Mathe ist nichts für Mädels? Von wegen! Beim internationalen Mathematik-Teamwettbewerb „Bolyai“ belegten (von links) Sophia Rogosch, Emma Wagner, Janne Elsaßer und Teresa Dinges Platz 4 von insgesamt 61 hessischen Teams der achten Klasse. Um diesen Rang zu erreichen, muss man ziemlich fit darin sein, in einem begrenzten Zeitraum eine bestimmte Anzahl von Aufgaben zu lösen. Und die sind ganz schön knifflig.
Die Teilnahme am Wettbewerb, der in Ungarn entwickelt wurde, ist freiwillig und anspruchsvoll. Ein Viererteam muss 14 Aufgaben in 60 Minuten lösen. Das Team kann selbst entscheiden, wie es an die Aufgaben herangeht. So kann man sich zu Beginn der 60 Minuten die Aufgaben aufteilen oder die Lösung gemeinsam suchen. Klar ist aber: Die Aufgaben sind zu anspruchsvoll, als dass jede*r in der gegebenen Zeit alle bearbeiten könnte.

Von der Steinmühle hatten ich sich 17 Teams angemeldet und nur ein Team aus Klasse 8. Dieses gelangte in die hessischen TOP 5. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf schafften diese Platzierung über alle Jahrgangsstufen hinweg sieben Teams. 680 Teams nahmen hessenweit teil. Über das Abschneiden und die damit verbundene Auszeichnung der jungen Mathe-Asse war die Freude bei Schulleiter Björn Gemmer und den vier Teilnehmerinnen entsprechend groß. Sie haben einmal mehr gezeigt, dass herausragende Leistungen in Mathematik gerade von SchülerINNEN erbracht werden und präsentierten dem Fotografen stolz ihre Urkunden.

Ein Einblick in die Aufgaben (Beispiel):
„Wir notieren die Zahlen 1, 2, 3, 4, 5 in einer bestimmten Reihenfolge. In dieser Reihenfolge gilt ab der zweiten Zahl auch für alle weiteren Zahlen: Die Summe der Zahlen, die links vor der gerade betrachteten Zahl stehen, ist ein Vielfaches der gerade betrachteten Zahl. Welche Zahl kann demnach unmittelbar links vor der 4 stehen?
(A) 1 (B) 2 (C) 3 (D) 5 oder (E) Man kann die Zahlen nicht nach den Forderungen notieren“.
(Richtig sind bei obiger Aufgabe die Antworten A und B).

Seit einiger Zeit ist der bekannte YouTuber Techtastisch (Marcel Häfele) Unterstützer des Talentförderungsprogramms +MINT, zu dem die Steinmühle ab dem Schuljahr 2022/23 als einziges hessisches Internat auch gehören wird.
Unter Beteiligung von Schüler*innen der verschiedenen Forscher-Kurse kam er nun zu einem Drehtag an die Steinmühle. Im Vorfeld wurden zusammen mit ihrer Lehrerin Dr. Jutta Töhl-Borsdorf Versuche geplant, die im Unterricht in dieser Art meist nicht durchführbar sind.
Begeistert waren alle Beteiligten, denn die Experimente waren spektakulär. Die Reaktion von Natrium mit Wasser in einer etwas größeren Variante als im Unterricht üblich, sowie mit Chlor und mit Eis haben für großes Interesse gesorgt.
Die Experimente auf dem Schulhof zogen auch die Aufmerksamkeit zahlreicher anderer Schüler*innen auf sich, die das Spektakel mit sehr viel Sicherheitsabstand beobachten konnten. Anschließend hatten insbesondere die Grundschüler*innen so viele Fragen, dass sehr deutlich wurde, wie groß schon der Wissendurst bei den Allerkleinsten ist, wenn es um naturwissenschaftliche Phänomene geht.

Auch Techtastisch selbst war begeistert – vom schönen Schulgelände, den tollen Experimentiermöglichkeiten, dem Kraftwerk und den vielen wissbegierigen Schüler*innen.

Das Video des Besuchs von Techtastisch ist hier zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=qeFfHtvVoL4

 

Was ist unsere Idee für den BIOlogieunterricht an der Steinmühle?

Durch das direkte Erfahren von Natur wird nicht nur die Lernmotivation der Lernenden gesteigert, sondern auch eine fürsorgliche Haltung für Lebewesen und Umwelt gefördert.

Gerade in der Debatte um Klimaveränderungen spielt die Vielfalt der Natur eine zentrale Rolle. Genau diese Vielfalt an Lebensräumen, Tieren und Pflanzen gilt es nun zu erfassen und diese noch stärker in den Biologie-Unterricht einzubinden. Deshalb haben wir uns aufgemacht, das Potential des Steinmühlengeländes zu erfassen und zu kartieren.

 

Wer sind wir?

Wir sind die Fachschaft BIOlogie, die sich zurzeit aus zehn Kolleginnen und Kollegen zusammensetzt. Dazu gehören Carmen Bastian, Tim Elmshäuser, Hanna Herzog, Marcel Kalb, Malte Klimczak, Yvonne Nehl, Heike Rabben-Martin, Mirko Radatz, Siiri Wienbeck, Aylin Yüzguelen.

 

Was haben wir gemacht?

Die Fachschaft BIOlogie hat sich vor den Sommerferien auf dem Steinmühlengelände getroffen, das grundsätzliche Vorgehen besprochen und dann ging es auch schon los. Wir erkundeten die Streuobstwiese, deren Vielfalt an Obstbaumarten Lust auf alte Apfelsorten gemacht hat. Der Teich lud durch seine Bewohner zum Beobachten und Verweilen ein. Das pflanzenreiche flussnahe Gelände der Lahn, hat uns mit seiner Formen- und Farbenvielfalt fasziniert und inspiriert. Neben dem Bach, dem Schulgarten der Steinmühle und dem Gewächshaus beeindruckt das Steinmühlengelände durch seine große Anzahl an unterschiedlichen Bäumen.

 

Wie kann man Natur in den Unterricht holen?

Neben vielen bereits umgesetzten Ideen zur Einbindung der Vielfalt an Lebensräumen in den Biologie-Unterricht, berichtet im Folgenden Marcel Kalb von einem gelungenen Projekt:

Dank des EU-LIFE-Projektes „Living Lahn – ein Fluss, viele Ansprüche“ wurde darüber hinaus ein wesentliches Stück Lahn am hinteren Ende des Steinmühlengeländes aufwändig renaturiert. 

Daher bot sich eine „Um die Ecke-Exkursion“ des Biologiekurses der Q2 geradezu an. Mit ökologischem Hintergrundwissen und ausgerüstet mit veraltetem Kartenmaterial und Fotoaufnahmen hatten die SuS die Aufgabe zu analysieren, welche Strukturen sich durch die Maßnahme geändert haben und welche ökologischen Einflüsse diese Maßnahme auf die dort lebenden Organismen hat. Dass die SuS den Unterrichtsraum verlassen und den Unterrichtsgegenstand mit allen Sinnen erleben konnten, spiegelt an dieser Stelle den Leitgedanken der Steinmühle zum nachhaltigen und lebendigen Lernen wider. In der abschließenden Reflexionsrunde war sich der Kurs einig: „So macht Pauken Spaß!“

Yvonne Nehl

Der Pangea-Mathematikwettbewerb ist ein seit 2007 jährlich stattfindender und deutschlandweiter Mathematikwettbewerb für Schüler*innen der Klassenstufen 3 bis 10. Die Steinmühle beteiligt sich regelmäßig daran. Dieses Jahr kamen 21 der insgesamt rund 11.000 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler von der Steinmühle. Davon haben es acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer geschafft, zu den Jahrgangsbesten zu gehören, teilte Mathematiklehrer Bernd Schweitzer mit.

Die untenstehende Tabelle gibt einen Überblick, welche Schülerinnen und Schüler diese tollen Leistungen erzielt haben. Wir gratulieren und ziehen den Hut!

Die Teilnahme am Känguru-Wettbewerb, einem mathematischen Multiple-Choice-Wettbewerb für über sechs Millionen Teilnehmer in mehr als 80 Ländern weltweit, ist inzwischen schon fest in den Schuljahresablauf der Steinmühle integriert. Auch in diesem Jahr erreichten Schülerinnen und Schüler wieder Spitzenplätze, berichtet Mathematiklehrerin Julia Riemenschneider.

65 Schülerinnen und Schüler der Steinmühle stellten sich insgesamt dem Wettbewerb. Dies geschah in Präsenz sowie pandemiebedingt auch von zu Hause aus im Online-Modus. Ein Aspekt machte die diesjährige Teilnahme zu etwas ganz Besonderem: Erstmals gab es auch Teilnehmer der Klassen 3 aus der Bilingualen Grundschule Steinmühle. Die ältesten Teilnehmer*innen besuchen die Klasse 10.

Das Resultat des Wettbewerbs zeigt erneut, dass das Fach Mathematik an der Steinmühle erfolgreich gelehrt und gelernt wird. Gleich dreimal wurden Schüler*innen mit zweiten Plätzen bedacht. Hier qualifizierten sich Toshiro Beato del Rosal (6a), Teresa Dinges (7b) und Orlando Geisel (7c). Ebenfalls einen Rang auf dem „Siegertreppchen“, und zwar Platz drei, errangen Lars Mitschke (5c), Moritz Wagner (5c) und Rebecca Zenker (8a).

Bei den Känguru-Sprüngen, nämlich den meisten an einem Stück richtig beantworteten Fragen, stachen durch ihre Leistungen abermals Toshiro Beato del Rosal und Teresa Dinges hervor. Und auch ein Schüler aus Klasse 3, nämlich Julian Steinkamp, zeigte hervorragende Leistungen.

Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern unsere herzliche Gratulation!

 

Die mathematische Bildung unterstützen

Der Känguru-Wettbewerb ist ein Wettbewerb, der einmal jährlich am dritten Donnerstag im März in allen Teilnehmerländern gleichzeitig stattfindet und als freiwilliger Klausurwettbewerb an den Schulen unter Aufsicht geschrieben wird.

Die Veranstaltung soll die mathematische Bildung in den Schulen unterstützen, die Freude an der Beschäftigung mit Mathematik wecken und festigen und durch das Angebot an interessanten Aufgaben die selbstständige Arbeit sowie die Arbeit im Unterricht fördern.

Es handelt sich beim Känguru-Wettbewerb um einen Einzelwettbewerb, bei dem in 75 Minuten je 24 Aufgaben in den Klassenstufen 3/4 und 5/6 bzw. je 30 Aufgaben in den Klassenstufen 7/8, 9/10 und 11–13 zu lösen sind.

Unser Foto zeigt die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler. Nicht auf dem Foto ist Julian Steinkamp aus Klasse 3.

Auch dieses Jahr haben viele Schülerinnen und Schüler der Steinmühle an der Mathematik-Olympiade teilgenommen, trotz erschwerter Corona-Bedingungen. Theresa Dinges, Klasse 7, war hessenweit die Beste ihrer Jahrgangsstufe!

Die Mathematik-Olympiade startete schon zu Beginn des Schuljahres mit einer sogenannten „Hausaufgabenrunde“. Dort wurden auf Nachfrage der Lehrkräfte besonders motivierten Schüler*innen Mathe-Aufgaben weitergegeben, die in der Freizeit allein zu bearbeiten waren. Wenn sie es schafften, diese Aufgaben in einem ausreichenden Maß zu lösen (die Bewertung erfolgte in Absprache mit den jeweiligen Mathematik-Lehrkräften), konnten die Schülerinnen und Schüler an der zweiten Runde teilnehmen.
Diese zweite Runde fand im November 2020 weiterhin schulintern statt. Sieben unserer Schülerinnen und Schüler waren zu diesem Zeitpunkt noch dabei und schrieben eine vierstündige Klausur. Diese Klausuren wurden jeweils von ihren Mathematik-Lehrkräften korrigiert, ihre Punktzahlen eingesendet und zentral wurde entschieden, ab welcher Punktzahl welche Schüler*innen in den jeweiligen Jahrgängen weiterkamen.

In die Hessenrunde gelangten schließlich Jan Audretsch (Klasse 11), Teresa Dinges (Klasse 7) und Yewon Jeong (Klasse 8). Diese Runde lief pandemiebedingt anders als gewohnt ab. Normalerweise werden die Schüler*innen nach Darmstadt an die Universität eingeladen und dürfen dort ihre Klausuren der dritten Runde schreiben. Dieses Jahr haben sich unsere Teilnehmer*innen jedoch ganz selbstständig in eine Online-Plattform eingearbeitet. Dort konnten sie am Freitag, den 26. Februar nachmittags eine Klausur herunterladen, welche erneut auf eine Bearbeitungsdauer von vier Stunden angelegt war.
Die bearbeiteten und anschließend bei der Plattform wieder hochgeladenen Aufgaben wurden von einem Korrekturteam aus betreuenden Lehrkräften (von der Steinmühle Julia Riemenschneider), ehemaligen Sieger*innen oder auch Mathematik-Studierenden korrigiert. Dabei haben unsere Schüler*innen tolle Ergebnisse erzielt.

Besonders ist dabei Teresa Dinges herauszuheben. Sie belegte hessenweit den ersten Platz in der Jahrgangsstufe 7.

Die Steinmühle gratuliert zu diesem großartigen Erfolg!

Jugend Forscht: Steinmühlen-Teams gewinnen zusätzlich Sonderpreis

Anschluss-Erfolg für die Steinmühlen-Gymnasiasten Joshua Wieder (15), Morten Köhler (15) und Benjamin Schul (16): Nachdem das erfolgreiche Trio den Regional-Wettbewerb „Jugend Forscht“ gewonnen hatte, belegten die drei Jugendlichen nun sogar im Landeswettbewerb Platz zwei. Mehr noch: Sie gewannen für ihr Chemie-Projekt zusätzlich den Sonderpreis „JugendUnternimmt summer school“. Im Rahmen eines Seminars vom 30. Juli bis 5. August vermittelt diese in Erfurt stattfindende Veranstaltung unternehmerisches Denken zur potentiellen Vermarktung der eigenen Geschäftsidee. Auch ihre jüngeren Mitschüler Leonard Berger (13), Mats Egbring (12) und Leontin Schmidt (13) waren erfolgreich beim Landeswettbewerb „Schüler experimentieren“ in Kassel, denn sie hatten sich ebenfalls für die nächste Runde qualifiziert. Beim Wettbewerb, der an der Universität Kassel am Fachbereich Elektrotechnik & Informatik stattfand, holten sie Platz 3 und erhielten zusätzlich den Sonderpreis für Umwelttechnik der Bundesstiftung für Umwelt.

Von links: Morten Köhler, Benjamin Schul, Dr. Jutta Töhl-Borsdorf, Mats Egbring, Leontin Schmidt (nicht auf dem Bild: Leonard Berger)

 

Warum herkömmliche Wärmepads in Skischuhen nicht wirken – die Fragen, die das Projekt den älteren Schülern aufgibt, haben Joshua, Morten und Benjamin seit dem Vorjahr beharrlich und mit neuen Ideen weiterverfolgt. Sie forschten weiter und versuchten die Durchführung des Experimentes mit neuen Metallen, Katalysatoren und Oxidationsmitteln, um das Wärmepad-System für Skischuhe zu optimieren. So lobte die Fachjury bei der Siegerehrung, die bei Merck in Darmstadt stattfand: „Ihr habt alles gut und übersichtlich dargestellt, die Analysemethoden verbessert und ein experimentell funktionierendes Redoxsystem entwickelt, das sich für die Erstellung eines Prototypen eignet.“

Im Projekt des letzten Jahres konnte das Forschertrio bereits nachweisen, dass der Sauerstoff im eng anliegenden Skischuh sehr schnell verbraucht ist und die Reaktion, die zur Wärmeproduktion führt, schnell zum erliegen kommt. Nun haben sie eine Lösung für dieses Problem gefunden, sie testeten verschiedene Sauerstoffabgebende Stoffe und waren schließlich mit Oxyreinigern erfolgreich. Diese als Waschmittelzusätze verwendeten Stoffe setzten nämlich beim Erwärmen große Mengen Sauerstoff frei.

 

Wie man ein Geschäftskonzept entwickelt

Die „JugendUnternimmt summer school“, die Joshua, Morten und Benjamin nun besuchen dürfen, hat den Anspruch, Jugendliche zu befähigen, ihre Ideen und Innovationen in ein tragfähiges Geschäftskonzept zu fassen und zu präsentieren sowie eine Idee davon zu vermitteln, welche soziale und gesellschaftliche Verantwortung die Unternehmer tragen.

– Man stelle sich vor, das Experiment der drei Chemie-Asse würde tatsächlich eines Tages zur Marktreife gelangen!

Nun hofft das Trio natürlich, dass dieses Seminar in Thüringen, das als Preis von der Internationalen Martin Luther Stiftung und Stiftung für Technologie, Innnovation und Forschung Thüringen zur Verfügung gestellt wurde, pandemiebedingt überhaupt wird stattfinden können. Es findet nur in Präsenz statt – oder wird ausfallen. Eine online-Option ist leider nicht vorgesehen.

Die nebenstehende Abbildung fasst das Thema des Projektes und das Abschneiden im Wettbewerb noch einmal zusammen.

 

Nitrat in der Lahn: Experimente zur Beseitigung

Auch Leonard Berger, Mats Egbring und Leontin Schmidt hatten schon im vergangenen Jahr am Jugend Forscht Wettbewerb teilgenommen und sich mit der Nitratproblematik befasst. Damals ging es um Bestimmungen im Boden, nun waren Messungen in Gewässern das Thema, nämlich an der nahegelegenen Lahn. Denn Nitrat ist auch in Gewässern gefährlich, da es ins Grund- und Trinkwasser gelangen kann und für den Körper schädlich ist. Das Forschertrio interessierten besonders die Veränderungen in verschiedenen Jahreszeiten und an verschiedenen Orten der Lahn durch das Düngen und Ernten. Auch wollten die Jungforscher herausfinden, ob man Nitrat auch wieder aus dem Wasser entfernen kann. Hier wurden chemische und biologische Produkte aus dem Aquarienhandel unter die Lupe genommen, um deren Wirksamkeit zu testen.

Auch diese Arbeiten lobte die Fachjury ausdrücklich und bedachte die Aktivitäten im Landesvergleich mit Platz drei.

Die Steinmühle gratuliert euch allen zu diesen Erfolgen! Ihr könnt stolz sein – wir sind es auf jeden Fall!

Unter dem Motto „Touch Tomorrow“ möchte die Dr. Hans Riegel Stiftung für Schülerinnen und Schüler Orientierungshilfen für die Tätigkeitsfelder im MINT-Bereich geben, wobei die Abkürzung MINT für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik steht. Die Stiftung führt das Vermächtnis des ehemaligen HARIBO-Inhabers Dr. Hans Riegel (1923-2013) fort und bietet mit einem Science Truck einen außerschulischen Lernort, an dem sich die Jugendlichen über die entsprechenden Fächer informieren können. In den Video-Clips im Truck, der quer durch Deutschland und Österreich tourt, sind die Steinmühlen-Lehrkräfte Julia Riemenschneider und Maximilian Moll demnächst die „Gesichter“ des Fachs Mathematik.

Mathe ist schön! Warum das so ist und wer sich mit welchen Fähigkeiten ruhig einen Mathe-Leistungskurs zutrauen darf, das filmte eine Agentur im Auftrag der Stiftung mit den beiden Steinmühlen-Lehrkräften als Interviewpartner. „Die Grundrechenarten muss man schon im Schlaf können. Man hinterfragt im LK mehr, lernt mehr über Regeln und entdeckt, dass der oft nicht so sehr geliebte Bereich Stochastik durchaus auch alltagsnah sein kann,“ erläuterte Julia Riemenschneider vor laufender Kamera. „Mathematik baut aufeinander auf, da gibt es leider oft Lücken. Wenn das Handwerkszeug fehlt, ist es im Leistungskurs schwierig.“

Ihr Kollege Maximilian Moll betonte: „Wer tüfteln kann und logisch denken, der erfüllt damit einige der Voraussetzungen.“ Er ergänzte: „Sicher im Lösen von Gleichungen sollte man sein. Und Durchhaltevermögen haben.“

 

Clevere Jugendliche – fitte Lehrkräfte

Die Dr. Hans Riegel Stiftung war nach dem letzten Marburg-Besuch des Trucks an die Steinmühle herangetreten. Die Steinmühlenschüler*innen, die beim Truck-Besuch das Angebot wahrgenommen hatten, vor Ort mit den Informierenden in den Dialog zu treten, machten die Organisatoren hellhörig, stellten sie doch solch clevere Fragen, dass automatisch auch topfitte Lehrkräfte dahinter vermutet wurden. Es dauerte nicht lange, bis Dr. Jutta Töhl-Borsdorf als Koordinatorin der MINT-Fächer an der Steinmühle kontaktiert wurde. Solche Lehrkräfte sollten doch gerne die Fächer repräsentieren!

Die MINT-Informationen auf dem Truck der Dr. Hans Riegel Stiftung sollen den Schüler*innen die Auswahl der Leistungskurse erleichtern, aber möglicherweise auch über künftige Berufsfelder aufklären. Pandemiebedingt konnte der Truck seine Tour in den letzten Monaten nicht wie geplant fortsetzen. Die Schulen, die ihn gebucht hatten, erhalten jedoch ein Online-Angebot über den „Touch-Tomorrow-Stream“.

Zum 30. Mal hatte das Zentrum für Chemie (ZFC) 16 hessische Oberstufenschüler*innen eingeladen, um im Dialog mit Profis wissenschaftliche Praxis und konkrete Unternehmensstrukturen kennenzulernen. Im “digitalen Labor” setzten sich die jungen Talente mit Hochleistungsmaterialien auseinander, die auch im Kontext der Energiewende eine zentrale Rolle spielen. Unter anderem ging es um effiziente Speichermedien für erneuerbare Energien sowie um Oberflächenanalysen und Hochleistungsmagnete, wie sie auch im Bereich der Elektromobilität und in Windkraftgeneratoren zum Einsatz kommen.

Für das einwöchige Erfinderlabor hatte sich Veit Gemmer aus der Klasse 13 der Steinmühle qualifiziert. Seine Gruppe beschäftigte sich mit Natriumfestkörperbatterien, die sogenannte Nasicon-Elektrolyten enthalten und in Zukunft Alternativen zu nicht unproblematischen Stoffen in Lithiumionenakkus darstellen können.

Eigentlich sollte das Erfinderlabor schon im Oktober 2020 stattfinden und wurde dann pandemie-bedingt auf den Jahresanfang 2021 verschoben. Auch dieser Termin konnte nun auch nur in einer Online-Variante stattfinden, die trotzdem interessante Einblicke ermöglichte, wie Veit berichtet:

Das Erfinderlabor mit dem Thema „Hochleistungsmaterialien für die Zukunft“, welches normalerweise an der Technischen Universität (TU) in Darmstadt stattfindet, konnte immerhin online über die Plattform Microsoft Teams veranstaltet werden. Während des einwöchigen Workshops durften wir in verschiedenen Gesprächen mit Experten von der TU Darmstadt und der Merck KGaA spannende Einblicke in den Bereich der Materialwissenschaft und in den Konzern Merck erhalten. Aus diesem Wissen, kombiniert mit eigener weiterer Recherche, sollte unsere Gruppe ein Lehrvideo über Natriumfestkörperbatterien erstellen. Auch wenn das Erstellen eines hochqualitativen Videos sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat, war die Woche trotzdem sehr interessant.

Veit Gemmer

Im Erfinderlabor erstelltes Video über Natriumfestkörperbatterien

 

Abschlussveranstaltung (unten: Veit mit seiner Gruppe)

 

Computersimulationen der Transportmechanismen und Leitfähigkeiten von Natrium–Ionen im Festkörperelektrolyt Nasicon (Na+–SuperIonenleiter).

 

Verbesserung der Leitfähigkeiten von Nasico-Elektrolyten durch Puls Laser Deposition (PLD) 

Beim internationalen Mathematik-Teamwettbewerb „Bolyai“ wurde die Steinmühle mit drei Siegerteams in acht gymnasialen Jahrgangsgruppen die erfolgreichste Schule in Hessen! Der aus Ungarn stammende Wettbewerb fand 2014 das erste Mal auch in Deutschland statt. Schon bei ihrer ersten Teilnahme konnte die Steinmühle damals sehr gute Ergebnisse verzeichnen. Beim nunmehr zweiten Start gingen die Erfolge der Schule jetzt durch die Decke.

Es geht um Teamwork und herausragende mathematische Fähigkeiten. Denn zwei wesentliche Anforderungen werden an die Teilnehmer*innen
gestellt: Die Fähigkeit, im Vierer-Team Lösungen zu entwickeln und dabei sehr gute mathematische Begabungen zu nutzen.

Bei dem Wettbewerb, der wegen der Schulschließungen online stattfand, galt es, innerhalb von 60 Minuten 13 Aufgaben zu lösen.
Die Aufgaben waren zu einer bestimmten Uhrzeit downloadbar, der Upload der Lösungen musste maximal 60 Minuten später erfolgt sein.

Dass der Wettbewerb online stattfand, bedeutete erschwerte Bedingungen: Keine Möglichkeit zum gemeinsamen Üben, Teamarbeit im Konferenzraum und Zeitdruck – verbunden mit technischen Herausforderungen des Up- und Downloads.

 

Schulleiter organisierte 23 Chat-Gruppen

Mit insgesamt 23 Teams, die Schulleiter Björn Gemmer über 23 Chat-Gruppen der schuleigenen „StoneApp“ organisierte, nahm die Steinmühle am Wettbewerb teil. Schon bald stellte sich heraus, dass sich der große Aufwand lohnte, denn die Steinmühle war am Ende des Tages mit drei Siegerteams in acht gymnasialen Jahrgangsgruppen die erfolgreichste Schule in Hessen! Platz 2 mit zwei Siegerteams erreichte das Hochbegabteninternat des Landes Hessen „Schloss Hansenberg“.
Wie Mathe-Landessieger aussehen, zeigt unsere untenstehende Porträtfoto-Zusammenstellung:

Obere Zeile: Hessensieger Klasse 5, „Steinmühle Team 5“ (von links): Alexandra Köller, Flynn Biallas, Johanna Rogosch, Liam Randau. Sie belegten hessenweit Platz 1 von 59 Teams. Ihr Mathematik-Lehrer ist Steffen Ullwer.

Mittlere Zeile: Hessensieger Klasse 7, „Die Mathemagier“ (von links): Teresa Dinges, Sophia Rogosch, Jonathan Hundt, Leon Delong (letztere, also die Jungs, sind Freunde von Teresa und Sophia und besuchen das Gymnasium Philippinum). Sie belegten hessenweit Platz 1 von 43 Teams. Ihr Mathematik-Lehrer ist Michael Schmidt.

Untere Zeile: Hessensieger Klasse 8, „Steinmühle Team 8“ (von links): Max Preidel, Lukas Zimmer, Mathilda Lambach, Mike Klatt. Sie belegten hessenweit Platz 1 von 38 Teams. Ihr Mathematik-Lehrer ist Eberhard Wieth.

 

Einige Teams zusätzlich unter den Top 10

Doch es gab noch mehr erfolgreiche Mathematiker*innen unter den teilnehmenden Steinmühlen-Schüler*innen. Neben den drei oben genannten Sieger-Teams erreichten folgende Steinmühlenteams hessenweit die TOP 10 ihrer Jahrgangsgruppen:

  • Ein weiteres Team aus Klasse 5: Johannes Denzel, Teo Dohmen, Felix Martens und Henri Reinhardt. Ihr Mathematik-Lehrer ist Eberhard Wieth.
  • Ein weiteres Team aus Klasse 8: Franka Preising, Paula Hartmann und Flora Endres. Ihre Mathematik-Lehrerin ist Constanze Oestreicher-Gold.
  • Ein Team aus Klasse 13: Lasse Michel, Nina Brand, Louis Kirschstein und Till Maier. Ihr Mathematik-Lehrer ist Malte Klimczak.

Allen Teilnehmenden unseren herzlichen Glückwunsch! Wir sind mega stolz!