Steinmühlen-Reitlehrerin und Trainerin Beate Schridde: Passion zum Pferd lag schon in der Wiege

Die ganz große Leidenschaft wird vielleicht vergehen. Das ahnen die meisten Eltern heranwachsender Mädchen, wenn die Töchter den Reitstall gar nicht mehr verlassen wollen. Wohl wissend, dass sich Vorlieben mit der Zeit ändern können, fördern sie die jugendlichen Reiterinnen trotzdem.

Beate Schridde, Reitlehrerin und Trainerin der Reitschule Steinmühle, wurde hineingeboren in die Welt der Pferde. Da brauchte niemand mehr begeistert zu werden, denn die Passion fürs Pferd existierte auf dem elterlichen Hof der Familie Schridde schon sieben Jahre vor ihrer Geburt. Schridde Leistungszucht – ein Name im Springsport!

Beate Schriddes Elternhaus stand auf dem Anwesen im niedersächsischen Vöhrum, zwischen Braunschweig und Hannover. Mit dem Wiehern der Pferde und dem Geruch der Ställe ist sie morgens aufgewacht.

Wenn es jemanden gibt, der den Reitsport im Blut hat, dann ist es Beate Schridde. Die später zur Pferdewirtin und Reitlehrerin mit Trainer A-Lizenz ausgebildete Frau machte es sich nicht nur zur Aufgabe, die Leidenschaft zum Pferdesport weiterzugeben. Sie begeisterte und qualifizierte sich auch selbst für die Turnier-Teilnahme in den Disziplinen Dressur, Gelände und Springen – auf nationalem wie auf internationalem Parkett. Springen sogar bis zur S-Klasse, der schwersten Klasse. Für den Parcours schlägt bis heute ihr Herz.

Wer ganz genau weiß, was ein gutes Pferd bieten und können muss, und wer aus eigener Erfahrung weiß, wie der Part eines Reiters dabei auszusehen hat, der ist als Reitlehrer und Trainer gefragt. Beate Schridde ist der Steinmühle, für die sie heute arbeitet, seit über 15 Jahren verbunden. Auch die aufstrebende Reiterin Nicola Pohl, beheimatet im Hofgut Dagobertshausen, hat hier Reiten gelernt. Beate Schridde begleitete den reitsportlichen Werdegang der jungen „Amazone“ entscheidende Jahre lang als angestellte Reitlehrerin und FN-geprüfte Ausbilderin der Familie Pohl. Heute bestreitet Nicola Pohl mit Erfolg weltweit renommierte Turniere.

Beate Schridde wäre nicht Beate Schridde, würde ihr der Ehrgeiz fehlen, nicht nur Reiter, sondern auch Pferd optimal auf Dressurviereck, Springparcours oder auch Geländestrecke vorzubereiten. Während Bruder Claus in Norddeutschland erfolgreich die Leistungszucht der Familie Schridde fortsetzt und allein für 2019 sechs springbetont gezogene Fohlen erwartet, widmet sich Beate Schridde neben ihrer Arbeit der Ausbildung und dem Beritt junger Pferde. Auch weitere Leistungen wie das Vorstellen der Pferde auf Stutenleistungsprüfungen und die Vorbereitung zur Hengstkörung bietet sie an. Lehrgänge für Anfänger, Wiedereinsteiger oder ambitionierte Turnierreiter gehören ebenso zum Repertoire.

Dass hinter all diesen Aktivitäten vor einem geregelten Arbeitstag die Leidenschaft rangiert, das ahnt man schon fast. Spaß am Tun relativiert den zeitlichen und körperlichen Einsatz der engagierten 49jährigen, die das Rangieren mit Pferdetransporter und Anhänger so beherrscht, als seien es Schubkarren. „Muss auch sein,“ kommentiert sie beiläufig, „schließlich ist da wertvolle Fracht drin.“.

Stimmt. Denn nicht nur vierbeinige Turniersieger, sondern auch so manchen wiehernden Preisträger von Pferdeleistungspüfungen hat Beate Schridde schon chauffiert. „Sportgerät Lebewesen“ – mit eigenem Charakter und verschiedenen Voraussetzungen. „Das macht,“ so die leidenschaftliche Reiterin, „zu anderen Sportarten den Unterschied.“ Für einen „eigenen Charakter“ ist auch die Hundegattung Dackel bekannt. Davon hat sie zwei noch junge Damen, die ihr Leben begleiten.