PoWi Plus: Einblick in die Marburger Gründerszene mit wertvollen Praxis-Tipps
Einige Wochen lang hat sich der Kurs Powi Plus mit Innovationen beschäftigt und Produktideen entwickelt, die es am Markt noch nicht gibt. Die Innovationen konnten unterschiedlichen Branchen zugeordnet werden, zum Beispiel der Lebensmitteltechnologie, dem Healthcarebereich, der Kosmetikindustrie und der Fitnessbranche. Vermittelt durch den Marburger Universitätspräsidenten Prof. Dr. Thomas Nauss war Prof. Dr. Vivien Procher mit einigen Mitarbeitern von MAFEX (Zentrum für Enterpreneurship und Innovation) an die Steinmühle gekommen, um die Schülerinnen und Schüler von PoWi Plus dabei zu coachen, einen professionellen Pitch vorzubereiten und vorzutragen (wir berichteten am 1. Juli).
Nach den Sommerferien haben die Schülerinnen und Schüler von PoWi Plus zusammen mit einem weiteren Powi-Kurs eine Exkursion zum Marburger Lokschuppen unternommen und bekamen dort einen Einblick in die Marburger Gründerszene.
Gunther Schneider (CEO der Schneider GmbH Co. KG und Gründer des Lokschuppens) berichtete in einem schillernden Vortrag darüber, was einen Gründer erfolgreich werden lässt.
„Oberste Eigenschaft: Unruhe“
Als oberste Eigenschaft nannte er „Unruhe“. Man sollte von der Frage getrieben sein „Wie kann man das besser machen?“
Eine weitere Folie wurde überschrieben mit dem Thema „Know your shit“. Innovation beginnt laut Schneider mit Wissen, nur dann kann die Marktrelevanz beurteilt und echter Mehrwert geschaffen werden.
Echte Innovation probiert zu verstehen, wo der Kunde in fünf Jahren stehen möchte. Hier präsentierte Schneider ein Zitat von Henry Ford, und es verdeutlichte, was er meinte:
„If I asked people what they wanted, they would have said faster horses.“ (Henry Ford)
Man müsse denken, was noch niemand gedacht habe.
„Ideen haben und vor allem durchziehen“
Eine weitere Folie war überschrieben mit „Eine gute Idee reicht nicht, man muss sie durchziehen.“
Auch hier nutzte er zur Verdeutlichung ein einschlägiges Zitat, was die nötige Ausdauer verdeutlicht:
„Do not judge me by my successes, judge me by how many times I fell down and got back up again.“ (Nelson Mandela)
„Change before you have to“
Innovationen sind für Gunter Schneider eine Frage der persönlichen Haltung, es ist die konsequente Suche nach Verbesserung. „Change before you have to.“
Zur Idee des Lokschuppen berichtete er, dass es früher ein Knotenpunkt für Züge war. Nun soll es Knotenpunkt für Menschen sein, die innovativ sind und die Welt verbessern wollen.
Auf den Vortrag von Gunter Schneider folgte das Team von Lovedis, sie berichteten von ihrem Konzept, Gründer mit bestehenden Kunden zusammenzubringen.
„Suche ein Problem, das wirklich nervt“
Der Nachmittag wurde abgerundet durch die spannenden Ideen von Dirk Rudolf (Gründer von Direktüberweisung).
Seine Gründerideen begannen als schlechter Schüler Ende der 90er, als das Internet wirklich noch Neuland war, mit einer Hausaufgabenplattform für Schüler, die erfolgreich durchstartete. Als dann 2003 Onlineshopping immer beliebter wurde, gründete er eine Firma zur Direktüberweisung, die er später an Klarna verkaufte. Bis dato hat er noch weitere Firmen gegründet, die er dann aber immer weiterverkaufte, weil ihm neue Ideen zur Gründung weiterer Innovationen einfielen.
Uns gab er folgendes mit auf den Weg:
„Suche ein Problem, das wirklich nervt und finde die Verbesserung!“
Gründung erfordere Fleiß und auch ein bisschen Glück, aber ohne Mut funktioniere nichts.














