ein naturwissenschaftlicher Wettbewerb, der fächerübergreifend naturwissenschaftliche Nachwuchsförderung ab der Klasse 5 ermöglicht. Die Themen und Fragestellungen orientieren sich dabei an der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen. In diesem Schuljahr lautete das Thema „Hör mal!“.

9 Schülerinnen und Schüler haben im Rahmen von GuFi Labor der Klassen 5 unter der Betreuung von Jutta Töhl-Borsdorf fleißig experimentiert. Aufpoppendes Popcorn wurde untersucht und dabei der Unterschied zwischen Ton, Geräusch und Knall kennengelernt. Schwingende Weingläser mit unterschiedlichen Wasserständen konnten mithilfe der Physik-App Phyphox erforscht werden. Auch das Bauen und Basteln kam nicht zu kurz: Ein Modell für ein menschliches Ohr aus einer Kuchenform und eine Klangbox aus einer Chipsdose wurden konstruiert. Schließlich musste alles in einem Bericht dokumentiert werden.

Anna-Lena Griesler, Marlene Wagner, Justus Pöschl und Robin Richter haben durchgehalten und diese umfangreichen und anspruchsvollen Aufgaben bewältigt und die 1. Runde absolviert.
Von ca. 3800 Teilnehmenden aus ganz Deutschland haben Justus und Robin ihre Ergebnisse so erfolgreich dokumentiert, dass sie Platz 213 belegt und sich damit für die 2. Runde qualifiziert haben.
Diese Runde bestand aus einem anspruchsvollen Quiz aus 24 Multiple-Choice-Fragen aus den drei Naturwissenschaften Biologie, Chemie und Physik, die innerhalb von 45 Minuten bearbeitet werden mussten. Die Auswertung des Quiz läuft noch bis Ende März.

Im Falle einer Qualifikation müssten die beiden in der 3. Runde im Mai eine Klausur schreiben. Da die 5. Klässler sich hierbei mit 8. Klässlern messen lassen müssen, kann das Motto nur lauten „Dabei sein ist alles.“

Wir gratulieren allen Beteiligten und drücken den beiden Jungs die Daumen für die nächste Runde.

Von Biofolien, Mikroplastik und Rostprozessen

Der 57. Jugend forscht-Regionalwettbewerb Hessen-Mitte fand am Freitag und Samstag, 25. und 26. Februar 2022 statt. Wie schon im letzten Jahr wurde der leider nur online ausgetragene Wettbewerb gemeinsam von der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) und der Justus-Liebig-Universität Gießen ausgerichtet. Unter dem Motto „Zufällig genial?“ waren insgesamt 34 Projekte vertreten, darunter auch zwei Projekte aus Singapur und ein Projekt aus Buenos Aires.

Die Steinmühle startete in diesem Jahr mit drei Projekten im Bereich „Schüler experimentieren“, und zwar in den Fachbereichen Chemie, Physik und Biologie. Mit den Platzierungen 1, 2 und 3 sowie einem Sonderpreis für engagierte Talentförderer ist die Steinmühle erfolgreich aus diesem Wettbewerb hervorgegangen. Alle Preise sind mit Urkunden und Geldbeträgen verbunden.

 

Auch beim Rosten wirds warm!
Noah Wieder (Klasse 8) und Toshiro Beato del Rosal (Klasse 7) haben sich gefragt, wie schnell eigentlich das Rosten vonstattengeht, nachdem ihnen am Bootshaus zwei rostige Einkaufswagen, die aus der Lahn „gefischt“ wurden, aufgefallen waren. Da beim Rosten geringe Mengen Wärme freigesetzt werden, haben sie unter Betreuung von Dr. Jutta Töhl-Borsdorf Modellexperimente entwickelt und Temperaturänderungen in Abhängigkeit der Zeit unter verschiedenen Bedingungen gemessen. Sie konnten feststellen, dass es schneller geht, wenn der Salzgehalt hoch und der pH-Wert niedrig ist. Da die Temperaturänderungen insgesamt sehr gering sind, waren diese Messungen experimentell nicht einfach.
Die Jury lobte die anspruchsvolle Projektidee und das weit fortgeschrittene Fachwissen sowie die sehr gute Vortragsweise und honorierte dies mit dem 3. Platz im Fachgebiet Chemie.

 

Welchen Effekt hat Mikroplastik auf das Pflanzenwachstum?
Lina Wicherek und Sabine Auer, beide aus der Klasse 7, haben sich mit der Problematik von Mikroplastik im Boden beschäftigt. In ihren Untersuchungen, die sich auf eine bestimmte Mikroplastikart (PA) fokussierten, konnten sie zeigen, dass, abhängig von der Menge an eingebrachtem Mikroplastik, PA die Keimung von Kresse negativ beeinflusst bis vollständig hemmt. Außerdem zeigten sie, dass die Intensität der Hemmung vom Substrat abhängig ist. Es gelang ihnen, für die Substrate „Sand“ und „Zellstoff“ die maximal tolerierte Menge an PA zu definieren.
Der Jury gefielen das hoch aktuelle Thema mit einer präzisen Fragestellung und die reproduzierbare experimentelle Umsetzung. Die Arbeit wurde mit dem 2. Platz im Fachgebiet Biologie ausgezeichnet. Das Projekt wurde gemeinsam von Antje Seel und Dr. Jutta Töhl-Borsdorf betreut.

 

Biofolien vs. Kunststofffolien – Herstellung und Messung physikalischer Eigenschaften
Eine längere Laudatio gab es für Leonard Berger und Quentin Herwig. Unter der Betreuung von Dr. Jutta Töhl-Borsdorf haben sie Biofolien aus allerlei Verdickungsmitteln für Lebensmittel hergestellt und eine physikalische Messapparatur dazu entwickelt, um die Alltagstauglichkeit zu testen. Folien sollen möglichst reißfest, transparent und dicht sein.

Sie führten die Messung von Abrisskräften mit digitalen Sensoren, Transparenzmessungen mit dem Smartphone und Wasserdampfdurchlässigkeiten mit einer Analysenwaage durch.
Ihre Messverfahren funktionieren inzwischen alle sehr gut und bei der Herstellung der Folien fanden sie auch einzelne Folien mit vielversprechenden Eigenschaften (z.B. aus Tapioka-, Pfeilwurzelstärke oder Konjak). Um eine Allrounder-Folie zu finden, die in allen Bereichen überzeugt, sind noch weitere Forschungen nötig.

Die Juroren waren nicht nur von der Präsentation sehr angetan, sondern auch vom „tiefen Durchdringen des Themas“. Sie würdigten weiterhin die umfangreiche und klare Beschreibung der Versuche, eine sehr gut reflektierte Diskussion sowie die Ideen, um das Projekt weiterzuentwickeln. Darüberhinaus empfahlen sie den Schülern, mit ihren Tests auch bei „Jugend testet“ (Stiftung Warentest) anzutreten.
Zunächst geht es aber zum Landeswettbewerb nach Kassel, denn die beiden haben den 1. Platz im Fachgebiet Physik erreicht und sich somit für den in Präsenz geplanten Wettbewerb qualifiziert. Pandemiebedingt muss die Veranstaltung jedoch ohne Eltern und unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Immerhin dürfen die Betreuerinnen und Betreuer mit anreisen und der in den letzten beiden Jahren vermisste Austausch mit den anderen Jungforscherinnen und Jungforschern kann wohl stattfinden.
Leonard ist nun schon seit der 5. Klasse, also im 4. Jugend Forscht-Jahr in Folge dabei und hat mit seiner jeweiligen Gruppe immer den Landeswettbewerb erreicht. Eine tolle Leistung!

Begabung und Interesse in besten Händen

Den Landeswettbewerb erreichten im letzten Jahr auch die Schüler Joshua Wieder, Morten Köhler und Benjamin Schul. Die Gruppe hat sich in diesem Jahr mal eine Auszeit gegönnt, da den Mitgliedern der Wettbewerb in der online-Version weniger zusagte.
Trotzdem waren sie nicht untätig und haben untersucht, wie effektiv verschiedene Oxireiniger unterschiedliche Flecken entfernen können. Diese Arbeit wurde bei dem noch laufenden Wettbewerb „Jugend testet“ eingereicht.

Einen weiteren Preis, den Sonderpreis für engagierte Talentförderer, gestiftet von der Heinz und Gisela Friedrichs Stiftung, konnte schließlich Dr. Jutta Töhl-Borsdorf entgegennehmen. Sie fungierte einmal mehr als Betreuerin und Koordinatorin der Teilnahme am Jugend forscht-Wettbewerb.

Die Steinmühle ist stolz auf alle Preisträger*innen!

Zwei Schüler des WU10 Informatik haben sich beim „Informatik Biber“-Wettbewerb zweite Plätze für die Steinmühle verdient. Constantin Franz und Felix May konnten sich jeweils über eine Urkunde und einen kleinen Sachpreis freuen.

Der Informatik-Biber ist Deutschlands größter Informatik-Schülerwettbewerb für die Klassen 3 bis 13. Im letzten Durchgang hat eine Rekordzahl von bundesweit 429.000 Schüler*innen aus 2.500 Bildungseinrichtungen daran teilgenommen.

Gefragt sind vor allem Fähigkeiten im Rätsellösen und Knobeln, wobei die Aufgaben auf kreative Weise Denkstrukturen und Konzepte der Informatik vermitteln. Ein Beispiel dafür sind etwa algorithmische Beschreibungen, also das Erklären oder Aufstellen von eindeutigen, strukturieren Handlungsabfolgen, die ein Computer verstehen könnte.

Schülerinnen und Schüler, die nicht im Informatik-WU (8., 9. oder 10. Klasse) sind, aber Knobelaufgaben mögen, können sich gerne bei Englisch- und Informatiklehrer Christopher Koch melden und an der nächsten Runde Ende des Jahres teilnehmen. Es gibt auch die Möglichkeit, vorher zu üben.

Joshua Wieder, Morten Köhler und Benjamin Schul bilden schon lange ein Forscherteam an der Steinmühle. In diesem Jahr haben sie sich eine Auszeit vom Wettbewerb Jugend forscht genommen, bei dem sie seit der 6. Klasse regelmäßig teilnehmen.
Ganz ohne Forschen geht es bei den drei Schülern aber dann doch nicht. Freitags im „Offenen Labor“ untersuchten sie die Wirksamkeit von Oxireinigern, die bei der Wäsche auch als Fleckensalze bzw. Bleichmittel eingesetzt werden. Auf den Verpackungen wird häufig mit einer Fleckentfernung bereits ab 20°C geworben. Vollmundigen Werbeaussagen wie, „Mit aktivem Sauerstoff für strahlendes Weiß“ oder „Wäsche-Booster ohne Chlor“, wollte das Team genauer auf den Grund gehen.
Für diese Untersuchungen kauften sie verschiedene Oxireiniger ein und untersuchten mehrere Kriterien, die für einen Verbraucher wichtig sein könnten.
Unter anderem ermittelten sie in einer selbst entwickelten Versuchsapparatur die Sauerstoffabgabe bei bestimmten Temperaturen und die Menge der jeweils produzierten Sauerstoffs für verschiedene Fleckensalze, denn Sauerstoff ist für die Bleichprozesse verantwortlich.
Ein praktischer Test bei verschiedenen Waschtemperaturen mit Rotwein- und Tintenflecken schloss sich an. Weiterhin überprüften sie, ob die Flecken beim Waschen auf den Stoff um den Fleck herum abfärben (Fleckübertragung). Alle Ergebnisse wurden in Tabellen zusammengetragen, um einen Testsieger und unter Berücksichtigung des Kaufpreises einen Preis-Leistungs-Sieger herauszufinden.
Das Ergebnis war ein bisschen zu erwarten: Nicht alle Werbeversprechen können eingehalten werden. Das Team konnte u.a. zeigen, dass Rotweinflecke insgesamt hartnäckiger zu entfernen sind. Nur ein einziges Produkt erhielt von Ihnen schließlich das Testurteil sehr gut. Ein weiteres Produkt mit dem Ergebnis „gut“ wurde Preis-Leistungs-Sieger.

Die Ergebnisse wurden in einem Bericht dokumentiert und beim Wettbewerb Jugend Testet eingereicht. Bis Ende Mai werden die Arbeiten nun von einer Jury begutachtet, die aus Experten der Stiftung Warentest und weiteren Gutachtern aus Medien und Verbraucherschutz zusammengesetzt ist. Die Juroren bewerten, wie die Tests durchgeführt wurden, wie sauber gearbeitet und dokumentiert wurde und ob der Test nachvollziehbar ist.
Wir drücken dem Team die Daumen!