Mathe, Strategie und Unbesiegbarkeit: Auftakt von „Marburg macht Mathe“ an der Steinmühle

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Dass Mathematik weit mehr ist als trockenes Formelrechnen, erlebten kürzlich 18 mathematisch begeisterte und begabte Schülerinnen und Schüler der Klassen 6 bis 13 am Gymnasium Steinmühle. Im dreistündigen Workshop tauchten sie tief in die faszinierende Welt der Spieltheorie und Kombinatorik ein – geleitet von Prof. István Heckenberger (Fachbereich 12 Mathematik und Informatik der Universität Marburg) und Mathelehrkraft Maximilian Moll.

 

Von verblüffenden Strategien und chancenlosen Schafen

Im Mittelpunkt des Nachmittags standen sogenannte deterministische Spiele – Spiele, bei denen kein Würfelglück entscheidet, sondern eine mathematisch perfekte Strategie den Sieg erzwingen kann. Die Jugendlichen erforschten unter anderem:

  • NIM-Spiele: Wie lässt sich durch geschicktes Aufteilen von Streichhölzern in Zweier-Päckchen und Binärzahlen der Sieg von Anfang an planen?
  • Wölfe gegen Schaf: Warum können vier Wölfe auf dem Schachbrett durch eine lückenlose „Mauer-Strategie“ das Schaf garantiert umzingeln?
  • Vier Gewinnt & Raumkontrolle: Welche mathematische Macht verbirgt sich hinter der mittleren Spalte und wie verändern sich die Gewinnchancen, wenn man die Spaltenanzahl variiert?

Neben den Strategiespielen ging es um Phänomene wie nicht-transitive Würfel (Würfel, die sich gegenseitig schlagen – ähnlich wie bei „Schere, Stein, Papier“), das gezielte Abzählen von Möglichkeiten und die mathematische Suche nach unveränderlichen Eigenschaften (Invarianten).

Das Besondere an der Gruppe: Die breite Altersspanne von der 6. Klasse bis zur Oberstufe erwies sich als echter Gewinn: Beim Tüfteln an komplizierten Spielstrategien ergänzten sich die Ideen der Jüngeren und Älteren.

 

Startschuss für weitere Workshops an anderen Marburger Gymnasien

Der Nachmittag war der gelungene Auftakt der Workshopreihe „Marburg macht Mathe“ – einer gemeinsamen Initiative des Schülerinnen- und Schülerforschungszentrums Mittelhessen (SFM) in Kooperation mit dem Fachbereich 12 der Philipps-Universität Marburg.

Das Ziel der Reihe ist es, Mathe-Begeisterte aus der Region zusammenzubringen und ihnen Einblicke in Themen zu geben, die weit über den normalen Schulstoff hinausgehen. Weitere Termine an den anderen Marburger Gymnasien sowie an der Universität sind bereits in Planung.

Bei Fragen oder Interesse an den kommenden Workshops stehen Prof. István Heckenberger und Maximilian Moll als Ansprechpersonen gerne zur Verfügung.

(Maximilian Moll / Foto: Wikimedia)